Die Magie des leeren Raums

Das Lindenau-Museum Altenburg zeigt ab heute Fotografien von Matthias Schaller

Für alle LeserAb dem heutigen Sonntag, 16. Juni, gibt es wieder einen besonderen Anreiz, mal kurz nach Altenburg zu fahren: Um 15 Uhr eröffnet heute im Lindenau-Museum Altenburg die zweite großangelegte Sonderausstellung des Jahres. Nach den meisterlichen Blättern der Bauhaus-Mappenedition „Neue Europäische Graphik“, gibt es jetzt die behutsam komponierten Fotografien Matthias Schallers zu sehen.

Gezeigt werden insgesamt 170 Werke aus mehreren Serien. Der 1965 in Dillingen an der Donau geborene Matthias Schaller präsentiert seine Fotografien seit über zwei Jahrzehnten einem internationalen Publikum. Das Lindenau-Museum Altenburg widmet ihm diesen Sommer eine Personalausstellung, die vier seiner Werkreihen in den Fokus rückt: „Fratelli d’Italia“, „Purple Desk“, „Leiermann“ und „Das Meisterstück“. Jede Reihe präsentiert sich in einem eigenen Raum, verleiht ihm so ein individuelles „Gesicht“ und tritt auf einmalige Weise in Dialog mit dem Gebäude und seinen Sammlungen.

Die Arbeiten des Fotografen Matthias Schaller handeln von Individuen und Kulturen. Doch sie zeigen keine Personen, sondern menschenleere Räume, die auf die Abwesenden verweisen und deren Anwesenheit kraftvoll hervorrufen.

In den vergangenen zwanzig Jahren arbeitete Schaller im Spannungsfeld zwischen Dokumentation und Konzeptkunst an mehreren viel beachteten Fotoserien. Für das Lindenau-Museum mit seinem Schwerpunkt italienischer Kunst wurden nun Serien ausgewählt, die sich überwiegend mit der Kultur und Geschichte Italiens auseinandersetzen.

Zu den vier Fotoserien

Fratelli d’Italia: In Gänze präsentiert wird die zwischen 2004 und 2017 entstandene Serie „Fratelli d’Italia“, zu Deutsch „Brüder Italiens“. Sie umfasst 150 Fotografien von italienischen Opernhäusern, die Schaller zu einer monumentalen Wandcollage arrangiert.

Auf seinen Reisen von Südtirol bis Sizilien fotografierte Schaller vom Bühnenraum aus in stets gleicher Perspektive und montierte in alle Bilder dasselbe Parkett. Damit unterstreicht er den Eindruck der baulichen Ähnlichkeit der Opernsäle, die allesamt während des Risorgimento – der italienischen Einigungsbewegung im 19. Jahrhundert – erbaut wurden.

Matthias Schaller, Milano, aus der Serie „Fratelli d’Italia“ (2005–2017). Technik und Größe in der Ausstellung: Pigmentdruck, montiert auf Aluminium, 42 x 40 cm, Leihgabe des Künstlers. Foto: Matthias Schaller, 2019

Matthias Schaller, Milano, aus der Serie „Fratelli d’Italia“ (2005–2017). Technik und Größe in der Ausstellung: Pigmentdruck, montiert auf Aluminium, 42 x 40 cm, Leihgabe des Künstlers. Foto: Matthias Schaller, 2019

Der Titel der Serie ist der italienischen Nationalhymne entnommen. Die Musik, vor allem die Kompositionen Giuseppe Verdis, war bei der Konstruktion einer italienischen Nation von entscheidender Bedeutung. Die Vielfalt der Kulturen Italiens sollte mit dem Bau der Opernhäuser auf einen Nenner gebracht werden. Schallers Zusammenschau der Opernsäle verweist auf die Fiktion und Widersprüchlichkeit dieses Unterfangens, steht aber auch für den Hang der Italiener zu Inszenierung, Theatralik und Glamour.

Das Meisterstück: Mit dieser 2007 begonnenen Serie porträtiert Schaller bedeutende Künstler der jüngeren Kunstgeschichte anhand ihrer Malpaletten. Dabei machte der Fotograf die Erfahrung, dass die Paletten, auf denen sich noch reine oder gemischte Farbspuren befinden, oft kleine Spiegelbilder der großformatigen Gemälde der Maler sind. Auch der Prozess des Malens und das Temperament des Malers scheint auf ihnen ablesbar zu sein. Schaller bringt die Malpaletten ins Großformat und beschneidet sie am unteren Rand.

Während eines Atelierbesuchs in Gaeta bei Cy Twombly, dem Träger des Gerhard-Altenbourg-Preises 2008, fiel Schaller eine Malpalette Twomblys auf. Fortan begann er sich für dieses wichtige Arbeitsgerät zu interessieren und als indirektes Porträt zu inszenieren. Derzeit umfasst die Serie „Das Meisterstück“ Malpaletten von 84 zumeist europäischen Künstlerinnen und Künstlern seit dem 19. Jahrhundert – neben den hier gezeigten etwa von Claude Monet, Paul Klee, Marc Chagall und Frida Kahlo. Im Lindenau-Museum werden im Oktogon, dem zentralen Raum des 2. Obergeschosses, die ins Großformat gesetzten Malpaletten von vier der wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten der Moderne gezeigt: Vincent van Gogh, Wassily Kandinsky, Pablo Picasso und Cy Twombly.

Leiermann: Mit der Serie „Leiermann“ (2010–2018) schuf Schaller ein melancholisches Porträt der Stadt Venedig. Frontal aufgenommene Spiegel, über die sich die Patina der Zeit gelegt hat, gewähren verschwommene Einblicke in die verwitterten Prunksäle verlassener Palazzi der Lagunenstadt. Kein Mensch ist auf den Bildern zu erkennen, allenfalls Spuren vergangenen Lebens wie Gemälde an den Wänden, Kronleuchter, Tische und Polstersessel im Rokokostil.

Matthias Schaller, Lorenzo L., aus der Serie „Leiermann“ (2010–2018). Technik und Größe in der Ausstellung: Pigmentdruck, montiert auf Aluminium, 130 x 100 cm, Leihgabe aus Privatbesitz. Foto: Matthias Schaller, 2019

Matthias Schaller, Lorenzo L., aus der Serie „Leiermann“ (2010–2018). Technik und Größe in der Ausstellung: Pigmentdruck, montiert auf Aluminium, 130 x 100 cm, Leihgabe aus Privatbesitz. Foto: Matthias Schaller, 2019

In Anspielung auf den demografischen Wandel, bei dem die Bewohner von einem ausufernden Massentourismus aus der Stadt verdrängt werden, fertigte Schaller Bilder des Verlassenwerdens und der Leere. Venedig, die Wahlheimat des Künstlers, wird in ‚Leiermann“ zur schmerzlich unbewohnten Kulisse.

Der Titel der Serie geht auf das letzte Stück aus Franz Schuberts Liederzyklus „Winterreise“ zurück. Schubert vertonte darin 1827 Wilhelm Müllers Gedicht „Der Leiermann“, bei dem das lyrische Ich am Ende seiner Reise einem alten Leierspieler – eine Allegorie des Todes? – gegenübersteht. Die Titel der vier ausgestellten Fotografien sind assoziativ gewählt und rufen Persönlichkeiten der venezianischen Stadtgeschichte in Erinnerung.

Im Lindenau-Museum werden vier Werke der Reihe in den sich an den Ausstellungssaal anschließenden Räumen präsentiert.

Purple Desk: In dieser zwischen 2004 und 2008 entstandenen Serie setzt sich Schaller mit einer tragenden Säule der katholischen Kirche auseinander: den Kurienkardinälen im Vatikan. Diese Bischöfe gehören zum engsten Kreis des Papstes und nehmen administrative Aufgaben des Kirchenstaates wahr. Schaller erhielt Zutritt zu den Arbeitsräumen, verrückte einzelne Einrichtungsstücke und fotografierte die Schreibtische zentriert in leichter Untersicht.

Matthias Schaller, Congregation of the Evangelization of Peoples, 2004, aus der Serie „Purple Desk“ (2004–2008) . Technik und Größe in der Ausstellung: Pigmentdruck, 72 x 72 cm, Leihgabe des Künstlers. Foto: Matthias Schaller, 2019

Matthias Schaller, Congregation of the Evangelization of Peoples, 2004, aus der Serie „Purple Desk“ (2004–2008) . Technik und Größe in der Ausstellung: Pigmentdruck, 72 x 72 cm, Leihgabe des Künstlers. Foto: Matthias Schaller, 2019

So findet sich der Betrachter gleichsam als Bittsteller wieder. Allein die Abwesenheit des Kardinals im Bild verweist auf die besondere Beschaffenheit der katholischen Machtstruktur: Der Kardinal als irdisches Wesen bekleidet letztlich eine überindividuelle Funktion, in die er nur auf Zeit eingesetzt ist.

Anregung zu dieser Serie fand Schaller bei Antonello da Messinas Gemälde „Der Hl. Hieronymus im Gehäus“ aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Mit „Purple Desk“ schreibt er sich subtil in eine europäische Bildtradition der Kardinalsdarstellung ein, die seit je zwischen Frömmigkeit, religiöser Machtfülle und humanistischer Gelehrsamkeit schwankt. Eine Auswahl von zwölf Fotografien der Serie bildet in der Sammlungspräsentation der frühen italienischen Tafelbilder eine spannungsvolle Gegenüberstellung und willkommene Perspektivverschiebung.

***

Anlässlich der Ausstellung „Matthias Schaller – Fotografien“ können mehrere Publikationen zum Schaffen Matthias Schallers an der Museumskasse erworben werden.

Die Ausstellung „Matthias Schaller – Fotografien“ ist vom 16. Juni bis zum 8. September im Lindenau-Museum Altenburg (Gabelentzstraße 5, Altenburg) zu sehen.

Öffnungszeiten: Dienstag-Freitag 12-18 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertage 10-18 Uhr.
Eintrittspreise: 6 Euro / ermäßigt 4 Euro / Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei.

Eröffnung am Sonntag, 16. Juni, 15 Uhr. Es sprechen: Matthias Bergmann, Hauptamtlicher Beigeordneter des Landkreises Altenburger Land, Dr. Christina Natlacen, Juniorprofessorin für Medien- und Kulturwissenschaft an der HGB Leipzig mit den Schwerpunkten Fotografie und Film, und Dr. Roland Krischke, Direktor des Lindenau-Museums Altenburg.

Der Philharmonische Chor des Theaters Altenburg-Gera singt Partien aus bekannten italienischen Opern. Der Künstler ist anwesend.

Führungen gibt es am Donnerstag, 20. Juni, 18:30 Uhr, am Sonntag, 30. Juni, 15 Uhr, für Familien („Die Farbpalette – Werkzeug und Visitenkarte eines Künstlers“) und am Sonntag, 21. Juli, 15 Uhr.

 

FotografieAltenburg
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