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Hinterbank(le)r machen gegen Vorstände mobil: Bankangestellte demonstrieren auch in Leipzig für gerechte Bezahlung

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    Banker haben bekanntermaßen nicht den besten Ruf. Doch sind auch in diesem Metier manche gleich und manche gleicher. Da gibt es die Vorstände, die fette Provisionen einstreichen und die Hinterbank(le)r, die an der Front, sprich am Schalter stehen, und auslöffeln müssen, was die Manager ihnen eingebrockt haben.

    Dafür wollen die Bankangestellten anständig bezahlt werden und dafür haben sie am Donnerstag in ganz Deutschland und auch auf der Grimmaischen Straße in Leipzig demonstriert.

    Einer der rund 100 Demonstranten in Leipzig war Udo Wild, Bankangestellter und ver.di-Mitglied: „Wir haben die Mittagspause genutzt, um zu demonstrieren. Wir lassen uns nicht für einen Appel und ein Ei verkaufen. In der Tarifrunde geht es nicht nur um die Arbeitsbedingungen und die Gehaltserhöhung für uns Beschäftigte. Es geht auch um seriöse Beratung und die damit verbundene Zufriedenheit der Kunden. Mit der Finanzmarktkrise und ihren Auswirkungen haben die Vorstände der Finanzkonzerne den Ruf der Banken in der Gesellschaft ruiniert.“
    Stefan Wittmann von der Commerzbank und ebenfalls ver.di-Mitglied: „Wir fordern ein kundenorientiertes und damit beschäftigungsfreundliches Betriebssystem frei vom Vertriebsdruck, Maßnahmen zum Gesundheits- und Belastungsschutz, eine Verlängerung des Vorruhestandstarifvertrages sowie um Vereinbarungen zur Ausbildung und Übernahme.“

    Das sehen auch seine Kollegen so. Mehrere tausend Beschäftigte der privaten und öffentlichen Banken beteiligen sich seit Anfang dieser Woche deutschlandweit an Streiks, zu denen ver.di aufgerufen hat. Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden, ein verhandlungsfähiges Angebot für die rund 220.000 Beschäftigten vorzulegen. „Die Beschäftigten geben mit ihren Streiks ein deutliches Signal: Sie wollen endlich ein Angebot, das ihrer Arbeit Respekt und Wertschätzung entgegenbringt“, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch. Das Angebot aus der dritten Verhandlungsrunde sei völlig inakzeptabel. Es sehe lediglich eine Erhöhung der Gehälter um weniger als 1,4 Prozent umgerechnet auf zwölf Monate vor. Damit liege es weit unter der Inflationsrate und würde einen Reallohnverlust für die Beschäftigten bedeuten, so die ver.di-Verhandlungsführerin.
    In Niedersachsen habe es deshalb nach der dritten Runde bereits am 10. und 11. Mai Warnstreiks gegeben. In Berlin und Wiesbaden seien die Streiks in der vergangenen Woche fortgesetzt worden. Den Streik-Auftakt in dieser Woche bildeten am Dienstag Beschäftigte in Karlsruhe. Am Mittwoch legten Beschäftigte der Schwäbisch Hall-Gruppe zum zweiten Mal in dieser Tarifrunde ganztägig die Arbeit nieder. Für Donnerstag, den 24. Mai, habe ver.di Bankbeschäftigte in Hamburg und München sowie Bank- und Sparkassenbeschäftigte im Saarland und in Leipzig zu Streiks aufgerufen.

    Am Freitag, dem 25. Mai, folgen weitere Streiks in Baden Württemberg, bei Banken in Stuttgart und Mannheim sowie in Ludwigsburg bei der Bausparkasse Wüstenrot, der Wüstenrot Bank und W+W-Service GmbH. Ebenfalls am Freitag sind in Hessen Beschäftigte zahlreicher Banken in Frankfurt, der Landesbank Hessen-Thüringen und der Frankfurter Sparkasse zum Streik aufgerufen. Bei allen Streiks sei mit Behinderungen im Filialbetrieb und sowie mit Schließungen von Filialen zu rechnen, so ein Sprecher von ver.di. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten in Banken sechs Prozent mehr Gehalt. Weitere Forderungen sind eine verbindliche Tarifregelung zum Gesundheitsschutz, eine verbindliche Tarifregelung zum Schutz der Beraterinnen und Berater, eine Ausbildungsquote von sieben Prozent, die unbefristete Übernahme von Auszubildenden sowie die Verlängerung der derzeit bestehenden Vorruhestandsregelungen.

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