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Am 1. Oktober im Ost-Passage Theater: Premiere für „IchundIch“ von Else Lasker-Schüler

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    Am Freitag, 1. Oktober, feiert die Inszenierung von „IchundIch“ Premiere im Ost-Passage Theater. Damit bringt das Freie Ensemble Jedermann e. V. in seiner vierten Produktion der Spielzeit 2021 Else Lasker-Schülers unkonventionelle Faust-Adaption auf die Bühne.

    Die „Herzensbühne“ der Dichterin präsentiert uns Faust und Mephisto als zwei Teile eines Ganzen, einer Person – ich und ich, die nicht zueinander finden können. Beide befinden sich zu Beginn des ersten Aktes in der Hölle, als Goebbels, Göring und weitere Nazigrößen zu einem Geschäftsessen erscheinen und Mephisto um die Unterstützung ihres Krieges bitten.

    Während Göbbels mit Marte Schwertlein flirtet, fordert Mephisto bei einer Partie Schach nicht nur Faust, sondern auch den „Ewigen“ heraus. Was als Spiel beginnt, wird jedoch bald zu einer existentiellen Debatte. Durch das Sich-Selbst-Begegnen auf dem Schachbrett, auf der Bühne, wird der Gegensatz der vermeintlich gegnerischen Parteien aufgelöst. Am Ende rechnet Mephisto mit den Nazis ab und lässt sie in den Höllenfluten aus Lava versinken.

    Das sprachlich überbordende Stück enthält zahlreiche Verweise auf historische Ereignisse, die Bibel, die Tora, Gedichte von Else Lasker-Schüler, das Leben und Werk Goethes und nicht zuletzt hinterfragt es „Faust“ als „urdeutsches“ Drama und seiner vielfachen (Über-)Interpretation.

    Angelegt als Theater im Theater entstand das Stück 1940/41 im palästinensischen Exil und
    wurde bis 1979 unter Verschluss gehalten. In der damals völlig aus den Fugen geratenen Welt stellte Else Lasker-Schüler Fragen, die auch heute aktuell sind: Was steckt noch in uns? Wie anfällig ist jeder einzelne von uns für faschistoides Gedankengut?

    Und welches Stück spielt auf unserer Herzensbühne? Zur Uraufführung von „IchundIch“ kam es zu Lebzeiten von Else Lasker-Schüler nicht. Bis 1970 hielten die Nachlassverwalter das Stück unter Verschluss, aus Angst, das Andenken der Dichterin zu beschmutzen. Dennoch fand 1979 eine Uraufführung statt, seitdem gab es erst sechs weitere Inszenierungen.

    Mehr erfährt man auf der Website des Ensembles Jedermann.

    Die Premiere von „IchundIch“ sowie weitere Vorstellungen am 2., 15., 16. und 23. Oktober finden jeweils um 20 Uhr im Ost-Passage Theater statt. Vor den Vorstellungen gibt es um 19 Uhr eine kurze Einführung durch Dramaturgin Lea Schneider.

    Karten können per Mail an karten@ost#passage-theater.de reserviert werden.

    Regie: Max Latinski / Dramaturgie: Lea Schneider / Bühne: Emily Rößner / Kostüme:
    Anna Melissa Zentgraf / Maske: Emily Rosin / Licht: Lisa Kruber / Musikalische
    Leitung: Edwin Lose / Assistenz: Leonie Rinze

    Mit: Johanna Walzebuck / Elisa Hensen / Ursula Kohl / Marina Erler / Daniel Maier /
    Lisa Kruber / Sarah Berger-Schütze / Jasper Thieme / Helena Schamne / Max Latinski /
    Lisa Nossek

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