Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 36

Was der „Fall Relotius“ mit Bequemlichkeit, Vorurteilen und blinden Flecken in Redaktionen zu tun hat

Für alle LeserSeit vier Tagen beschäftigt der „Fall Claas Relotius“ nicht nur den „Spiegel“, der diese dreiste Fälscherkarriere jetzt auch zum Hauptthema seines gedruckten Magazins gemacht hat. Auch die anderen Großen kommentieren, analysieren und sorgen sich. Man kommt gar nicht hinterher, alles zu lesen. Und hat dennoch das Gefühl: Das eigentliche Problem wird eifrigst umschifft.

Manchmal scheint es aufzutauchen, wenn besonders kritische Kommentatoren die unersättliche Gier nach „schönen Geschichten“ als Problem benennen.

Etwa wenn Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen, in einem Beitrag für die „Zeit“ schreibt: „Was sich hier zeigt, nennt man die narrative Verzerrung, den Story Bias. Man hat die Geschichte im Kopf, man weiß, welchen Sound Leser oder Kolleginnen gerne hören wollen. Und man liefert, was funktioniert. Genauso hat es vermutlich auch Claas Relotius gemacht, nur dass sich bei ihm die Verzerrung zur narrativen Verführung steigerte, auf die zahlreiche Medien hereinfielen.“

Er landet am Ende dann beim „fiktionalen Erzählen“ und suggeriert, das, was Claas Relotius gemacht habe, sei eigentlich eher Literatur als Journalismus.

Aber damit macht er es sich zu einfach. Er unterschätzt den Druck der Rezipienten (von den Redaktionschefs bis hin zu den Lesern und Politikern), dass Geschichten ihren Erwartungen entsprechen sollten, dass Journalisten quasi täglich vor allem bestätigen, was man eh schon zu wissen meint.

Selbst beim „Spiegel“ kreist man ziemlich emsig um den alten Augstein-Spruch „Sagen, was ist“. Und man hofft, durch bessere Kontrollmechanismen einen nächsten „Fall Relotius“ verhindern zu können. Denn eines ist ja offenkundig: Man hat die so passend geschriebenen Artikel des umtriebigen Reporters immer gern genommen. Sie „passten“ so schön. So schön, dass man selbst die 2017 aufkommenden Zweifel an einigen Geschichten lieber erstickte und nicht weiter ausermittelte.

Denn die vielen Medienpreise, mit denen Relotius überschüttet wurde, erzählen ja auch von der Blindheit einer Branche, die sich mit „schönen Geschichten“ auch selbst stilisierte. Die „schönen Geschichten“ im Blatt bestätigten scheinbar die eigene Professionalität.

Aber dass etwas Entscheidendes fehlt, das macht gerade die „Zeit“-Analyse zu den sechs Relotius-Artikeln deutlich, die zwischen 2010 und 2012 auf „Zeit Online“ und „Zeit Wissen“ erschienen. Augenfällig wird es in der Analyse des Interviews mit dem Filmemacher Austin Lynch, das am 11. März 2011 erschien. Lynch bereiste mit einem Partner für ein Dokumentarfilmprojekt Deutschland und befragte Menschen auf der Straße nach deren Lebenssituation.

Das Interview hat Relotius nicht direkt geführt, sondern via E-Mail abgefragt.

Im publizierten Interview lautete eine seiner Fragen: „Haben Sie die Menschen in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich wahrgenommen?“

Die Originalantwort aus der E-Mail-Anfrage lautet laut „Zeit“-Recherche: „At this time we have not discerned any significant differences in the geographical regions. This question will be better suited to when we have finished the editing process.“ Von „Zeit“ ins Deutsche übertragen: „Bis jetzt haben wir keine signifikanten Unterschiede zwischen den geografischen Regionen festgestellt. Diese Frage wird besser zu beantworten sein, wenn wir den Schnittprozess abgeschlossen haben.“

Im Interview aber hat Relotius das hier draus gemacht: „Es war seltsam: Als wir in den Osten fuhren, schien sich plötzlich eine dunkle Wolke über uns zu legen – es wollte sich einfach niemand mehr interviewen lassen. Wir dachten schon, die Menschen in Ostdeutschland wären möglicherweise wirklich ganz anders als im Rest des Landes. Aber dann trafen wir irgendwo auf einem Bauernhof eine fröhliche rothaarige Frau namens Heidemarie und wir konnten unseren ersten Eindruck zum Glück wieder über den Haufen werfen. Menschen sind eben doch überall gleich.“

„Aus welchen Quellen Claas Relotius diese Aussage zusammenmontiert hat, können wir nicht mehr nachvollziehen. Klar ist nur, dass sie nicht aus dem schriftlich geführten Originalinterview stammt“, kommentiert das die „Zeit“.

Erwartungshaltung und Realität

Aber wer über Jahre verfolgt hat, wie die großen deutschen Medien über den deutschen Osten berichtet haben, dem schwant natürlich etwas. Denn die Überarbeitung liest sich wie ein markanter Fall von „vorauseilendem Gehorsam“: Eine eigentlich ausgewogene Aussage wird mit den Erwartungen überformt, die ein Journalist hier augenscheinlich übernommen hat: Er liefert, was in den üblichen Mainstream der Erzählmuster passt. Der westdeutschen in diesem Fall.

Und hätte es uns nicht stets geärgert, hätten wir es wohl auch nicht weiter groß registriert, dass auch die „Zeit“ 2015 regelrecht munter wurde und ihren Umgang mit dem Osten spürbar änderte – mit ein paar mehr Kolleg/-innen, die tatsächlich vor Ort unterwegs sind seitdem und direkt aus diesen ostdeutschen Landschaften berichten. Und mit einer vorsichtigen Infragestellung der alten Erzählmuster, die nun einmal west-deutsche Erzählmuster über den Osten waren. Die es nicht nur bei der „Zeit“ in massiver Form gab, sondern bei allen großen deutschen Zeitungen und Magazinen, die allesamt im Westen zu Hause sind.

Es gab also auch nie wirklich ein ostdeutsches Medium, das dieser Einseitigkeit hätte widersprechen können. Und die ostdeutschen Medien, die man geneigt war überhaupt wahrzunehmen, sind allesamt keine kritischen. Dem Osten fehlt bis heute ein großes, recherchestarkes Medium. Die Lücke haben auch die öffentlich-rechtlichen Sender nie ausgefüllt, die Regionalzeitungen mit ihren westdeutschen Inhabern erst recht nicht.

Was aber passiert, wenn niemand die einseitigen Urteile und Sehschablonen hinterfragt?

Das hat Folgen. Denn natürlich merken auch die angehenden Journalisten und Reporter sehr schnell, welche Art Geschichten ihnen abgekauft werden, was verantwortliche Redakteure als „passend“ empfinden, wo die Schwerpunktsetzung sein sollte, damit man den Text auch loswird und was am besten drinstehen sollte. Und was nicht.

Denn: Auch Redaktionen haben ihre Schablonen, nach denen sie die Welt filtern. Erst recht dann, wenn sie jahrzehntelang Recherchen unterlassen haben und ein Objekt – wie in diesem Fall diesen wilden deutschen Osten – nicht weiter für erkundenswert hielten. Denn wenn diese Grunderforschung fehlt, neigt so mancher sehr schnell dazu, „das immer Gleiche zu bestellen“, Bestätigungen für das, was man seit Jahren schon zu wissen glaubt. Wer wird sich denn hinterfragen, wenn man so augenscheinlich ja doch nur veröffentlicht, was andere auch veröffentlichen?

Was natürlich einerseits verständlich ist: Auch die großen Zeitungen möchten ja gern „gefallen“. Und das schafft man irgendwie schon, wenn man den Lesern das Gefühl gibt, dass das, was „Alle“ denken, tatsächlich so ungefähr die „Wahrheit“ ist.

Deswegen haben es offene, kantige Geschichten, die zeigen, dass Dinge und Menschen doch nicht so eindeutig und einfach sind, wie man immer glaubte, es schwer in so einem Umfeld. Sie wirken so „unfertig“, als hätte der Autor nicht die Kraft gehabt, sie glattzubügeln und so bestimmt zu schreiben, dass man das Gefühl bekommt: „So ist es!“

Das geht jetzt nicht nur an die Redakteure. Auch nicht nur die westdeutschen. Das betrifft auch die Mediennutzer, die Medien oft wie Bestätigungsinstanzen betrachten, bei denen sie eigentlich nur in knappen Sätzen gesagt bekommen wollen, „dass es so und so ist“, eindeutig, klar, „die reine Wahrheit“.

Aber in der Welt ist nichts „rein“ und auch selten irgendetwas eindeutig. Schon gar nicht, wenn es um Menschen geht, ihr Leben, ihre Motivationen und ihr Verhalten gegenüber Journalisten.

Dass der Topos der „eindeutigen Wahrheit“ trotzdem immer wieder aufrufbar ist, belegen ja all die hysterischen Kampagnen von Rechtsradikalen („Lügenpresse“) oder AfD („Lückenprese“). Sie suggerieren, es gäbe eindeutige Wahrheiten (die sie oft auch gleich noch mit ihrer eigenen Meinung verwechseln), und nur die allein seien zu veröffentlichen.

Und es gibt viel zu viele Medien, die genau diese Erwartung auch versuchen zu erfüllen. Auch mit „schönen Geschichten“. Sie meiden ganz offenkundig das, was sie selbst gern beschwören: die kritische und unabhängige Distanz. Das ist schwer, keine Frage. Amerikanischen Dokumentarfilmern fällt es leichter, die Deutschen einfach ohne Schablone zu betrachten und zu interviewen.

Das Thema hat auch noch ein paar unangenehme Erweiterungen. Denn wenn Redaktionen dann auch noch die Erwartungshaltungen anderer übernehmen, zum Beispiel der jeweiligen Regierungsparteien im Land oder der zahlungskräftigsten Werbekunden, dann entsteht eine ziemlich fatale Echokammer. Dann arbeitet der freundliche Zensor im Kopf ganz stillschweigend schon von vornherein mit, siebt die Themen, „die man anpacken darf“, siebt die Sichtweisen und das, was als opportun gilt.

Es entsteht ein gefälliges Blatt, das dann auch der herrschenden Politik nur noch zurückspiegelt, was die agierenden Politiker erwarten. Eine Art Bestätigungs- und Gefälligkeitsjournalismus, der sich nicht mehr traut, sich drei Schritte neben sich selbst zu stellen (oder mal auf den Tisch zu steigen), um zu sehen, was man vom gemütlichen Schreibtisch aus nicht mehr sieht.

Was viele Redaktionen nicht mehr schaffen, weil ihnen Zeit und Leute fehlen. Lieferanten wie Claas Relotius haben ja auch eine Lücke gefüllt, Texte geliefert aus Bereichen, in die selbst die großen Blätter keine Reporter mehr schicken konnten. Das ist ein Problem – ein Riesenproblem. Eigentlich braucht es wieder viel mehr Reporter, die Tag für Tag ausschwärmen und schauen, was „da draußen“ los ist. Und mit Ergebnissen zurückkommen, die das felsenfest Gewusste immer wieder infrage stellen.

Wissend, dass es „die Wahrheit“ nicht gibt. Und dass das Leben der Menschen viel komplexer und widersprüchlicher ist, als es uns Sonntagsreden und „schöne Geschichten“ weiszumachen versuchen.

Die Serie „Medien machen in Fakenews-Zeiten“.

Ich glaub‘, mich streift das Glück … Die Weihnachts-LZ ist da

Medien machen in Fakenews-Zeiten
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gastkommentar von Christian Wolff: Abenteuerlicher Beschluss der sächsischen Landessynode
Landesbischof Dr. Carsten Rentzing. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Für alle LeserDass die Synode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens zwischen dem 15. und 18. November 2019 eine schwierige Tagung zu absolvieren hatte, war nach dem Rücktritt von Dr. Carsten Rentzing vom Amt des Landesbischofs vorhersehbar. Die Schwierigkeit lag nicht nur darin, dass Rentzing eine Würdigung seiner Arbeit eingefordert hatte und auch durch den Vorsitzenden der Synode Otto Guse erfuhr.
Sächsischer Flüchtlingsrat verkündet Happy End für Luans Familie – mit einer Ausnahme
Luan Zejneli im Sommer 2019. Foto: SFR

Foto: SFR

Für alle LeserNicht nur Luan Zejneli, sondern auch der Rest seiner in Leipzig verbliebenen Familie darf in Deutschland bleiben. Die sächsische Härtefallkommission, ein Gerichtsurteil und die erfolgreiche Suche nach Ausbildungsplätzen haben das in den vergangenen zweieinhalb Jahren ermöglicht. Der Sächsische Flüchtlingsrat zieht ein entsprechend freudiges Fazit – mit einer Einschränkung: Ein Familienmitglied hatte Deutschland im vergangenen Jahr mehr oder weniger freiwillig verlassen.
Leipziger Gehirnforschung: Wie funktioniert eigentlich die mentale Landkarte in unserem Kopf?
Jacob Bellmund bewegt sich auf der Plattform in einer trapezförmigen virtuellen Umgebung. Foto: DoellerLab

Foto: DoellerLab

Für alle LeserDie meisten Menschen wundern sich überhaupt nicht darüber, dass sie sich in ihrer Umgebung zurechtfinden. Die meisten denken nicht mal darüber nach, wie das eigentlich funktioniert. Aber die Forscher am Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften finden diese Frage doch ziemlich wichtig. Denn: Wie funktionieren diese Landkarten im Kopf wirklich? Und was passiert, wenn sie nicht funktionieren?
Am 1. Dezember in der Paul-Gerhard-Kirche: 45. KlassischesKartoffelKonzert in Leipzig
45. KlassischesKartoffelKonzert in Leipzig mit "amarcord". Quelle: NuKLA e. V.

Quelle: NuKLA e. V.

Der Verein Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e. V., veranstaltet am Sonntag, 1.12. 2019 sein 45. Benefizkonzert. Karten für das Konzert sind bei allen bekannten Vorverkaufsstellen in Leipzig & über www.eventime.de sowie über die NuKLA-Homepage erhältich.
Deutsche Nationalbibliothek zeigt: Störenfriede. Kunst, Protest und das Ende der DDR
Gestaltung der Glasfassade des Deutschen Buch- und Schriftmuseums aus Anlass der Ausstellung „Störenfriede“ Foto: DNB, Julia Rinck, CC-BY-SA 3.0 DE

Foto: DNB, Julia Rinck, CC-BY-SA 3.0 DE

Für alle LeserDiktaturen fürchten sich vor unabhängigem Denken, vor unbequemen Fragen und vor Leuten, die sich von den herrschenden Parteien nicht vorschreiben lassen, was sie zu sagen haben und was nicht. Das war auch in der DDR so. Und deshalb gab es eine erstaunliche Vielfalt von subversiven Schriften, die die Unruhe ins Land trugen, lange bevor das viel gerühmte Volk bereit war, auf die Straße zu gehen. Eine Ausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum zeigt das jetzt.
Nextbike hat keinen Freefloating-Vertrag, wird aber häufiger Angriffsziel von Brandstiftern
Verbrannte Nextbike-Räder in der Bernhard-Göring-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFreefloating, was für ein hübscher Anglizismus. Verwendet wird er, wenn Anbieter von Leihfahrzeugen aller Art ihre Fahrzeuge überall im Stadtgebiet abstellen. Die einen machen das mit Miet-Autos, die anderen – bundesweit ja gerade Thema – mit Elektrorollern. Und die Firma Nextbike macht das in Leipzig mit Fahrrädern. Da war CDU-Stadträtin Jessica Heller bestimmt nicht die Einzige, die vermutete, dass Nextbike dafür auch einen richtigen Floating-Vertrag mit der Stadt hat.
Leipzigs Verwaltung sollte spätestens im Sommer 2020 ein Piktogramm für die Fahrradstraßen einsatzbereit haben
Hier mal ein Winterbild aus der KarLi. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit im Mai das Jugendparlament beantragte, auch die nördliche Karl-Liebknecht-Straße zur Fahrradstraße zu machen, schaukelt sich auch dieses Thema zum Streitpunkt unter den Ratsfraktionen auf. Die einen fragen, ob die Bernhard-Göring-Straße nicht endlich zur Fahrradstraße werden kann. Die nächsten beantragen: Nur ja nicht die KarLi. Und auf einmal taucht auch hier das Thema Piktogramme auf.
Das große Pratajev Liederbuch II: Die wodka-besinnlichen Lieder aus dem Nachlass eines verschollenen russischen Dichters
The Russian Doctors: Das große Pratajev Liederbuch II. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas ist eigentlich ein Büchlein, zu dem man die CDs der beiden „Halbgötter in Punk“ braucht, die nun seit 16 Jahren als The Russian Doctors durch die ostdeutsche Taiga tingeln: Makarios und Frank Bröker. Denn das, was sie anstellen, lebt tatsächlich von Makarios' eindrucksvoller Stimme und von der Erlenholzgitarre Frank Brökers. Aber richtig angefangen hat ja die Pratajev-Geschichte schon 1997.
Der Stadtrat tagt: Leipzigs Stellplatzsatzung nach dreieinhalb Jahren beschlossen + Video
Baudezernentin Dorothee Dubrau in der OB-Fragestunde am 23. Januar 2019. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs hat mehrere Jahre gedauert, es gab zahlreiche Änderungsanträge und es war nur eine knappe Mehrheit: Mit den Stimmen von Linken, Grünen und SPD hat der Stadtrat am Dienstag, den 19. November, die neue Stellplatzsatzung für Leipzig beschlossen. Darin ist geregelt, wie viele Stellplätze für Autos und Fahrräder an Wohnungen, Häusern, Schulen und anderen Einrichtungen mindestens vorhanden sein müssen.
Der Stadtrat tagt: Die November-Sitzung im Livestream und als Aufzeichnung
Der Stadtrat tagt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWeil am Mittwoch ein Feiertag ist, findet die November-Sitzung des Leipziger Stadtrats ausnahmsweise an einem Dienstag statt. Am 19. November kommen die Stadträte und Stadträtinnen bereits zum dritten Mal innerhalb von drei Wochen im Neuen Rathaus zusammen. Die L-IZ ist mit einem Livestream vor Ort und wird über ausgewählte Themen berichten.
Schon über 1.000 Anträge für mietpreisgebundenen Wohnungsbau in Leipzig bewilligt
Ein Baukran in Leipzig - aber noch nicht für sozialen Wohnungsbau. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie kritisiert man eine Landesregierung, die es einfach nicht fertigbringt, bei wichtigen Zukunftsthemen über ihren Schatten zu springen? Ganz sachte. Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau macht es jetzt vor in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion. Denn dass die Peanuts aus Dresden nicht reichen, den sozialen Wohnungsbau in Leipzig ausreichend zu finanzieren, ist auch der Leipziger Stadtverwaltung klar.
Am 23. November im Cineplex: Bayerisches Outdoor Filmfestival B/O/F/F
Sächsische Delikatessen. Quelle: CINEPLEX Leipzig

Quelle: CINEPLEX Leipzig

Das Bayerische Outdoor Filmfestival B/O/F/F ist wieder auf Tour und macht am 23.11. zum ersten Mal Station im Leipziger Westen. „Autorenkino im Genre Abenteuer- und Naturfilme, zwischen Heimatliebe und Weltoffenheit“, so beschreiben die drei Macher ihre Filmtour. Gespielt wird in Programmkinos, Kletterhallen, Freiluftkinos, in Biergärten, am See und auf Hütten. Die Vorführung im Cineplex Leipzig ist die einzige Vorstellung in Ostdeutschland.
Sparkassenmuseum Grimma hat in der einstigen Schalterhalle neu eröffnet
Willkommen am historischen Schalter. Foto: Stadt Grimma

Foto: Stadt Grimma

Für alle LeserKlein aber fein. Grimma hat jetzt wieder ein Sparkassenmuseum. Ein Wasserschaden hat dafür gesorgt, dass es vor vier Jahren geschlossen werden musste. Doch seit dieser Woche kann das Sparkassenmuseum in Grimma wieder besichtigt werden. Die Ausstellung wurde neu konzipiert und zog in den ehemaligen Schalterraum der historischen Sparkasse am Grimmaer Markt.
Stadtrundfahrt-Unternehmen will auf Busdurchfahrten durch die Beethovenstraße nicht verzichten
Stadtrundfahrtbusse in der Beethovenstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit Juni ist die Beethovenstraße Fahrradstraße. Eine Ausschilderung, auf die sich auch viele Anwohner gefreut hatten. Denn damit müsste sich normalerweise auch der Durchfahrtverkehr von Lastkraftwagen deutlich verringern. Und auch die dicken Busse der Stadtrundfahrten dürften hier nicht mehr fahren. Doch diese Busse aus der Straße zu bekommen, ist selbst für Leipzigs Stadtverwaltung ein ganz zähes Unterfangen.
Sachsens Linke hat mit Schaper und Hartmann ein neues Führungsduo
Wahlplakat der Linken zur Landtagswahl 2019. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Wahlergebnis zur Sächsischen Landtagswahl im September war auch für die Linkspartei eine eiskalte Dusche: 10,4 Prozent. Solche Ergebnisse kannte bisher nur die SPD, die mit 7,7 Prozent diesmal noch schlechter abschnitt. Da war schon klar, dass zum nächsten Landesparteitag abgerechnet werden würde. Der fand am Wochenende in Dresden statt. Und Antje Feiks, die als Landesvorsitzende für das Wahldebakel die Verantwortung übernahm, trat nicht mehr an.