Wie rettet man die Wissensgesellschaft vor Ministern, Professoren und Verwertern?

Vehement und deutlich schreibt Thomas Thiel, Feuilletonredakteur der FAZ, an diesem Wochenende gegen die von Justizminister Heiko Maas vorangetriebene Urheberrechtsnovelle an: „Heiko Maas macht die freie Presse kaputt“. Anfangs ging es nur um die Gelder, die die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) für die Nutzung wissenschaftlicher Schriften an den Hochschulen bekommen sollte. Jetzt aber geht es scheinbar um die Zerstörung des Urheberrechts.

Das Problem war: Die Staatsverträge mit der VG Wort liefen aus. Die regelten bislang die Pauschalen, die die VG Wort von den Hochschulen bekam, damit die wissenschaftlichen Quellen genutzt werden konnten. Die VG Wort brachte dann eine neue Regelung auf den Markt, nachdem künftig jede einzelne Nutzung abgerechnet werden sollte. Die Hochschulen und auch die Studierenden gingen auf die Barrikaden, denn das hätte ein aufwendiges bürokratisches Verfahren und jede Menge Rechtsunsicherheiten nach sich gezogen. Die Schnapsidee wurde kassiert, man einigte sich auf eine befristete Verlängerung des alten Staatsvertrages.

Und der Justizminister Heiko Maas (SPD) ging daran, ein neues Urheberrechtsgesetz zusammenschustern zu lassen, das die veränderten Bedingungen einer zunehmend digitalen Wissensnutzung berücksichtigen sollte. Das Papier lief mittlerweile durch das Bundeskabinett und den Bundesrat.

Die Studierenden-Räte fordern eine zügige Umsetzung. Denn der verlängerte Staatsvertrag läuft ja im Herbst aus. Schon das sollte zu denken geben. Denn ein Gesetz, das mit derartigem Zeitdruck aus dem Boden gestampft wird, droht zu einer Katastrophe zu werden. Worauf Thomas Thiel sehr deutlich hinweist.

„Nach künftiger Gesetzeslage könnten die Bibliotheken Bücher nach Belieben einscannen und für Forschung und Lehre 15 Prozent davon anbieten, und zwar, ohne eine greifbare materielle Entschädigung zu bieten. Welcher Anreiz für Verlage dann noch besteht, Lehrbücher und Zeitschriften zu verlegen, die hinterher in wesentlichen Teilen zu verschenken sind, lässt der Entwurf offen“, schreibt der in der FAZ. „Der Gesetzentwurf geht aber noch einen Schritt weiter und erlaubt es einem jeden, einzelne Zeitungsartikel der Allgemeinheit zu Bildungszwecken kostenlos zur Verfügung zu stellen. Anders als für wissenschaftliche Publikation, die der Staat teilweise selbst finanziert, dürfen diese Zeitungstexte vollständig benutzt werden.“

Und das hat Folgen. Denn wenn Zeitungsartikel unter der Klammer einer wissenschaftlichen (oder adäquaten) Nutzung kostenlos abgegeben werden können von den Bibliotheken, dann bedeutet das eine Ausweitung der Gratiskultur auf ein elementares Arbeitsfeld der (noch existierenden) deutschen Zeitungsverlage. Sie erhalten dafür keine Entschädigung. Die Universitätsbibliotheken und die Nationalbibliothek geben das, was die Verlage eigentlich auf dem Markt verkaufen wollen und müssen, um ihre Journalisten bezahlen zu können, kostenfrei ab.

Thiel sieht hier ein per Gesetz gewolltes Verlagssterben, zumindest einen stattlichen Eingriff in Eigentümerrechte. Denn normalerweise schützt das Urheberrecht ja die Rechte der Urheber. Und das sind – auch wenn es in einem anderen fatalen Streitfall mit der kopflos agierenden VG Wort anders scheint – eben nicht nur die Autoren. Der Streit darum, dass künftig nur noch die Autoren als „eigentliche“ Urheber Anrecht auf die Vergütung der VG Wort haben, hat tausende kleiner Verlage an den Rand der Existenz gebracht. Die erste Folge ist jetzt schon, dass viele Buchtitel nicht mehr produziert werden.

Autoren sind ja eitel. Sie glauben immer, dass sie ein Wunderwerk geschrieben haben, das sich quasi von selbst refinanziert – und nur die gierigen Verleger enthalten ihnen ihre Honorare vor.

Die Wirklichkeit sieht anders aus: Die meisten Bücher schaffen nur die „schwarze Null“, spielen gerade so Druck und Vertriebskosten ein, vielleicht noch die Satz- und Korrekturleistungen im Verlag, ein bisschen Werbung und ein kleines Salär für die Autoren.

Nur wenige Autoren können mit Büchern wirklich ihren Lebensunterhalt bestreiten. Nur wenige Verlage machen (manchmal) mit richtigen Bestsellern richtig Profit.

Trotzdem dominiert seit Jahren eine Diskussion, in der zumeist (vom Staat) hochbezahlte Leute all ihre Verkündungsmacht dazu aufwenden, für „die Freiheit des Wissens“ zu werben und zu trommeln.

Thomas Thiel nennt mit einigem Ingrimm den vormaligen Informatik- und Informationsprofessor Rainer Kuhlen von der Universität Konstanz, der (so Wikipedia) die neue „Wissensökologie“ wissenschaftlich untermauert habe.

Der Blick auf seine beiden widersprüchlichen Lehrfelder, die er bediente, zeigt, dass der Mann mal wieder nur die Hälfte von allem betrachtet hat – und einem Irrtum aufgesessen ist, der längst in der politischen Debatte all seine Tragik entfaltet. Kaum ein anderer hochbezahlter Wissenschaftler hat so vehement für „Open Access“-Lösungen geworben. Doch in seiner Theorie geht er davon aus, dass Wissen einfach da ist und nur genutzt werden muss wie Rohstoff. Die Produktionsseite kommt bei ihm nicht vor. Er hat vehement dafür geworben, dass alle Menschen gleichermaßen überall vollen Zugang zu allen Wissensquellen bekommen.

Auf dieser Grundlage hat er dann auch eine Reform des Urheberechts gefordert.

Aber welche menschliche Arbeit dahintersteckt, Wissen zu generieren, das war dem Professor ziemlich egal. Er lebte ja in einer staatlich alimentierten Welt, in der Professoren schon voll bezahlt sind, bevor sie sich auch nur hinsetzen, um einen wissenschaftlichen Artikel zu schreiben. Dass riesige Wissenschaftsverlage damit noch einmal Geld verdienen, dass sie wissenschaftliche Arbeiten noch einmal zu hohen Preisen drucken und dann den Bibliotheken zur Verfügung stellen, ändert an der Sache nichts. Es ist eine Welt mit eigenen Gesetzen, die aber draußen, wo Journalisten und Autoren von dem, was sie schreiben, leben wollen oder müssen, nicht gelten.

Ihre Bücher oder die Zeitungen und Zeitschriften, für die sie schreiben, müssen sich verkaufen, damit die Verlage überhaupt Honorare ausschütten können. Was Maas in seinem Gesetzentwurf formuliert hat, droht genau diese Grundlage zu zerstören. Thiel vermutet, in seinem Ministerium habe längst „die Verachtung geistiger Leistungen um sich gegriffen“. Wahrscheinlich nicht nur dort. Sonst würde die Mediendiskussion in der Bundesrepublik anders verlaufen. Im Bundestag sei zwar von einer „fairen Vergütung für die Ausfälle“ die Rede gewesen. Aber wer dabei an die VG Wort denkt, der weiß, dass es dort für Verlage jetzt erst recht nur „Almosen“ gibt. Almosen in Gänsefüßchen. Denn eigentlich gibt es dort für Verlage nichts mehr.

Aber das, was den Verlagen die Beine wegkegelt und sie regelrecht enteignet, das nimmt zwangsläufig auch den Autoren ihre Einnahmequellen.

Das Verlagswesen mitsamt dem Urheberrecht ist ja nicht gegen die Autoren entstanden, sondern hat die professionelle Arbeit von Autoren und Journalisten erst ermöglicht. Es hat dem gedruckten Werk (Buch, Zeitung, Zeitschrift) einen Preis gegeben und jeder Käufer konnte davon ausgehen, dass er mit seinem Kauf nicht nur Druck und Vertrieb bezahlt, sondern auch Verleger und Autor.

Dieses System geht kaputt, wenn „Open Access“ zum Gesetz wird.

Einiges ist schon kaputtgegangen. Darunter auch das Verständnis der Leser dafür, wie eigentlich „Wissen“ entsteht. Die Wissenschaftsautoren haben es auch noch nicht wirklich formuliert. Es wird jeden Tag allerlei Blödsinn über die „Informationsgesellschaft“ geschwatzt. Aber wie „Informationen“ entstehen, darüber reden auch Politiker ungern. Weil es ihnen meist zu kompliziert ist, weil sie nicht mal mehr wissen wollen, wie lange Redakteure an Texten arbeiten, die dann auch noch hieb- und stichfest sind, in denen die Fakten stimmen und die Quellen echt sind.

Es gibt auch die anderen, stimmt, die lieber Knaller auf Reichweite schreiben.

Aber wer eine wissensbasierte Gesellschaft will, der sollte zumindest eine Ahnung davon haben, was die Erarbeitung von profundem Wissen kostet. Es gibt sie nicht zum Null-Tarif. Und das fehlt seit Jahren in der ganzen Urheberrechtsdebatte. Das Urheberrecht quält nicht die Nutzer mit überzogenen Geldbußen, sondern es sollte die Arbeit der Urheber eigentlich vor Diebstahl und Enteignung schützen. Darum haben Verleger und Autoren einst gemeinsam gekämpft. Heute dominiert – eben leider auch in der Politik – die Meinung, das koste alles nichts. „Informationen“ seien ja überall in Unmengen vorhanden. Oh ja – wer die sozialen Netzwerke durchforstet, sieht, was da vorhanden ist in Massen: Hass, Eitelkeit, Fake-News.  Und Katzenbilder.

Augenscheinlich beschäftigen sich die Informationswissenschaftler überhaupt nicht mit den realen Grundbedingungen einer Informationsgesellschaft. Sie behandeln „Information“ wie kostenlose Massenware.

Was nur die seltsame Frage aufwirft: Warum sind dann Studierende und Wissenschaftler so scharf darauf?

Haben die auch schon gelernt, dass Wissen wertlos ist? Wird diese Verachtung für die Vorarbeit anderer Leute schon in den Vorlesungen vermittelt?

Vor einiger Zeit habe ich hier die Serie „Ich habe einen Traum“ begonnen. Und dann mal lieber eine Pause eingelegt, weil absehbar war, dass die ganze Sache an diesen Punkt führen wird: Die gesellschaftliche Verachtung für Wissen und Wissenschaft – nicht nur in der hohen Politik, sondern auch an deutschen Hochschulen, aus denen – obwohl seit über zehn Jahren diskutiert wird – nicht ein Quantum professioneller Analyse kommt. Es ist ein großes, blasiertes Schweigen. Dafür tummeln sich allerlei Leute, die dem Zeitgeist hinterherhecheln und dessen Begehr in wissenschaftliche Termini verpacken. Der Zeitgeist nennt sich „Billig, billig!“ oder „Geiz ist geil!“

Nichts anderes steckt hinter all dem Gerede von Open Access. Die andere Seite, die dringend notwendige Arbeit für die Wissensgesellschaft, geht dabei vor die Hunde.

Dabei belasse ich es jetzt erst einmal.

Sonst wird das eine Serie über Albträume.

Die Serie „Ich habe einen Traum“.

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Ich habe einen Traum
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