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Adolf Südknecht startet im Januar erst einmal eine Glotzkasten-Offensive

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    Das für seine zeitreisende Seifenoper beliebte Theater „Adolf Südknecht“ startet ins neue Jahr mit einer Glotzkasten-Offensive, die sich gewaschen hat. Gleich vier Projekte starten zum Jahresanfang mit einem verheißungsvollen Auftakt in das zehnte Geburtstagsjahr seit der Improschau-Gründung.

    Die Live-Pilotfolge der neuen Staffel „Adolf Südknecht macht rüber!“ im Januar sowie die darauffolgenden monatlichen Folgen der Seifenoper-Improschau bilden das Herzstück und werden auf jeden Fall gespielt werden. Entweder vor Publikum oder online als Livestream, kündigte Theatermacher Armin Zarbock an. Darunter wird im März im Werk 2 die Spezialfolge „Adolf Südknecht – VEB Werk II“ nachholend aufgeführt.

    Ebenfalls ab Januar präsentiert sich die runderneuerte Website vom Theater „Adolf Südknecht“. Unter AdolfSüdknecht.de oder Südknecht.de können Karten reserviert werden, an der Freikartenverlosung teilgenommen werden und Infos zur Seifenoper-Improschau gefunden werden.

    Als neues Projekt startet „Adolf Südknecht – Die Seifenoper-Rück-Schau!“ Seit fünf Jahren zeichnet das Theater „Adolf Südknecht“ seine Folgen mit einem Dutzend Kameras pro Folge auf. In einer Retrospektive werden in lockerer zeitlicher Folge den ganzen Winter und das Frühjahr über dreißig ausgewählte Folgen zu sehen sein. Als Schmankerl gibt es dazu einen Mini-Vorspann und als Einstimmung vor jeder Episode einen extra dafür produzierten Kurzkommentar der Hauptfiguren.

    Präsentiert werden die „Adolf Südknecht“-Folgen auf dem neuen YouTube-Kanal „Adolf Südknecht“. Dafür wurde ein eigens dafür gedrehter YouTube-Kanal-Trailer produziert.

    Die Live-Pilotfolge auf dem YouTube-Kanal „Adolf Südknecht“.

    Kanaltrailer: DIE SEIFENOPER-RÜCKSCHAU

    Der „Adolf Südknecht“-Kanal wird in Südknecht-Zeitrechnung Anno 1945 mit der YouTube-Premiere der Folge „Hurra, wir leben noch!“ beginnen. Danach werden über den gesamten Winter und das Frühjahr 2021 in lockerer Folge über dreißig Episoden eingestellt, die kostenlos abgerufen werden können. Und natürlich galt und gilt: Nur der letzte Satz war abgesprochen, jeder weitere Dialog und die Musik wurden aus dem Augenblick heraus unwiederholbar und authentisch improvisiert!

    Worum geht es in „Adolf Südknecht macht rüber“?

    Das Theater „Adolf Südknecht“ stellt mit „Adolf Südknecht macht rüber!“ vor dem Hintergrund der heraufziehenden deutsch-deutschen Teilung seine Titelfigur vor die Zerreißprobe „Flucht versus Zukunftslosigkeit“.

    Nach seinem Verwandtschaftsbesuch in Westberlin ist Adolf zurück im Horns und berichtet seinem Sohn Anton von seinem turbulenten Aufenthalt. Anton wiederum erzählt von seiner neuen Arbeitsstelle und der Lage im Horns in Bezug zur vorgegebenen Planerfüllung. Später tauchen zwei bekannte Gesichter auf, und Adolf weiß am Ende nicht, ob er sich wohlfühlen oder wegrennen soll.

    Was treibt einen Menschen zur Flucht, der weder Krieg, noch Hunger, noch Krankheit fürchten muss? Was treibt ihn an, seine Heimat, sein soziales Umfeld, praktisch sein gesamtes Leben verlassen zu wollen? Diesen Themen möchte das Theaterprojekt in einem Bogen des sich über mehrere Abende erstreckenden Theaterprojektes nachgehen.

    Dabei sollen soziale und zwischenmenschliche Fragen im Mittelpunkt stehen: Welche Gewichtung haben äußere Ereignisse in Bezug zu inneren Vorgängen? Wie beeinflussbar in zeitlicher und argumentativer Hinsicht vollzieht sich eine Entscheidungsfindung? Inwieweit verändert sich das Denken und Handeln durch den Prozess der Findung? Wie entwickelt sich das Verhältnis zur Umwelt, wer darf mit einbezogen werden? Und welche Entscheidung steht am Ende der Entwicklung der Geschehnisse?

    Die Zuschauer sollen größtmöglich und hautnah einbezogen werden in die Gedankenwelt des Protagonisten, um eine nachvollziehbar eigene Abwägung im zeitlichen Verlauf treffen zu können.

    (S06|E01) Anno 1958: Stille Nacht

    Vor dem Hintergrund einer anschwellenden Flüchtlingswelle von Ostdeutschland nach Westdeutschland in der sich immer mehr abschottenden DDR stellten sich deren Bürger bis 1961 die Frage, ob sie im Westen einen Neuanfang wagen sollten. Gründe waren die mangelnde Meinungs- und Reisefreiheit, die vor allem im Vergleich zum Westen schlechtere Wirtschaftslage, eingeschränkte berufliche Möglichkeiten oder Benachteiligungen wegen kirchlicher Aktivitäten oder politischer Verfolgung.

    Auch Kneipenwirt Adolf Südknecht ist unentschlossen, zumal er Westverwandte hat. Gehen oder bleiben, bestehen oder scheiden? Ein Thema, das zeigen soll, dass heutige Fluchtbewegungen kein abstraktes Problem sind, welches uns nichts angeht. Sondern dass wir selbst vor nicht allzu langer Zeit damit innerdeutsch konfrontiert waren. Und dass sich weltweit gesehen damals wie heute Menschen mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob sie durch Verfolgung, Chancenlosigkeit, Diskriminierung und Perspektivlosigkeit ihr Zuhause verlassen sollen.

    Das Langzeittheaterprojekt „Adolf Südknecht“

    Die preisgekrönte Historien-Theatergeschichte wird seit 2012 ununterbrochen in bisher über achtzig Episoden gespielt und thematisierte zu Beginn die 1920er Jahre, setzte sich dann ausführlich mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander, knüpfte nach den Nachkriegsjahren zeitlich nahtlos an die Geschehnisse um den 17. Juni 1953 an, um sich dann den Anfängen der Staatssicherheit zu widmen und schließlich bei einem Verwandtschaftsbesuch in Westberlin zu landen.

    Dabei sollen die bisher gewonnenen Erfahrungen des einzigartigen Theaterformates weiter ausgebaut und vertieft werden. Vor allem in Bezug auf die Verbindung von Unterhaltung, Information, historischer Vermittlung, städtischer und landesweiter Erinnerungskultur und der Suche nach theatralischen Formen wird dabei Wert gelegt.

    Frank Berger, Armin Zarbock, Raschid D. Sidgi, August Geyler, Claudius Bruns. Foto: Armin Zarbock
    Frank Berger, Armin Zarbock, Raschid D. Sidgi, August Geyler, Claudius Bruns. Foto: Armin Zarbock

    Neben der Hauptbesetzung mit zwei Schauspielern und einem Musiker spielen pro Episode weitere Schauspieler und Dauergastmusiker Frank Berger mit. Jede Episode baut zeitlich und inhaltlich aufeinander auf, wird aber dennoch dramaturgisch in sich abgeschlossen sein. So ist für die Zuschauer ein Ein- und Ausstieg in die Theater-Reihe jederzeit möglich.

    Die Schauspieler erschaffen dadurch, dass sie sich lediglich einen dramaturgischen Rahmen vorgeben und alle Texte improvisieren, eine unikate und in ihren Emotionen authentische Aufführung. Sie recherchieren vorher sorgfältig die historischen Ereignisse, um sie im Augenblick des Spiels abrufen zu können.

    Das Theater „Adolf Südknecht“ macht mit der Aufarbeitung historischer Ereignisse und deren Folgen auf das persönliche Umfeld einer Familie Geschichte sinnlich erfahrbar und schlägt so eine Brücke in die Gegenwart. Zielgruppe ist ein Publikum ab dem jugendlichen Alter.

    Durch die kontinuierliche Arbeit sind inzwischen ein großer inhaltlicher, historischer und künstlerischer Erfahrungsschatz und ein großes Netzwerk an bundesweiten Künstlern entstanden.

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