Artikel von Jens-Uwe Jopp

Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko

Eine leicht pädagogische Kolumne: Aller guten Dinge sind nicht nur drei … + Videos

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Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 74, seit 20. Dezember im HandelHabeck, Lindner, Kipping – drei Bundesvorsitzende von politischen Parteien unseres Landes, drei Politiker und Politikerinnen, die von Menschen gewählt etwas für Menschen bewegen wollen. Mit ihnen konnte ich in der „Schillerakademie“ meines Gymnasiums sprechen, den jugendlichen Schülerinnen und Schülern zeigen, dass die talkshowerfahrenen Profis auch auf Aulabühnen reden und (mehr oder weniger) überzeugen können. Wir diskutierten über schwächelnde Bildungssysteme, das Maß an benötigter Freiheit und reale Chancen sozialer Utopien. Weiterlesen

Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko

Eine leicht pädagogische Kolumne: Historisches Bewusstsein

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LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 73, ab Freitag, 29. November 2019 im HandelFür Freikäufer„Im traurigen Monat November war's, die Tage wurden trüber, der Wind riss von den Bäumen das Laub, da reist ich nach Deutschland hinüber …“ Der Beginn von Heinrich Heines (1797–1856) Lang-Gedicht aus „Deutschland. Ein Wintermärchen“ sei an dieser Stelle hervorgekramt, nicht, um die persönliche Stimmung zu drücken in den kürzer werdenden Tagen, sondern wohl mehr um die Sinne zu schärfen für eine entscheidende Lernetappe vor der Weihnachtspause. Lernen wir wirklich aus Geschichte? Weiterlesen

Eine literarische Kolumne

Überm Schreibtisch links: Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren sind Schlüssel aller Kreaturen …

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Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 71, seit 27. September im HandelNovalis – „der das Neuland Bebauende“. Ein frühromantischer Dichter, dem niedersächsischen Adelsgeschlecht der „von Hardenbergs“ entstammender poetisch-philosophischer „Imperator“ (Goethe), im thüringischen Oberwiederstedt 1772 geboren, in Weißenfels mit 29 Jahren bereits gestorben – und schon wieder fast vergessen. In den Tagen und Jahren der Goethes, Schillers, der Brüder Schlegel und solcher Geistesgiganten wie Fichte und Kant. Er gehörte zu den jungen Intellektuellen im „Flickenteppich-Deutschland“, die die Französische Revolution begeistert empfingen. Weiterlesen

Kolumne: A wie Aufklärung und Z wie Zeitlosigkeit

Überm Schreibtisch links: Zum 50. Todestag von Theodor W. Adorno

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Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 70, seit 23. August im Handel6. April 1967. An der Wiener Universität hält der neu-marxistische Philosoph und Soziologe Theodor Wiesengrund Adorno einen im besten Sinne populär-wissenschaftlichen Vortrag zu den „Aspekte[n] des neuen Rechtsradikalismus“. Der Sozialistische Studentenbund der Uni hatte ihn eingeladen. Weiterlesen

Kolumne

Überm Schreibtisch links: Bismarck – Kairos mit „Eisen und Blut“

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Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 69, seit 19. Juli im HandelDa wurde es richtig historisch: Auf dem diesjährigen „Kyffhäuser-Treffen“ der „Flügellanten“ innerhalb der AfD verkündete dessen thüringischer Landesvorsitzende die Inanspruchnahme des „großen Preußen“ Otto von Bismarck für die Ehrung „durch die Partei“. Björn Höcke, einmarschiert in einer Art Mixtur aus Beethoven-Pathos und „Volksfreund“-Winkelement, verlieh sie seinem Veranstaltungsorganisator. Zuvor pries er Bismarck als „Kairos der Geschichte“. Weiterlesen

Auszug aus der aktuellen LEIPZIGER ZEITUNG, seit Freitag 19. Juli im Handel

Abschied und Zukunft: Eine Abitur-Rede für den eigenen Weg ins Leben

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Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 69, seit 19. Juli im HandelDass da etwas Besonderes am Leipziger Schiller-Gymnasium im Leipziger Norden geschieht, haben über die Schule hinaus nicht zuletzt durch die „Schiller-Akademie“ Interessierte längst mitbekommen. Ein Lehrer fordert nun seit zwei Jahren gestandene Politiker und Zeitzeugen gemeinsam mit seinen Schülern im Diskurs heraus, lebt vor, was die jungen Menschen so dringend suchen: Verantwortungsübernahme, demokratische Streitkultur und eine gemeinsame Suche nach Antworten auf die Fragen ihrer Generation. Weiterlesen

Am Freitag im Felsenkeller

„Sind so kleine Hände“: Lesung und Diskussion mit Dr. Eva Umlauf, die als 3jähriges Kind die Hölle in Auschwitz überlebte + Video

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserVideoLeipzig, Felsenkeller, kleiner Saal. Es ist Freitagabend, kurz vor 18 Uhr, ein lauer Frühlingswind fährt den zahlreichen Besuchern unter die Nase, die auf Einlass ins „Naumann´s“ hoffen. Der Verein des Erich-Zeigner-Hauses hatte geladen, um am 70.Todestag (5. April 1949) des ersten Leipziger Oberbürgermeisters einen besonderen Gast, mit Dr. Eva Umlauf eine außergewöhnliche Frau zu begrüßen. Ein besonderer Abend, so unterstrichen einhellig Henry Lewkowitz, Vorsitzender des Erich-Zeigner-Hauses e.V. und Dr. Nils Franke, Historiker, die zu erwartende Stimmung. Gespannt und auch betroffen, schmunzelnd ab und zu und dann wieder nachdenklich sollte sie auch werden. Weiterlesen

Kommentar zu Fridays for Future: Da lugt ein Generationenkonflikt hervor

Foto: Marco Arenas

Für alle Leser„Kannst du mir vielleicht mal sagen, was das Klima mit dem Weltfrieden zu tun hat? Findste den Nobelpreis für die Thunberg nicht ein bisschen übertrieben? Die sollen in die Schule gehen!“ Das „findste“ klang wirklich finster. Leicht aggressiv der sächsische Tonfall. Wie erklärst du jetzt jemanden die Weltzusammenhänge, ohne dessen pädagogisches Selbstbewusstsein zu untergraben? Wo doch jeder seine Meinung haben kann? Wir sind doch alle gleichberechtigt. Wir haben doch alle das gleiche Recht auf unsere … Worauf? Auf Tatsachen, vielleicht auf Fakten? Weiterlesen

Gelobtes Morgenland

Israel intensiv (7): Shukran und Toda oder „Come back“

Foto: Jens-Uwe Jopp

Für alle LeserWas bleibt nach einer 14-tägigen Reise ins „Heilige und gelobte Land?“ Zunächst erst einmal ein „Danke“ auf Arabisch und Hebräisch. Danke für die Zeit, die empfangene Herzlichkeit, das Bemühen um das Verstehen und die Geduld beim Verstehen lernen. War’s das? Und das unbeschreiblich leckere Essen natürlich. Da isst man in einem arabischen Restaurant von 20(!) verschiedenen Tellern, für jeden Einzelnen wohlgemerkt – aber auch in der palästinensischen Unterkunft werden zauberhafte Speisen aus Fisch, Fleisch und Gemüse stundenlang (teilweise unter der Erde) gekocht, geschmort, gebraten. Weiterlesen

Gelobtes Morgenland

Israel intensiv (6): Gegen das Vergessen in Yad Vashem

Foto: Jens-Uwe Jopp

Für alle LeserAn bestimmten Tagen, für bestimmte Momente, ist es einfach wichtig zeitig aufzustehen. Früh-Stück im wahrsten Sinne des Wortes und dann auf zu einem abschließenden Muss für den europäischen, insbesondere deutschen Besucher. Die wichtigsten „Hotspots“ in Ostjerusalem sind besucht worden: Das Laufen auf der alten historischen Mauer (der sogenannte „Wall-Walk“), die Klagemauer als westlicher Teil des Heriodianischen Tempels, Felsendom. An dessen Außenmauern sieht man beim genauen Hinschauen die Wunden des Junikriegs von 1967. Weiterlesen

Gelobtes Morgenland

Israel intensiv (5): „Da ist der Mensch!“

Foto: Jens-Uwe Jopp

Für alle Leser„Liebe Fanatiker“ – das Buch des israelischen Schriftstellers und Friedensaktivisten Amos Oz (Link zur Buchbesprechung unter diesem Beitrag) - gab mir den freiwilligen Anstoß, mich im Vorfeld der Israel-Reise mit den politischen Dogmen der Gegenwart, den praktischen und schrecklichen Auswüchsen der Ideologien, der „-ismen“ unserer Zeit zu beschäftigen. Der Nahe Osten ist dafür geradezu ein Prototyp an Ideologie- und deren Erklärungsvielfalt. Weiterlesen

Kolumne: Überm Schreibtisch links

Liebe Fanatiker – Drei Plädoyers von Amos Oz

Bild: Buchcover Suhrkamp Verlag

Für alle LeserDie Überschrift ist mitnichten als Imperativ zu verstehen. Der israelische Schriftsteller Amos Oz, ehemals Unteroffizier der israelischen Armee und dann seit längerem schon Friedensaktivist, meint es ernst mit der Ansprache an das Gewissen. Essayistisch und immer auch ironisch versucht Oz in seinen Gedanken und Überlegungen einen Weg zum Frieden in der Welt zu finden. Seine Welt ist Israel, das frühere Palästina, wo er 1939 geboren wurde. Weiterlesen

Gelobtes Morgenland

Israel intensiv (4): An der Judäischen Volksfront

Foto: Jens-Uwe Jopp

Für alle Leser„In principio erat verbum.“ – „Im Anfang war das Wort.“ Bibelkenntnisse, wenn auch lückenhafte, sind durchaus hilfreich, wenn man sich im „Gelobten Land“ auf die historischen Spuren des „Meisters“, eines jüdischen Rabbis, Joshua aus Nazareth, begeben will. Nach einem Autotripp durch halb Israel geht es nun an den Ort einer humanistischen Verkündung. Weiterlesen

Gelobtes Morgenland

Israel intensiv (3): Im Herzen von Jenin bei Ismail Khatib

Foto: Heiko Temper

Für alle LeserIm Jenin des Westjordanlandes empfängt uns am Sonntag ein Verkehrsgewirr arabischer Dimension. Wenn man an leere Straßen und die wohltuende Ruhe einer europäischen Stadt an diesem „Relaxing-Day“ für das säkulare „Abendland“ gewohnt ist – hier ist es anders an diesem 7. Oktober. Sheren lenkt uns unbeeindruckt und zielsicher zum ersten großen Anlaufpunkt dieser Stadt, die unter palästinensischer Autonomie steht. Es ist das „Café Delicato“, in dem ich einen lange gewünschten Termin habe. Ich treffe Ismail Khatib. Weiterlesen

Gelobtes Morgenland

Israel intensiv (2): Mit Sheren nach Jenin

Foto: Jens-Uwe Jopp

Für alle LeserWarum braucht man für eine Strecke von 41 km fast drei Stunden? Man steht im Stau, denkt man gemeinhin. Oder man fährt in ein Gebiet im östlichen Israel, ca. 5.800 km² groß, mit geschätzt 2, 4 Millionen Einwohnern, weiten Olivenhainen unter brütender Mittagssonne. In das Westjordanland. Es wird auch im Zuge der englischen Verwaltungssprache Westbank genannt, das unter dem Völkerbundsmandat ab 1923 das Gebiet zu Transjordanien wurde und offiziell den Briten gehörte. Weiterlesen

Gelobtes Morgenland

Israel intensiv (1): Ankunft im Morgenland

Foto: Heiko Temper

Für alle Leser„Du machst den Nahost-Konflikt im Unterricht? Der steht doch gar nicht auf dem Lehrplan.“ Das ist in der staatlichen sächsischen Schule fast ein Totschlag-Argument. Ein „Das-steht-nicht-auf-dem-Lehrplan-Urteil“ zieht im Lehrerzimmer zumeist eine mehrjährige Bewährungszeit mit anschließender genauer Beobachtungsverwahrung nach sich. Ödipale Komplexe staatlich Angestellter und Besoldeter plus Pflichtvergessenheit aktueller Ereignisse in der Krisenregion schlechthin – fielen mir damals als zornig-trotzige Gegengedanken ein. Aber die Rüge meiner unmittelbar vorgesetzten Kollegin bewirkte einen Adrenalin-Ausstoß an forschend-interessierter Natur. Weiterlesen