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Azubi-Umfrage der IHK Leipzig: Trotz Corona gibt es in den meisten Betrieben keine Abstriche in der Ausbildung

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    Am Dienstag, 21. September, veröffentlichte die IHK Leipzig die Ergebnisse einer Umfrage zu den Auszubildenden im Kammerbezirk Leipzig. Immerhin eine wichtige Zukunftsfrage. Viele Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräftenachwuchs. Aber finden die jungen Leute eigentlich ihre Wunschausbildung? Oder hängen sie in Suchschleifen fest, ohne fündig zu werden?

    Dass es da durchaus eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit gibt, macht schon das zentrale Ergebnis der Umfrage deutlich: Insgesamt 77 Prozent der Auszubildenden in IHK-Berufen erlernen nach eigener Aussage ihren Wunschberuf. Dies ist das Ergebnis der diesjährigen Sommer-Umfrage unter Auszubildenden im 1. Ausbildungsjahr (2020/2021) der IHK zu Leipzig. Knapp 400 Auszubildende haben sich an der Umfrage beteiligt.

    „Die Ergebnisse bestätigen uns in unseren Aktivitäten, Jugendliche für eine Ausbildung in der Wirtschaft zu begeistern“, interpretiert Kristian Kirpal, Präsident der IHK zu Leipzig, das Ergebnis. „Für die Berufsorientierung spielen Betriebspraktika mit 51 Prozent immer noch die größte Rolle.“

    Diese Ergebnisse sprechen für gute Berufsorientierungsphasen. Erfreulich sei zudem, dass im ersten Ausbildungsjahr sogar 88 Prozent der Azubis ihren Ausbildungsbetrieb weiterempfehlen. „Angesichts der Corona-Einschränkungen, unter denen dieser Jahrgang in die Ausbildung gestartet ist, ist das besonders positiv zu bewerten“, so Kirpal.

    Wer gibt den jungen Leuten eigentlich die Orientierung?

    Die größte Rolle bei der Entscheidung für den weiteren Lebensweg würden nach wie vor die Familien und der Freundeskreis der jungen Menschen spielen. Allmählich verschiebe sich jedoch der Anteil zugunsten der Online-Recherche sowie der Sozialen Medien. „Darüber müssen sich die Unternehmen im Klaren sein. Wer im Netz nicht oder zu wenig unterwegs ist, wird immer seltener gefunden. Unsere Online-Messen, die aufgrund der Corona-Pandemie schnell entwickelt und kontinuierlich verbessert wurden, spiegeln diesen Zeitgeist deutlich wieder“, sagt Kristian Kirpal.

    Ergebnisse und Zahlen der IHK-Region Leipzig im Überblick

    77 % der Auszubildenden gaben an, ihren Wunschberuf zu erlernen.

    Für 80 % der Auszubildenden ist es auch die erste Ausbildung.

    Praktika sind für potenzielle Azubis dabei mit 51 % das mit Abstand hilfreichste Berufsorientierungsangebot. 46 % der Jugendlichen nutzen Medieninformationen wie Online-Recherchen oder soziale Netzwerke. Knapp ein Drittel der Jugendlichen setzt auf den Besuch von Ausbildungsmessen (in Präsenz/virtuell).

    Fast alle Jugendlichen (97 %) haben sich für eine Ausbildung entschieden, weil ihnen der Bezug zur Praxis wichtig ist und ihre Aufgaben ihren beruflichen Interessen entsprechen (95 %). Aber auch der schnelle Einstieg in den Beruf (84 %) sowie Übernahme- und Karrierechancen (89 %) sind für Azubis entscheidende Kriterien. Sofort eine Vergütung bzw. ein Gehalt zu bekommen, war für 86 % der Jugendlichen ein wichtiges Kriterium.

    Ihren jetzigen Ausbildungsbetrieb finden Jugendliche immer noch am häufigsten durch Eltern, Verwandte (34 %) sowie Freunde und Bekannte (26 %).

    Aber auch die Internetseiten der Betriebe (34 %) geben Ausbildungssuchenden entscheidende Hinweise. Gut einem Viertel der Jugendlichen halfen Gespräche mit den Vertretern der Agentur für Arbeit, aber auch Praktika und Ferienjobs mit 20 %.

    Schnell zu sein lohnt sich

    Immerhin 40 % der Jugendlichen hatten sich bis zum Januar 2020 für ihre im Sommer beginnende Ausbildung beworben – also noch ohne das Halbjahreszeugnis. Aber auch Spätentschlossene haben noch Chancen. So gaben 11 % der Jugendlichen an, sich erst ab Juli für ihren Ausbildungsplatz beworben zu haben.

    Die allermeisten Jugendlichen (58 %) hatten bereits mit bis zu fünf Bewerbungen ihren Ausbildungsplatz in der Tasche. 20 % benötigten maximal 10 Bewerbungen.

    Ausbildungsinteressierte finden fast immer das passende Angebot im Heimatbundesland und in der Nähe zum Wohnort. Gut jeder fünfte Auszubildende hat für die Aufnahme der Berufsausbildung den Wohnort gewechselt. Damit ist der Wanderungssaldo im Verhältnis zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Dies ist ein Beleg für das gesteigerte Ausbildungsmarketing und die gestiegene Attraktivität der regionalen Ausbildungsangebote der Betriebe, so die IHK.

    88 % der Auszubildenden würden ihren Ausbildungsbetrieb weiterempfehlen. Dabei schätzen fast alle Jugendlichen besonders das gute Betriebsklima (94 %), das gute Verhältnis zum Ausbildenden (93 %) sowie das positive Image des Betriebes (91 %). Knapp Dreiviertel der Jugendlichen bescheinigen ihrem Betrieb die Zahlung einer hohen Ausbildungsvergütung und sogar 84 % Karriere- und Aufstiegschancen.

    Auch wenn Ausbildungsbetriebe und Auszubildende des Jahres 2020/2021 bereits von Beginn mit erheblichen Beschränkungen durch Corona konfrontiert waren, so bestätigen doch 83 % der Azubis, dass die Ausbildung im Betrieb normal weiterläuft. Immerhin 15 % teilten mit, dass ihre Ausbildung zeitweise im Homeoffice bzw. durch mobiles Arbeiten stattfindet.

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