Leipziger Stadtjubiläum 2015: Der Naumburger Dom als Besuchermagnet und Baustelle

Den Naumburger Dom besuchen jährlich bis zu 140.000 Menschen. "Ständig muss am Dom gebaut werden", sagt Domdechant Walter Christian Steinbach über die Aufgaben in Naumburg. Nach dem Erfolg der Landesausstellung 2011 setzt man nun auf das Thema Glaskunst. Teil II des L-IZ-Gesprächs mit dem Domdechant von Merseburg und Naumburg.
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Uta sells. Die Anmut der weltberühmten unter den vielen bedeutsamen Stiftsfiguren macht bis heute zu weiten Teilen die Anziehungskraft des Naumburger Domes aus. Nicht von ungefähr gilt Uta als die „schönste Frau des Mittelalters“.

„Wir haben in Naumburg jährlich 130.000 bis 140.000 Besucher“, erzählt Walter Christian Steinbach nicht ohne Stolz. Im Jahr 2011, dem Jahr der sachsen-anhaltinischen Landesausstellung „Der Naumburger Meister – Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen“ kamen sogar 200.000 Menschen in den Dom der malerischen, einstigen Bischofsstadt an der Saale.

Bistumsgründung und Bistumsverlegung

Denn ein Dom ist nun einmal eine Bischofskirche. Mit der Gründung der Bistümer Merseburg und Zeitz im Jahre 968 kam Kaiser Otto I., den manche auch den Großen nennen, einem Gelübde nach. Dieses legte er 955 vor der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg gegen die Ungarn ab.
Ottos Heer siegte, und sein noch junges Königreich hatte Bestand. Eben jenes Königreich, das als erster deutscher Staatsverband gilt. Damit nicht genug: Im Jahre 962 wurde Otto in Rom vom Papst zum Kaiser gekrönt.

Dieses Thema widmete sich die unlängst zu Ende gegangene sachsen-anhaltinische Landesausstellung „Kaisertum von der Antike zum Mittelalter“. Diese fand natürlich in der „Ottostadt“ Magdeburg statt. Die Stadt an der Mittelelbe erkor Otto zu seiner Lieblingsresidenz. Die Stadt wurde 968 die Stadt zum Sitz eines Erzbischofs erhoben.
Im Jahre 1028 erfolgte die Verlegung des einen Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg. Die hoch über der Saale residierenden Wettiner drängten auf diese Art der Aufwertung der von ihnen angelegten Stadt.

Besucheransturm und baulicher Erhalt

„Die vielen Besucher wollen anständig betreut sein“, sagt der Dechant der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstiftes Zeitz. Die Stiftung verfüge über eine „hervorragend ausgebildete Crew von Domführern“. Die Domführer absolvieren regelmäßig Weiterbildungen, zu deren Inhalten sie auch geprüft würden.

Das Lenken der Besucherströme müsse „gut organisiert sein“, betont Steinbach. Dabei seien die Zeiten der Gottesdienste ebenso zu berücksichtigen wie Konzerte und Eheschließungen.

Jährlich 135.000 Euro fließen in den baulichen Erhalt des romanischen Domes St. Peter und Paul. Neben Eigenmitteln würden dabei auch Mittel des Bundes und des Landes verbaut. „Ständig muss am Dom gebaut werden“, erläutert Steinbach.

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Gleichwohl: „Der Dom ist gut in Schuss, Dach und Fach sind in Ordnung“, betont der Domdechant. Deshalb gibt es eine Dombauhütte auch nur für Kinder. In der KinderDombauhütte können Kinder und Jugendliche in die Welt des Hochmittelalters eintauchen, sich mit Glaser-, Steinmetz- und Holzarbeiten vertraut machen. Das außerschulische Bildungsprojekt wird in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium von Sachsen-Anhalt realisiert.

Das nächste größere Vorhaben der Domstifter in Naumburg soll dem Thema „Glas im Dom“ gewidmet sein. In der romanischen Kathedrale befinden sich einige der ältesten erhaltenen Fenster in Deutschland. Auch sie entstammen der Werkstatt des Naumburger Meisters, wie Walter Christian Steinbach hervorhebt.

Schrittweise wolle man ein Rekonstruktionskonzept für jedes einzelne Fenster erarbeiten. Für den Herbst 2013 plane man eine Ausstellung zur deutschen Glaskunst. Diese wolle man später um Exponate und Darstellungen zur europäischen Glaskunst erweitern.
Walter Christian Steinbach ist Dechant der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstiftes Zeitz. Der Physiker und Theologe Walter Christian Steinbach, Jahrgang 1944, war von 1975 und 1985 Gemeindepfarrer in Rötha südlich von Leipzig, danach bis 1990 Studienleiter und Studiendirektor bei der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Steinbach wurde 1990 in den Sächsischen Landtag gewählt. Von 1991 bis 2010 arbeitete er als Regierungspräsident in Leipzig.

www.vereinigtedomstifter.de


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