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Im Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg wird das Leben der Stadtbürger im Weltkrieg lebendig

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    In Leipzig erinnert derzeit keine Sonderausstellung an das Ende des 1. Weltkrieges, das sich ja im November zum 100. Mal jährt. Aber anderswo haben Stadtmuseen die Gelegenheit genutzt, die Archive einmal zu durchforsten und diese lang zurückliegenden Ereignisse noch einmal neu zu beleuchten. So auch in Merseburg. Anlässlich des Endes des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren präsentiert das Kultur­historische Museum Schloss Merseburg seit dem 18. August eine Sonderausstellung.

    Sie nimmt diese Schreckenszeit erstmals aus der Perspektive der Merseburger Einwohner, der Soldaten und der in Merseburg internierten ausländischen Kriegsgefangenen in den Blick.

    Wie ein roter Faden ziehen sich die Tagebuchaufzeichnungen der Merseburger Lehrerin Luise Giesecke durch diese Ausstellung. Sie geben einen kleinen Einblick in das Leben der Merseburger Zivilbevölkerung, insbesondere der Frauen und Kinder. Im Mittelpunkt stehen die Nöte um die Versorgung mit Lebensmitteln und Beklei­dung, Spendensammlungen und die ständige Sorge um die in den Krieg gezogenen Männer, Väter, Söhne oder Brüder.

    Anhand von Biografien werden persönliche Schicksale Merseburger Familien erzählt und Andenken aus Familienbesitz gezeigt; rund 50 Rückmeldungen an das Museum hatte es aufgrund eines Zeitungsaufrufs gegeben.

    Die Gefallenen blieben an der Front, Verwundete und Versehrte kehrten nach Merseburg zurück und wurden in einem der zahlreichen Lazarette behandelt. Erstmals wird in einer Ausstellung das aus dem öffentlichen Bewusstsein fast verschwundene Kriegsgefangenenlager in Merseburg-Süd thematisiert, in dem insge­samt über 40.000 Gefangene inhaftiert waren, hauptsächlich Russen und Franzo­sen.

    21 erhaltene originale Zeichnungen des in Merseburg internierten französi­schen Kriegsgefangenen Emile Oudart werden als Leihgaben aus Pariser Privat­besitz gezeigt, die den sehr entbehrungsreichen Lageralltag auf besondere Weise veranschaulichen. Eine interaktive Medienstation mit Plänen, Ansichten und zeit­genössischen Notizen gibt eine eindrückliche Vorstellung vom ehemaligen Kriegs­gefangenenlager.

    Die Ausstellung ist vom 18. August bis zum 11. November zu sehen.

    Öffnungszeiten täglich von 9 bis 18 Uhr (bis 31. Oktober 2018) bzw. 10 bis 16 Uhr (1. November bis 11. November 2018)
    Eintritt: 2,00 Euro.

    Transport der großen Suppentöpfe im Merseburger Kriegsgefangenenlager, Aquarell von Emile Oudart 1917. Foto: Maxime Spora, Paris
    Transport der großen Suppentöpfe im Merseburger Kriegsgefangenenlager, Aquarell von Emile Oudart 1917. Foto: Maxime Spora, Paris

    Nächste Veranstaltungen zur Ausstellung:

    25. August 2018, 11 Uhr und 14 Uhr, Kuratorenführungen am Standort des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers in Merseburg-Süd

    Jan Stenzel (Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg), einer der beiden Ausstellungskuratoren, bietet am 25. August 2018, um 11 Uhr sowie um 14 Uhr, etwa einstündige Führungen am Standort des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers in Merseburg-Süd an. Das Lager befand sich auf dem Areal des heutigen Wohngebiets und der Kleingartenanlage zwischen den Straßenzügen „Unter den Eichen“, „Erlen­weg“ und „Naumburger Straße“. Die Besichtigung erstreckt sich auch auf den Sow­jetischen Ehrenfriedhof, den ehemaligen Lagerfriedhof.

    Treffpunkt: Parkplatz „Unter den Eichen“ am Sowjetischen Ehrenfriedhof, Teilnehmergebühr: 3,50 Euro.

    4. September 2018, 19 Uhr, Filmvorstellung aus der dokumentarischen Dramaserie „14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ und anschließendes Gespräch mit dem Regisseur und Autor Jan Peter.

    2014 wurde als Koproduktion von ARD/ARTE und weiteren Fernsehsendern die Ge­schichte des Ersten Weltkriegs aus der Sicht einzelner Beteiligter aus verschiede­nen Ländern erzählt und international ausgestrahlt. Der Regisseur und Autor Jan Peter (Berlin, Leipzig) erschuf aus einer riesigen Menge Film- und anderem Quellen­material acht große Themenfolgen, in denen er das Schicksal von 14 konkreten, prägnanten Einzelschicksalen vorstellte und in die Chronologie des Krieges einbet­tete. Dafür wurde er hoch ausgezeichnet. Für die Präsentation im Merseburger Museum wählte Jan Peter die Folge „Heimat“ aus. Nach der Projektion besteht die Möglichkeit, dem Filmemacher Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen.

    Ort: Hofstube im Merseburger Schloss, Eintritt frei (Ausstellungsbesuch bis 19 Uhr möglich, Eintritt: 2,00 Euro)

    18. September 2018, 18 Uhr, Buchvorstellung: Stefan Witt (Leipzig): „Otto König/Schraplau – Kriegserinnerungen 1914-1918“.

    Nahezu jede Familie war durch die Einberufungen der Väter, Ehemänner und Söhne vom Schrecken des Ersten Weltkrieges betroffen, so auch die Bäckerfamilie König in Schraplau. Von Otto König (1893-1965) – von 1914 bis 1918, nur von Lazarett­aufenthalten unterbrochen, an der Westfront eingesetzt – sind umfangreiche Tage­buchaufzeichnungen überliefert, die sein Enkel Stefan Witt erstmals 2014 zusam­men mit eindrucksvollem Bildmaterial publizierte.

    Ort: Hofstube im Merseburger Schloss, Eintritt frei (Ausstellungsbesuch bis 18 Uhr möglich, Eintritt: 2,00 Euro)

     

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