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Leserbrief zum Pflegedienst in Leipzig: Werbung, oder wie eine Stadt die Arbeit des Pflegedienstes unterstützt

Anonyme Einsendung via Formular auf L-IZ.de: So, heute ist es mal wieder so weit, ich unterstütze mal wieder nicht ganz freiwillig die Stadt, in der ich arbeite. Denn an meiner Windschutzscheibe klebte ein Ticket, ein Parkknöllchen. Und kleben ist nicht unter- oder übertrieben, denn es regnet heftig. Aber auch bei besserem Wetter hielte sich meine Begeisterung in Grenzen. Ich gehöre zu der Gruppe von Personen, die nicht aus Langeweile, Faulheit, Shoppingwahn oder der unbändigen Lust nach einem Kaffeeklatsch, in einem dicht besiedelten Wohngebiet mit mangelten Parkmöglichkeiten, mal eben schnell das Auto in der Nähe von Patienten abstellt.

Die Fahrzeuge sind auch nicht anonym, denn der Name und damit unsere Einsatzgründe stehen übergroß und gut sichtbar darauf. In diesem Fall handelt es sich um einen doch sehr bekannten Wohlfahrtsverband.

Meine Aufgabe besteht darin, Menschen bei den Grundbedürfnissen des täglichen autonomen Lebens, der Wiederherstellung der Gesundheit und der ärztlich verordneten Therapien zu unterstützen. Demzufolge und dem systemgeschuldeten Zeitmangel (ein Mangel von vielen), oh, ich bin richtig sauer, und wenn ich darüber nachdenke, …, es wird einfach nicht besser.

Nicht nur, dass mein Berufsfeld so stiefmütterlich behandelt wird, der Bedarf, selbst von politischer Seite zwar erkannt wird, aber dennoch nach wie vor besteht. Nachwuchs ist spärlich gesät und Wertschätzung wirkt eher wie ein Menüvorschlag, der als Sättigungsbeilage geachtet wird. (Traurig den Menschen gegenüber, welche das Land wieder aufgebaut haben. Es zu dem gemacht haben, was es heute ist.)

Wochenenden und Feiertage sind ganz normale Arbeitstage, eine Arbeitswoche besteht nicht nur aus 5 oder 7 Tagen, Arbeitspausen sind zwar gesetzlich vorgeschrieben, jedoch nicht immer in die Tourenpläne passend. Die Dienstzeit ist kaum mit den Ladenöffnungszeiten zu vergleichen.

Bedürfnisorientierte Behandlung oder Pflege werden in Minuten berechnet (führen sie mal z. B. eine Blasen- / Darmentleerung in 8 Minuten in Beisein einer fremden Person durch, völlig egal, wer von beiden Personen sie da sind). Der Bedarf an Menschen, welche die Unterstützung benötigen, steigt stetig (auch deren Notfälle). Über das Verdienen und Bekommen, darüber möchte ich jetzt wirklich nicht ins Detail gehen.

Mein Vorschlag

Beim genaueren Betrachten fiel mir der Stadtplan Leipzigs mit öffentlichen Parkplätzen auf der Rückseite auf. Gute Idee, finde ich, … Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Ich hätte diesbezüglich einen Vorschlag: Bitte sorgen sie dafür, dass ältere und erkrankte Menschen sich in der Nähe dieser Parkflächen aufhalten, um ihre Pflege und Behandlungspflege zu erhalten, damit die Pflegekräfte keine Verstöße im ruhenden Verkehr begehen müssen. Das schont unseren Geldbeutel, der eh nicht so üppig gefüllt ist. Wir zahlen unsere Vergehen selber.

Ach noch etwas, so ganz für Ihre Zukunft: Ich wünsche Ihnen ganz viel Gesundheit, werden Sie nie krank oder alt und wenn doch, dann seinen Sie nicht auf fremde Hilfe angewiesen. Falls meine guten Wünsche sie nicht erreichen, investieren Sie in eine sinnige Altersvorsorge und mieten, kaufen, bauen, oder organisieren Sie sich einen Parkplatz für einen Pflegedienst in Ihrem nahen Wohnumfeld.

Städtische Bebauungspläne und demografischer Wandel gehen nicht unbedingt in eine sozial ausgewogene Richtung.

Der Stadtrat tagt: Wie weiter in der Pflege? + Video

Selbst gebaut und ungelöst: Die Sächsische Demografie-Falle

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