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„Selma“ thematisiert Martin Luther Kings Kampf für ein allgemeines Wahlrecht

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    Spätestens mit dem Amtsantritt Barack Obamas muss die Überwindung von Sklaverei und Rassentrennung als Teil der US-amerikanischen Identität verstanden werden. Alljährlich zur "Award-Season" beglückt die Filmbranche seither das Publikum mit wenigstens einer Neuproduktion, die Sklaverei, Rassentrennung oder die Bürgerrechtsbewegung thematisiert. In diesem Jahr widmet sich das Kino in dem biografischen Drama "Selma" Martin Luther King.

    Als am 17. Februar 1965 in der Kleinstadt Selma ein Schwarzer niedergeschossen wird, nimmt der Unmut in der afroamerikanischen Bevölkerung drastisch zu. King (David Oyelowo) ruft daraufhin zu einem Protestmarsch in Alabams Hauptstadt Montgomery auf, um sich für das Wahlrecht für die dunkelhäutigen Amerikaner einzusetzen.

    Präsident Lyndon B. Johnson (Tom Wilkinson) tut sich schwer, das Anliegen des Friedensnobelpreisträgers mittels eines Gesetzes in die Tat umzusetzen. Gouverneur George Wallace (Tim Roth) unternimmt sogar alles in seiner Macht stehende, um Kings Bemühungen zu sabotieren. Obendrein muss sich der Pastor plötzlich Anschuldigen erwehren, er sei seiner Ehefrau (Carmen Ejogo) untreu gewesen.

    Das Manko dieses Films ist, dass DuVernay und ihr Drehbuchautor Paul Webb die historische Person Martin Luther King als eine göttliche Übergestalt behandeln. David Oyelowo spielt die herausragende Figur der Bürgerbewegung, als wenn er Jesus verkörpern würde. Ein Wanderprediger, dem die Massen zujubeln, der am Ende seiner Reise jedoch den Märtyrertod sterben muss.

    Von dem Attentat erfährt der Zuschauer zwar nur mittels Einblendung vor dem Abspann, doch die Inszenierung gestattet dem Protagonisten so gut wie keine menschliche Seiten. Oyelowo ist in jeder Szene mit der steifen Mine im Gesicht zu erleben, die King bei seinen öffentlichen Auftritten aufzusetzen pflegte.

    Webb gesteht seinem King ausgiebige Monologe zu, sei es in der Kirche oder im engeren Planungszirkel seiner Aktionen. Dass der Streifen nicht vollends zum King-Gottesdienst ausufert, ist DuVernay zu verdanken, die den edlen Bürgerrechtler mit einem von Zweifeln zersetzten Präsidenten sowie einem rassistisch denkenden Gouverneur gleich zwei übermächtige Antagonisten konfrontiert. Der Zuschauer erlebt wütende Demonstranten in einem rassistisch geprägten Kleinstadtklima, die gewalttätigen Polizisten gegenüber stehen. Und nebenher darf King eine sich anbahnende Ehekrise bewältigen.

    Regisseurin Ava DuVernay inszeniert Kings Kampf für das allgemeine Wahlrecht im rassistischen Alabama als unterhaltsame Geschichtsstunde. Wenngleich der Film aus dramaturgischen Gründen historische Tatsachen künstlerisch überhöht darstellt und bisweilen vom wahren Geschehen ein wenig abweicht, taugt „Selma“ als Lehrstück darüber, dass sich mit zivilen Ungehorsam und gewaltfreien Widerstand Berge versetzen lassen.

    GB 2014, R: Ava DuVernay, D: David Oyelowo, Giovanni Ribisi, Tim Roth, 124 min, FSK 12.

    Filmstart ist der 19. Februar, zu sehen in den Passage Kinos und in der Schauburg.

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