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Ein Dachstuhlbrand in Connewitz hat die Feuerwehr am Dienstag über viele Stunden beschäftigt, die Brandbekämpfung gestaltete sich zäh und schwierig. Gemessen daran, was hätte passieren können, ging es glimpflich aus: Eine Frau musste wegen eingeatmeter Rauchgase ambulant behandelt werden. Doch viele Bewohnerinnen und Bewohner haben ihr Zuhause verloren – und zwei Bars ihre Existenzgrundlage. Im Netz wird nun um Spenden für Betroffene gebeten.

Zwei Tage nach dem Dachstuhlbrand in Connewitz gelten die Wohnungen eines Hauses in der Wolfgang-Heinze-Straße als unbewohnbar. Nach einem Bericht des Portals „la-presse.org“ sind derzeit neun Mietparteien davon betroffen. Am frühen Dienstagmorgen gegen 02:30 Uhr schlugen Flammen aus der oberen Etage des Mehrfamilienhauses, die auf den Dachstuhl übergriffen. Rund 30 Hausbewohnerinnen und -bewohner wurden evakuiert und in einem bereitgestellten LVB-Bus untergebracht. Zur Ursache des Feuers laufen die Ermittlungen.

Wohnungen zerstört, zwei Bars vor dem Nichts

Eine 38-Jährige, die Rauchgase eingeatmet hatte, wurde ambulant behandelt. Ansonsten, so die gute Nachricht, gab es keine Verletzten. Doch die Bekämpfung des Feuers gestaltete sich zäher als gedacht, immer wieder loderten Flammen auf. Rund 50 Angehörige mehrerer Feuerwehren kämpften Stunde um Stunde bis zum Dienstagabend, etwa 23:00 Uhr. Die Einsatzkräfte mussten enorme Löschwassermengen aufbringen und ins Haus pumpen, um der Situation Herr zu werden.

Die Folge sind enorme Wasser- und Rauchschäden in den Wohnungen. Viele Menschen haben ihre Existenzgrundlage verloren, Mobiliar, Inventar, Eigentum und persönliche Erinnerungsstücke, die ihnen niemand ersetzen kann. Neben Privathaushalten hat es auch zwei Bars erwischt, die im Connewitzer Kiez als Treffpunkt gelebter Nachbarschaft gelten: das Black Label, welches das Viertel seit Jahren prägt, und die noch junge Zenda Bar.

Die Zukunft ist für beide Einrichtungen unklar: „Hinter uns liegt eine furchtbare Nacht und ein furchtbarer Morgen. Wir sind überfordert, sprachlos und wissen gar nicht so recht, wie es jetzt weitergehen soll“, schrieb das Black Label kurz nach dem Brand auf Facebook. Ein dort für Montag geplantes Konzert der US-Metalband Glacier wurde kurzerhand in die „Stö klein“ in der nahen Stockartstraße verlegt. Auch die Zenda Bar äußerte sich dahingehend, dass man noch nicht wisse, wie es weitergeht, und bedankte sich für Zuspruch und Solidarität.

Aufrufe zu Geld- und Sachspenden

Und die funktionieren offenbar: So hat die linke Stadträtin und Landtagsabgeordnete Juliane Nagel eine Spendenaktion gestartet, über die man via Überweisung oder PayPal unkompliziert Geld für die Brandopfer schicken kann: „Das Geld wird gesammelt und direkt an die Betroffenen – Mietparteien und Gewerbe – weitergegeben, für Unterkunft, das Nötigste zum Leben und den Wiederaufbau“, heißt es.

Möglich und willkommen sind auch Sachspenden: Die Gruppierung „Skinheads Leipzig“ bittet um die Abgabe beispielsweise von Lebensmitteln, Handtüchern, Bettwäsche, Kissen, Zudecken und Hygieneartikeln. Doch auch Powerbanks und Ladekabel seien gefragt, ebenso Hundebetten, Näpfe und Futter. Im Conne Island könnten die Artikel zu festen Zeiten abgegeben werden.

„Ihr habt eine starke Community die hinter euch steht und gemeinsam schaffen wir das“, macht jemand unter dem Facebook-Post des Black Label Mut. Viele äußern sich ähnlich und bekunden ihre Hilfsbereitschaft. Was geschehen ist, macht traurig – doch die Solidarität inmitten des Unglücks ist spürbar und gibt Kraft.

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