Herz aus Stein: Ein neues Kapitel im großen Barbarossa-Panorama mit starken Frauen, blutigen Kriegen und hartherzigen Herrschern

Für alle LeserSie hat sich in die Herzen der Leser geschrieben. Und nicht nur derer, die in historischen Romanen ein Stück Weltflucht ins Mittelalter vollziehen, um mal endlich wegzukommen von dem Gegrübel über eine unbegreifliche und bedrohliche Gegenwart. Sie hat auch so manchen Historiker begeistert. Denn so wie Sabine Ebert das 12. Jahrhundert lebendig werden lässt, wird Geschichte auch für all jene greifbar, die mit dem drögen Stoff aus Schulbüchern nie etwas anfangen konnten.
Anzeige

Schulbücher versuchen den Kindern einzureden, geschichtliche Prozesse liefen nach einer bestimmten Logik ab und würden von mächtigen Männern vorangetrieben, deren Genius ihr Handeln über ihre Zeit hinaus strahlen lässt. Lernt also die Daten der Schlachten, Herrscher und Kaiserreiche!

Vergesst sie.

Auch deshalb fand Sabine Ebert ja eine so so große Leserschaft, als die begann, ihren Hebamme-Zyklus zu veröffentlichen, der nicht nur scheinbar ganz einfache Personen aus dem Alltag des 12. Jahrhunderts in den Mittelpunkt stellte und erlebbar machte, wie Alltag im Hochmittelalter sich wirklich anfühlte, was die Menschen aßen, wie sie sich kleideten und unter welch harten Bedingungen sie lebten.

Die Reihe entführte auch schon ins mittelalterliche Sachsen – oder besser: in die Markgrafschaft Meißen, in jene spannende Zeit, als die Wettiner noch immer darum kämpfen mussten, die Mark behalten zu dürfen, aber der große Landesausbau gerade erst begann, die riesigen Wälder gerodet, Dörfer gegründet und aus den etwas älteren Marktflecken erst einmal Städte gemacht werden mussten.

Dass sie auch ihre neue große Mittelalter-Serie „Schwert und Krone“ mit ihrer Hebamme-Serie verknüpfen würden, haben die Leser schon früh mitbekommen. Auch wenn die Hauptfigur dieser nun im vierten Band angekommenen Serie jener Kaiser Friedrich I. ist, den Volksmund und Legende zum mythischen Kaiser Barbarossa gemacht haben, der heute im Kyffhäuser schnarcht und die Nationalisten mit ihrer Brachial-Phantasie zu bräsigen Kyffhäuser-Treffen animiert.

Sabine Ebert muss gar keine gewaltsamen Zeitbezüge herstellen. Die Gegenwart liest sich ganz von allein hinein in ihre Erzählung, in der ihr mehrfaches Bemühen gar nicht zu überlesen ist, Geschichte so erzählen zu wollen, wie sie wahrscheinlich wirklich stattgefunden hat. Dazu hat sie Berge an historischer Fachliteratur verschlungen, hat sich mit Mittelalter-Historikern ausgetauscht, hat auch bis ins Detail versucht herauszufinden, wie der Alltag der Bauern, der Ritter, der Spielleute, der Handwerker, Hebammen und Könige und Herzöge wirklich aussah.

Alltag der Frauen

Und natürlich zuallererst der Alltag der Frauen. Das steht bei ihr geradezu im Mittelpunkt. Frauen sind bei ihr nicht nur das schöne, gebärfähige Zubehör der von Männern gemachten Geschichte, auch wenn das Kinderkriegen gerade für die Frauen in adligen Verbindungen geradezu zur Pflicht wurde, weil die Herrschaft der Familie so bewahrt werden sollte.

Aber schon in den ersten drei Bänden von „Schwert und Krone“ haben wir mehrere markante Frauen kennengelernt, die meisten davon historisch nachweisbar. Einige auch extra von Sabine Ebert eingeführt in die Handlung, auch um ein Gegengewicht zu schaffen zu einer Männerwelt, die nur in den alten Chroniken schillert und glänzt.

Aber wenn man die verbrieften Ereignisse allein in der Zeit nimmt, die jetzt in diesem vierten Band der Reihe abläuft – der Zeit zwischen Friedrichs Krönung 1152 im Dom zu Aachen und der Tragödie von Friedrichs Rom-Feldzug im August 1167 – dann kann man gar nicht umhin, die Grausamkeit all dieser Ereignisse wahrzunehmen und vor allem das von Machthunger und Rücksichtslosigkeit geprägte Denken einiger der tragenden Protagonisten. Denn „Herz aus Stein“ bezieht sich eindeutig auf jene „Helden der Geschichte“, die wir in den Vorgängerbänden als junge Männer und Freunde erlebt haben, glühende Hoffnungsträger in einer Zeit, als sich das moderne Königtum erst durchsetzen musste.

Aber schon der dritte Band endete ja mit einem gewaltigen Gemetzel am Königshof im dänischen Roskilde, an dem ausgerechnet der Friedrich-Freund Sven die Hauptschuld trug. Mit Glück kann Adele, Tochter des Wettinischen Markgrafen und Svens Gemahlin, sich zu Beginn dieses nächsten Bandes retten. Und ebenso ist historisch verbürgt, dass sie etwas später einen Sohn Albrechts des Bären geheiratet hat. Auch da kann man nicht überlesen: Wie viel Sympathie Sabine Ebert gerade für die Wettiner und die Askanier hat, die – anders als der Stauffer Friedrich oder der Welfe Heinrich der Löwe – nicht auf brutale Machtpolitik setzten.

Panorama der Ereignisse

Und weil sich Sabine Ebert auch nicht nur auf einige schulbuchkompatible Daten beschränkt, wird auch dieser vierte Band zu einem Panorama der Ereignisse, in der sich unterschiedlichste Entwicklungen überlagerten, überschnitten und beeinträchtigten. Mittendrin sieht man Friedrichs berühmten Berater Rainald von Dassel agieren, Ränke schmieden, Komplotte inszenieren, auch gern mal Übersetzungen fälschen, um Konflikte zu schaffen, die dann den Vorwand für all die Heerzüge und Bestrafungsaktionen ergeben, mit denen Barbarossa seine Kapitel in den Historien bekam.

Und wie brutal Barbarossas Vorgehen in Italien war, ist eigentlich bekannt. Doch es gewinnt eine unheimliche Glut, wenn Sabine Ebert die Ereignisse vor Mailand und Crema tatsächlich anschaulich schildert. Ein netter Spitzname für den rachsüchtigen Kaiser aus Schwaben war der italienische Name Barbarossa ganz bestimmt nicht.

Güte und Vergebung waren wirklich nicht seine Markenzeichen, auch wenn Sabine Ebert ihn zumindest der Reue fähig schildert. An seiner Seite gibt sie der jungen Kaiserin Beatrix ein Schicksal, genauso wie sie in Meißen die Markgräfin Hedwig Kontur gewinnen lässt und Albrecht den Bären geradezu verzweifeln lässt über den Tod von Sophia, die ihm nicht nur Kinder geboren hat, sondern den Ungestümen auch immer mit klugem Verstand gelenkt und gezähmt hat.

Aber nicht nur den Frauen gehört Eberts Aufmerksamkeit. Sie widmet auch den Abodriten, die gegen den raffsüchtigen Löwen versuchen, ihre Eigenständigkeit zu bewahren, viele detailreiche Kapitel. So wird dieser Romanzyklus auch zu einer regelrechten Ur-Erzählung für die ostdeutsche Geschichte, die ohne die eroberten Gebiete der Slawen nicht denkbar ist. Und nicht ohne Otto den Reichen (der in diesem Band noch nicht reich ist), Albrecht den Bären und Landgraf Ludwig II. von Thüringen.

Und Geschichte hört natürlich auf, ein gemütliches Kaminerlebnis zu werden. Denn all die Heldinnen und Helden Sabine Eberts sind in einem Reich unterwegs, in dem gepflasterte Straßen Seltenheit sind, die steinerne Brücke von Regensburg geradezu ein Weltwunder ist und die meisten Burgen noch aus Holz bestehen. Gestalten wie den jungen Ritter Christian oder den Dolmetscher in Diensten des Kaisers, Stefano di Stella, hat Sabine Ebert natürlich auch eingeführt, um der Brutalität jener Männer, die hier rücksichtslos „Geschichte machen“, etwas entgegenzusetzen: etwas Aufbauendes, Positives. Das es ja gegeben haben muss.

Recht des Stärkeren“

Einige der den Lesen ans Herz gewachsenen Helden sterben freilich auch eines brutalen Todes. Aber gerade das macht deutlich, wie widersprüchlich Geschichte immer abläuft, wie die scheinbar Schwächeren zum Spielball derer werden, die über die größeren Armeen und die größere Rücksichtslosigkeit verfügen. Ein Denken, das ja heute wieder bei einigen mächtigen Männern um sich greift.

Nebst der Verachtung für die Menschen ganz unten in der gesellschaftlichen Pyramide. Vielleicht war das auch nie weg und kommt nun nur wieder aus den alten Truhen, weil sich mit dem „Recht des Stärkeren“ zumindest beeindruckende Schäden und neue knatternde Konflikte entfachen lassen. All der Mummenschanz, der dann in den Schulbüchern auftaucht – und die Kinder glauben dann tatsächlich, dass diese Wilden Kerle Geschichte „gemacht“ haben.

Während man die, die wirklich Städte und Straßen gebaut haben, Häfen, Brücken und Bergwerke, kaum der Erwähnung wert findet. Sabine Eberts Bücher machen all das, was damals tatsächlich geschah, sehr dicht und farbenreich sichtbar, zeigen, wie widersprüchlich und vielfältig die verbürgten Ereignisse waren und wie das alles letztlich parallel ablief, auch wenn die Schulbücher meistens nur die Taten Barbarossas benennen, weil sie die Verbindungen in die Mark Meißen, ins Abodritenland, in die Mark Brandenburg oder nach Dänemark nicht interessieren.

Obwohl sie das sollten, weil Geschichte nun einmal kein Roter Faden ist, sondern ein Hallraum unterschiedlichster Entwicklungen, die neben-, unter- und übereinander passieren. Wo sich die Kräfteverhältnisse schon deutlich verschieben, wenn nur ein aktiver Strippenzieher wie Rainald von Dassel stirbt oder das siegreiche Kaiserheer vor Rom von einer Seuche hinweggerafft wird. Auf einmal werden auch die mächtigen Haudegen zu Komparsen von etwas, das größer ist als sie, komplexer sowieso.

Und während Friedrich in Rom ist, steckt die Mark Meißen gerade in ihren Kinderschuhen, taucht ein slawisches Dorf namens Dresden aus der Dunkelheit der Ereignisse auf und Freiberg lauert hinterm Berg, jenes Freiberg, aus dem Sabine Ebert einst aufbrach, um ihre großen Historischen Romane zu schreiben. Für die Völkerschlacht zog sie extra nach Leipzig um. Die Barbarossa-Romane schreibt sie jetzt in Dresden, wo sie natürlich den Quellen der Wettiner näher ist.

Auf fünf Bände hat sie „Schwert und Krone“ konzipiert. Wer dann alle Bände gelesen hat, weiß eine Menge mehr über einen der spannendsten Abschnitte der deutschen Geschichte. Und vor allem merkt er, wie aufregend und dicht allein dieser Abschnitt ist. Wahrscheinlich genauso wie alle anderen Abschnitte. Nur haben die meisten Deutschen eine vollkommen verkürzte und rudimentäre Vorstellung von Geschichte.

Was eben auch zur Folge hat, dass sie auch die Gegenwart nur mit zugeklebter Brille betrachten und nicht einmal ahnen, wie sich die Gewichte ständig verändern und um Macht und Einfluss gerangelt wird – gar wie zu Barbarossas Zeiten mit brutalen, perfiden und gefühllosen Methoden. Denn gefeiert wurden bislang meistens die, die sich rabiat über andere hinweggesetzt haben, egal, welche Schäden sie für Generationen hinterlassen haben. Das nennen die Historiker dann fälschlich Ruhm.

Historische Akribie

Zumindest die älteren. Die jüngeren haben schon begriffen, dass man all die offiziösen Chroniken sehr genau lesen muss und auch fragen sollte, wie die namenlosen Betroffenen dieser Geschichte eigentlich gelebt und gelitten haben. Genau das, was Sabine Ebert mit historischer Akribie tut.

Und dass die Hauptfiguren in ihrem großen Barbarossa-Panorama verbürgt sind, kann jeder im Anhang lesen, wo die Stammbäume der beteiligten großen Fürstenhäuser alle noch einmal abgebildet sind, wichtige mittelalterliche Begriffe erläutert werden und eine Zeittafel die verbürgten Ereignisse dieser Zeit noch einmal sortiert. Und um auch etwas für die Vorstellungskraft zu geben, finden sich wieder von Wissenschaftlern erstellte Karten des Heiligen Römischen Reiches um 1165 im Umschlag.

1165? Ja, das ist so ungefähr das Jahr, in dem Leipzig sein Stadtrecht erhielt von eben jenem Otto, den wir in diesem Band so hocherfreut erleben, weil Hedwig ihm seinen Sohn Albrecht geboren hat. Benannt nach Hedwigs Vater, Albrecht dem Bären. Auch das war wohl endlich einmal dran: In so einem Roman profund zu erzählen, wie eng verflochten die Geschichte der Wettiner und der Askanier war.

Wer die vier Bände gelesen hat weiß, dass der Osten keine geschichtslose Region ist. Im Gegenteil: Der wird neugierig darauf, die Handlungsorte einmal selbst zu besuchen. Auch wenn längst wieder acht Jahrhunderte über diese Orte hingeschritten sind: Ballenstedt, Eilenburg, Meißen, Kloster Marienzell …

Sabine Ebert Schwert und Krone. Herz aus Stein, Knaur Verlag, München 2019, 19,99 Euro.

Zeit des Verrats: Der dritte Band aus Sabine Eberts großem Barbarossa-Epos

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

RezensionenHistorischer Roman
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

1. FC Lok Leipzig vs. Meuselwitz 1:0 – Arbeitssieg vor dem Lockdown
Das Leipziger Siegtor fiel bereits in der ersten Spielminute. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer nächste Heimsieg für den 1. FC Lok. Gegen den ZFC Meuselwitz obsiegten die Blau-Gelben am Mittwochabend mit 1:0 (1:0). Vor 999 Zuschauern traf Tom Nattermann schon nach 50 Sekunden zur Führung. Danach bot das Spiel Kampf und Krampf. Lok und Meuselwitz wollten, konnten allerdings kaum Angriffe durchspielen.
LockdownLight: Zankapfel Gastronomie
Was vom Sommer blieb, endet in der Schließung im November 2020. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWas sich bereits im Laufe des Tages anbahnte, wird durch eine Pressemitteilung der sächsischen Industrie- und Handelskammern zu den neuen Corona-Maßnahmen Gewissheit. Die Gastronomien und Tourismusunternehmen fühlen sich ungerecht behandelt, die „Verhältnismäßigkeit ist nicht gewahrt“, so die IHK Leipzig, Dresden und Chemnitz in einer gemeinsamen Erklärung. Für einen Monat sollen alle Kneipen, Bars und Restaurants, aber auch Freizeit,- Tourismus,- und Veranstaltungsstätten ab 2. November 2020 schließen. Erste Klageandrohungen dagegen waren bereits vereinzelt schon vor den Beschlüssen vom heutigen 28. Oktober zu hören, die IHKs warnen nun vor steigenden Insolvenzzahlen.
Mittwoch, der 28. Oktober 2020: Lockdown light ab Montag
Kultureinrichtungen wie das Gewandhaus dürfen im November wohl nicht öffnen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDeutschland wird wohl ab Montag in einen „Lockdown light“ gehen. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsident/-innen heute beschlossen. Wie genau die Situation in Sachsen sein wird, ist noch nicht offiziell bekannt, doch der Bund wird 10 Milliarden für Umsatzausfälle auch bei Soloselbstständigen, Gastronomien und der Eventbranche zur Verfügung stellen. Außerdem: Sachsen fördert ein Forschungsprojekt für Coronatests und Chemnitz wird Kulturhauptstadt Europas. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 28. Oktober 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Coronavirus: Einmal Weihnachten retten + Updates zum Lockdown light
Weihnachten retten, Weihnachtsmarkt beerdigen? Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit dem heutigen Morgen geht es bereits rund in den deutschen Medien. Noch vor der Videokonferenz des Bundes mit den Ministerpräsident/-innen der Länder kursierte ein Entwurf der Bundesregierung, in welchem die Vorschläge der neuen Corona-Maßnahmen ab 4. November 2020 beschrieben werden. Seit wenigen Stunden heißt es nun, dass diese sogar bereits ab Montag, 2. November 2020 in Kraft treten sollen und es weitgehende Einigkeit der Länder mit dem Bund dazu gibt. Der Katalog liegt neben anderen Medien auch der L-IZ.de vor. Informationen, die in der Pressekonferenz der Bundesregierung bestätigt wurden.
Südtiroler Pestizidprozess: Landesgericht Bozen beendet Strafverfahren gegen Verleger des Münchner oekom Verlags und weitere Mitglieder des Umweltinstituts München
Alexander Schiebel: Das Wunder von Mals. Cover: Oekom Verlag

Cover: Oekom Verlag

Für alle LeserDas Landesgericht Bozen bestätigte in seiner Entscheidung vom heutigen 28. Oktober den Antrag der Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen gegen oekom-Verleger Jacob Radloff und die Mitglieder des Umweltinstituts aus Mangel an Beweisen einzustellen. Die Betroffenen begrüßen die Entscheidung als einen bedeutenden Teilsieg für das Recht auf freie Meinungsäußerung.
Haltungsnote: Lipgloss auf Eierragout – Eine Kolumne über Ossis und Wessis
Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. Foto: Erik Weiss Berlin

Foto: Erik Weiss Berlin

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelAm Abend des 9. November 1989 sagte Stefan Aust in einem Kommentar: „Heute Abend ging der zweite Weltkrieg zu Ende“. Der Mann hatte Recht. Der Mauerfall setzte einen Schlusspunkt unter die Nazidiktatur und den auf sie folgenden Kalten Krieg. Damals wird Aust mit seiner Interpretation eher alleingestanden haben.
Europäische Menschenrechtskommissarin wertet den Prozess gegen „Das Wunder von Mals“ als typische SLAPP-Klage
Äpfel, mit Misstrauen betrachtet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich sind es die Naturschutzverbände, die ein verbrieftes Recht haben, gegen Verstöße gegen den Naturschutz vor Gericht zu ziehen. Was sie oft schon aus dem simplen Grund nicht tun, weil ihnen nicht die finanziellen Reserven zur Verfügung stehen, mit denen selbst Kommunen und Länder die Klagen anwaltlich abwehren können. Dass ein staatlicher Amtsträger nun gar gegen ein Umweltinstitut und einen Autoren vor Gericht zieht, wertet auch Menschenrechtskommissarin Dunja Mijatovic als massive Grenzüberschreitung. Der Fall betrifft auch den Journalismus.
Verkehrsdezernat will 2021 die Beobachtungsergebnisse zu den Pollern in der Richard-Lehmann-Straße vorlegen
Abgepollerter Radweg vor der Post in der Richard-Lehmann-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir können ja das Bild vom brutal umgefahrenen Poller vom Neumarkt hier wieder einblenden – was wir auch machen. Denn in der Regel räumt Leipzig die mit Auto-PS umgewalzten Poller meist relativ schnell wieder weg, sodass die meisten Leipziger gar nicht merken, mit welcher Rücksichtslosigkeit einige Autobesitzer alles niederfahren, was sie in ihrem Besitzanspruch eingrenzt. So geht es auch den eher niedlichen Pollern in der Richard-Lehmann-Straße.
Ein Brief an den Bundeswirtschaftsminister: Wir brauchen fairen Wettbewerb, keine neuen Oligopole
Das GuD-Kraftwerk der Stadtwerke Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserMit einem in mehreren Zeitungen veröffentlichten Brief wandten sich am Freitag, 23. Oktober, die Geschäftsführer mehrerer deutscher Stadtwerke an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, in dem sie die Unterstützung der Bundesregierung für die die beiden Energiekonzerne e.on und RWE im Kartellverfahren vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) kritisieren. Auch die Leipziger Stadtwerke sind dabei. Auch sie wären betroffen.
NABU Sachsen: Der Straßenbau im Naturschutzgebiet „Röderauwald Zabeltitz“ bei Meißen war illegal
Illegal gebaute Straße durch die Röderaue. Foto: Renate Wilhelms / NABU Sachsen

Foto: Renate Wilhelms / NABU Sachsen

Für alle LeserSächsische Behörden ticken noch immer wie im 20. Jahrhundert. Und nicht nur die in Sachsen. Man muss ja nur in den Dannenröder Forst schauen, wo Umweltaktivisten verzweifelt versuchen, den Bau der A49 mitten durch das Waldgebiet zu verhindern. Doch selbst in Zeiten, wo unsere Wälder akut vom Klimawandel gestresst sind, planen Behörden noch immer rücksichtslos drauflos und ignorieren die Einsprüche der Umweltverbände. Ein Beispiel aus Meißen bringt jetzt den NABU Sachsen auf die Palme.
Darwins Notizbuch: Das Leben und Forschen von Charles Darwin in Bildern, Zitaten und kurzweiligen Texten
Jonathan Clements: Darwins Notizbuch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserHätte Jonathan Clements dieses Buch erst 2019 geschrieben, hätte er einige Akzente garantiert anders gesetzt – weniger über die heutigen selbst ernannten „Kritiker“ Darwins geschrieben, dafür mehr über Darwins erstaunlich aktuelle Warnungen zum Aussterben von Arten. Aber 2009 war so ein Jahr, da waren die Kreationisten und ähnliche Meinungsmacher ziemlich laut. Und Darwins 200. Geburtstag war mal wieder von schrillen Beiklängen begleitet.
Theater und Film: SRBENKA und die langen Schatten des Kroatienkrieges
Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Im MIttelpunkt des kroatischen Filmes SRBENKA stehen die Proben zum Stück „Alexandra Zec“ (2014) des Theaterregisseurs Oliver Frljić, der wie kein anderer Theaterschaffender in Kroatien polarisiert. Es geht um die Ermordung eines zwölfjährigen serbischen Mädchens und ihrer Familie 1991 in Zagreb. Schnell gefunden, wurden die Täter nie verurteilt.
Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (7): Streit um das Erbe der DDR nach 1990
© gemeinfrei

© gemeinfrei

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelHaben Sie schon mal den Namen Ireneo Funes gehört? Nein? Er ist der Protagonist in „Das unerbittliche Gedächtnis“, einer Erzählung des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges von 1942. In der Geschichte verliert jener Funes, ein 19-jähriger Dörfler, nach einem Sturz seine Fähigkeit zum Vergessen. Jeden fremdsprachigen Text, jede Beobachtung aus seinem Alltag, jedes Gesicht kann der gelähmte Gaucho nun bis ins Detail aus seinem Gedächtnis abrufen. Es geht nicht lange gut. Mit gerade einmal Anfang 20 ereilt den armen jungen Mann der einsame Tod.
Dienstag, der 27. Oktober 2020: Leipzig verschärft die Corona-Regeln deutlich
Oberbürgermeister Burkhard Jung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserBis vor einigen Tagen war Leipzig stets im „grünen Bereich“ unterhalb eines Inzidenzwertes von 20. Doch dann hat die Stadt schnell die 35er-Marke geknackt. Als Konsequenz hat die Verwaltung heute deutliche Verschärfungen der Corona-Maßnahmen angekündigt. Außerdem: Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsident/-innen könnten morgen einen Lockdown beschließen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 27. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Neue Tanzproduktion „Schule des Wetters: Schnee“ feiert am 4. November Premiere
Theater der Jungen Welt. Foto L-IZ.de

Foto L-IZ.de

Das Theater der Jungen Welt feiert im November die zweite Tanz-Premieren dieser Spielzeit: „SCHULE DES WETTERS: SCHNEE“. Sehnsucht nach weißen Weihnachten? Das TDJW holt die „weiße Pracht“ ins Haus und macht einen winterlichen Winter möglich: ob leichter Schneefall oder wildes Flockengestöber – das Ensemble wird mit dem Publikum eine frostig-schöne Allianz eingehen.