Gefälschtes Fahndungsplakat in sozialen Netzwerken

Rechtsextremisten nehmen L-IZ-Lokaljournalisten ins Visier

Für alle LeserWer über Jahre hinweg zum Thema Rechtsextremismus recherchiert, muss sich aus der Szene allerlei Drohungen und Beleidigungen aus einer Szenerie gefallen lassen, welche selbst oft genug vor Gericht landet. Gelegentlich kommt es auch zu körperlichen Übergriffen, man mag diejenigen nicht, welche kriminelles Handeln beobachten. In Leipzig versuchen Neonazis seit Mittwoch, 11. März mittels eines fingierten Fahndungsaufrufs auch Menschen außerhalb des eigenen rechtsextremen Milieus zu Straftaten gegen einen Mitarbeiter der L-IZ.de anzustacheln.

Unser Journalist Martin Schöler beobachtet neben anderen Themen seit 2010 für die L-IZ.de unter anderem die regionale Neonazi-Szene. Wiederholt bekam der Reporter bereits Drohungen von einschlägig bekannten Leipziger Neonazis, einen handfesten Überfall durch zwei Vermummte erlebte er ebenfalls bereits. Die Polizei ermittelt bis heute in diesem Fall. Bei mehreren Aufmärschen gingen zudem Kameraden auf ihn und weitere Kollegen unserer Zeitung los, weil diese das taten, wozu Journalisten da sind: das Zeitgeschehen zu dokumentieren. Zuletzt am Montag, als ein weiterer Kollege der L-IZ aus der „Legida“-Demonstration heraus von zwei Herren am Arbeiten gehindert werden sollte.

Auch wenn dann Straftaten aus diesem und anderen kriminellen Milieus vor Gericht enden, berichtet die L-IZ. Meist sind dies dann Momente, wo radikalisierte Nazis von einschlägigen Anwälten beraten werden und zu reumütigen Angeklagten mutieren. Wenig glaubhaft dann, wenn sie anschließend unvermindert weiter im Netz hetzen, zu Gewalt gegen anderen Menschen aufrufen oder gar weitere Straftaten folgen lassen. Kein schönes Gefühl für die ertappten Straftäter vor Gericht, manchmal soll dann natürlich ein Schuldiger für die eigenen Taten her. Der berichtende Journalist kann so ins Visier von Kriminellen geraten.

Am Mittwoch tauchte nun in verschiedenen sozialen Netzwerken ein fingierter Fahndungsaufruf auf, welcher seither seine Kreise in Teilen der Leipziger Fußballszene und rechten Verbindungen zieht. Dieser zeigt ein Portraitfoto unseres Journalisten, darunter steht sein Name. „Gesucht wegen sexueller Belästigung von Kindern“, ist über dem Foto zu lesen. „Hinweise bitte an das Polizeipräsidium Leipzig“.

Der Schwindel ist zwar offensichtlich, doch die Urheber ahnen, dass sie auf die Unwissenheit, den Übereifer besorgter Muttis oder gar klammheimliche Freude ihrer Facebook- und WhatsApp-Freunde setzen können.

Dass diese sich dabei durch das Weiterverteilen strafbar machen, zeugt davon, wie egal einigen die eigenen „Freunde“ im „Social Web“ sind. Ein „Polizeipräsidium Leipzig“ existiert nicht. Die Behörde nennt sich Polizeidirektion, wie man unschwer auf der Behörden-Homepage nachlesen kann. Dort fehlt von dem Fahndungsaufruf erwartungsgemäß jede Spur. Auch auf der Facebook-Seite der Landespolizei wird man nicht fündig. Logisch: Es existieren schließlich keine Vorwürfe dieser oder anderer Art gegen unseren Kollegen. Und natürlich gibt es darüber auch keine Presseberichte in etablierten Medien, da keinerlei Aufruf seitens der Polizeibehörden vorliegt.

Da unser Kollege durch seine beruflichen Kontakte just auch am heutigen 11. März mit der Polizeidirektion Leipzig und der Staatsanwaltschaft Leipzig wegen des aufgeflogenen Drogenhandels auf der Internetseite „Shiny Flakes“ in Form von Telefonaten und Anfragen zu tun hatte, wäre eine Fahndung nach ihm zudem unnötig.

Wie leicht längst Verleumdungen und ähnliche Attacken funktionieren, zeigen weitere Beispiele.

Ein gerade ebenfalls publik gewordenes Beispiel – vom MDR aufgegriffen – zeigt jedoch, wie scheinbar leicht es mittlerweile auch in Leipzig geworden ist, gezielt gegen Unschuldige zu hetzen. Und dabei auf die fehlende moralische und rechtliche Kompetenz von Netzusern zu setzen. Eine Facebooknutzerin erläutert in einem Fernsehbeitrag von „MDR um 2“, dass sie natürlich nicht wisse, ob der von ihr im Netzwerk eingestellte Aufruf gegen einen ihr unbekannten Mann richtig sei, aber „es ginge ja um unsere Kinder“, da wäre es ihr quasi egal. Nun wird auch gegen sie ermittelt, der Tatvorwurf lautet Verleumdung.

Zahlreiche Nutzer verbreiteten auch den Aufruf gegen unseren Kollegen trotz der offensichtlichen Unstimmigkeiten. Unter ihnen befindet sich etwa der regional bekannte Kampfsportler Benjamin B., über dessen Verstrickungen ins rechte Milieu die L-IZ.de in der Vergangenheit berichtet hatte. Auf dem Facebook-Profil eines Szene-Versands, dessen Domain über die Webadresse einer rechtsextremen Fangruppe registriert worden ist, wurde ganz unverblümt „um Mithilfe bei der Selbstjustiz“ gebeten.

Benjamin B. hofft als einer der Ersten auf fleißiges Teilen einer Verleumdung bei Facebook. Über das Netzwerk verbreitet sich der fingierte Fahndungsaufruf bis hin zu besorgten Müttern und niemand prüft den Wahrheitsgehalt. Screen L-IZ.de vom öffentlich einsehbaren FB-Account von Benjamin B.

Benjamin B. hofft als einer der Ersten auf fleißiges Teilen einer Verleumdung bei Facebook. Über das Netzwerk verbreitet sich der fingierte Fahndungsaufruf bis hin zu besorgten Müttern und niemand prüft den Wahrheitsgehalt. Screen L-IZ.de vom öffentlich einsehbaren FB-Account von Benjamin B.

Der Shop spricht mit seinem Sortiment primär erlebnisorientierte Stadiongänger an. Die Zielgruppe entstammt nicht nur der rechten Szene. Durch die subtile Verbindung des Steckbriefs mit dem hoch sensiblen Thema Kindesmissbrauch, das in der Öffentlichkeit regelmäßig für breite Entrüstung sorgt, erhoffen sich die Urheber offensichtlich, potenzielle Gewalttäter außerhalb des eigenen Klientels zu erreichen. Mittlerweile ist der entsprechende Beitrag wieder gelöscht worden. Doch an anderen Stellen wird er munter weiter verbreitet (Screenshots werden fortlaufend durch unsere Redaktion erstellt und aktuell den Verfolgungsbehörden übermittelt. Nur fragen wir uns parallel, wie ein wenig arbeitsfähigerer einzelner Mensch mit so etwas umgehen könnte?).

„Dass Neonazis versuchen, in sozialen Netzwerken Menschen, die nicht der rechten Szene angehören, zu Gewalttaten gegen einen konkreten Journalisten zu bewegen, ist für mich ein neues Phänomen“, so Schöler zu seinen Erlebnissen am heutigen Tage. Ganz so neu ist es deutschlandweit gesehen nicht. In Dortmund tauchten in den vergangenen Wochen vermehrt fingierte Todesanzeigen gegen Journalisten auf, zuletzt erfolgte dann ein Übergriff auf einen Journalisten. Die rechtsextremen Szenen Dortmunds, wo die Polizei mittlerweile eine Sonderkommission gegründet hat, und Leipzigs gelten zudem als gut vernetzt. So machen auch Beispiele von Netzkampagnen offenbar Schule. Derzeit finden sich immer weitere Verbindungen neben der NPD auch über die Partei „Die Rechte“ zwischen Sachsen und Nordrhein-Westfalen.

Seit heute ermittelt nun die Staatsanwaltschaft wegen des fingierten Fahndungsplakates auch in Leipzig.

Logischerweise nicht gegen unseren Kollegen, sondern gegen die Facebook-User, welche den „Fahndungsaufruf“ veröffentlicht und weiterverbreitet haben.

Denn bereits das „Teilen“ eines entsprechenden Beitrags ist strafbar. Schöne neue Internetwelt, in welcher keine ethischen Grundsätze oder gar Presserecht mehr gelten. Und die so allmählich den Versuch der Lynchjustiz zurück in das Leben der Menschen bringen könnte …

Zur Artikelseite unseres Kollegen Martin Schöler

Rechtsextremismus
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Mindestens 2.000 Falschparker auf Radwegen werden jedes Jahr ertappt
Radwegparken - hier mal in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWenn Leipzigs Ratsfraktionen einmal Statistiken zum Verkehrsgeschehen haben wollen, geht es ihnen ganz ähnlich wie den Fraktionen im Landtag: Irgendwie hält es niemand in den Verkehrsbehörden für nötig, die Fallzahlen jedes Jahr einfach statistisch zu erfassen. Und sei es nur, um den Personaleinsatz zu planen. So ging es jetzt auch der Linksfraktion, die wissen wollte, wie sich das wilde Parken auf Radwegen in Leipzig entwickelt hat.
Gesetzentwurf zum neuen sächsischen Waldgesetz ist ein Schnellschuss
Waldweg im Auwald. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAm Freitag, 15. Februar, wurden im Sächsischen Landtag während der Sitzung des Ausschusses für den Ländlichen Raum, Umwelt und Landwirtschaft die eingeladenen Experten zum neuen Waldgesetz angehört. Und ein Punkt kam auch bei der Regierungspolitik positiv an. Denn bislang gibt es für Waldbesitzer in Sachsen noch keine finanzielle Anerkennung dafür, wenn sie Wälder nicht nur forstlich nutzen, sondern auch für das Gemeinwohl zur Verfügung stellen.
Mobilitätsinitiative der Leipziger Wirtschaft schreibt einen Offenen Brief an den OBM
Wartende Pkw am Tröndlinring. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAls Leipzigs Verwaltung am 7. Februar den neuen Luftreinhalteplan 2018 öffentlich machte, gab es postwendend Kritik – und zwar von verschiedenen Seiten. Auch die IHK meldete sich zu Wort und kritisierte, dass der Plan allein mit Verkehrsflussregelungen versuche, die Stickoxid-Belastung in einigen Straßenabschnitten drücken zu wollen. Jetzt legt die Initiative „Mobilität Leipzig 700plus“, deren Mitglied die IHK ist, mit einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung nach.
Werden die Wahlen jetzt wirklich von Modernisierungsverlierern bestimmt?
Prof. Dr. Holger Lengfeld. Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Für alle LeserOb die jetzt von der SPD gemachten Vorschläge zur Reform des Sozialstaats Wirkung zeigen und auch beim Wähler ankommen, weiß ja noch niemand. Ob sie je kommen werden, auch. Dazu sind sie viel zu frisch und noch keine ernstzunehmende Wählerbefragung hat darauf reagieren können. Aber für den Leipziger Soziologen Holger Lengfeld ist Gerechtigkeit nicht das Thema, das derzeit Wahlkämpfe entscheiden kann. Und immerhin ist soziale Gerechtigkeit sein Spezialthema.
Wohin fließen 2019 die größten Investitionssummen im Leipzig?
Entwurf für das Schulzentrum Grünau. Visualisierung: agn Niederberghaus & Partner GmbH

Visualisierung: agn Niederberghaus & Partner GmbH

Für alle LeserAm Freitag, 15. Februar, veröffentlichte Leipzigs Verwaltung wieder so eine Ärmel-hochkrempel-Meldung: Über 1 Milliarde Euro wollen die Stadt und ihre Eigenbetriebe im Jahr 2019 investieren. Das Geld fließt vor allem in den Schulbau, den Ausbau der Verkehrs- und Digital-Infrastruktur sowie in den Wohnungsbau, aber auch ins St. Georg und in zwei neue Blockheizkraftwerke.
Konzert im Täubchenthal abgesagt: ABAY „Love and Distortion Tour 2019“
ABAY. Quelle: Täubchenthal

Quelle: Täubchenthal

Statement: Liebe Freunde, wir haben gute und schlechte Nachrichten für euch. Zunächst die Gute: Unsere neue EP „Conversions 2“ ist auf der Zielgeraden. Es fehlen uns aber noch ein paar Tage für Recording und Mix im Studio. Gleichzeitig bringt uns diese gute Nachricht auch zur schlechten: Da wir eine Deadline für das Presswerk haben, kollidiert das leider mit einigen Terminen der bevorstehenden Tour. Schweren Herzens müssen wir einen Großteil der Konzerte streichen, um die Deadline halten zu können.
Leichtathletik-DM 2019: David Storl gewinnt und holt erste Medaille für SC DHfK
David Storl (SC DHfK) wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserKristin Gierisch (Chemnitz) hat am Samstag bei der Leichtathletik-DM in der Arena Leipzig den Auftakt zu guten sächsischen Ergebnissen gemacht. Sie gewann im Dreisprung, bei dem auch die Plätze zwei und drei an sächsische Athleten gingen. Die Titel für die Deutschen Meister im Kugelstoßen für Christina Schwanitz (Erzgebirge) und David Storl (SC DHfK) stellten den erwarteten Ausgang dar. Schon seit Wochen war die Arena Leipzig für die nationalen Titelkämpfe ausverkauft.
41.000 Euro aus ehemaligem SED-Vermögen für das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V.
Dr. Saskia Paul,Eva-Maria Stange und Uwe Schwabe. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Freitag, 15. Februar, gab es hohen Besuch in den Räumen des Archivs Bürgerbewegung Leipzig e. V. im Haus der Demokratie. Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange war angereist, hat einen Zuwendungsbescheid über 41.000 Euro aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR, den sogenannten PMO-Mitteln, an das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V. übergeben. Geld, das für ein wichtiges Projekt gebraucht wird.
NuKLA schreibt einen Offenen Brief an die Leipziger Grünen-Fraktion
Markierter Baum in der Burgaue. Foto: NuKLA e.V.

Foto: NuKLA e.V.

Für alle LeserDarf sich eine Stadtratsfraktion einfach die Stellungnahme der Verwaltung zu eigen machen? Gute Frage. Im Herbst 2017 stellte ja bekanntlich der NuKLA e. V. die Leipziger Praxis, den Auenwald einfach über informelle Forstwirtschaftspläne zu bewirtschaften, infrage. Ein Thema, das auch die Grünen-Fraktion ins Grübeln brachte, denn bis dahin war der Stadtrat immer nur aller zehn Jahre mal um ein Händchenheben zur Forsteinrichtung gebeten worden.
Die Kontroverse um Kurt Masur am Montag im Deutschlandfunk
Das Ehrengrab der Stadt Leipzig für Kurt Masur auf dem Südfriedhof. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserRoland Mey freut sich ja, wenn seine Kritiken am Leipziger Kapellmeister Kurt Masur auch mal von klassischen Medien aufgenommen werden. So wie am Montag, 18. Februar, ab 20:10 Uhr im „Musikjournal“ des Deutschlandfunks. Ihn ärgert vor allem der Kult um den 2015 verstorbenen langjährigen Gewandhauskapellmeister, der in einigen Kreisen bis heute als der Übervater der Friedlichen Revolution in Leipzig gefeiert wird. Der er nie war.
Mühlrose: Die LEAG hat keine Abbaugenehmigung
Mühlrose am Tagebau Nochten in der Oberlausitz. Bild: Google Maps

Bild: Google Maps

Für alle LeserDa schauten nicht nur die Oppositionsfraktionen im Sächsischen Landtag verblüfft, als Sachsens Wirtschaftsminister am Donnerstag, 14. Februar, tatsächlich die LEAG-Entscheidung begrüßte, das Dorf Mühlrose in der Lausitz leerräumen zu lassen. Darüber hatte die LEAG am Donnerstag die Mühlroser in einer Einwohnerversammlung informiert.
Peter Gosse schrieb sich zum 80. ein besonderes Enkel-Erinnerungbuch
Peter Gosse: Pemmikan. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm vergangenen Jahr hat er seinen 80. Geburtstag gefeiert: der Leipziger Dichter Peter Gosse. Und die Gelegenheit hat er gleich genutzt, auch so eine Art Abschiedsbuch für seinen Enkel zu schreiben. Bei Enkel denkt man ja an ein kleines Bürschlein mit Windel und Lätzchen. Aber dieser Enkel ist selbst schon ein gestandener Mann und verträgt augenscheinlich auch eine große Packung Unverblümtheit von seinem Großvater.
Schulstreik fürs Klima: 700 Menschen gehen in Leipzig auf die Straße
Was schmutziges ... Junge Menschen protestieren für ihre Zukunft in Zeiten des Klimawandels vor dem Rathaus Leipzig. Foto: Marco Arenas

Foto: Marco Arenas

Für alle LeserDer „Kohlekompromiss“ mit dem auf spätestens 2038 datierten Ausstieg aus dem Kohleabbau sollte die Gemüter der Umwelt- und Naturschützer eigentlich abkühlen. Doch stattdessen sind sie weiterhin ähnlich stark erhitzt wie das Weltklima. Erneut gingen in Leipzig deshalb mehrere hundert Menschen auf die Straße, um für Maßnahmen gegen den Klimawandel und den sofortigen Kohleausstieg zu demonstrieren. Für Ministerpräsident Michael Kretschmer gabs am Tag der Zeugnisausgabe in Leipzig auch ein paar Schulnoten für seine Kohle-Politik.
Grüner Vorschlag zum Stopp des Flächenfraßes in Sachsen kommt in der Anhörung gut an
Entsiegelt und neu bepflanzt: Leipziger Kompensationsfläche an der Koburger Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Land da draußen ist wertvoll, viel wertvoller, als es meist in Kaufverträgen erscheint, denn die lebendige Rendite, die fruchtbare Ackerflächen, lebendige Wiesen und Wälder über ganze Generationen geben, lässt sich mit einfachen Bodenpreisen nicht berechnen. Und Sachsen hatte eigentlich schon längst den massiven Flächenfraß im Land deutlich senken wollen. Doch noch immer werden wertvolle Böden zubetoniert und asphaltiert. Thema für eine Landtagsanhörung.
Am 16. Februar im Ost-Passage Theater: Aufspüren Jagen Entsorgen – Die Sprache der Neuen Rechten
Aufspüren Jagen Entsorgen © Georg Skowronek

Aufspüren Jagen Entsorgen © Georg Skowronek

Spannende Theaterprojekte werden bekanntlich nicht nur in Leipzig produziert. Um so glücklicher sind wir darüber, dass es uns gelungen ist, eine besondere Produktion aus der sächsischen Hauptstadt nach Leipzig zu lotsen. Am Samstag, den 16.02., gastiert das Dokumentartheaterstück „Aufspüren Jagen Entsorgen“ um 20 Uhr am Ost-Passage Theater.