Die eigentlich unersetzbare Rolle der Journalisten als Spielverderber

Für alle LeserNach Weihnachten gab es ja bekanntlich den jüngsten Chaos Computer Congress auf der Leipziger Messe. Dort hielt der junge IT-Experte David Kriesel auch einen Vortrag über die Verspätungen der Deutschen Bahn. Er erzählte, wie er die Daten sammelte und auswertete. Und die „Zeit“ bat ihn dann zum Interview, um zu erzählen, wie er das gemacht hatte und was das für die DB AG bedeutet. Aber am Ende stellte die Interviewerin Lisa Hegemann eine entscheidende Frage nicht. Und bekam trotzdem eine Antwort.

Denn auch bei der „Zeit“ steckt man in Denkblasen fest. Nach Jahren des Bahn-Bashings und der Drama-Geschichten um Zugausfälle, Verspätungen und jüngst den Lapsus der DB-Pressestelle mit ihrer völlig verpeilten Reaktion auf einen Tweet von Greta Thunberg merkt man auch Lisa Hegeman an, dass sie tief im Talkshow-Modus steckt. Sie sagte: „In Ihrem Vortrag haben Sie gesagt, Sie wollten kein Bahn-Bashing betreiben, nicht einfach nur draufhauen. Trotzdem dürfte die Bahn nicht sehr erfreut sein, schließlich ist gerade die Ausfallquote nicht günstig für sie.“

Seit wann interessiert Journalisten, ob ein Mobilitätsdienstleiter „erfreut“ ist? Geht’s noch? Natürlich hat es sich in Chefetagen und Pressestellen eingeschlichen, sich immerfort beleidigt zu fühlen und sich jede Kritik zu verbitten. Oder Kritik mit solch geölten Worten abblitzen zu lassen, dass öffentlich der Eindruck entsteht, Medien würden ihre Befugnisse überschreiten, wenn sie fundamentale Kritik vorbringen. Als wäre das irgendwie obszön.

Obwohl David Kriesel überhaupt nichts Obszönes vorgetragen hat. Im Gegenteil: Er hat sein Datenmaterial mit dem Material abgeglichen, das die Bahn inzwischen selbst systematisch erhebt, um überhaupt noch einen Überblick über Verspätungen und Zugausfälle zu bekommen. Er hat das getan, was normalerweise die Steuereinheit eines Konzerns machen muss, um Schwachstellen zu ermitteln und daraus Reparaturpläne zu entwickeln.

Wir leben ja in einer Ära, in der alle von smarten Technologien reden. Aber wenn mal einer reinleuchtet ins Uhrwerk, stellt sich heraus: In Wirklichkeit wird noch genauso handwerklich gearbeitet wie 1994.

Die ganze Schönwetterrederei über neue Technologien ist wirklich nichts anderes. Auch weil die meisten Leute gar nicht gelernt haben, über Technologiefolgen oder auch nur Technologienutzen nachzudenken.

Auch Journalisten und Medienbosse nicht. Man arbeitet ja stur daraufhin, den „Roboterjournalismus“ zu etablieren und all die Leute überflüssig zu machen, die ihren Kopf im System noch dazu benutzen, sich die entscheidenden Fragen zu stellen: Stimmt das denn? Und wo finde ich die richtigen Zahlen?

Nicht die Interviewerin ist journalistisch an das Thema herangegangen, sondern der Programmierer David Kriesel.

Auf den oben zitierten Einwand antwortete er unter anderem so: „In meinem Vortrag auf dem 36C3 habe ich genau zu diesem Thema ein Schlusswort gehalten. Mir ist wichtig, die Leute zu inspirieren, in einer Zeit, in der ,gefühlte Wahrheiten‘ sehr viel gelten, genauer hinzuschauen und eigene Analysen zu starten. Wenn ich mir eine Sache aussuchen müsste, für die das nun zu Ende gehende Jahrzehnt steht, dann ist das der Aufstieg der Empörten. Wenn ein paar derjenigen, die sich heute im Internet einfach nur empören, im nächsten Jahrzehnt zur unaufgeregten Analyse übergehen, und dabei auch anerkennen, wenn die eigene gefühlte Wahrheit nicht stimmt, haben wir gesellschaftlich unglaublich viel gewonnen.“

Das ist eigentlich die Grundherausforderung von Journalismus: Sich nicht von Gefühlen treiben zu lassen und gefühlige Meldungen zu verbreiten, gar mit den Gefühlen der Leser zu spielen und auf Gefühlswellen, die durchs Netz jagen, anzuspringen.

Gute Journalisten sind Spielverderber. Sie nehmen sich die ach so schöne Geschichte, die ihre Kollegen von der schnellen Bräterei in die Welt posaunen wie den Showdown bei „Herr der Ringe“, nehmen die scheinbar so fluffige Geschichte auseinander und schreiben hinter jede Behauptung ein Fragezeichen. Und dann suchen sie nach den Quellen, wo sie ihre Fragen stellen und die Behauptungen verifizieren (oder falsifizieren) können.

Am Ende hat man eine Geschichte, die nicht so flüssig runtergeht wie Dosenbier. Die die Leser aber damit konfrontiert, dass unsere Welt etwas komplexer ist als im Märchenbuch. Was eigentlich faszinierend ist. Das weiß jeder, der über seine Kinderbücher hinausgewachsen ist.

Die Welt ist voller Widersprüche. Aber Komplexität braucht Zeit, Geduld und den Wunsch wenigstens der Autoren, wirklich wissen zu wollen, was geschieht. Aber Kriesel deutet eben auch noch eine Entwicklung an, die gerade diese Grundlage verlässlicher Medien seit über zehn Jahren zunehmend zerstört.

Denn mittlerweile dominieren Medien den Markt, die sich mit Prüfen und Fragenstellen gar nicht erst aufhalten, Medien, die die Zeitspanne zwischen Ereignis und „Berichterstattung“ auf Null reduziert haben. Und die vor allem eines befeuern: Gefühle, Emotionen.

Mit Folgen, die Roberto Simanowski in einem Essay, der ebenfalls auf zeit.de erschien, so auf den Punkt bringt: „Das ist es, was man der Technikplattform Facebook vorwerfen muss. Dass sie im Interesse ihres Geschäftsmodells Gewächshausbedingungen dafür schuf, was uns heute am politischen Fortschrittspotenzial sozialer Netzwerke zweifeln lässt: gezielte Desinformation, Hassreden, Filterblasen. Die Kommunikationsbedingungen auf Facebook fördern eine Kultur des Sensationalismus und der emotionalen Zuspitzung, die der Demokratie die mentale Grundlage entzieht. Sie zerstört zum Beispiel die Fähigkeit zur Geduld, sich auf ausgewogene Mitteilungen, komplexe Aussagen und alternative Perspektiven einzulassen.“

Das ist genau das, was nicht nur den Journalismus in unserem Land zerstört, weil dieses aufregungsgesteuerte Netzwerk (nebst zwei, drei andern) die Aufmerksamkeit der Menschen ablenkt, auf Krawallthemen lenkt, sie regelrecht zuschüttet mit Krawall – und dabei systematisch die zeitverzögerte Berichterstattung von Journalisten marginalisiert. An den Rand drängt.

Wer die Krawallmechanismen dieser Netzwerke beherrscht, der kann binnen weniger Minuten zu jedem beliebigen Ereignis einen Shitstorm auslösen, die Dominanz über ein Thema an sich reißen und den Nutzern suggerieren, hier würde sich die Mehrheit der Menschen ganz fürchterlich aufregen. Auch wenn es nur wieder die üblichen gut vernetzten Aktionisten aus der rechten Szene sind, die sich ja vorm Jahreswechsel auch gleich mal am Kinderchor des WDR vergriffen. Und dieser Sender knickte auch noch ein.

Man sieht: Unsere Fernsehverantwortlichen haben auch nach zehn Jahren noch nicht begriffen, was da abläuft und wie sich rechtsextreme Netzwerke regelrecht darauf spezialisiert haben, mit solchen Kampagnen die gesellschaftliche Debatte zu zerstören. Denn die meiste Aufmerksamkeit bei Facebook & Co. bekommen die lautesten und die schnellsten Schreihälse.

Es ist auch kein Ansatz sichtbar, der diesen Grundfehler beheben und die sogenannten „social media“ tatsächlich zu sozialen Netzwerken machen würde. Die IT-Giganten haben zwar mit amerikanischer Rücksichtslosigkeit die klassischen Medien aus ihrer „Gatekeeper“-Rolle verdrängt – zeigen sich aber (systembedingt) als völlig unfähig, gesellschaftliche Diskussionen vernünftig zu moderieren.

Dazu braucht man geduldige Leute, die Geschichten drei Mal durch den Wolf drehen, bis sie sie in die Öffentlichkeit geben. Leute, die sich nicht einreden lassen, man mache nur mit Aufregern Quote. Oder müsse gar mit Aufregern Quote machen – so wie all die schreienden News-Aggregatoren, die so tun, als würden sie Bericht erstatten, obwohl sie nur aus knappen Meldungen Zündstoff für Aufregung, Hass und Häme machen.

Ich reg mich schon wieder auf. Hab ich mich bei Georg Schramm angesteckt?

Denn wenn wir diesen Weg weiter so gehen, werden wir völlig aus dem Lot geratene Gesellschaften erleben, in denen nur noch gehatet, gezofft, niederbebrüllt, beleidigt und gelogen wird. Wo der Ton noch verletzender und niederträchtiger wird, als er jetzt schon Politiker/-innen entgegenschwallt, die niemandem etwas getan haben, die aber von rechten Netzwerkern regelrecht zum Feindbild aufgebaut werden. Der Verleumdung folgt die Drohung. Kein Wunder, dass sich immer mehr Bürger an die späten 1920er Jahre erinnert fühlen.

Und damit geht auch eine wichtige Erkenntnis verloren: Dass eine funktionierende Gesellschaft eine vernünftige Politik braucht. Eine Politik, die ruhig analysieren und durchdachte Lösungen finden kann. Und die dabei Unterstützung von Medien erfährt, die die erlebte Wirklichkeit und ihre Probleme gründlich analysieren. Jeden Tag.

Klar. Dazu gehören auch nicht alle klassischen Medien. Zeitungen und Revolverblätter, die mit verdrehten Fakten die Stimmung anheizen, gab es schon vorher. Mit denen schlug sich ja Günter Wallraff schon seit 40 Jahren herum. Denn wer mit seinen Medien den „Volkszorn“ zum Kochen bringen kann, bringt auch Politiker unter Druck, erzwingt sich so indirekt eine Politik im Sinn der eigenen Eigner.

Und dann denkt man natürlich darüber nach: Braucht es da nicht erst recht Medien, die mit Analyse und Nachdenklichkeit gegenhalten? Die ihre Leser geradezu dazu animieren, sich wieder des eigenen Köpfchens zu bedienen und auch Politik (wieder) mit Vernunft zu betrachten, nicht mit all diesen Hosianna- und Stürzet-ihn-Geschichten, mit denen ja auch die SPD medial gründlich zerlegt wurde, und weiter zerlegt wird, wie Klaus Staeck erst im Dezember feststellen konnte.

Manchmal stecken in den geschürten Emotionen auch Absichten, geht es um das verschleierte Spiel der Macht.

Und am Ende immer um die Frage: Halten Medien dagegen, die die Vernunft in den Bewohnern der Demokratie ansprechen und die auch dahin appellieren, dass eine so gefährdete Gesellschaft wie die unsere mit Vernunft verwaltet wird?

Vernunft ist nur für Leute langweilig, denen das Nachdenken schon seit der Schule verleidet wurde. Und es wird vielen Kinden verleidet, besonders, wenn sie aus weniger gut betuchten Familien kommen. Und dann taucht natürlich die Frage auf: Wie erreicht man solche Menschen überhaupt noch, wenn sie sowieso schon in einer Medienwelt leben, in der es nur noch um Meinungen und Emotionen geht? Und wo man mit Meinungsmache Mehrheiten steuert.

Nur so als Frage. Denn das verhindert vernünftige Lösungen. Und es schafft immer neue Jahrgänge von Menschen, die mit Meinungen manipulierbar sind und nicht einmal ahnen, wem sie eigentlich folgen, wenn es in den Netzen brüllt: Folge mir!

Die ganze Serie „Medien machen in Fakenews-Zeiten

 

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. November 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 400 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Medien machen in Fakenews-Zeiten
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Offene Frage: Dürfen Fußgänger und Radfahrer ab September wieder über die Brücke über den Elstermühlgraben?
Die Rohrleitungen auf der Brücke über den Elstermühlgraben. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einer Woche sorgen große blaue Rohre im Rosental für Stutzen bei Wanderern, Joggern, Walkern und Radfahrern. Nicht nur, weil sie sich vom Klärwerk kommend über die Brücke über den Elstermühlgraben schlängeln, sondern weil auch ringsum alles abgesperrt ist – nicht nur die Brücke, sondern auch die angrenzenden Waldwege. Und kein Schild verrät, was hier geschieht, warum und wie lange.
Linksfraktion reagiert auf CDU-Antrag: Die demokratischen Prozesse im Stadtrat lieber nicht antasten
Steffen Wehmann (Linke). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAm 26. Juni 2019 vertagt, am 27. Juni 2019 dann vom Stadtrat zur Kenntnis genommen. Aber irgendwie ist der damals vorgelegte Abschlussbericht der Arbeitsgruppe Hauptsatzung, die der Stadtrat extra eingerichtet hatte, um auf die Änderungen der Sächsischen Gemeindeordnung zu reagieren, in Vergessen geraten. Denn dass sich Stadträte von CDU und SPD so über ausufernde Stadtratssitzungen ärgern, hat wohl auch mit überfälligen Änderungen in der Ausschussarbeit zu tun, findet Linke-Stadtrat Steffen Wehmann.
Linke beantragt: Wohnungsbaufördergelder sollen auch komplett in den Sozialwohnungsbau fließen
Demo für sozialen Wohnungsbau am 18. Januar. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNach dem Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ kann man keine Wohnungspolitik machen. Damit ist die Bundesregierung kläglich gescheitert und hat einen enormen Investitionsstau verursacht: 1,5 Millionen Wohnungen fehlen in Deutschland, in den Großstädten werden Immobilien zum Spekulationsobjekt und für den sozialen Wohnungsbau fehlt das Geld, reichen die ausgereichten Summen auch in Sachsen nicht, wie die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel feststellt.
Leipzig braucht nicht noch einen Extra-Corona-Finanzausschuss
Aus dem Vollen schöpfen konnte Leipzig schon ewig nicht. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie AfD ist eine Panikpartei. Was die Leipziger AfD-Fraktion im Mai, als noch nicht einmal absehbar war, inwieweit die Corona-Maßnahmen auf den Leipziger Haushalt durchschlagen würden, mit einem vor Dringlichkeit strotzenden Antrag mal wieder bewies. Sie forderte die „Gründung einer Kommission zur Überprüfung und Neubewertung von Ratsbeschlüssen angesichts der unvorhergesehenen finanziellen Mehraufwendungen der Stadt Leipzig durch die Corona-Pandemie“. Das war dann wirklich Quatsch mit Nonsens. Findet auch der Oberbürgermeister.
Mittwoch, der 12. August 2020: Corona-Verharmloser/-innen spucken auf die Gesundheit anderer
Die Maske ist zum umkämpften Symbol geworden. Foto: Jasmin Sessler, Pixabay

Foto: Jasmin Sessler, Pixabay

Für alle Leser/-innenEine Frau ohne Gesichtsmaske soll einen Supermarktmitarbeiter gekratzt, geschlagen und bespuckt haben. Das berichtet die Polizei heute. Zuvor hatten Corona-Verharmloser/-innen zu Verstößen gegen die Maskenpflicht aufgerufen. Außerdem: Ein MDR-Beitrag über die „Basis“ der SPD in Leipzig verrät wenig und die geplante Verfassungsschutz-Reform stößt auf ein geteiltes Echo. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 12. August 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Eine Ausstellung im Café Wagner würdigt die im Juli verstorbene Pop-Art-Künstlerin Jeannette Pietrowski-Siefke

Foto: privat

Für alle LeserDas Café Wagner am Richard-Wagner-Platz ehrt am Freitag, 14. August, die im Juli verstorbene Leipziger Pop-Art-Künstlerin Jeannette Pietrowski-Siefke (1978 bis 2020) mit Ausstellung und der Widmung eines Nachwuchs-Kunstpreises. Sie hatte ihre eigene, besonders treue Anhängerschaft weit über Leipzig hinaus. Und im Café Wagner hielt sie sich gern auf.
Mehr Kompetenzen, aber auch mehr Stress: Die Coronakrise ist eine echte Herausforderung für Studierende
Hörsaal im Geutebrück-Bau. Foto: Stephan Floss/HTWK Leipzig

Foto: Stephan Floss/HTWK Leipzig

Für alle LeserMit der Coronakrise haben sich nicht nur die technischen und digitalen Kompetenzen der Studierenden verbessert, die Mehrheit der Studierenden an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (rund 80 Prozent) hat eigenen Aussagen zufolge auch gelernt, sich besser an veränderte Bedingungen anzupassen: Die Fähigkeiten zum Selbstmanagement haben sich unterschiedlich, aber mehrheitlich doch positiv entwickelt. Die psychische Belastung ist hingegen stark gestiegen.
Erneute Sperrung nach Leichenfund: Polizei lässt Inselteich abpumpen
Der Inselteich ist seit Mittwochfrüh erneut weiträumig gesperrt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Wer hat den 68-jährigen Mann getötet, dessen Leiche vergangenen Donnerstag aus dem Inselteich im Clara-Zetkin-Park gezogen wurde? Einen Schlüssel zur Antwort auf diese Frage erhoffen sich die Ermittler offenbar im Teich selbst, der seit dem Morgen erneut weiträumig abgesperrt ist und abgepumpt wird.
Alte Merseburger Gleisstrecke könnte tatsächlich zum ausgebauten Radweg werden
Die Merseburger Gleisstrecke auf der Karte HauptnetzRad der Stadt Leipzig. Karte: Stadt Leipzig

Karte: Stadt Leipzig

Für alle LeserMan darf ja mal träumen. Und tatsächlich ist dieser Traum schon acht Jahre alt. 2012 verkaufte die Bahn die seit 1999 nicht mehr genutzte Gleisstrecke Merseburg–Leipzig-Leutzsch an einen Privatinteressenten, der daraus eine Radstrecke entwickeln wollte. Eine famose Idee, wenn man bedenkt, dass man auf so einer Strecke als Radfahrer vom Kraftverkehr unbehelligt von Leutzsch bis nach Gundorf und zum Elster-Saale-Kanal käme. Der Traum ist nicht tot.
Noch ist kein einziges Problem am Frachtflughafen Leipzig/Halle im Sinn der betroffenen Bürger gelöst
Demonstration für ein Nachtflugverbot am Flughafen Leipzig/Halle. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIm Juni schrieb die Bürgerinitiative „Gegen die neue Flugroute“ an den sächsischen Umweltminister Wolfram Günther, um die Staatsregierung aufzufordern, auch ein Gegengutachten der Bürgerinitiative zum geplanten Frachtflughafenausbau am Leipziger Flughafen durch die Staatsregierung zu finanzieren. Im Anschluss kam auch ein Termin mit dem Minister zustande. Das Gespräch fand am 13. Juli im Neuen Rathaus in Leipzig statt. Das Ergebnis: ein weiterer Brief.
Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ kritisiert die verkorkste Wohnungsbaupolitik von Bundesbauminister Seehofer
Dr. Ronald Rast. Foto: Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V.

Foto: Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V.

Für alle LeserEs passt hinten und vorne nicht, nicht nur in Leipzig, sondern in ganz Deutschland. 1,5 Millionen bezahlbare Wohnungen sollten in der aktuellen Legislaturperiode bis 2021 entstehen. Vollmundig hatte es die Regierungskoalition verkündet. Doch der zuständige Minister hat völlig fehlgesteuert. Selbst die Zahlen, die Bundesbauminister Horst Seehofer jetzt in einer Antwort auf eine Grünen-Anfrage im Bundestag herausgab, sind geschönt. Von der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ wird er dafür heftig kritisiert.
Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten: Warum jeder Mensch einen Kompass für das Gute und das Böse hat
Markus Gabriel: Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir leben in einer Zeit der Fakenews, des großen Geplappers, der Schwurbler und Mythenerzähler. Ein Blick in die a-sozialen Netzwerke genügt, um die ganze Verwirrung sichtbar zu machen. Leute, die nicht mal wissenschaftliche Fakten akzeptieren, verkaufen sich als Aufklärer, Egomanen erfinden sich ihre „Wahrheiten“ selbst. Wird jetzt alles, was wir an Moral erworben haben, verramscht und verhökert? Das Buch des Philosophen Markus Gabriel ist wie eine riesengroße Tasse Espresso zum Wieder-Munterwerden.
Dienstag, der 11. August 2020: Scholz darf sich auf Unterstützung der Jusos freuen
Juso-Chef Kevin Kühnert will Olaf Scholz unterstützen. Foto: Stefan Müller, Flickr (CC BY 2.0)

Foto: Stefan Müller, Flickr (CC BY 2.0)

Für alle Leser/-innenNachdem die SPD gestern Olaf Scholz‘ Kanzlerkandidatur verkündete, sagten zügig wichtige Jusos ihre Unterstützung für den derzeitigen Vizekanzler zu. Auf Twitter sorgte aber ein heftiger Streit bereits für einen deaktivierten Account. Außerdem: Die Leipziger CDU-Fraktion wirft Grünen und Linken zu viele Anträge vor und das Landeskabinett treibt die Landarztquote voran. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 11. August 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Romantische Viecher auf der Terrasse der Moritzbastei
Romantische Viecher auf der Terrasse der Moritzbastei. Foto: TheaterTurbine

Foto: TheaterTurbine

Für alle LeserEs geht um die liebe Liebe. Denn die macht auch in Corona-Zeiten keine Pause. Auf der Terrasse der Moritzbastei feiert am Donnerstag, den 13. August, das Stück „Romantische Viecher“ Premiere. Die letzten dreieinhalb Wochen wurde unter der Sommerhitze final geprobt, bis Ende August spielt die TheaterTurbine unter freiem Himmel das Spiel der Gefühle.
Wenn die Grüne Liga eine Pressemitteilung von 2019 noch einmal verschickt: Statt Dürre-Jammerei Wasser in der Landschaft halten
Abgeerntetes Feld bei Wiederau. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

KommentarAll das, was wir derzeit mit immer mehr Hitzetagen, Dürre, vertrockneten Stadtbäumen, vertrockneten Wäldern erleben, war zu erwarten. Seit Jahren schon. Nichts anderes haben die Klimamodelle der Meteorologen seit 30 Jahren als wahrscheinliches Szenario beschrieben. Auch die Modellierungen des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie haben nichts anderes vorausgesagt. Aber die sächsische Politik hat nicht reagiert. Immer noch dominiert das alte, bequeme Denken, das alle Veränderungen ausbremst.