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Bells Echo findet 2019 zum ersten Mal im Völkerschlachtdenkmal statt

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    Drei Mal fand „Bells Echo“ schon in Leipzig statt – das erste Mal im Dezember 2015 in der Philippuskirche in Lindenau. Dieses eindrucksvolle Licht-Klang-Format ist ursprünglich auch für Kirchenräume konzipiert worden. Und dass es Eindruck macht, zeigten die nächsten beiden Aufführungen im März und April 2017 in der Paul-Gerhardt-Kirche in Connewitz und der Peterskirche.

    Es ist nicht nur ein musikalisch-künstlerisches Projekt. Es ist auch ein besorgtes Projekt, denn es geht bei dieser Aufführung immer um die Zukunft der Menschheit. Und die sieht nicht gut aus, allen Warnungen auch der Science Fiction zum Trotz.

    „Die Konzertreihe Bells Echo befasst sich seit ihrer ersten Ausgabe im Jahr 2015 mit den Synergien zwischen zeitgenössischer experimenteller Musik, Performance, visueller Kunst und historischer Architektur. Somit sollen vor allem Kirchenräume mit ihren akustischen Besonderheiten als Instrument fungieren und neu kontextualisiert werden“, beschreiben die Künstler ihr Projekt.

    „Dabei spielen nicht nur Dimension und akustische Beschaffenheit des Raumes eine Rolle, sondern auch sein historischer, geistlicher Aspekt. Der Kirchenraum agiert hier als Stellvertreter für den Menschen des Okzidents und seine Kulturgeschichte. Sowohl der künstlerisch/handwerkliche Hintergrund, als auch sein gesellschaftlich/geistlicher Zweck eines Kirchenbaus dient bei Bells Echo als Referenz für die inhaltliche Konzeption der Konzertreihe.“

    Zu den Konzerten werden auch immer wieder besondere Künstler eingeladen. Im Mittelpunkt steht aber eine musikalische Darbietung unter Leitung der beiden Initiatoren Stefkovic van Interesse und Alex Röser. „Diese befassen sich anhand dystopischer Fantasien mit der Zukunft der menschlichen Zivilisation und richten in der Konsequenz kritische Fragen an den Menschen der Gegenwart.“

    Und so wie die Kirchenräume sich geradezu anboten als „Ort der spirituellen Kontemplation auf einer musikalisch-visuellen Meta-Ebene“, trifft dies natürlich auch auf das Völkerschlachtdenkmal zu.

    Und dort erfährt die audiovisuelle Konzertreihe „Bells Echo“ am 26. April ihre Fortsetzung.

    Die nunmehr vierte Ausgabe vereint auch im Völkerschlachtdenkmal eine Vielzahl von Musiker/-innen und Künstler/-innen und erzählt mit ihrer Hilfe eine dystopische Geschichte als lebendiges Wechselspiel von experimenteller Musik, Lichtkunst und Performance, kündigen die Macher an.

    „Im Mittelpunkt von Bells Echo steht dabei stets die Erzählung einer Geschichte als raumspezifisches Gesamtkunstwerk. Thematisierten die vorigen drei Teile die Flucht des Menschen vor Zerstörung und Ausbeutung auf einen fremden Planeten, setzt Bells Echo IV bei jenen an, die auf der Erde verblieben sind. Eine künstliche Intelligenz hat sich ihrer bemächtigt, unterdrückt jene, die sich gegen sie auflehnen. Doch ist dies das Ende einer einst blühenden Zivilisation oder gar der Beginn eines Neuanfangs?“

    Man merkt: Es ist eine rabenschwarze Geschichte der menschlichen Zukunft, wie man sie in wirklich hammerharten Science-Fiction-Romanen findet. Aber augenscheinlich lernen Menschen nichts aus solchen Dystopien, machen einfach weiter mit Dingen, von denen sie genau wissen, dass dabei unsere Lebensbedingungen zerstört werden.

    Die Musiker bei "Bells Echo". Foto: Bells Echo
    Die Musiker bei „Bells Echo“. Foto: Bells Echo

    So gesehen ist „Bells Echo“ natürlich auch ein künstlerischer Versuch, die Warnung eindrucksvoller zu machen und zumindest jenen, die zur Aufführung kommen, erlebbar zu machen, dass diese dystopischen Zukunftsbilder nicht nur Phantasie sind, sondern eine ziemlich wahrscheinliche Zukunft, die wir eigentlich so gar nicht erleben möchten.

    „Bells Echo bedient sich der Science-Fiction und entwirft audiovisuell ein sinnliches Narrativ. Statt vorhandene Musikstücke in einen Raum zu implementieren, folgt die Komposition der jeweiligen Raumspezifik und deren inhärenter Vorprägung. Geschichte, Funktion, Resonanz, Dimension – Faktoren, die in den Gesamtprozess einfließen und sich in der Dramaturgie widerspiegeln.“

    Auf ein zumindest sehr ungewöhnliches Musikerlebnis darf man sich durchaus einrichten: „Einher geht die Musikerzeugung aus Ambient, Noise, Field Recordings und Vokalelementen mit einem aufwendigen analogen und digitalen Bildgebungsprozess. Der ungegenständliche bis abstrakte Formenkanon transformiert den Innenraum, rekurriert auf die Vergangenheit und generiert eine andere Möglichkeit der räumlichen Wahrnehmung. Der Raum wird zu einem metaphorischen Schiff für die Reise aus dem Irdischen ins Metaphysische.“

    Realisiert wird die Reise in eine alarmierende Zukunft durch die Musiker Alex Röser (HORROR&TRIUMPH) und Stefkovic van Interesse (DŌMU), den Lichtkünstler Felix Richter (Gen.Pi) sowie in Kooperation mit verschiedenen lokalen bis (inter-)nationalen Gastkünstler/-innen (u. a. Waelder, Chor Beau, Wisp-Kollektiv).

    Und eine Einstimung auf das zu Erlebende gibt es auch: Der Veranstaltung ist eine theoretisch-praktische Einleitung, als Teil der Vermittlung, vorgelagert sowie eine Folgeveranstaltung im Institut für Zukunft nachgestellt. Der Ticket-Vorverkauf läuft schon.

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