Mit einer neuen Produktmarke für Kartoffeln, Zwiebeln, Mehl und weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse will das Wassergut Canitz künftig sichtbar machen, wie nachhaltige Landwirtschaft und Trinkwasserschutz zusammenwirken. Gemeinsam mit den Leipziger Wasserwerken wurde die Marke am Mittwoch, dem 18. März, vorgestellt.
Ziel ist es, unter der Marke „WasserGut Canitz“ und dem Claim „Wasserschutz, der schmeckt“ regionale Produkte stärker lokal zu vermarkten und gleichzeitig das Bewusstsein für den Schutz der Trinkwasserressourcen zu stärken.
„Heute geht es um mehr als um Kartoffeln, Zwiebeln und Mehl“, sagte Dr. Bernhard Wagner, Geschäftsführer des Wasserguts Canitz, bei der Vorstellung der Marke am Mittwoch. „Es geht um die Frage: Wie produzieren wir Lebensmittel so, dass sie Mensch und Umwelt gleichermaßen dienen?“
Das Wassergut Canitz bewirtschaftet landwirtschaftliche Flächen in den Trinkwasserschutzgebieten im Muldetal. Der Betrieb wurde 1994 von den Leipziger Wasserwerken gegründet, um die natürlichen Ressourcen rund um die dortigen Wasserwerke langfristig zu schützen. Die Art der Bewirtschaftung hat direkten Einfluss auf Böden, Grundwasser und damit auch auf die Qualität des Trinkwassers für die Stadt Leipzig und die Gemeinden der Region.
„Was wir heute auf den Feldern tun, entscheidet über die Trinkwasserqualität von morgen“, erklärte Wagner. Die Landwirtschaft im Wassergut folgt deshalb klaren Prinzipien: dem Schutz natürlicher Ressourcen, einer qualitätsorientierten Produktion sowie größtmöglicher Transparenz gegenüber den Verbrauchern.
Angebaut werden ganz ohne den Einsatz chemisch-synthetischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel unter anderem Kartoffeln, Zwiebeln und verschiedene Getreide, aus denen Mehle entstehen. Perspektivisch sollen auch Fleischprodukte aus der eigenen Rinderhaltung Teil der Marke werden.
Mit der neuen Produktmarke sollen diese Zusammenhänge künftig stärker sichtbar werden. Die Produkte stehen für eine Landwirtschaft, die gezielt zum Schutz von Böden und Grundwasser beiträgt und gleichzeitig regionale Wertschöpfung stärkt.
Wasserschonende Bewirtschaftung zahlt sich aus
Auch die Leipziger Wasserwerke sehen hierin ein wichtiges Signal für nachhaltigen Ressourcenschutz. „Wir versorgen täglich über 700.000 Menschen in Leipzig und der Region mit frischem Trinkwasser“, erklärte der Technische Geschäftsführer, Prof. Dr. Ulrich Meyer.
„Was für viele selbstverständlich ist – der Dreh am Wasserhahn – ist das Ergebnis großer technischer und ökologischer Anstrengungen.“
Das Trinkwasser stammt aus Grundwasser und Uferfiltrat. Daher sei der Schutz der Gewinnungsgebiete im Muldetal von zentraler Bedeutung. „Wir investieren nicht nur in Technik, sondern auch in Partnerschaften mit der Landwirtschaft, weil Prävention besser ist als aufwendige Aufbereitung“, sagte Meyer.
Dass man mit dem Wassergut Canitz seit Jahrzehnten konsequent auf wasserschonende Bewirtschaftung setze, zahle sich aus: In den Wasserwerken seien keine aufwendigen Aufbereitungsstufen notwendig, das Trinkwasser gelange weitgehend naturbelassen in die Haushalte.
Sichere Trinkwasserversorgung für Stadt und Region
Auch aus Sicht der Stadt Leipzig zeigt das Projekt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Region für die Daseinsvorsorge ist. „Die Menschen leben in der Stadt, das Trinkwasser entsteht in der Region“, sagte Heiko Rosenthal, Leipzigs Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Klima, Ordnung und Sport. „Diese Verbindung ist oft unsichtbar, aber sie ist lebenswichtig.“
Eine sichere Trinkwasserversorgung bedeute für die Bevölkerung vor allem Gesundheit, Verlässlichkeit und Lebensqualität. Das Engagement rund um das Wassergut Canitz habe dabei längst überregionale Bedeutung gewonnen. „Was hier seit mehr als 30 Jahren in Sachen Ökolandbau und vorsorgendem Ressourcenschutz entsteht, hat Vorbildcharakter – vor Ort, aber auch bundesweit.“
Mit der neuen Produktmarke will das Wassergut nun den nächsten Schritt gehen: Lebensmittel aus wasserschonender Produktion sollen künftig stärker in der Region erhältlich sein – im lokalen Handel, auf Märkten und über weitere regionale Verkaufsstellen. Ziel sind kurze Wege und ein direkter Bezug zwischen Produzenten und Verbrauchern.
„Wer unsere Produkte kauft, schützt mit jedem Einkauf direkt sein eigenes Trinkwasser“, betonte Bernhard Wagner. „Nicht abstrakt, sondern hier – in dieser Region.“ Jede Tüte Kartoffeln sei damit auch ein Bekenntnis zu Umwelt, Regionalität und Verantwortung. „Das ist Wasserschutz, der schmeckt.“
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WasserGut Canitz: Regionale Marke braucht jetzt zirkuläre Innovation (C2C-Agri-PV)
„Die Etablierung einer eigenen Marke für das WasserGut Canitz ist ein konsequenter Schritt für die Leipziger Versorgungssicherheit. Um dieses Modell jedoch zukunftsfest zu machen, sollte die Stadt Leipzig nun auch bei der Energieerzeugung auf den Flächen des WasserGuts technologische Maßstäbe setzen.
Die Integration von C2C-Agri-PV-Anwendungen (Photovoltaik über landwirtschaftlichen Kulturen) ist hier die ideale Lösung. Wie die zertifizierten Nachhaltigkeitsdatenblätter für GCC (German Compact Composite) belegen, ist dieses Material:
Chemisch absolut unbedenklich: Es kommen keine Holzschutzmittel oder giftigen Eluate zum Einsatz, was im sensiblen Trinkwasserschutzgebiet oberste Priorität hat.
Vollständig kreislauffähig: Das Material ist zu 100 % recycelbar und entspricht dem weltweit anspruchsvollsten Standard für Materialgesundheit (Cradle to Cradle Certified®).
Klimapositiv: Durch den hohen Holzanteil wird Kohlenstoff langfristig gebunden, statt als CO2 in die Atmosphäre zu gelangen.
Nach den Öko-Feldtagen 2025 in Canitz und dem im Januar 2026 durch BM Rosenthal in der Ratsversammlung erneuerten Versprechen, ist es nun an der Zeit, die vorliegenden Konzepte rechtmäßig zu bescheiden. Regionalität, Trinkwasserschutz und saubere Energieerzeugung dürfen sich nicht ausschließen – mit C2C-Lösungen lassen sie sich perfekt vereinen.“