Das Leipziger Ballett lädt am 8. Februar ein zur Premiere von „Lamento“

Für alle LeserLiebe, Trauer, Abschied und Sehnsucht nach Freiheit – das sind die Themen des zweiteiligen Abends „Lamento“ von Ballettdirektor und Chefchoreograf Mario Schröder, der am Samstag, 8. Februar, im Opernhaus Premiere feiert. In „Lamento“ treffen zwei ganz besondere Stücke aufeinander: „Blühende Landschaft“ und „Sinfonie der Klagelieder“. Das klingt nach rein ostdeutschen Themen. Aber tatsächlich zielt der Ballettabend auf eine Welt, in der Unfreiheit vielerorts noch immer der Normalzustand ist.
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Das erste Stück des Abends, „Blühende Landschaft“ zu Musik von Udo Zimmermann („Lieder von einer Insel“) und Johann Sebastian Bach, kreierte Schröder 2013 als Teil des Abends „Pax 2013“ und wurde damals „Pax questuosa“ von Uwe Scholz gegenübergestellt. Der Titel „Blühende Landschaft“ steht für das Verhältnis der Tänzerinnen und Tänzer des Leipziger Balletts zur Stadt Leipzig und zu deren Geschichte.

Viele Companymitglieder kommen aus Ländern, die von Unfreiheit und Konflikten bestimmt wurden oder werden. Ausgehend vom Motiv der Ankunft der Tänzer in der Stadt werden imaginäre Sehnsuchtsorte wie Landschaften oder Inseln entworfen. Passend dazu bilden Udo Zimmermanns „Lieder einer Insel“ das musikalische Fundament der Choreografie, die mit Werken von Johann Sebastian Bach kombiniert werden.

Der Titel ist aber auch als ironische Anspielung auf ein Zitat des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl zu verstehen, der nach der Wende „blühende Landschaften“ versprach, die sich für Schröder bisher nicht vollständig eingelöst haben.

Mario Schröder bei den Proben zu "Lamento". Foto: Ida Zenna / Oper Leipzig

Mario Schröder bei den Proben zu „Lamento“. Foto: Ida Zenna / Oper Leipzig

Im zweiten Teil des Ballettabends entwickeln Schröder und das Leipziger Ballett ein neues Stück zu Henryk Mikolaj Góreckis (1933-2010) 3. Sinfonie, der „Sinfonie der Klagelieder“. Der polnische Komponist verarbeitete darin ein Klagelied Marias aus dem 15. Jahrhundert, ein Gebet aus einer Zelle des Gestapo-Hauptquartiers sowie ein Volkslied, in der eine Mutter den Tod ihres Sohnes beklagt.

In allen von der Sopranistin Lenka Pavlovič gesungenen Texten geht es um unterschiedliche Formen der Trauer und des Abschieds, die auch in Schröders choreografischer Umsetzung eine zentrale Rolle spielen und sich im Bühnenbild von Paul Zoller widerspiegeln, das von unterschiedlichen geometrischen Formen bestimmt wird. Tänzerisch wird der Umgang des Einzelnen und der Gemeinschaft mit einer Katastrophe und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verhandelt.

Premiere für „Lamento“ ist am Samstag, 8. Februar 2020, 19 Uhr im Opernhaus.

Weitere Aufführungen gibt es am 29. Februar, 22. März, 3., 12., 18. und 26. April. Alle Vorstellungen mit Einführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn; außer Premiere, Publikumsgespräche im Anschluss.

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