Der Pressesprecher der Leipziger Archäologie über Bewerber, Ansehen und die wichtige Frage nach unserer Identität

"Archäologie Leipzig darf weiter immatrikulieren", freute sich in dieser Woche der Fachschaftsrat (FSR) Archäologie der Uni Leipzig. Der Studiengang Archäologie der Alten Welt darf zum kommenden Wintersemester neue Studierende aufnehmen. „Dem Rektorat liegen zur Zeit keine Aufhebungs- oder Aussetzungsbeschlüsse für die Archäologie der Alten Welt vor. Dementsprechend wird also auch im Wintersemester 2015/16 weiterhin in die benannten Studiengänge immatrikuliert“, teilte die Rektorin der Uni, Prof. Beate Schücking, mit.
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2014 hieß es in einer Pressemitteilung des Rektorats dagegen noch, dass ein sofortiger Immatrikulationsstopp vollzogen werde. Entsprechend oft und kreativ demonstrierten dann auch die Leipziger Archäologen gegen die geplante Streichung ihres Studiengangs. Betroffen hatte es ja auch die Pharmazeuten, Romanisten und Theaterwissenschaftler. Doch mit dem Regierungswechsel in Dresden im Herbst 2014 scheint der Radikalverschnitt an den Hochschulen jetzt vorerst beendet. Auch in Leipzig scheint es wieder Freiraum zu geben, nach Alternativen zu suchen.

So gab das Rektorat der Uni Leipzig auch zu verstehen, dass es bereits Pläne über eine mögliche Zukunft der Archäologie an der Universität gebe. Marco Blechschmidt, Pressesprecher des FSR Archäologie ließ verlauten: „Auch wenn die gelieferten Statements auf eine gesicherte Zukunft der Archäologie in Leipzig hoffen lassen, soll dies für uns kein Anlass für ein endgültiges Aufatmen sein. Die Zeit, von der uns durch die erneute Immatrikulation immerhin mehr gegeben ist, wird zeigen müssen, wie sich die Entwicklung unseres Studienganges künftig gestalten wird“.

Aber da Archäologie zwar ein sehr spannendes, aber zuweilen auch sehr exotisches Studiengebiet ist, wollte die L-IZ von Marco Blechschmidt doch ein bisschen mehr erfahren zu den möglichen Zukunftsvisionen der Klassischen Archäologie in Leipzig und der nicht unwichtigen Frage, ob der veränderten Haltung der Uni-Leitung tatsächlich eine andere Politik zugrunde liegt.

Was meinen Sie: Woher kommt dieser Gesinnungswandel? Haben hier die Proteste der Studierenden und Dozenten Erfolg gezeigt? Oder war der Streichungsbeschluss schlicht überflüssig?

Wir als Studierende haben von Anfang an auf kreativen Protest und Dialog gesetzt. Von „Krawall-Aktionen“ nahmen wir Abstand. Vielleicht hat dies Wirkung gezeigt. Im Sinne des Uni-Mottos „Aus Tradition Grenzen überschreiten“ ist der Beschluss auf jeden Fall überflüssig. Denn wie kaum ein anderes Fach ist die Archäologie von Grenzen losgelöst.

Hätte es überhaupt Alternativen für den Studiengang gegeben? Und wenn ja, welche? Immerhin ist er ja in der mitteldeutschen Hochschullandschaft einzigartig.

Alternativen für diesen Studiengang hätte es nur außerhalb des mitteldeutschen Raumes gegeben, Sachsen hätte sich damit aus der eigenständigen Ausbildung archäologischen Nachwuchses zurückgezogen. Alternativen im mitteldeutschen Raum selbst existierten nicht. Die im Januar 2014 ausgesprochene Begründung, im Vergleich zu Halle und Jena sei die Klassische Archäologie in Leipzig „klein“, ist nicht nachvollziehbar. In Zahlen ist Leipzig sogar größer. Ein „Zusammenschluss“ mit Halle ist allein im Hinblick auf das Antikenmuseum kaum möglich. Des Weiteren wäre es mit Blick auf den Wissenschaftsstandort Leipzig auch wenig sinnvoll. Ein Ende der Klassischen Archäologie in Leipzig würde auch der Ur- und Frühgeschichte ihre Basis entziehen, welche wiederum mit dem MPI für evolutionäre Anthropologie und dem GWZO vernetzt ist.  Schlichtweg unmöglich und auch nicht sinnvoll.

Sind denn überhaupt alle personellen und finanziellen Modalitäten geklärt? Oder erfolgt das Studium künftig mit verminderter Ausstattung? Ist es da überhaupt noch attraktiv?

Bis zum 30. September 2017 – dem Tag der Pensionierung des aktuellen Lehrstuhlinhabers für Klassische Archäologie  – ist die personelle Ausstattung entsprechend der aktuellen Lage unverändert. Das heißt, es wird erstmal nichts gestrichen. Welche personelle Ausstattung und Infrastuktur nach diesem Datum zur Verfügung stehen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Wieviele Bewerbungen gibt es in der Regel für einen Studienplatz in der Klassischen Archäologie?

Der Studiengang Archäologie der Alten Welt ist ein Gemeinschaftsstudiengang von Klassischer Archäologie und Ur- und Frühgeschichte, man bewirbt sich also für diesen Studiengang und zunächst nicht für eines der beiden Fächer. Erst während des Studiums entscheiden sich die Studierenden für eine Spezialisierung in einem der beiden Fächer. Insgesamt gibt es durchschnittlich 70-80 Bewerbungen im Jahr für den Studiengang, von denen etwa 40 tatsächlich das Studium beginnen. Aktuell studieren 160 Personen den Studiengang (Bachelor und Master zusammen).

Und welche Berufsperspektiven hat man mit diesem Abschluss? Wird denn nicht über Bedarf ausgebildet?

Grundsätzlich sind die Berufsperspektiven als Archäologe vielfältig. Neben dem klassischen Berufsbild in der Forschung in Landesämtern oder an der Universität können Absolventen zum Beispiel bei Verlagen oder auch als Wissenschaftsjournalisten arbeiten. Hinzu kommt, das Deutschlands Museumslandschaft auch einen vielfältigen Schatz an Antikensammlungen sowie prähistorischen Sammlungen aufweist, deren Bestände betreut, fachgerecht dokumentiert und mit der nötigen Kompetenz der Öffentlichkeit präsentiert werden wollen. Uns sind auch Kollegen in Reiseagenturen bekannt. Momentan zeigt sich auch, dass eine Überalterung im Fach festzustellen ist und Nachwuchs dringend benötigt wird. Auch während des Studiums arbeiten viele Kommilitonen beim Landesamt als Grabungshelfer. Dieser Nachwuchs würde über kurz oder lang weg brechen.

Trügt der Eindruck, dass vor allem die Bundesländer ihre Angebote in Landesämtern und Landesmuseen knapp halten? Knapper, als es der anstehende Forschungsbedarf eigentlich zulässt?

Gerade wir als Archäologen sind abhängig von öffentlichen Geldern. Die Landesämter sind ebenso zum Sparen gezwungen wie die Universitäten. Da wird schon oft mit einer Rumpfbesatzung gearbeitet. Zeitverträge sind zur Regel geworden, Festverträge dürften als Hauptgewinn gelten. Wenn man bedenkt, dass vom archäologischen Erbe Deutschlands bisher nur etwa 3-5 Prozent bekannt sind, dann ist der Forschungsbedarf immens. Erhöhter Forschungsbedarf entsteht zusätzlich durch neue Maßnahmen im Bereich der Infrastruktur. Bauvorhaben auf historischem Boden ziehen automatisch eine Begleitung der Maßnahmen durch Archäologen nach sich, um zu gewährleisten, dass wichtige Teile kulturellen Erbes nicht verloren gehen.

Genießt der Studiengang das Ansehen, das er verdient? Denn auf die Streichliste kam er ja auch, weil er „nur“ ein Exotenfach ist – der unmittelbaren Wirtschaft in der Region nicht dienlich und so auch nicht unbedingt lukrativ für wirtschaftliches Sponsoring.

Ob der Studiengang das Ansehen genießt, das er verdient, ist schwer zu beantworten, Archäologie genießt unzweifelhaft ein hohes gesellschaftliches Ansehen. Genauso wie wir von öffentlichen Geldern abhängig sind, leben wir vom öffentlichen Ansehen. Die eigentliche Archäologie hat mit der von Hollywood vermittelten Wildromantik nicht viel gemein. Im Grunde geht es jeder Geisteswissenschaft so. Wir bringen wirtschaftlich keinen unmittelbaren Mehrwert  – es sei denn, es gibt einen spektakulären Fund – siehe Himmelsscheibe. In Halle ist das Landesmuseum die Attraktion und bringt somit auch Geld in die Staatskasse. Ob sich das kürzlich eröffnete Staatliche Museum für Archäologie (smac) in Chemnitz zu einem ähnlichen Objekt entwickelt, werden wir sehen müssen. Die berühmt berüchtigte Drittmitteleinwerbung lässt sich meist nur über Stiftungen oder die ebenfalls über Steuergelder finanzierte Deutsche Forschungsgemeinschaft realisieren. Aus der Wirtschaft kommen Gelder meist nur dann, wenn der Entscheidungsträger ein Interesse für das Altertum oder alte Kulturen hat.

Ist die Vorlage zu Schließung nicht auch eine Reaktion auf eine veränderte gesellschaftliche Einstellung, die mit gewisser Ignoranz auf die Erkenntnisse aus der Geschichte herabschaut und Forschungsergebnisse bestenfalls als „Sensation“ aufnimmt, aber nicht als Teil eines gesellschaftlichen Lernprozesses?

Durchaus besteht in der heutigen Gesellschaft und vor allem in einer wirtschaftlich orientierten Politik die Einstellung, dass Allem, was kein Geld einbringt, mit Ignoranz begegnet wird. Oder mit „Kann-Weg“-Mentalität. Nur existiert in der Öffentlichkeit meiner Einschätzung nach dennoch ein ausgeprägtes Bewusstsein für den Wert der Archäologie und den Wert kulturellen Gutes, wie sich wohl auch deutlich an den Besucherströmen in den großen Archäologiemuseen zeigt. Wie Archäologen arbeiten und was sie als Fach zu leisten imstande sind, müsste aber sicher in Zukunft noch stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert werden.

Wie geht es jetzt weiter: Wie viele Immatrikulationen werden möglich sein? Wie viele Dozentenstellen sind gesichert?

Erst einmal geht alles seinen gewohnten Gang. Es wird da keine Begrenzung geben. Auch die zur Kürzung vorgeschlagene Anzahl von Dozentenstellen bleibt erst mal so bestehen. Die Studierenden, die in diesem Jahr neu immatrikuliert werden, haben auf jeden Fall das Recht das Studium so zu beenden, wie sie es begonnen haben.

Und wie sieht die Perspektive für die Folgejahre aus?

Das Rektorat signalisierte uns, dass es Pläne gibt, die Archäologie in Leipzig fortbestehen zu lassen. In welcher Form das passiert, sollten Sie bis auf Weiteres das Rektorat fragen.

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