Wenn Bach und Metal sich begegnen: BachSpiele-Gewinnerband „molllust“ veröffentlicht Bach-Album

Tja, was hätte Johann Sebastian Bach dazu gesagt? Was hätte er getan, wenn er die 2010 gegründete Band 2012 "molllust" in den Hauptbahnhof Promenaden während der "Bach Spiele" erlebt hätte? Genau in dem Moment gar, in dem Janika Groß ihr "Ave" sang, bevor es in rigorosem Bruch in das "Kreuzigt ihn" überging, das mit rauem Metal-Sound die schwebende Melodie unterbrach? - Keiner weiß es.
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Aber die „Bach Spiele“ mausern sich seit zwei Jahren nicht nur zu einer Veranstaltung im Rahmenprogramm des Bachfestes, bei dem junge Künstler regelrecht eingeladen sind, sich mit Bachs Musik auseinander zu setzen und die das auch nutzen. Janika Groß und ihre Opera Metal-Band „molllust“ wollten schon 2011 bei den Bach-Spielen ihr Glück versuchen.

„Aber wir haben zu spät mitbekommen, dass die Veranstaltung stattfand“, erzählt die Sängerin und Pianistin Janika Groß. Die Band war noch jung, gerade erst gegründet. Es war Janika Groß‘ Vision, Klassik und Metal auf neuartige Weise zu vereinen. Gemeinsam mit Frank Schumacher gründete sie im Jahr 2010 in Leipzig die Band „molllust“, die ihre Liebe zu zwei völlig konträren Musikrichtungen vereinen sollte – zur Klassik und zum Metal. Das ist nicht ganz neu. Seit die Band „Nightwish“ Furore machte, gibt es für diesen Versuch des Grenzgangs auch den eigenen Schubladen-Begriff Opera Metal.

Doch damit war „Nightwish“ nur ein Pionier in einer großen Welt, in der sich auch die Generationen begegneten. Selbst bei „molllust“, wo Janika Groß für ihre Schlagzeuger und Gitarristen durchaus echte Lehrstunden in Sachen Klassik veranstaltete – und die Herzen der Metal-Musiker wohl gewann. Die Begegnung von klassischer Musik und hartem, emotionsgeladenem Metal brachte eine spannungsreiche Musik zustande, die vor allem das Metal-Publikum schon verblüffte und wohl auch begeisterte. Und vielleicht, so hofft Janika Groß, passiert das nun auch mit eingefleischten Klassik-Freunden. Dass das bunt gemischte Publikum in den Hauptbahnhof Promenaden die Musik sehr wohlwollend, teilweise wohl auch begeistert aufnahm, ermutigt sie.Die Einspielungen für die erste CD der Band waren da schon fertig. Noch ohne eine Bach-Anleihe. „Die klassischen Notenvorlagen stammen alle von mir“, sagt die Medienfrau, die sich Gesang- und Komposition im Selbststudium angeeignet hat. Das dann im September 2012 vorgelegte Debütalbum „Schuld“, das bei einem Konzert im Vorprogramm von Coppelius präsentiert wurde, erhielt hervorragende Kritiken der internationalen Fachpresse. Fachpresse in diesem Fall im wesentlichen: Metal-Magazine. Da wurde dann auch mancher Metal-Kritiker dazu angeregt, sich mal ernsthaft mit klassischer Musik zu beschäftigen.

Das aktuelle Bach-Programm mit dem Titel „Bach con fuoco“ stellten die Musiker von „molllust“ erstmals bei den BachSpielen 2012 vor, und es wurde von der Fachjury damals mit dem 1. Preis prämiert. Jetzt wurden die Bach-Tracks im Leipziger KickTheFlame/Echolux-Studio aufgezeichnet und kommen als eigene CD auf den Markt.Im Bachfest Leipzig 2013 ist die Band mit „Bach con fuoco“ am Samstag, dem 15. Juni 2013, um 15 Uhr open air auf dem Leipziger Markt zu erleben. Die CD erscheint offiziell am 17. März 2013 und wird im Rahmen eines Konzerts im Leipziger Kultur- und Kommunikationszentrum naTo e.V. der Öffentlichkeit vorgestellt.

Und wie liest man nun „molllust“? – „Moll ist eigentlich unsere Grundtonart“, sagt Janika Groß. „Und irgendwie wollten wir auch noch unsere Leidenschaft für die Musik mit unterbringen.“ Und außerdem würden sich die Leute am Telefon immer so schön verhören. „Sie verstehen meistens Wollust. Aber so merken sie sich den Namen der Band. Und darauf kommt es wohl an.“

www.molllust.de


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Instrumentenbauer Matthias Vogt. Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

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