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Kolumne

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Überm Schreibtisch links – Die Logik des Scheiterns

Hannah Arendt wird die Aussage zugeschrieben „Politische Fragen sind viel zu ernst, nur um sie Politikern zu überlassen.“ Sie bauen auf, diese Worte, fordern zu gesellschaftlicher Teilnahme, aktivem, demokratiefördernden Handeln auf – und sind dennoch auch Zeichen und Warnsignal, nicht allzu blind der einen oder anderen Partei und Herrschaftselite eines Landes zu vertrauen. Grundsätzlich kritisch […]

Überm Schreibtisch links – Über Grenzen

Grenzen. Sie spürt man täglich und will sie sich vom Leib halten. Aus meteorologischer Sicht: Die einen trotzen dem Hitzesommer, indem sie sich in ein Regenfass in den Garten stellen, die anderen entfliehen ins luftigere Urlaubsquartier. (Fliehen, nicht fliegen.) Ob entspannen im Norden, leidenschaftlich im Süden, genussvoll im Westen – oder bestenfalls alles zusammen – […]

Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko – Wegen des Schildes

Sie kennen sicher die berühmte Filmstelle. Der Schüler Rosen zum Deutschlehrerpapst und Schiller-Verehrer Dr. Cray („Schnauz“) in der „Feuerzangenbowle“, als dieser ihm einen mündlichen Tadel ausspricht. „Na, es ist doch wegen dem Schild!“ Und der resignierende und zugleich wütende Kollege weist ihn auf den korrekten Genitiv hin. „Na gut, dann eben wegen des Schildes!“ reagiert […]

Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. © Erik Weiss

Haltungsnote: 9-Euro-Ticket im Elfenbeinturm

21 Millionen zusätzliche Fahrgäste hat das 9-Euro-Ticket dem ÖPNV bislang eingebracht. Bahnen und Busse waren teilweise so überfüllt, dass die Fahrer neue Passagiere auffordern mussten, am Bahnsteig zu bleiben und auf den nächsten Zug zu warten. Den Erfolg des vergünstigten Tickets nicht gefeiert haben die privaten deutschen Busunternehmen, denn die hatten nach Angaben ihres Verbandes […]

Jens-Uwe Jopp, Lehrer und Autor der LZ. Foto. LZ

Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko – Der Wechsel alles Menschlichen

Ehrlich gesagt, bin ich nicht abergläubisch. Aber ein wenig schon. Die 2 hat’s mir irgendwie angetan. Nicht nur, dass zwei Zweien im ersten Monat des Jahres meinen Geburtstag markieren, die Zahl allein besitzt einen hohen, mehrdimensionalen Symbolwert. „Fahren zwei durch alle Meere, fahren zwei in einem Boot …“ hieß es in einem meiner ersten Lieblingslieder […]

Wie geht‘s dir, Leipzig? (10) – Infiziert, isoliert, privilegiert

Nach mehr als zwei Jahren ist es passiert: Corona hat meinen Haushalt erwischt. Den „Haushalt“ betone ich, weil ich unwahrscheinliches Glück hatte: Trotz Virus in der Bude habe ich es nicht bekommen. Jeden Morgen aufs Neue hat mich auf dem Schnelltest nur genau ein Strich angestrahlt. Und ja: Alle Tests hatten eine hohe Erkennungsrate, ja, […]

Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. © Erik Weiss

Haltungsnote: Panzer sticht Lastenfahrrad – Eine Kolumne über das Realpolitikquartett

Ein kleines sozial-mediales Generationenstimmungsbild aus der Berliner Republik, gern präsentiert von Ihrem Kolumnisten mit inaktiven Twitterprofil. Du hast es nicht leicht als Boomer. Erst knallten dir die Millennials mit ihrem „Okay, Boomer!“- Spruch den letzten Rest Coolness, der dir über der Gucci-Gürtel-Kopie aus Antalya noch geblieben ist, weg. Dann zerhackten dir die Grünen beinah das […]

DHL-Flieger auf dem Rollfeld am Flughafen Leipzig. Foto: Michael Freitag

Wie geht’s dir, Leipzig? (8): Wie laut ist das Hintergrundrauschen?

Es gibt viel zu sagen momentan: Zum russischen Angriff auf die Ukraine, über Flüchtende, die sich auf den Weg machen und ankommen, Helfende, die in kürzester Zeit Unterstützung auf die Beine stellen, über die Pandemie, die immer noch da ist, Krankenhäuser, die an der Belastungsgrenze arbeiten, über viel zu hohe Temperaturen in der Antarktis oder […]

Rodig reflektiert: Neue Sächsische Rundschau

Nachdem die letzte Kolumne des Sie, liebe Leserschaft, verehrenden Reflektors auf den staubigen Dachboden der Möglichkeiten vom Tun überhaupt gestiegen war, habe ich mir heute den Schmutz vom Leib pusten lassen, um frisch poliert und herrlich duftend Ihnen eine Kolumne zu servieren, die sich ganz eindeutig hat waschen lassen. Komm’se mit, wir bestaunen heute die […]

Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. © Erik Weiss

Haltungsnote: Der alte Affe Angst – Eine Kolumne über eine Party in Rest-Pandemiezeiten

Wochenende in Rest-Pandemiezeiten – kleine Partys sind drin. Ich beteilige mich an einer und gehe in einen Leipziger Konsum, um die dafür erforderlichen Partyspezifika zu kaufen. Außerdem landen einige Fertigsalate im Korb. Ist zwar ungesund und fettig das Zeug. Aber ich steh drauf und mir wurde schon vor Ewigkeiten von führenden Kriminellen mit Berufstrinkerethos Fettiges […]

Rodig reflektiert: Wege aus dem Elend

Nichts Neues im Osten. Das Virus durchseucht noch jede Nachricht, Trendsportart Spazierengehen ist der heißeste Scheiß seit 1742 und der Russe will Krieg. Die ewig gleiche Wiederholung des Ewiggleichen wiederholt sich ewig gleich einer ewiglichen Wiederholung. Ihr Kolumnist ist nachhaltig penetriert vom nimmermüden Stampfen der Neuigkeiten, Neuheiten und sogenannten Innovationen, die einen elektrifizierten Schwanz noch neuerer Neuheiten nach sich ziehen.

Viele Cent- und Euromünzen liegen auf einem Haufen

Wie geht’s dir, Leipzig? (6): Zahlen für das gute Leben

„Zehn, einhundert, eintausend!“ In der Pandemie haben sich viele von uns zu Graf Zahl aus der Sesamstraße entwickelt. Wir leben zurückgezogen, haben einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus und sind ein wenig schrullig geworden. Aber vor allem beschäftigen wir uns ständig mit Zahlen. Manchmal macht das Spaß, zum Beispiel, wenn die Corona-Inzidenz sinkt oder die Impfquote steigt.

Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. © Erik Weiss

Haltungsnote: Kondome im Kirchenschiff

Als beim Weltjugendtag der katholischen Kirche in Rom im Jahr 2000 nach dem Hauptevent der Rasen des Hauptevents voller Kondome zurückblieb, sagte der spätere Papst Benedikt XVI dazu, dass die Kirche „solche Jugendliche“ nicht brauche. Zweifellos sah Joseph Aloisius Ratzinger in der Anwendung von Kondomen eine moralische Niedertracht, die ein eher düsteres Schlaglicht auf nur vermeintlich gute und schon deswegen auch sexuell enthaltsame Jungkatholiken warf.

Wie geht’s dir, Leipzig? (5): Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Mal was Privates: Ich sitze gerade sehr bequem. Das liegt daran, dass heute mal wieder so ein Tag ist, an dem ich keine Lust habe, am Schreibtisch zu sitzen. Ich sitze, wie so oft, auf dem Sofa. Manchmal lege ich die Füße hoch. Am Schreibtisch würde mich dagegen einer dieser Hocker erwarten, die extra wackelig sind, sodass ich beim stundenlangen Sitzen zumindest noch ein paar Muskeln anstrengen muss.

Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. © Erik Weiss

Haltungsnote: Überholen ohne Einzuholen – Eine Kolumne über das Jahr 2048

Neulich hatte ich einen lebhaften Traum. Ein Tag im Jahr 2048. John H. Hanson II, Bürgermeister von Seattle, der weltweit ersten supersmarten City, tippt in seinem Büro auf den Apple-Communicator und lässt sich mit seinem Leipziger Amtskollegen verbinden. Er will wissen, weshalb seine Stadt von einer Verbrechenswelle nach der anderen heimgesucht wird und in Beliebtheitsrankings nur unerheblich über einer Pestpandemie rangiert.

Tom Rodig lässt den Blick in die politische Zukunft der Stadt schweifen. © privat

Rodig reflektiert: War was? 2021 in Worten

Wie der Übertitel dieser Kolumne bereits verrät, bin ich hier, um zu reflektieren – sie, mich, Leipzig, das Universum und den ganzen Rest. Diese allmonatlichen Reflexionen darf und muss ich durch meine eigene Brille vornehmen (-2,75 rechts, - 6,0 links). Dass meine Sehbehinderung den Begriff „funktional einäugig“ zulässt, hindert mich nicht daran, mit blindem linken Auge zu richten und zu berichten. Kommen Sie also bitte mit, wir hangeln uns flugs durch das Jahr 2021, so wie ich es sah.

Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. © Erik Weiss

Die Shantifa im Körpertempel: Eine Kolumne über Todesmelodien aus dem Spartenkanal

Sachsen hat es in eine Bundesspitzengruppe geschafft. Leider rede ich nicht von der Ersten Bundesliga, sondern der COVID-Impfquote. In meinem eigenen Umkreis hörte ich neulich Menschen etwas gesetzteren Alters darüber schimpfen, wie perfide es sei, dass sogar beim Konzert einer bekannten Volksmusikcombo die 2G Regelung gelte, obwohl ausgerechnet Volksmusik sich ja wohl an ein Zielpublikum wendet, das eher als impfskeptisch gilt.

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