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Die sanierte Deponie Möckern verschmutzt das Grundwasser

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    Der Müllvulkan von Möckern ist aktiver als bislang von uns angenommen. Er spuckt nicht nur Abfall aus längst vergangenen Tagen wieder aus. Aus der begrünten Erhebung sprudeln auch Schadstoffe. Über das Grundwasser gelangen sie in die beiden Fließgewässer Nahle und Neue Luppe. Das teilt die Landesdirektion Sachsen auf L-IZ-Nachfrage mit. Sanierungsbedarf sieht die Behörde nicht.

    Die 1983 stillgelegte Deponie wurde schon einmal saniert. Das muss offenbar reichen. „Bei der Deponie Möckern handelt es sich im rechtlichen Sinn um eine Altablagerung. Für eine solche Altablagerung sind ausschließlich Sanierungsmaßnahmen zur Gefahrenabwehr vorgesehen“, erklärt ein Sprecher der Landesdirektion. Derartige Maßnahmen seien bereits durchgeführt worden. Doch ist die Gefahr damit endgültig gebannt?

    Die Sanierung erfolgte Mitte der 2000er Jahre, wie auch die Stadtreinigung Leipzig bestätigt. Dem kommunalen Eigenbetrieb gehört der Müllberg heute. Sie muss sich um die Nachsorge kümmern. Das heißt: Sie muss umsetzen, was die Landesdirektion Sachsen als zuständige Aufsichtsbehörde von ihr verlangt. Dazu gehören auch Sanierungsarbeiten.

    Böschungen wurden damals profiliert und zur Stabilisierung Spundwände eingebaut. So berichtet es eine Sprecherin der Stadtreinigung auf Nachfrage. Um den Eintrag von Oberflächenwasser, also Regen, und die Bildung von sogenanntem Sickerwasser im Deponiekörper zu minimieren, sei außerdem das Plateau mit Abdeckmaterial überzogen worden. Zwei Meter dick.

    Andere Bereiche der Deponie wurden offensichtlich aber nur unzureichend oder gar nicht abgedeckt. An vielen Stellen schimmert heute der alte Müll zwischen Bäumen und Sträuchern hervor. Trotz Sanierung sickert noch immer Wasser durch den Müllberg und löst Schadstoffe aus dem Dreck.

    „Die Deponie Möckern schädigt das anliegende Grundwasser“, konstatiert die Landesdirektion. Dennoch bestehe keine Notwendigkeit für weitere Maßnahmen. Der Schaden sei lokal eng begrenzt, argumentiert die Behörde. Die Schadstoffe erreichten zwar die benachbarten Vorfluter Neue Luppe und Nahle, blieben dort jedoch durch „sofortige starke Verdünnung ohne schädliche Auswirkung“. Tendenziell sei von einer Verringerung des Schadstoffeintrags auszugehen.

    Die Stadtreinigung zieht sich bei der Sanierungsfrage auf die Landesdirektion zurück: „Ein Sanierungsbescheid oder Sanierungsauflagen sind gegenüber der Stadtreinigung Leipzig nicht ergangen. Insofern gibt es keinen festgestellten Sanierungsbedarf“, teilt sie abschließend mit.

    Bald wissen wir hoffentlich noch mehr. Das Umweltamt der Stadt hat unseren UIG-Antrag auf Akteneinsicht an die Stadtreinigung Leipzig weitergeleitet. Wir rechnen täglich mit einem Vorschlag für einen Termin. Nach Umweltinformationsgesetz (UIG) muss der Zugang zu umweltrelevanten Daten innerhalb von vier Wochen gewährt werden.

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