Wie ging das Leipziger Bildermuseum eigentlich mit den deutschen Impressionisten um?

Für alle LeserEs war eine echte Forschungsaufgabe, die sich Marcus Andrew Hurttig und seine Mitstreiter im Museum der bildenden Künste gestellt haben: Wie ging eigentlich das Leipziger Bildermuseum mit den modernen Kunstströmungen in der Vergangenheit um? Speziell in den Jahren zwischen 1900 und 1914, als die Stadt boomte, sich das Tempo rasant erhöhte und eigentlich jeder sehen konnte, dass das Zeitalter der Biederkeit zu Ende war. War es aber nicht. Jedenfalls nicht im Leipziger Kunstverein.

Der wurde im Wesentlichen vom Leipziger Großbürgertum besetzt. Das hatte nun einmal das Geld und bestimmte damit nicht nur, was man sich in die eigene Villa hängte, sondern auch, was der Kunstverein ankaufte. Beim Ausstellen war man dann etwas kulanter, war aber der Entwicklung der Kunst um satte 30 Jahre hinterher. Etwas, worüber nach dem 1. Weltkrieg der berühmte Max Schwimmer noch spaltenlang fluchen würde.

Deswegen ist es auch ein wenig anrührend, eine Ausstellung über „Impressionismus in Leipzig 1900–1914“ zu machen, auch wenn im Verlauf dieser Ausstellung drei echte Hochkaräter speziell gewürdigt werden: Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth.

Am heutigen Samstag, 23. November, wird im Grunde der erste Teil dieser Ausstellung eröffnet, auch wenn der Grundbestand auch in den beiden Folgeteilen erhalten bleibt. Denn Hurttig geht es mit dieser Ausstellung vor allem um das Vergleichen. Er will sichtbar machen, was damals in den Ausstellungen im Bildermuseum tatsächlich gezeigt wurde, was also die Leipziger tatsächlich zu sehen bekamen.

Und dazu gehörten auch viele kleine Ausstellungen, die mit großen bekannten Galerien zusammen veranstaltet wurden, was dann richtige Verkaufsausstellungen waren. Darunter auch solche mit Bildern Max Liebermanns.

Das kann man sich kaum noch vorstellen: Da gibt es im Bildermuseum am Augustusplatz in einem Kabinett eine ganze Ausstellung mit 24 Gemälden von Max Liebermann – und niemand kauft auch nur ein Bild, auch der Kunstverein nicht.

Weshalb exemplarisch nur das eine tatsächlich vom Kunstverein damals angekaufte Liebermann-Bild „Rast in den Dünen“ gezeigt wird. Hurtigs Vermutung: „Damit glaubte man wohl seine Liebermann-Verpflichtung erfüllt.“ Ein Bild von diesem Künstler sollte reichen.

Max Liebermann: Rast in den Dünen, 1896. Foto: MdbK

Max Liebermann: Rast in den Dünen, 1896. Foto: MdbK

Wer freilich jetzt ins Nachbarkabinett schaut, sieht, was der Kunstverein damals in großen Mengen ankaufte und was auch die Ausstellungen im Bildermuseum dominierte: Malerei des Historismus, in der munter die Malstile längst vergangener Kunstepochen imitiert wurden, meist idyllisch, bieder, gern auch antik angehaucht, in Allegorien und Theatergestus. Lauter Kram, der heute den Fundus verstopft, dessen Maler aber heute meist gar nicht mehr bekannt sind. Aber dieser in vergangene Gefilde entschwebende Stil passte genau zu dem, was sich das tonangebende Leipziger Bürgertum als Kunst vorstellte.

Wer aber machte die Politik in diesem Kunstverein, der letztlich auch bestimmte, was im Bildermuseum gezeigt wurde?

Der Leipziger Kunstverein, 1837 gegründet, war seit Bestehen des Bildermuseums für das Ausstellungsprogramm bis 1933 verantwortlich. Hierfür standen ihm mit dem 1858 errichteten Gründungsbau des Museums am Augustusplatz der gesamte Westflügel mit einem großen Oberlichtsaal und angrenzenden Kabinetträumen zur Verfügung. Bis zu vier Einzel- oder Gruppenausstellungen mit durchschnittlich vierwöchigen Laufzeiten konnten gleichzeitig gezeigt werden.

Theodor Schreiber war von 1886 bis 1912 Direktor des Museums und zugleich Leiter des Leipziger Kunstvereins. Zusammen mit seinem Assistenten Julius Vogel, der dann bis 1923 das Museum leitete, konnte er dieses Arbeitsvolumen nicht alleine bewältigen. Die Realisierung der meisten Ausstellungen ging zu einem Großteil auf das Engagement seiner Mitglieder und auf Eigeninitiative von Künstler/-innen zurück. So stammte die Idee der Nolde-Ausstellung im Sommer 1904 von dem Vereinsmitglied Hans Fehr, Leipziger Jura-Student und Jugendfreund des Künstlers.

Ein weiterer wichtiger Grundpfeiler zur Durchführung des Ausstellungsprogramms waren auch die Galerien und Kunsthandlungen aus Leipzig und anderen Städten, wie Berlin, Dresden und München, mit denen der Kunstverein ab 1895 zunehmend kooperierte. Dank dieser Zusammenarbeit konnte die Ausstellungsfrequenz von durchschnittlich 30 auf über 60 Positionen pro Jahr gesteigert werden. Als wichtigster strategischer Partner in diesem Galerienverbund trat um 1903 für den Bereich moderne Kunst die Königlich Sächsische Hofkunsthandlung Ernst Arnold hervor.

Erst 1913 konnte der Leipziger Kunstverein einen für das Ausstellungsprogramm verantwortlichen Kustos einstellen, namentlich den Kunsthistoriker Karl Lilienfeld (bis April 1915).

Und wie kamen Impressionisten wie Max Liebermann in die Ausstellungen des Bildermuseums?

Die erste Einzelausstellung Liebermanns in Leipzig, ausgeführt durch die Galerie Ernst Arnold in Dresden, umfasste mindestens 24 Gemälde. Die früheste dokumentierte Liebermann-Ausstellung bei Arnold ist für Februar 1902 mit insgesamt 21 Gemälden laut Katalog nachgewiesen. In dieser Kollektion befanden sich mindestens fünf Gemälde, die wahrscheinlich in der Leipziger Ausstellung von 1904 gezeigt wurden.

Max Liebermann: Schweinemarkt in Haarlem(2. Fassung), 1894,Hessisches Landesmuseum Darmstadt. Foto: Wolfgang Fuhrmannek

Max Liebermann: Schweinemarkt in Haarlem (2. Fassung), 1894,Hessisches Landesmuseum Darmstadt. Foto: Wolfgang Fuhrmannek

Es lässt sich nicht mit eindeutiger Sicherheit feststellen, ob die beiden sich im Besitz des Museums befindlichen Gemälde „Die Konservenmacherinnen“ und „Der Mann in den Dünen“ in der Ausstellung oder in der Gemäldegalerie des Museums präsentiert wurden.

Auch ist nicht bekannt, ob die durch das Museum 1904 angekauften Zeichnungen des Künstlers ausgestellt waren, so das Museum der bildenden Künste dazu. Wobei Hurttig auch das seltsame „National“-Problem der deutschen Impressionisten benennt. Denn schon vor 1914 herrschte in deutschen bürgerlichen Medien ein nationalistischer Tonfall, auch wenn es um Kunst ging. Und selbst in der (sozialdemokratischen) LVZ dieser Zeit wurden Impressionisten wie Liebermann gegen einen „französischen Einfluss“ verteidigt und zu deutschen Nationalkünstlern erklärt. Obwohl es beim Impressionismus ja nun tatsächlich weder um nationale oder politische Dinge geht, sondern um eine neue Form, eine schneller gewordene Gegenwart künstlerisch adäquat abzubilden.

Der Maler Max Liebermann

Max Liebermann (1847–1935) wäre, wenn er dem Wunsch seines Vaters gefolgt und sein Chemie-Studium abgeschlossen hätte, nicht einer der bedeutendsten deutschen Maler geworden. Vergleichbar mit dem 10 Jahre jüngeren Max Klinger gehörte er einer Künstlergeneration an, die mit den realistisch-naturalistischen Malströmungen des 19. Jahrhunderts aufwuchs, später die impressionistischen Maltechniken aus Frankreich weiterentwickelten und letztendlich in ihrem Spätwerk ab 1912 von den expressionistischen und abstrakten Avantgarde-Strömungen überrollt wurden.

Mit seinen sozialkritischen Bildthemen aus der modernen Arbeitswelt und dem bäuerlichen Alltag galt er in den Kunstsalons als „Maler der Häßlichen“. Erst ab 1900, mit knapp 50 Jahren, hellt sich unter dem Einfluss des Impressionismus seine Farbpalette auf. Die autonome Landschaft, das bürgerliche Porträt dominieren sein Schaffen – ganz im Sinne des weltzugewandten Impressionismus.

Im ersten Teil der Ausstellung werden jetzt Liebermanns Bilder direkt mit den zeitgleichen Ankäufen des Kunstvereins konfrontiert. Man kann den Bruch zwischen den alten, konventionellen Malstilen und Liebermanns impressionistischem Ansatz nicht übersehen.

Das Anliegen der Impressionismus-Ausstellung

Mit der Ausstellung „Impressionismus in Leipzig 1900–1914“ befasst sich das Museum der bildenden Künste mit seiner eigenen Geschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die weitgehend in Vergessenheit geratenen Personalausstellungen von Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth, die der Leipziger Kunstverein im Museum zwischen 1904 und 1911 ausrichtete, werden dabei rekonstruiert und zu den Gemäldeankäufen des Museums aus jener Zeit in Beziehung gesetzt.

Die frühen Ausstellungsdaten belegen, dass Leipzig ein wichtiger Vermittlungsort impressionistischer Kunst war – zumindest aus Sicht der führenden Galerien im deutschen Kaiserreich: Ernst Arnold in Dresden und Paul Cassirer in Berlin. Sie zogen auf Einladung des Leipziger Kunstvereins in die Räume des Museums ein, um Verkaufsausstellungen unter anderem mit Liebermann, Slevogt und Corinth durchzuführen.

Inwieweit Liebermann, Slevogt oder Corinth impressionistische Maler oder Wegbereiter der Moderne waren, ist nicht Thema der Ausstellung. Vielmehr soll der Aufbruch Leipzigs zu einer modernen Großstadt vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges nachgezeichnet werden. Ausgehend von den rekonstruierten Ausstellungen werden historische Querschnitte gelegt, so Hurttig, deren Spannweite von Nachrichten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Sport oder Kriminalität bis hin zur Wetterprognose reicht.

Was heute angesichts der tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen durch die digitalen Möglichkeiten schnell vergessen werde: Leipzig hatte im Vergleich zu heute mehr Tageszeitungen, Verlagshäuser und Großunternehmer, ein größeres Theater-, Varieté-, Tanz-und Konzertangebot und mindestens genauso viele Gaststätten, Café-Häuser und Hotels. Aber auch eine große, wenn nicht gar höhere Anzahl von Selbstmorden, tödlichen Verkehrs- und Arbeitsunfällen sowie Vergewaltigungen, Morden und anderen Verbrechen (Einige dieser Daten findet man gleich in Wandtexten im ersten Teil der Ausstellung).

Vor diesem breitgefächerten sozialgeschichtlichen Hintergrund treten die einst in Leipzig zum Verkauf angebotenen Gemälde von Liebermann, Slevogt und Corinth in Erscheinung. So handelt die Ausstellung auch von erfolgreichen Galeristen, in Vergessenheit geratenen Privatsammlern, zerstrittenen lokalen Künstlervereinigungen und verpassten Ankaufschancen für das Bildermuseum. Und, so Hurttig: Das hier veranstaltete Gesellschaftsspektakel Kunst war von einer erstaunlichen Schnelligkeit: Im monatlichen Wechsel wurden unter extrem beengten räumlichen Verhältnissen bis zu vier künstlerische Positionen gleichzeitig gezeigt, jährlich waren 50 und mehr Ausstellungen zu sehen.

Drei Ausstellungen in einer

„Impressionismus in Leipzig 1900–1914“ gliedert sich in drei Teile und sieht für jeden Künstler eine Ausstellungsdauer von drei Monaten vor, wobei sich die Laufzeiten bewusst überschneiden:

Teil 1: Max Liebermann 24.11.2019–16.02.2020
Teil 2: Max Slevogt 17.01.– 19.04.2020
Teil 3: Lovis Corinth 26.02.–01.06.2020

Offizielle Eröffnung ist am Samstag, 23. November, um 18 Uhr. Es sprechen:Alfred Weidinger/Direktor, Stephanie Tasch/Dezernentin der Kulturstiftung der Länder, Marcus Andrew Hurttig/Kurator.

Parallel werden in den angrenzenden Räumen noch die Ausstellungen zu Karl Hermann Trinkhaus und von Michael Riedel eröffnet. (Darüber informieren wir separat.)

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalog im E. A. Seemann Verlag, Leipzig, hrsg. von Marcus Andrew Hurttig und Alfred Weidinger, mit Beiträgen von Marcus Andrew Hurttig, Birgit Brunk, Dietulf Sander und Conny Dietrich. Die Publikation mit 192 Seiten enthält 109 farbige und 36 s/w-Abbildungen und ist in Buchhandel und Museumsshop für 30 Euro erhältlich.

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MdbKImpressionismus
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