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UNESCO hat H-Moll Messe in das Weltregister des Dokumentenerbes aufgenommen

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    Theologische Schriften Isaac Newtons, koreanische Holzdruckblöcke aus der Zeit von Konfuzius und das älteste Buch Europas "Derveni Papyrus": 47 Dokumente hat die UNESCO neu in das Weltregister des Dokumentenerbes aufgenommen. Neben den frühen Schriften der Reformationsbewegung findet sich nun auch das Manuskript der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach im Gedächtnis der Menschheit. Das Werk sei ein Meilenstein der Musikgeschichte.

    348 Dokumente aus aller Welt versammeln sich im Unesco-Register “Memory of the World”:  Buchbestände, Handschriften, Partituren sowie Bild-, Ton- und Filmdokumente. Dazu gehören „die 21 Thesen der Solidarnosc, die Kolonialarchive Benins, Senegals und Tansanias, die Sammlung indigener Sprachen in Mexiko, die Archive des Warschauer Ghettos, das älteste noch erhaltene Manuskript des Korans „Mushaf von Othman“ aus Usbekistan sowie als erste Zeugnisse des Buchdrucks die Göttinger Gutenberg-Bibel und der koreanische Frühdruck Jikji (Anthologie der Zen-Lehre).“

    Nun gehört auch Autograph der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach dazu. Die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova folgte der Empfehlung des Internationalen Komitees „Memory of the World“, das vom 4. bis 6. Oktober in Abu Dhabi tagte. Satztechnik, Wort-Ton-Verhältnis sowie die ästhetisch und theologisch durchdachte musikalische Gesamtform der H-Moll Messe seien ein Meilenstein der Musikgeschichte. Die Komposition verfasste Bach kurz vor seinem Tod 1748 bis 1749. Sie stehe für seine Kompositionskunst. Ähnlich äußert sich der Direktor des Leipziger Bach-Archivs Peter Wollny, der das Werk für eines der wichtigsten des 18. Jahrhunderts hält. Überkonfessionell und weltumspannend sei es. Das 99-seitige Originalmanuskript weist starken Tintenfraß auf. Die Aufnahme in das Verzeichnis ist zwar nicht mit Geldleistungen verbunden, trotzdem hofft Wollny, dass die damit verbundene Aufmerksamkeit dafür sorgt, dass Mittel zum Erhalt des Originals leichter zu erhalten sind.  Die UNESCO erklärt auf ihren Seiten zur Auszeichnung: „Als eines seiner bekanntesten Werke hat es auch 250 Jahre nach seiner Entstehung weiterhin Einfluss.“

    Neben der H-Moll Messe wurden auch frühe Schriften der Reformationszeit ins Gedächtnis aufgenommen. Laut UNESCO sind diese „Zeugnisse der Reformationsbewegung, die ihren Ursprung im 16. Jahrhundert in Wittenberg hatte. Sie entfaltete innerhalb kurzer Zeit eine kritische Überzeugungskraft: Ein zunächst religiös-kirchlicher Impuls entwickelte sich zu einer gesellschaftlichen Erneuerungsbewegung mit grenzüberschreitendem Charakter.“ Drei weitere Dokumente wurden gemeinsam mit deutschen Institutionen nominiert: der Goldene Brief des birmanischen Königs Alaungphaya an den britischen König George II., digitale Sammlungen zur Sprachenvielfalt weltweit sowie persische und arabische Handschriften des Buches „Al-Masaalik Wa Al-Mamaalik“. Auch sie sind jetzt für die Nachwelt bei der UNESCO gespeichert.

     

     

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