Die aufgelegten Corona-Hilfsprogramme verfehlen die Lebenswirklichkeit der freischaffenden Künstler komplett

Für alle LeserSehr geehrte Damen und Herren, wir sind freiberufliche Kunstschaffende aus Sachsen und unsere Existenzen sind massiv bedroht. Zu den hauptsächlich betroffenen Berufszweigen zählen hierbei Musiker/-innen, Künstler/-innen und Musikpädagog/-innen, sowie soloselbstständige Veranstaltungs- und Bühnentechniker/-innen, Fotograf/-innen, Filmkünstler/-innen, freie Schauspieler/-innen und freie Autor/-innen. Aufgrund der Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung des SARS – CoV 2 erwarten wir für die kommenden 12 Monate einen extremen Umsatzrückgang.

Unsere pädagogischen Fachkenntnisse vermitteln viele von uns seit einigen Wochen über digitalen Unterricht und erfahren durch diese Maßnahme bereits einen Rückgang des Schülerstammes, was auch zu einem Rückgang der Honorare führt.

Doch noch viel verheerender ist, dass mit Einnahmen aus Konzerten, Events und Festivals bis zum Jahresende nicht gerechnet werden kann (so die Einschätzung von Mai Thi Nguyen-Kim).

Unsere Enttäuschung über die bisherigen Corona-Hilfen des Bundes und des Freistaates Sachsen ist groß, da sie an unserer Berufsrealität vollkommen vorbei zielen.

Den „Soforthilfe-Zuschuss Bund“ können viele von uns nicht beantragen, da dieser nur für Betriebsausgaben eingesetzt werden darf. Die Wenigsten von uns müssen gewerbliche Mieten, Leasingraten oder Vergleichbares in größerem Umfang zahlen.

Im Rahmen des Programms „Sachsen hilft Sofort“ wird uns ein Unternehmerlohn in Höhe von 4/12 des Vorjahreseinkommens als Darlehen angeboten.

Für viele Kreativschaffende kommt ein Darlehen in dieser Form nicht in Betracht, da sie nicht über den Gewinn, der für die Beantragung des Darlehens nötig ist (mindestens 15.000 Euro pro Jahr bzw. 5000 Euro im Jahresdrittel) verfügen. Mit diesen geringen Einkommen ist es uns nicht möglich, Rücklagen zu bilden, um eine längere Zeit ohne Verdienst abfedern zu können.

Wir zeigen große Solidarität und Verständnis für die einschneidenden und notwendigen Maßnahmen, um Menschen nicht zu gefährden. Diese Solidarität muss im Umkehrschluss auch uns Kunstschaffenden entgegengebracht und nicht mit dem Prinzip konterkariert werden, dass uns als Ausweg die Verschuldung beim Staat angeboten wird!

Neben dem für uns nicht praktikablen Zuschuss und der Verschuldung wird uns als dritte Möglichkeit der Gang zum Jobcenter nahegelegt.

Wir als freiberufliche Kunstschaffende sind Künstler/-innen, Arbeiter/-innen, Manager/-innen und Buchhalter/-innen unseres kleinen Ein-Personen-Unternehmens in Personalunion. Wir sind durchaus geübt mit Tatkraft und Professionalität den herausforderndsten Bedingungen dieses Berufes, wie zum Beispiel fehlenden Festanstellungen, fehlender gewerkschaftlicher Vertretung und oft zu geringen Gagen, zu trotzen und ein selbstbestimmtes Leben ohne Hartz4 zu führen. Es ist paradox, dass wir nun auf die Grundsicherung angewiesen sein sollen, obwohl wir nicht arbeitslos sind, sondern aufgrund der Umstände einfach nur nicht unserer Tätigkeit nachkommen können.

Laut neuesten Meldungen wird über ein Stipendienprogramm „Denkzeit“ für Kulturschaffende debattiert. Stipendien sind aber keine Hilfe, denn von Anfang an ist klar, dass es nicht für alle reichen wird und somit die allermeisten der freien Pädagog/-innen, Aushilfsmusiker/-innen in Orchestern und Mitglieder/-innen von vielen Bands wieder durch das Raster fallen werden. Kreative, die vor existenziellen Fragen stehen, brauchen keine „Denkzeit“ sondern eine „Brotzeit“, die Sicherheit, dass man für sich und seine Familie sorgen und nach der Pandemie weiterhin für die Kultur und Bildung arbeiten kann.

Sollten Bund und Länder lediglich an diesen Optionen festhalten, wird unsere bisherige Kulturlandschaft in der Form nicht mehr existieren.

Wir brauchen dringend eine vertretbare Lösung für Kreative, die einheitlich ist! Zurzeit haben wir in Dresden einen Oberbürgermeister, der 1.000 Euro pro Person für Selbstständige verteilt. Leipzig – ansonsten stolz auf die „Kreativkultur“ – stellt derzeit nichts Vergleichbares zur Verfügung. Dabei handelt es sich nur um zwei kommunale Beispiele aus Sachsen. Ähnliche Konstellationen finden sich auch auf Länderebene vergleichbar uneinheitlich wieder.

Um die Kulturschaffenden und Künstler/-innen vor der krisenbedingten Arbeitslosigkeit und die Kulturlandschaft in Sachsen vor dem Zerfall zu retten, haben wir Vorschläge zusammengestellt, die für unsere Berufsgruppe essentiell sind:

1.: Die Richtlinien der Soforthilfe des Bundes müssen einen Unternehmerlohn i.H.v. 4/12 des Vorjahreseinkommens zulassen.

2.: Das Programm „Sachsen hilft sofort“ muss so weit geöffnet werden, dass eine Überschuldung nicht möglich ist. Dazu braucht es konkrete Richtlinien zur Erlassung der Schulden nach drei Jahren. In dem Falle muss sich die Kredituntergrenze an den Einkommensregelungen der KSK orientieren.

3.: Im Falle einer ausbleibenden Verbesserung der Lage der Kulturschaffenden müssen diese Hilfen unbürokratisch verlängert werden.

Wir appellieren an Ihre Verantwortung den Bürgern, Ihren Wählerinnen und Wählern gegenüber und hoffen, dass Sie mit einer Verbesserung der Maßnahmen ein Zeichen für den Erhalt der vielfältigen und innovativen Kulturszene setzen werden!

Bleiben Sie gesund!

gez. Patrick Schanze, Ludwig Kociok, Daniel Werbach, Linda Rietdorff, Ulrike Lichtenberg, Mark Hempel, Florian Kästner, Sebastian Haas, Laura Wasniewski, Sebastian Wehle, Philipp Rohmer, Angela Fürstberger, Michael Fürstberger, Johannes Moritz, Linus Bornheim, Vincent Hahn, Eva Klesse, Jan Roth, Philipp Scholz, Antje Kröger, Mazze Wiesner, Sandra Havenstein, Tobias Fröhlich, Johannes Ziemann, Mathis Nicolaus, Robert Lucaciu, Christin Herrmann, Barbara Weiß, Matthias Büttner, Volker Heuken, Berivan Kernich, Michael Hinze, Henrik Baumgarten, Mark Weschenfelder, Andris Meinig, Johannes Sens, Antonia Hausmann, Karolina Trybala, Philipp Reinsch, Stephan Nobis, Athina Kontou, Konrad Schreiter, Roman Petermann, Lora Kostina, Patrick Gertis, Elisabeth Hart, Luke Strange, Maike Lindemann, Daniel Vargas, Tom Engelhardt, Yoann Thicé, Simon Schorndanner, Alexander Krause, Matthias Hirth, Paul Quistorp, Dominique Ehlert, Christian Bauer, Elena Maria Pia Lorenzon, Martin Hanisch, Jens Legler, Lennart Jahn, Jörg Singer, Leonard Weißhahn, Steffi Narr, Jan Frisch, Fabian Werner, Wieland Götze, Michael Arnold, Angelina Arnold, Ulrike Michaelis, Philipp Rumsch, Arto Mäkelä, Martin Lorenz, Ben Hohlfeld, Clemens Litschko, Adrian Kehlbacher

„Hier sind Existenzen in Gefahr“: Ein Gespräch mit Amarcord-Tenor Robert Pohlers über die Auswirkungen der Corona-Krise auf freischaffende Künstler

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