Der Welttag des Wassers am heutigen 22. März erinnert an den Wert des Wassers als Grundlage allen Lebens. Das diesjährige Motto lautet: „Wasser und Geschlecht“. Die Vereinten Nationen geben dafür Kernbotschaften aus, darunter „Wo Wasser fließt, wächst Gleichheit“. Aber was wird aus der Gleichheit, wenn Wasser mit zunehmenden Dürren und sinkenden Grundwasserspiegeln auch in Sachsen zur Mangelware wird? Und auch noch immer teurer, weil die Versorgungsstrukturen nicht mitschrumpfen, wenn die Bevölkerung schrumpft? Ein Thema, das jetzt das Statistische Landesamt aufgegriffen hat.
Dax Positive: Die Anschlussquote an die Trinkwasserversorgung in Sachsen ist ganz unabhängig vom Geschlecht auf einem hohen Niveau und verbesserte sich von 97,6 Prozent im Jahr 1995 auf 99,5 Prozent in 2022. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 4.021.140 Einwohnerinnen bzw. Einwohner mit Wasser versorgt. Der tägliche Durchschnittsverbrauch lag bei 95,5 Litern je Einwohnerin bzw. Einwohner.
Dies entsprach annähernd dem Wert der erstmaligen Erhebung von 1995 mit 96,5 Litern. Die Sachsen zeigten seit 1995 einen sparsamen Umgang mit Wasser und lagen deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnittswert (2022 bspw. 125,9 Liter je Einwohnerin bzw. Einwohner und Tag).
Was nun einmal auch an den geringeren Einkommen liegt. Da spart man lieber beim Duschen und Baden. Erst recht, wenn dann auch noch die Wasserpreise steigen, weil die Aufbereitung und Bereitstellung von Trinkwasser und das Instandhalten der Leitungsstrukturen immer teurer werden.
Ungleiche Wasserpreise
Die Wasserpreise bewegten sich in den letzten Jahren dagegen erheblich nach oben, betont auch das Statistische Landesamt. Ein vierköpfiger Musterhaushalt benötigte kalkulatorisch im Jahr 2022 insgesamt 977 Euro für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. Im Jahr 2025 betrugen die kalkulierten Entgelte 1.149 Euro.
Innerhalb dieser drei Jahre bedeutete das für einen durchschnittlichen vierköpfigen Musterhaushalt eine Preissteigerung um mehr als 17 Prozent. Die durchschnittliche Teuerungsrate des sächsischen Verbraucherpreisindex für alle Waren und Dienstleistungen privater Haushalte lag im Zeitraum 2022 bis 2025 bei zwölf Prozent.
Dabei reichten die Änderungen der Wasserpreise 2025 gegenüber 2022 in Abhängigkeit vom Bezugsort von –25,4 Prozent bis +74,8 Prozent. Die Gründe für die zum Teil hohen Preissteigerungen sind unter anderem die rückläufige Bevölkerung und die damit verbundenen niedrigeren Abnahmemengen an Wasser.
Und so ergäben sich bei den Wasserpreisen erhebliche Spreizungen: Je nach Wohnort benötigte ein durchschnittlicher vierköpfiger Musterhalt im Jahr 2022 noch 591 Euro bis 1.469 Euro für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Im Jahr 2025 lag die Preisspanne bereits bei 635 Euro bis 1.754 Euro. Und so resümieren auch die Statistiker, dass beim Thema Wasser in Sachsen die Ungleichheit spürbar wächst.
Leipzig landete 2022 beim Wasserpreis für einen vierköpfigen Haushalt bei 980,39 Euro, etwa gleichauf mit Dresden, wo es 989,49 Euro waren, und deutlich weniger als in Chemnitz mit 1.160,05 Euro.
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