Mit der 115 sicher durch den Behördendschungel: Leipzig jetzt auch am Start – Bürgertelefon 123-0 weiter gültig

Um Punkt elf Uhr fiel am Montag, 5. März, in Leipzig der Startschuss für die bundesweite Behördenrufnummer 115. Höchst offiziell machte sich Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller an die Unterzeichnung der sogenannten "Charta 115-Regelbetrieb". Ein umständlicher Begriff für eine einfache und praktische Sache.
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Nach Dresden und Chemnitz gehört die Messestadt zu bundesweit 180 Kommunen, die den vom Bundesinnenministerium angestoßenen Service nutzen. Andreas Müller: „Ich weiß noch, dass man unser Ansinnen, die 115 auch hier einzuführen, also im Osten, belächelt hat. Es war ein langer Weg, um alles unter ein Dach zu bringen, aber wir haben es geschafft. So haben die Leipziger die Chance, sich zum Beispiel ohne Umstände Infos zu holen, wenn sie in ein anderes Bundesland ziehen. Das gleiche gilt natürlich auch für einen Umzug in die immer beliebter werdende Stadt Leipzig.“

Auf kommunaler Ebene, so Müller, habe man bereits vor einem Jahr mit dem unter der Nummer 123-0 erreichbaren Bürgertelefon etwas durchaus Vergleichbares realisiert. Müller: „Das wollen wir auch weiterführen.“Unter der Nummer 115 ist das Bürgertelefon-Team heute auch als lokales Servicecenter des Verbundes 115 tätig. Strategien und Maßnahmen zur Staatsmodernisierung nennt sich das und meint, dass die Rufnummer 115 ein wichtiges Element der sogenannten Modernen Bürgerdienste darstellt, mit denen der Freistaat Sachsen in Kooperation mit verschiedenen Partnern wie der Stadt Leipzig und dem Bund agiert. Ziel ist es, durch die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechniken den Kontakt zwischen den Bürgern und der Verwaltung zu unterstützen und das Serviceangebot zu verbessern.

Durch die zentrale Komponente „Amt24“ als IT-gestützte Datenbank leistet der Freistaat einen wesentlichen Beitrag zur Bereitstellung einer umfassenden Wissensplattform in den 115-Servicecentern. Zudem unterstützt Sachsen durch die Mitfinanzierung der 115-Dachorganisation das Ziel der flächendeckenden Einführung der 115.Dr. Georg Thiel vom Innenministerium: „Viele weitere Kommunen werden bundesweit in diesem Jahr noch Leipzigs Beispiel folgen. Über 150 Kommunen treten 2012 dem Verbund bei. Damit verdoppelt sich die Teilnehmerzahl nahezu und bis Ende des Jahres können so über 23 Millionen Bürger den 115-Service nutzen.“

Die Idee einer einheitlichen Behördennummer wurde 2006 vom IT-Gipfel der Bundesregierung aufgegriffen. 2009 startete der Pilotbetrieb. Inzwischen steht dieser auf Auf- und Ausbau begriffene Service rund 19 Millionen Bundesbürgern zur Verfügung. In Sachsen gehören mit Dresden, Chemnitz und Leipzig die drei größten Städte dem Verbund 115 an. In Leipzig werden die unter 115 eingehenden Anrufe von den Mitarbeitern des Bürgertelefons entgegengenommen.

Diese sind montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. 75 Prozent der Anrufe sollen innerhalb von 30 Sekunden angenommen und mehr als 65 Prozent der Anrufe beim ersten Kontakt beantwortet werden. Grundlagen ist ein gemeinsames Wissensmanagement, das sich aus den häufigsten Bürgerfragen an die Kommunen und zusätzlichen Leistungsberichten der Landes- und Bundesverwaltungen speist. Die Wissensdatenbank wird ständig aktualisiert. Können Anfragen nicht sofort beantwortet werden, erfolgt montags bis freitags innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung entweder per E-Mail, Fax oder Telefon.

Die Kosten für die 115-Infrastruktur tragen Bund und Land. Die Servicecenter selbst werden von den Kommunen finanziert. Neben der 115 bleibt auch die 123-0 als direkter Draht zur Stadtverwaltung sowie als zentrale Einwahl erhalten. Die 115 kann nun aus dem Festnetz zum Ortstarif gewählt werden und ist flatratefähig. Mobilfunk-Anrufe kosten je nach Anbieter zurzeit überwiegend zwischen 17 und 20 Cent, maximal aber 30 Cent je Anrufminute.

Weitere Infos: www.115.de


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