Vier Tote, viele Spuren und ein von Panik getriebener Kommissar: Der Vierfachmord von Stötteritz

Jan Flieger ist der Hardcore-Mann unter den Leipziger Krimi-Autoren. Auch wenn das mal ursprünglich Henner Kotte war, der den zerrissenen, von Job und Partnerstress getriebenen Kommissar auf dem Feld der Leipziger Kriminalromane erst eingeführt und salonfähig gemacht hatte. Bekanntlich wimmelt es ja mittlerweile von Leipzig-Kommissaren. Fliegers Mann heißt Tiller und guckt die ganze Zeit wie der Alte Fritz.

Und er wirkt gehetzt wie das jüngst vom MDR beerdigte Kommissar-Duett aus dem Leipzig-Tatort. Auch wenn die MDR-Kommissare natürlich nichts für die miserablen Drehbücher können, die sich der MDR von Autoren aus Berlin, Hamburg, Saarbrücken oder anderen Ecken der Republik schreiben lässt. Die besten „Tatorte“ leben vom genau getroffenen Lokalkolorit, Ermittlern, die in die Region passen, das richtige Tempo haben und auch die richtigen Themen richtig behandeln.

Das schaffen einige Krimi-Autoren, die im Leipziger fhl Verlag angedockt haben, natürlich. Weil sie hier leben, die tägliche Provinzpresse lesen, sich mit dem kleinen Theater der Politik beschäftigen, in Parks, Straßen und Kneipenmeilen unterwegs sind. Manchmal wirken ihre Ermittler zu recht verstörend, bärbeißig, mies gelaunt und gesundheitlich angeschlagen. Leipzig ist kein gemütliches Pflaster. Und der Leipziger neigt natürlich auch dazu, die Schattenseiten seiner Stadt entweder zu verdrängen oder zu verteufeln.

Andere holen sich ihren täglichen Adrenalinschub beim Lesen der Polizeimeldungen. Die hat Jan Flieger reichlich mit eingestreut in sein Buch. Quasi als Begleitmusik zu den Ermittlungen, die nach einem Vierfach-Mord in Stötteritz auf einmal eine ganze Mordkommission in Atem halten. Deren Chef ist Tiller. Flieger betont zwar immer wieder, was für tolle Leute er da zum Team zusammengestellt hat. Aber Flieger malt gern mit dem groben Pinsel. Er liebt die Dramatik und baut seinen Roman auch aus lauter kleinen Dramoletten auf. Filmszenen könnte man auch sagen. Jede einzelne ist aufgebaut, als würde sie Flieger gleich schon mal für eine Verfilmung im Krimi-Programm der Öffentlich-Rechtlichen anbieten.Schön mundgerecht für eine filmische Erzählsprache, die ihre Zuschauer atemlos macht und von Panikattacke zu Panikattacke treibt, alles untermalt mit Sirenen und wagnerschen Streicherklängen. Und von der zunehmenden Verzweiflung eines Kommissar Tiller begleitet, der auch am 12. Tag der Ermittlungen noch nicht weiß, welche von den drei, vier Spuren nun eigentlich die richtige ist.

Unter der starken Dramatisierung scheint der Schalk zu arbeiten und so leise das ganze Genre Vorabendkrimi satirisch unterlaufen zu wollen. Mit dem Liebesleben seiner Protagonisten tut es Flieger sowieso. Reihenweise haben sie augenscheinlich sexuelle Vorlieben, die sich eine brave Hausfrau nicht mal im Alptraum ausmalen würde. Dass es kein geregeltes Familienleben mehr gibt für Polizisten, scheint der Normalzustand. Der kein Normalzustand sein kann. Aber wer sagt einem, dass die kaputtgesparte sächsische Polizei nicht genauso leidet unter dem zunehmenden Arbeitspensum und den Erwartungen der Öffentlichkeit? Hat sich Leipzigs Polizei nicht 2011/2012 genau in diesen seltsamen Komplexkontrollen ausgetobt, die mehr Show als Erfolg waren? Eine Show für eine zunehmend besorgte Stadt, die natürlich steigende Kriminalitätsraten auch mit einer auf Sparflamme gesetzten Polizei in Verbindung bringt?

Auch wenn dieser – nur vage angedeutete – mediale Druck Kommissar Tiller möglicherweise im Nacken sitzt, wirkt es natürlich verblüffend, wie wenig Fliegers Ermittler dazu neigen, die Sache systematisch anzugehen und die Verdachtsfälle parallel zu untersuchen. War es der alte Mann, dem jemand seine Lieblingskatze vom Dach geschossen hat, der sich nun mit der Eliminierung einer lauthals feiernden Hausgemeinschaft gerächt hat? War es der ehemalige Soldat, der nun späte Rache nahm für den Tod seiner Tochter und die gezielte Tötung des Mörders damit kaschierte, dass er gleich die ganze Feierrunde hinrichtete? Oder war es ausgerechnet der Hausbewohner, der so ganz zufällig auf Toilette verschwand, als die Schüsse fielen? Hat er gar einen Auftragsmörder bestellt, um den Lottogewinn seiner Frau einzuheimsen? Und was ist mit diesem dubiosen Hinweis des Verfassungsschutzes, der Mann könne auch als V-Mann Ziel eines Anschlags aus dem rechtsradikalen Milieu gewesen sein? – Eigentlich eine heiße Spur, spätestens, nachdem just dieser geheimnisvoll anrufende Verfassungsschutz die richtige Tatwaffe gefunden haben will, nachdem Tillers Truppe schon ein ganzes Arsenal legaler und illegaler Waffen ausgegraben hat.

Klar, da denkt man nicht nur an die meist eher harmlosen „Tatort“-Folgen, sondern an die noch viel wilderen „Soko“-Folgen, die wohl auch ihr Teil dazu beitragen, dass viele Leipziger ihre Stadt für einen Hort des Verbrechens halten.Aber ist es wirklich so, dass Polizei und Verfassungsschutz in Sachsen derart schlecht kooperieren? Denn die von Panik begleiteten Ermittlungsarbeiten der Tiller-Truppe werden ja auch durchflochten von kleinen Szenen, in denen Flieger die „Kriegerbraut“ begleitet, die wie das aufgeflogene Zwickauer NSU-Trio als Rächerin aus dem Dunkel agiert. Selbst das Kostüm, das in der Tatnacht beobachtet wurde, scheint genau daher zu stammen und weist direkt in die Maskenspiele der Rechten. Das wäre Stoff für einen Roman. Und auch echter Ermittlerstoff. Nur scheint in der Soko „Hinterhof“ ganz ähnlich wild und reflexhaft agiert zu werden wie vor Jahren bei der bayerischen Polizei, als man einen rechtsradikalen Hintergrund schnell von sich schob, als dürfe man gar nicht dran denken, und dann jahrelang die Falschen verdächtigte, verhörte und nervte.

So ähnlich scheint das auch bei Tiller zu sein, der erstaunlicherweise seine Ermittler sogar nach Japan und Island fliegen lässt, nur um zwei Alibis zu überprüfen. Und dann reicht ein bestätigtes Alibi – und er springt auf den nächsten Verdacht, gerät erneut in Panik und sieht die Gesichter der Erschossenen vor sich.

Das erzeugt zwar eine Menge Dramatik. Aber damit verliert die Erzählung ihre Linie. Sie fließt nicht. Die Elemente des Thrillers, der so funktioniert, überwiegen. Der Thriller braucht diese Atmosphäre des Unfassbaren, die wilde Musik der gewaltigen Emotionen: Hass, Wut, Verzweiflung, Erniedrigung, Selbstqual und all das. Aber wenn Polizeiarbeit von solchen Emotionen getrieben wird, wirkt das eher beängstigend: Sind unsere Ermittler wirklich derart labil und emotionsgetrieben? Das wäre tragisch.

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Der Vierfachmord von Stötteritz
Jan Flieger, fhl Verlag Leipzig 2014, 12,00 Euro

Dass diese Tiller-Truppe dann ihre Energie fast vollständig darauf verwendet, die schon ausgeschiedenen Verdächtigen immer wieder neu in die Untersuchungen zu ziehen, nimmt der Geschichte am Ende sogar die Brisanz. Denn die steckt nun einmal in dem Versuch, auch einmal zu zeigen, wie die Kriminalpolizei möglicherweise mit den Gewalttaten aus dem rechtsextremen Milieu umgeht. Oder umgehen kann, wenn nebenher dieser unverlässliche Verfassungsschutz agiert, von dem man wirklich nicht weiß, was er weiß und was er verschweigt und welche Spielchen er spielt. Auch das hätte ein Thema sein können. Keins, das Tiller wieder grimmig mümmeln lässt über diese Unüberschaubarkeit, sondern eins, das ihn agieren lässt. Denn eigentlich wünscht sich der Leser ja Polizisten, die vor diesem politisch motivierten Haufen von Schlapphüten nicht einknicken, sondern sich festbeißen, wenn es Spuren in die rechte Szene gibt. Denn eins der großen sächsischen Missverständnisse ist, dass Rechtsradikalismus nur eine politische Strömung ist. Es ist auch eine politische Strömung mit kriminellen Netzwerken. Und gegen die helfen keine V-Männer, sondern nur gut geschulte Polizisten.

Die auch dann die Ruhe bewahren, wenn sie in den Ermittlungen nur mühsam vorankommen.


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