Bildungsmonitor mit blinden Flecken: Gerade das, was Sachsen draus lernen könnte, ist im neuen INSM-Ranking bestens versteckt

Es ging wieder ganz flott. Kaum meldete die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) am Dienstag, 22. Oktober: "Bildungsmonitor 2013 Sachsen bleibt vorn, Hamburg und Bayern machen die größten Sprünge", kam das Hosianna aus dem Sächsischen Kultusministerium. Was sind wir toll! - "Der wiederholte Erfolg ist nur durch deutliche Fortschritte gegenüber dem Vorjahr erzielt worden. Daran müssen wir beharrlich weiterarbeiten", verkündete Kultusministerin Brunhild Kurth.
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War da was? Haben wir irgendetwas verpasst, irgend eine Reform, die am sächsischen Bildungssystem wirklich etwas verändert hat? Nicht wirklich. Aber was misst der Bildungsmonitor der INSM eigentlich, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln für die INSM erstellt? 2013 übrigens mit einigen veränderten Parametern. So wurden unter anderem die Handlungsfelder Hochschulen/MINT und berufliche Bildung aufgewertet, was Sachsen ein paar Extra-Punkte verschaffte.

Aber man kann natürlich bei der Kultusministerin bleiben. Sie ist qua Amt für das zuständig, was in der INSM-Wertung Ausgabenpriorisierung, Inputeffizienz und Betreuungsbedingungen betrifft. Man sieht schon an den Vokabeln: Am Grundcharakter der Studie hat sich nichts geändert. Es geht um die Herstellung des Produkts Bildungsabschluss unter klaren betriebswirtschaftlichen Maßgaben. Auf möglichst effiziente Weise in möglichst kurzer Zeit aus einem ungebildeten Kind einen Absolventen mit verwertbarem Berufsabschluss zu machen.

Aber schon bei den Grundparametern wird es schwierig. Thema: Bildungsausgaben. Schon hier beginnen die Ersteller der Studie zu tricksen und stellen nicht die absoluten Bildungsausgaben der Länder pro Schüler nebeneinander, sondern ein so seltsames Konstrukt wie die „relativen Bildungsausgaben“: Man berechnet die Ausgaben pro Schüler auf die „Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte pro Einwohner“. Das heißt: Man rechnet einfach die unterschiedlichen Finanzstärken der Länder weg. Heißt in der Folge: Ein Land, das aufgrund seiner schwächeren Finanzausstattung weniger Geld pro Schüler bereitstellt, kann trotzdem höhere „relative Bildungsausgaben“ vorweisen.

Das ist dann – zumindest für den bundesweiten Vergleich – nicht wirklich hilfreich. Denn in der Realität bedeutet das eben auch, dass der Freistaat Sachsen vor allem auf Kosten seiner Lehrer spart – er stellt zu wenig Lehrer ein und er drückt die Lehrervergütungen. Praktisch steckt Sachsen (genauso wie die übrigen ostdeutschen Bundesländer) mitten in einem heftigen Generationenwechsel. Der Einbruch der Schülerzahlen hat schon in den 1990er Jahren zu einem umfassenden Einstellungsstopp geführt. Im Ergebnis gehen in den nächsten 15 Jahren in Sachsen über 38 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer in Ruhestand. Was dann den Faktor „Inputeffizienz“ der INSM betrifft.

Was an sich schon seltsam ist. Denn wenn man in einem Unternehmen von Input spricht, redet man nicht nur vom Alter der Angestellten. Gerade der jüngste IQB-Test hat ja mehr als deutlich gezeigt, dass diese überalterte sächsische Lehrerschaft in der Lage ist, einen hochkarätigen Input zu vermitteln. Wenn ein Unternehmer nur aufs Alter seiner Belegschaft guckt und die über 50-Jährigen einfach rausschmeißt, auch wenn sie seine besten Fachkräfte sind, dann ist dieser Unternehmer entweder nicht mehr zurechnungsfähig oder konkursgefährdet.

Natürlich ist es eh schon fragwürdig, ein Bildungssystem wie ein Unternehmen zu betrachten. Aber wenn man es tut, sollte man es richtig machen. Dann gehört zum Input auch: Werden jährlich genug junge Fachkräfte eingestellt? Werden genug ausgebildet – und zwar die richtigen? Das große Thema Lehrerausbildung. Gibt es überhaupt genug einsetzbare Lehrer? – Das macht der „Betreuungskoeffizient“ nämlich nicht sichtbar.

Soll er vielleicht auch nicht. Denn schon bei der Grundschulbetreuung kommen in Sachsen 16,4 Schüler auf eine Lehrkraft. Das ist nur Platz 8 im Bundesvergleich. Insgesamt kommt Sachsen bei der „Betreuungsrelation“ auf einen verblüffenden 3. Platz, obwohl der Freistaat bei den Betreuungsrelationen an den Hochschulen völlig abschmiert – Rang 15. Die Betreuungsquote in den Allgemeinbildenden Schulen hat das IW gleich ganz weggelassen. Das ist durch nichts gerechtfertigt. Entweder zieht man ein Bewertungsmuster konsequent durch – oder man verzichtet auf den Punkt. Stattdessen „punktet“ Sachsen mit einem hohen Lehrerbesatz an den Berufsschulen – wo aber seit 2010 die Schülerzahlen drastisch zurückgegangen sind.

Der Punkt „Förderinfrastruktur“, mit dem Sachsen einen überragenden 1. Platz holt, ist nun ausgerechnet wieder kein Verdienst der Staatsregierung, sondern eines der Kommunen: Sie sind für Kita und Hortbetreuung zuständig.

Schon beim Kriterium „Internationalisierung“ stürzt Sachsen ab. Was nicht an den fehlenden ausländischen Studierenden liegt (Rang 5), sondern an den schlechten Leistungen im Englisch-Vergleichstest. Warum aber immer nur Englisch? Bloß weil es die gängige Business-Sprache auf Erden ist? – Gesucht und nicht gefunden hätte man hier ganz andere Kriterien: Zahl der praktizierten Schüleraustausche, Angebote von Fremdsprachen insgesamt im Fächerkanon. Teilnahme und vor allem Erfolge in Fremdsprachenwettbewerben (Plural bitte!). Und wie ist es mit den eigenen Migrantenkindern?

Die stecken, na hoppla, im Kriterium „Integration“: Und da kommt Sachsen über einen miesen 10. Platz nicht hinaus. Im Detail sieht es noch viel schlimmer aus. Mit 20,6 Prozent hat Sachsen deutschlandweit die höchste Schulabbrecherquote bei Ausländerkindern. Das erzählt nicht, wie das SMK behauptet, vom besten Bildungssystem Deutschlands. Das erzählt von einem Bildungssystem, das Auslese auf die stupide Art betreibt. Es sind zuallererst Migrantenkinder, die in Sachsen verminderte Bildungschancen haben. Das geht weiter bis zum Übergang ans Gymnasium. Da kommt Sachsen auf magere 8,2 Prozent bei den Migrantenkindern. Hamburg zum Vergleich kommt auf 29,5 Prozent.Aber vielleicht ist genau das der Effekt eines auf Effizienz getrimmten Bildungssystems: Wer sich nicht selbst helfen kann, der fliegt einfach vom Fließband.

Oder mal so ausgedrückt: Wer solche Misserfolge einfährt, kann von Zeiteffizienz nicht mehr reden. Auch wenn die Zusammenstellung der Kriterien in der INSM-Studie auch hier zweifeln lässt. Haben diese Leute wirklich darüber nachgedacht, was sie damit meinen? – Oder geht es bei ihnen wirklich nur um „hopp, hopp und weiter“?

Beispiel: Das Kriterium Bacheloranfänger. Es „gibt Auskunft über den Anteil der Studienanfänger in Bachelor-Studiengängen an allen Studienanfängern (in Prozent). Aufgrund des Bologna-Prozesses steigen die Punktwerte für alle Bundesländer an, wenn auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.“

Das heißt, beim IW in Köln und bei der INSM ist man nach wie vor felsenfest davon überzeugt, dass ein bologna-verschultes Hochschulsystem besonders effizient ist. Sachsen aber landet bei den Bachelorprozenten ganz hinten – auf Rang 16: 53,9 %. Woran liegt das?

Ja wohl schlicht daran, dass sich ein wesentlicher Teil von Studiengängen nicht in das Bachelor-Raster pressen lässt. Es sei nur das Medizinstudium genannt und diverse wichtige naturwissenschaftliche oder ingenieurtechnische Fächer, in denen ein Bachelor einfach keinen Sinn macht.

Und so geht man einmal um diesen Baum herum und sieht: Es ist ausgerechnet Sachsens starke Ausrichtung auf MINT-Studienfächer, die hier als negativ für die „Zeiteffizienz“ gewertet wird. Mit 64,9 Prozent hat Sachsen bei der MINT-Ausstattung übrigens Rang 2 erreicht.Es werden also wieder Äpfel mit Birnen verglichen. Aber die Zahlen zeigen auch so, wie Sachsen auch im Hochschulbereich spart auf Teufel komm raus. Nicht nur die Betreuungsquote der Studierenden ist schlecht, auch die Promotions- und Habilitationsquoten sind eher unterdurchschnittlich. Tatsächlich hätte man sich beim Thema „Zeiteffizienz“ handfestere Zahlen zu Studiendauer und vor allem Studienerfolg gewünscht. Denn auch ein nicht abgeschlossenes Studium, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen, ist für den Betroffenen eine Katastrophe.

Habilitation und Promotion haben die Ranking-Ersteller unter „Forschungsorientierung“ einsortiert. Ein gänzlich seltsamer Indikator. Hier punktet Sachsen übrigens mit dem Einwerben von Drittmitteln. Was Sachsens Hochschulen schon aus purer Not tun, weil sonst an manchen Hochschulen überhaupt keine Forschung mehr stattfinden würde.

Interessant ist auch der seltsame Indikator „Hochschulen/MINT“, der eigentlich „Akademikerquoten/ MN“ hätte heißen müssen. Denn nicht die MINT-Absolventenquote wird hier erfasst, sondern nur die in Mathematik und Naturwissenschaften. Da landet Sachsen mit 14,1 Prozent nur Rang 11, weil die eigentlichen MINT-Stärken des Freistaats insbesondere in den Ingenieurwissenschaften hier einfach fehlen. Was immerhin ein wichtiger Pluspunkt für Sachsen ist: die sehr praxisnahe Orientierung vor allem der Hochschulen, während „MN“ vor allem an Universitäten eine Rolle spielt – eine eher untergeordnete, wie man sieht. Und in diesem Indikator stecken auch „Akademikerersatzquoten“ und „Ingenieurersatzquoten“ an der Bevölkerung. Da nun wieder liegt Sachsen mit im Spitzenfeld. Was eben auch bedeutet, dass viele Studienabsolventen im Freistaat bleiben. Der Freistaat profitiert von der hohen Zuwanderung in den Hochschulstandort (macht aber sonst sehr wenig draus).

Es wäre eigentlich sogar mal interessant, wenn IW und INSM irgendwann einmal tatsächlich ein stringentes und stimmiges „Effizienzmodell“ für Bildungssysteme entwickeln könnten. Der „Bildungsmonitor“ ist keins. Er versteckt die Unstimmigkeiten in den verschiedenen Bildungssystemen mehr als dass er sie sichtbar macht.

Und so sehen dann auch verantwortliche Kultusminister nicht, wo ihr eigenes Land tatsächlich eklatante Lücken hat. Die Lücken, die Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth nun zugesteht, sind die altbekannten – etwa der hohe Anteil der Schüler ohne Hauptschulabschluss. „Damit können wir wahrlich überhaupt nicht zufrieden sein“, sagte sie am Dienstag. Auch die Altersstruktur der Lehrer falle erwartungsgemäß unausgewogen aus. Sachsen weist in diesem Punkt die fünfthöchste Heterogenität auf. „Nicht nur aus diesem Grund müssen wir auch in Zukunft ähnlich viele junge Lehrkräfte einstellen, wie in diesem Jahr“, sagte Kurth.

Und das Entsetzen darf durchaus durch die Lehrerschaft im Land gegangen sein. Sachsen hat 2013 nur halb so viele Lehrer eingestellt, wie gebraucht werden. Das Sparen auf Kosten von Lehrern und Schülern geht also planmäßig weiter. Das ist keine gute Nachricht.

Aber es zeigt auch, wie sehr ein „Bildungsmonitor“ den Blick auf die Wirklichkeit verstellt.

Zum „Bildungsmonitor“ der INSM 2013: www.insm-bildungsmonitor.de


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Foto: Daniel Wagner

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