Überm Schreibtisch links: Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren sind Schlüssel aller Kreaturen …

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 71, seit 27. September im HandelNovalis – „der das Neuland Bebauende“. Ein frühromantischer Dichter, dem niedersächsischen Adelsgeschlecht der „von Hardenbergs“ entstammender poetisch-philosophischer „Imperator“ (Goethe), im thüringischen Oberwiederstedt 1772 geboren, in Weißenfels mit 29 Jahren bereits gestorben – und schon wieder fast vergessen. In den Tagen und Jahren der Goethes, Schillers, der Brüder Schlegel und solcher Geistesgiganten wie Fichte und Kant. Er gehörte zu den jungen Intellektuellen im „Flickenteppich-Deutschland“, die die Französische Revolution begeistert empfingen.

„Ich sehne mich ungeduldig nach Brautnacht, Ehe und Nachkommenschaft. Wollte der Himmel, meine Brautnacht wäre für Despotismus und Gefängnisse eine Bartholomäusnacht, dann wollte ich glückliche Ehestandstage feiern. Das Herz drückt mich, dass nicht jetzt schon die Ketten fallen, wie die Mauern von Jericho …“ schreibt er liebesumfangen und pathetisch dem gleichaltrigen Friedrich Schlegel am 1. August 1794, der dem Freund später erwidern wird „Doch vielleicht hast du mehr Talent zu einem neuen Christus, der in mir seinem wackeren Paulus findet …“ (Dezember 1798).

Eine Männerfreundschaft – die ist „en vogue“, (nicht nur) in der Zeit.

Novalis war Ende 1794 seiner großen Liebe begegnet, der 13-jährigen Sophie von Kühn, die er im März 1797 bereits wieder verlieren wird. Manche von uns kennen das: In Zeiten der Umwälzung, der Umbrüche, fallen sich Makro- und Mikrokosmos des Lebens oftmals in die Arme. 1989/90 erging es mir nicht anders. Die Zeiten fliegen an einem vorbei, man wird von der Tagespolitik mitgerissen, fernab von Verdrossenheit, ein romantischer Blick wird retrospektiv auf die Ereignisse herübergestülpt, ein Blick, für den man in dem Moment des Ereignisses gar keine Zeit hat.

Und das trotz der „Begleiterscheinungen“, welche revolutionäre Umwälzungen immer mit sich bringen, seien es die Grausamkeiten der „Tugendrevolutionäre“ in Frankreich 1792–94 oder die bis heute schmerzhaften Wunden der Transformation des „sozialistischen Weltsystems“ herüber in den Postkapitalismus aktueller Prägung – die Jahre 1789 und 1989 drängen sich durchaus zum historischen Vergleich auf.

Die „Dienstagsdemonstration“ des 14. Juli 1789 in Paris hatte zwar wesentlich mehr Wucht als die gewaltfreie „Montagskundgebung“ vom 9. Oktober 1989 in Leipzig – beiden stand jedenfalls die Hoffnung auf eine demokratisch-freiheitliche Morgenröte in einem „ancien régime“ auf den Fahnen und Transparenten geschrieben.

Solche „Götterdämmerung“ treibt die Massen auf die Straßen, die trunken vor Freude reinen Tisch mit der Vergangenheit macht; Goethe bezeichnet es mit Blick auf Frankreich beinahe verächtlich: „Zuschlagen muss die Masse, ganz passabel, nur urteilen gelingt ihr miserabel …“ und Schiller wird sich später die ironische Bemerkung des Freundes in Weimar gefallen lassen müssen „Herzlichen Glückwunsch zu dieser Urkunde aus dem Reich der Toten.“

Neben Klopstock war Schiller 1792 zum „Ehrenbürger der französischen Republik“ ernannt worden. Die Urkunde erreichte wegen eines Schreibfehlers (An „Monsieur Gille“) den Dichter der „Räuber“ erst 1798, von den Unterzeichnern lebte niemand mehr, sie alle waren unter dem „Rasiermesser der Nation“, der Guillotine, gestorben.

„Die Revolution frisst ihre Kinder“ hatte Danton kurz vor seiner Hinrichtung 1794 geschrieben. Seinem Mörder Robespierre gab er fast punktgenau noch drei Monate Herrschaftszeit. Die historische Parallele: Von den Parteireformern Gysi und Modrow, den kritischen Geistern Stefan Heym oder Christa Wolf wollte man ein halbes Jahr nach der „Friedlichen Revolution“ auch keine warnenden Worte mehr hören. Schnell war der idealistische Geist der Revolution der Freiheit zu einer Wiedervereinigungsdebatte geworden. „Kommt die DM-Mark – bleiben wir hier – kommt sie nicht – geh’n wir zu ihr“ hieß es dann im Sommer 1990. Es ging ja jetzt auch „Visafrei bis Hawai“.

Doch zurück zu Novalis. Man versucht nach den schmerzlichen Ernüchterungen der gar nicht mehr so freiheitlichen Nachwehen der „Revolution der Aufklärung“, eine „Revolution mit ästhetischen Mitteln“. Inspiriert unter anderem von Friedrich Schiller und seinen „Ästhetischen Briefen“ (1793/95) wird der Neuland-Erbauer Novalis eine romantische Revolution in Gang setzen.

„Die Welt muss romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder. Romantisieren ist nichts als eine qualitative Potenzierung. Das niedere Selbst wird mit einem besseren Selbst in dieser Operation identifiziert. So wie wir selbst eine solche qualitative Potenzen-Reihe sind. Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es. Ohne vollendetes Selbstverständnis wird man andere nie wahrhaft verstehen lernen.“ (Fragmente und Studien).

Novalis setzt auf eine Reaktion nach der Revolution. Und zwar im ambivalenten Sinne. Er „reagiert“ auf die rohe Gesetzlosigkeit der unteren Schichten und die kleinbürgerliche Biedermeierlichkeit mit einem „reaktionären“ Schritt. Das Mittelalter wird (wieder) verehrt, die kalte Rationalität und die Zweckorientiertheit des sich durchsetzenden Kapitalismus stoßen ihn ab, obgleich er sich mit Naturwissenschaften und Bergbau beschäftigt („Der das Neuland Bebauende“) – ein erstaunlicher Schritt.

Bedenkt man, dass kaum 30 Jahre nach der revolutionären Monatsschrift Kants vom Januar 1784 („Was ist Aufklärung?“) vergangen waren, ging es wieder einen gewaltigen Schritt in Richtung akzeptierter Macht (in Frankreich tritt ein junger Artilleriegeneral namens Bonaparte auf die politische Bühne), sittlicher Würde und persönliche Autorität.

Den Blick auf sozialökonomische Bestimmtheit und Gesetzmäßigkeiten der bürgerlichen Entwicklung hatte der junge poetische Philosoph noch nicht, einige Jahre vor Hegel und Marx. Nach Novalis ist die christlich-ethische Grundierung des Mittelalters mit verklärendem Gesichtspunkt die entscheidende, welche stabilisierende Ordnung verspricht. Im christlichen Mittelalter sieht Novalis eine vorbildliche politisch-moralische Architektur.

Den französischen Aufklärern um Rousseau bis zum „Praktiker“ Robespierre ruft er hinterher: Wo keine Götter sind, walten Gespenster, und die eigentliche Entstehungszeit der europäischen Gespenster, die auch ihre Gestalt ziemlich vollständig erklärt, ist die Periode des Überganges der griechischen Götterlehre in das Christentum. Also kommt auch, ihr Philanthropen und Enzyklopädisten, in die friedenstiftende Loge und empfangt den Bruderkuss, streift das graue Netz ab, und schaut mit junger Liebe die Wunderherrlichkeit der Natur, der Geschichte und der Menschheit an.“ (In: Die Christenheit oder Europa, 1799)

Das „graue Netz“ mit den knochentrockenen Seilstricken der klaren Rationalität der politischen „Vernunft“ spüren wir heute noch. Das eine „Muss“ so sein, damit das andere so werden „Kann“. Einwanderung muss per Gesetz geregelt werden, man dürfe sich ja auch nicht „von Kinderaugen erpressen lassen“ (AfD -Vorsitzender Gauland), für das ökologische Handeln bräuchte es zuallererst einen „Nationalen Klimakonsens“ (Frage ist, wer sollte den verhindern, wenn nicht ökonomische Interessen davorstünden?). Wir „müssen“ am Staatshaushalt sparen – die ominöse „schwarze Null“ halten oder erzielen – um Geld für Bildung und Infrastruktur ausgeben zu „können“.

Haben wir nicht genügend Menschen, die in die Zukunft ihres Landes investieren „Wollen“? Das Zwecklose, das Nicht-sofort-Erfolg-Zeigende müssen wir wieder riskieren, weg von rein symbolischen Gesten mit Blick auf die Bedürftigen, die die uns brauchen, ohne gleich wieder „vernünftig“ zu erschrecken und abzuwiegeln, dass man nicht allen helfen könne … Mit Hoffnung an die Not wenden, die Notwendigkeit menschlicher Solidarität glaubend. Oder einfach mit etwas mehr Romantik. Aus seinem unvollendeten Roman „Heinrich von Ofterdingen“ – dort schreibt Novalis zauberhafte Zeilen gegen das „verkehrte Wesen“ der Menschen:

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freie Leben
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit werden gatten,
Und man in Märchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

Überm Schreibtisch links: Zum 50. Todestag von Theodor W. Adorno

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