Nacht der Kunst am 2. September

Klubheim Samuel Heinicke wird diesmal zum Star an der Georg-Schumann-Straße

Für alle LeserMit Kunst wird in Leipzig vor allem die Baumwollspinnerei in Verbindung gebracht mit ihren regelmäßigen Atelierrundgängen. Aber im Leipziger Norden hat sich mittlerweile eine Kunst-Erlebnis-Veranstaltung etabliert, die gleich zwei Dinge auf einmal zeigt: Eine wachsende und bunte Kunstszene und eine Straße, die sich immer mehr zum Erlebnisort mausert – die Georg-Schumann-Staße.

Am Mittwoch waren die Vorbereitungen für die diesjährige Nacht der Kunst an der Georg-Schumann-Straße weitgehend abgeschlossen. Dort, wo am heutigen Samstag, 2. September, die beliebte Auktion stattfinden soll, im Klubheim Samuel Heinicke am Huygensplatz 1, findet um 15:30 Uhr auch die Eröffnung der „Nacht der Kunst“ statt.

In diesem Jahr gibt es wieder mehr Anmeldungen von KünstlerInnen als im letzten Jahr, was für die wachsende Attraktivität dieses Kunstfestivals spricht. Und es verspricht auch in diesem Jahr spannend zu werden, meint das Organisationsteam dieses mittlerweile unverwechselbaren Kunstfestivals entlang der Georg-Schumann-Straße. Nicht nur, weil einige neue Kunst-Orte und Partner wie Möckern in Aktion hinzugekommen sind. Auch das Spektrum der Kunst wird durch ganz neue Kunstformen bereichert.

Als Beispiel nennt Roland Löbel vom Organisationsteam den Möckernschen Markt. Bislang bei den Leipziger*innen ein eher wenig beachteter und verwaister Platz, wird dieser zur Nacht der Kunst für einige Stunden von ganz unterschiedlichen Künstlern in „Beschlag““ genommen. In einer Black Box wird ein Video über verschiedene Menschen, Akteure und Aktionen unter dem Motto „Leben in Möckern“ gezeigt. Der Film wurde von LMN Liminale Räume erstellt.

Als Ort neu hinzugekommen ist auch das Heisenberg-Gymnasium. Es öffnet an diesem Abend ebenso seine Türen und zeigt Kunst in seinen Räumen. Die Schule wird zum Kunst-Ort. Dort werden 16 Räume von 20 KünstlerInnen an einem Abend zu einem spannenden Kunst-Eldorado. Hinzu kommt noch ein Theater für Kinder. Das Heisenberg-Gymnasium wird von 16:00 bis 21:00 Uhr geöffnet sein. So schön kann Nachsitzen sein.

Einer der Hingucker wird wieder zweifelsohne die Auktion sein. Das Klubheim Samuel Heinicke am Huygensplatz wird dazu von außen illuminiert und damit abends gut zu finden sein, wenn drinnen von 20 bis 22 Uhr die Live-Versteigerung mit dem Auktionator Ingo Henjes stattfindet, der immerhin für die von 67 Künstler*innen zur Verfügung gestellten Kunstwerke neue, kunstinteressierte Besitzer finden soll.

Aber auch musikalische Genüsse kann man während der Nacht der Kunst erleben. Viele Live-Aufführungen werden zu hören sein, zum Beispiel auf dem Huygensplatz, wo ein LKW zu einer Bühne für die Bands wird, oder im Laden „(w)einstein 13“, wo man neben der ausgestellten Kunst auch spanischer und lateinamerikanischer Gitarrenmusik lauschen kann.

„Aber bitte, auch weiterziehen, denn hier endet die Nacht der Kunst keineswegs!“, betont Roland Löbel. „Das Glashaus wartet neben weiteren Standorten hinter dem Viadukt in Wahren auch mit mannigfaltiger Kunst auf BesucherInnen.“

Im Programmheft sind 62 Stationen aufgeführt, die an diesem Abend zu erleben sind – einige auch ein wenig rechts und links der Magistrale. Man sollte sich wirklich bequemes Schuhwerk anziehen, wenn man möglichst viel vom Dargebotenen sehen möchte.

Die Leipziger SPD-Abgeordneten Daniela Kolbe (MdB) und Holger Mann (MdL) weisen aus dem Anlass besonders auf eine Fotoausstellung mit Motiven aus Teheran des Iraners Mo Zaboli hin. Die Ausstellungseröffnung im „JEDERMANNS – SPD-Bürgerbüro (Georg-Schumann-Straße 133)“ findet am heutigen 2. September um 16 Uhr mit dem Künstler Mo Zaboli sowie Kurator Stefan Kausch statt.

Von 17 bis 18 Uhr diskutiert Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe danach mit Künstlerinnen und Kreativschaffenden zum Thema „Welche Unterstützung und Freiheit braucht Kunst in Leipzig?“. Im Fokus steht dabei insbesondere die Situation von darstellenden KünstlerInnen und politische Unterstützungsmöglichkeiten für Kunstschaffende im Leipziger Norden.

Aber wer noch früher loslegen will, der kann zur Eröffnung der NDK um 15:30 Uhr ins Klubheim Samuel-Heinicke, Huygensplatz 1, gehen. Dort sprechen Heike Will, Amtsleiterin des ASW, Falko Langer, Vorsitzender des veranstaltenden Fördervereins, Heike Kitzinger, ausstellende Künstlerin, und Monika Maywald, beteiligte Standortbetreiberin. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung von Herrn Lu (chinesische Geige) und Frau Olbrich (Klavier).

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Nacht der Kunst
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"Leipzig für Alle" - Demo am 20. April 2018 auf dem Weg zum Ring. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser8.000 waren es auf der Demonstration „Leipzig für Alle“ – natürlich nicht. Noch nicht, wenn in Leipzig angesichts der verbliebenen rund zwei Prozent Wohnungsleerstand nicht nachhaltig umgesteuert wird. Runde 1.000 kamen am 20. April ab 16 Uhr bei der ersten Demo, um ihrem Unmut über eine inganggesetzte Spekulations- und Mietschraube in Leipzig Luft zu verschaffen. Denn aus anfänglichen Geschichten um Entmietungsversuche im Jahre 2011 – ja, schon sehr lange her – ist ein System geworden, was vor allem junge und ältere Menschen in Leipzig ganz systematisch an die Wand drückt. Wenn diese dann in der eigenen Wohnung steht, werden die ersten wirklich rebellisch.