Oper Leipzig stellt Spielzeit 2015/16 vor

Zur Begrüßung der Journalisten trällert Intendant Ulf Schirmer den Chanson von Ernst Fischer "Frag mich mal was leichtes." Ein ungewöhnlicher Auftakt für eine Pressekonferenz, die einen besonderen Spielplan zum Gegenstand hat. Weil die Drehbühne den Sommer über saniert wird, errichtet die Oper für die Monate September und Oktober auf dem Augustusplatz ein Spiegelzelt. Darin werden 500 Zuschauer Platz finden.
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„Wir sind sehr dankbar, dass die Stadt uns 3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat“, freut sich Schirmer. Die alte Drehscheibe sei stark sanierungsbedürftig. Bei zwei Vorstellungen in der laufenden Spielzeit habe sich die Platte nicht mehr drehen lassen.

Während der Baumaßnahme kann die große Bühne im Opernhaus nicht bespielt werden. Deshalb werden im zweiwöchigen Rhythmus im kuscheligen Art-deco-Ambiente vier Neuproduktionen En-suite gezeigt werden. Den Anfang macht am 11. September „Charleys Tante“ nach der gleichnamigen Komödie von Brandon Thomas. In Leipzig wird eine Fassung der Münchner Kammeroper zu sehen sein. Operndirektorin Franziska Severin führt Regie. Intendant Ulf Schirmer wird sich als Zirkusdirektor verkleiden, um auf der Bühne heitere Swing-Musik von Ernst Fischer zu dirigieren.

Am 24. September folgt nach der „West Side Story“ im kommenden Juni bereits der nächste Bernstein. „Trouble in Tahiti“ erzählt vom (un)möglichen Zusammenleben von Mann und Frau. Am 11. Oktober feiert Boris Blachers Krimieinakter „Die Nachtschwalbe“ Premiere. Das Werk wurde 1948 in Leipzig uraufgeführt. Bei den drei Opern musizieren Mitglieder des Gewandhausorchesters in Kammerformation. Bis zu 20 Musiker können auf der Bühne stehen.

Das Leipziger Ballett tanzt im Spiegelzelt ab dem 22. Oktober „Französische Chansons“, zu denen die Franzosen Bruno Bouché, Martin Chaix und Jean-Philippe Dury die Choreografien kreieren werden. Mitnichten die erste Ballett-Premiere in der Spielzeit. Ab dem 22. September tanzt die Compagnie im Konzertfoyer des Opernhauses zu Camille Saint-Saens „Der Karneval der Tiere“.

Auf der großen Opernbühne beginnt die Spielzeit am 31. Oktober mit dem 21. Leipziger Opernball. Die Leipziger können sich auf Neuinszenierungen von Mozarts „Le nozze de figaro“ (Premiere: 14.11.), Rossinis „La Cenerentola“ (19.03.) und Strauss‘ „Arabella“ (14.06.) freuen.

Saisonhöhepunkt der Opernsparte ist die Vollendung von Wagners „Ring der Nibelungen“. Die „Götterdämmerung“ ist erstmals am 30. April zu erleben. Nur fünf Tage später startet die erste zyklische Gesamtaufführung des Monumentalwerks. Die Oper Leipzig ist in der Saison 2015/16 bundesweit das einzige Theater, dass die „Ring“-Opern an vier direkt aufeinanderfolgenden Tagen aufführen wird (5.5 – 8.5.).

Neben dem „Ring“ tauchen auf dem Spielplan vier weitere Wagner-Produktionen auf. „Parsifal“ und „Das Liebesverbot“ werden aus der Vorsaison übernommen, „Rienzi“ und „Die Feen“ wiederaufgenommen. Die Wagner-Festtage vom 20. bis 22. Mai stehen im Zeichen der drei frühen Opern, die an dem Wochenende zyklisch aufgeführt werden. Mit zwei Verdi-Wochenenden und einem Mozart-Wochenende möchte die Opernsparte vermehrt auswärtige Besucher in die Messestadt locken.

Ein kleines Highlight verbirgt sich unter den Wiederaufnahmen. Neben dem Humperdinck-Klassiker „Hänsel & Gretel“, der ab Februar 2016 auch in einer mobilen Version durch Schulen touren soll, steht die Märchenoper „Dornröschen“, ebenfalls von Humperdinck komponiert, ab dem 10. Dezember wieder im Repertoire.

Das Leipziger Ballett liefert mit „Die Märchen der Gebrüder Grimm“ eine Weihnachtsproduktion. Premiere ist am 4. Dezember. Mario Schröder wird mit Unterstützung des Leipziger Entertainers Michael Sens choreografieren. Eine weitere Arbeit des Ballettdirektors wird sich mit Mendelssohns „Lobgesang“ beschäftigen (6.2.). Ab dem 22. April ist eine Arbeit des spanischen Ausnahmechoreografen Iván Pérez in Leipzig zu bestaunen. Mario Schröder lotste den Wahl-Niederländer an die Pleiße. Die Compagnie wird zu dem besonderen Anlass ihr Stammhaus verlassen. Die Produktion ist auf der Großen Bühne des Schauspiel Leipzig zu sehen.

Eingang zur Musikalischen Komödie. Foto: Gernot Borriss

Foto: Gernot Borriss

Die Musikalische Komödie bezieht zur Spielzeit 2015/16 den Neubau in der Dreilindenstraße 24. Die Mitarbeiter und Künstler dürfen sich über neue Proben- und Funktionsräume freuen, die die Arbeitsbedingungen erheblich verbessern. Außerdem wartet die Musical- und Operettensparte mit einer neuen Personalie auf. Cusch Jung, der im Haus Dreilinden „Jekyll & Hyde“ und „Der Graf von Monte Christo“ inszenierte, ist bis 2020 neuer Chefregisseur. Amtsvorgänger Volker Vogel bleibt dem Theater jedoch erhalten. Als Gastregisseur inszeniert er die Strauß-Operette „Wiener Blut“ (17.10.).

Cusch Jung gibt seinen Einstand am 16. April mit dem Wildhorn-Musical „Dracula“. Mirko Mahr wird mit dem MuKo-Ballett „Carmen“ mit Musik von Georges Bizet und Rodion Konstantinowitsch choreografieren (26.02.). Die Saison klingt mit einem neuen Werk aus. „Capriolen. Die Lindenauer Palast-Revue“ muss erst noch erarbeitet werden. Angedacht ist eine Hommage an die 20er Jahre mit Gesang, Tanz und Artistik.

Im Rahmenprogramm finden sich kleinere und größere Schmankerl für Jung und Alt. Die beliebten Babykonzerte werden fortgesetzt. Mezzosopranistin Karin Lovelius erarbeitet ein Astrid-Lindgren-Programm, das im Januar und Februar 2016 zu sehen sein wird. Das Leipziger Ballett setzt an mehreren Terminen den „Tanz in den Häusern der Stadt“ fort.

Am 13. Dezember laden Mitglieder des Opernensembles das Publikum zu einer Weihnachtsmatinee ein. Zum Jahreswechsel veranstaltet die Oper wieder eine große Silvester-Gala. Am Pult steht Hausherr Ulf Schirmer. Das Orchester der Musikalischen Komödie veranstaltet zwei eigene Konzertabende. Am 18. November, dem Buß- und Bettag, wird Albert Lortzings Oratorium „Die Himmelfahrt Jesu Christi“ zu hören sein. An Karfreitag 2016 erklingt Franz von Suppeés „Missa pro defunctis“.

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