Erfolg mit Fotos aus einer vergangenen Welt: Das 20. Jahrhundert in Schwarz-Weiß

Manche Bücher kommen etwas später. Manchmal unterschätzt ein Verleger einfach die Arbeit, die in einer Buchidee stecken kann. Manchmal ist eine Buchidee auch so gut, dass sie das komplette Verlagsprofil ändert. Beides hat Mark Lehmstedt erlebt in den letzten acht Jahren.
Anzeige

Gestartet ist er seinerzeit mit einem Programm voller Regionalia über Leipzig – mit Büchern über Altes Rathaus und Moritzbastei, Büchern zu wichtigen Leipziger Persönlichkeiten. Ein Beginn, der nicht ganz verschwunden ist aus dem Verlagsprofil. Immer wieder kommen auch Bücher, die sich ein Leipzig-Liebhaber einfach hinstellen muss in sein Regal wie das Tagebuch des 13-jährigen Richard Bühle von 1865 oder Friedrich Gottlob Leonhardis „Leipzig um 1800“. Sie gehören zu den wichtigen Quellenwerken über das Leben in Leipzig dereinst.

Auch die hochkarätige Zeitungslandschaft der 1920er Jahre hat sich als Fundgrube erwiesen – von Paul Edners Gerichtskolumnen „Erloom Se ma, Herr Amdsrichder“ bis zu den Auswahlbänden über die Publizistik von Erich Kästner und Hans Natonek. „Die Neue Leipziger Zeitung hatte ein hochkarätiges Feuilleton“, sagt der Verleger, „und das zwang natürlich auch die anderen Zeitungen, gegenzuhalten.“

Heißt im Klartext: Weitere Wieder-Entdeckungen werden folgen. Viel zu langsam für wirklich hungrige Leser. Aber es ist einmal mehr ein Forschungsgebiet, auf dem noch niemand unterwegs war. Auch nicht der viel gerühmte Leipziger Lehrstuhl für Journalistik. Man kennt seine Wurzeln nicht wirklich. Man jagt dem Tag hinterher und vergisst, dass auch der Journalismus seine Rückblenden und Vergewisserungen braucht. Und dass sich das Lesen selbst nicht wirklich verändert, auch wenn man die Bleiwüsten aus den Zeitungen gepustet hat, die Bilder bunt macht und die Texte in verdauliche Portionen packt.

Doch nicht nur der getextete Journalismus hat im 20. Jahrhundert schon einmal eine Blütezeit erlebt. Auch der Bildjournalismus erlebte eine. Und was 2006 der Versuch war, ein paar der großen, namhaften Fotografen Ostdeutschlands mit repräsentativen Schwarz-Weiß-Fotobänden wiederzuentdecken, hat sich mittlerweile zur erfolgreichsten Serie im Verlagsprofil gemausert. „Bilder und Zeiten“ heißt sie und startete seinerzeit mit dem Band „Menschen in der Stadt“ von Roger und Renate Rössing. Ein Band, der die fotografischen Arbeiten der beiden Leipziger aus den Jahren 1946 bis 1989 dokumentierte. Die meisten Bilder davon erschienen nie in einer offiziellen Zeitung. Diese neugierige, erzählerische Blick auf die Wirklichkeit war nicht das, was die alleinselige Partei über ihr Land und ihre Politik sichtbar machen wollte.Ein Widerspruch, den die begabtesten Fotografen des Landes bis zuletzt als Spagat erlebten. Bis hin zum großen Hosianna von 1990. Da waren sie meist schon wieder nicht gefragt. Manche tauchten dann in diversen schnellproduzierten Bänden unter dem Motto „Schön war die Zeit“ wieder auf. Doch wie sehr ihr Blick auf die Zeit tatsächlich fehlte, machten die großen schwarzen Bildbände aus dem Lehmstedt Verlag erst sichtbar. Hier tauchten die Bilder nicht als Alibi für ein anderes, nostalgisches Leben auf. Hier entfalteten die von Mathias Bertram stimmig ausgewählten Fotografien erst ihre kräftige Bildsprache. Unübersehbar, dass viele der hier versammelten Fotografen in der großen Erzähltradition der Reportagefotografie der 1920er Jahre standen.

„Im Mittelpunkt steht immer der Mensch“, stellt Mark Lehmstedt fest. Und eine große Arbeitslinie der Arbeiterfotografie ist ebenfalls unübersehbar: Der arbeitende Mensch ist kein Tabu-Thema, sondern oft Mittelpunkt ganzer Bildserien. Bei den Rössings genauso wie bei Roger Melis aus Berlin oder Gerhard Weber aus Grimma. Selbst die Bilder des Connewitzer Fotografen Thomas Steinert zeigen diesen Blick in eine Welt, die in den offiziellen Propagandafotos der DDR genauso wenig existierte wie sie heute noch irgendwo zu finden ist. Mit dem Land verschwanden auch seine rustikalen Arbeitsbedingungen und seine selbstbewussten Arbeiterinnen und Arbeiter.

Die Serie ist mit elf Bänden längst über das Zeitfenster DDR hinausgewachsen, umfasst mit Louis Held mittlerweile auch das Weimar des frühen 20. Jahrhunderts. Mit Fritz Eschen gab es auch schon eine Berliner Grenz-Überschreitung. Eschen, der seit 1928 als freier Pressefotograf tätig war, wird zur Leipziger Buchmesse mit einem weiteren Band in der Serie für Furore sorgen. Das ist ziemlich sicher. „Köpfe des Jahrhunderts“ heißt der und versammelt einige der Berühmtheiten, die Eschen während seines Lebens eindrucksvoll ins Bild bannte – und diese Galerie hat es in sich, reicht sie doch von den Großen der 1920er Jahre (Polgar, Grosz, Liebermann, Hesse, Piscator …) bis zu den Namhaften der jungen Bundesrepublik (Böll, Karajan …). Knapp 1.000 Persönlichkeiten haben Eschen Porträt gestanden und gesessen.Verständlich, dass solch ein Buchprojekt die Nachahmer auf den Plan ruft. „Leider“, sagt Lehmstedt, der sich darüber auch ein bisschen ärgert. Nicht, weil damit weitere Fotografen und ihre Werke für den Buchmarkt erschlossen werden. Hochkarätige gab es in Ost wie West so einige. Und viele von ihnen sind zu unrecht vergessen. Der Fundus ist reich und eindrucksvoll. „Doch diese Bände sind fast alle schlecht gemacht, die Bilder schlecht ausgewählt, manches regelrecht schlecht gedruckt“, so Lehmstedt.

„Das ist verbrannte Erde“, sagt der Verleger.

Mit Matthias Bertram hat er einen Herausgeber, der ein Händchen hat für die Aufbereitung solcher fotografischen Lebenswerke. Für Spannungsbögen und Bildgeschichten, die sich von allein erzählen, wenn die Auswahl stimmt und die Zuordnungen einen Sinn ergeben. Manchmal stolpert der Berliner dann unverhofft über eine Neuentdeckung, die es in sich hat. Eine solche wird ebenfalls zur Buchmesse Premiere haben: der Berliner Gerd Danigel, über den Bertram auf einem Flohmarkt an der ehemaligen Mauer stolperte, wo Danigel die Schwarz-Weiß-Abzüge seiner Fotos aus der DDR verkaufte. Seit 1978 hat Danigel sein Berlin fotografiert. „Schöner unsere Paläste!“ heißt der Band, der ihn in diesem Frühjahr würdigt.

Und dann kommen auch die beiden Bücher heraus, die Mark Lehmstedt 2010 immer wieder verschieben musste, weil die Feinarbeit eben doch mehr Zeit in Anspruch nahm. Das „Sächsische Volks-Wörterbuch“ zum einen, das vom Leiter des großen, vierbändigen „Wörterbuchs der obersächsischen Mundarten“ Gunter Bergmann selbst betreut wird. Das große, wissenschaftliche Wörterbuch verwandelt sich unter seinen Händen in ein handliches Wörterbuch auch für Normal-Sterbliche.

Und endlich kommt auch der lang angekündigte Band „Der Leipziger Promenadenring“ von Andreas Martin, eine „Entdeckungsreise durch die Verkehrs- und Baugeschichte der interessantesten aller Leipziger Straßen“. Auch ein Buch, das von Bildern lebt. In diesem Fall solchen, die zeigen, wie sehr sich das Gesicht einer Stadt verändert, wenn sich komplette Baulandschaften und Verkehrstrassen verändern. In diesem Fall sind die Bilder auch teils in Farbe, koloriert, wie das so schön hieß in einer Zeit, als man noch von der Farbfotografie träumte.

Lang ist das her? Aber was sind schon 100 Jahre? – Eine erstaunliche Menge Geschichte, die einen da anschaut. Am eindrucksvollsten eigentlich bis heute in Schwarz-Weiß.


Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Joachim-Ringelnatz-Verein schreibt einen Offenen Brief: Wie löst man den Gordischen Knoten am Ringelnatz-Haus in Wurzen?
Sanierungsstand am Ringelnatz-Geburtshaus in Wurzen. Foto: Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Foto: Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Für alle LeserSeit zwölf Monaten ruhen die Arbeiten am Ringelnatz-Geburtshaus aufgrund einer verfahrenen, scheinbar ausweglosen Situation in der Abwägung zwischen Denkmalschutz und zukünftiger Nutzung. Der Vorstand des Joachim-Ringelnatz-Verein e. V. sieht daher keinen anderen Weg mehr, als sich mit einem Offenen Brief an die Öffentlichkeit zu wenden, in dem er sachlich den Stand der Dinge darlegt.
Aktueller Monitoringbericht zur Situation der Kultur: Auch in Leipzig drohen hohe Verluste
Rüdiger Wink, Professor für Volkswirtschaftslehre an der HTWK Leipzig. Foto: Johannes Ernst/HTWK Leipzig

Foto: Johannes Ernst/HTWK Leipzig

Für alle LeserBesonders hart treffen die Verfügungen zur Corona-Pandemie-Bewältigung den Kulturbereich. Gerade hier sind tausende Solo-Selbstständige unterwegs, deren Auftritte und Projekte reihenweise abgesagt sind. Ein Monotoringbericht hat jetzt untersucht, mit welch großen Verlusten unsere Gesellschaft im Kulturbereich rechnen muss. Es trifft freilich nicht alle gleich, stellt auch ein Leipziger Forscher fest.
SPD-Fraktion beantragt 20 Millionen Euro extra Kapital für die L-Gruppe, um die Verkehrswende zu finanzieren
Gleisbau der LVB - hier in Lindenau. Archivfoto: Marko Hofmann

Archivfoto: Marko Hofmann

Für alle LeserWas der Oberbürgermeister da jetzt als Vorlage zur Umwandlung des Gesellschafterdarlehens der Stadt Leipzig an die Stadtholdiung LVV in Eigenkapital vorgelegt hat, hat bei der SPD-Fraktion im Stadtrat gelindes Unbehagen ausgelöst. Beschlossen hat der Stadtrat die Umwandlung schon im Mai 2019. Auch mit der konkreten Auflage, Geld für wichtige Verkehrsinvestitionen anzusparen. Aber das ginge nun nicht mehr, heißt es in der OBM-Vorlage.
Gutverdiener verursachen mehr CO2-Emissionen und werden bei der Steuer trotzdem bevorzugt
Unterschiedliche Steuerlast für Privat-Pkw und Firmenwagen. Grafik: Öko-Institut

Grafik: Öko-Institut

Für alle LeserWenn man genauer hinschaut, sieht man etwas, was in der deutschen Klimapolitik fast immer ausgeblendet wird: Dass selbst im reichen Deutschland die ärmeren Bevölkerungsteile viel weniger zur Klimazerstörung beitragen als die reichen. Aber die Diskussion und die Politik werden von den Reichen bestimmt. Sie sollten deshalb auch die Kosten tragen, findet auch das Öko-Institut e. V.
Und wenn die Welt voll Teufel wär: Luthers aufregende Reise zum Reichstag nach Worms
Klaus-Rüdiger Mai: Und wenn die Welt voll Teufel wär. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVieles ist auf einen markigen Spruch eingedampft in der Erinnerung an Martin Luther. Sein Auftritt in Worms auf dem Reichstag zum Beispiel auf dieses legendäre: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.“ Als wenn das so leicht gewesen wäre. Und als wenn es eine schnurgerade Linie vom Thesenanschlag in Wittenberg 1517 zum Wormser Reichstag gegeben hätte. Aber der Weg nach Worms war kurvenreich. Und auch Dr. Martin Luther ahnte 1517 nicht, wo er 1521 landen würde.
Gewaltverbrechen im Leipziger Auwald: Kumpel des Angeklagten hegte sofort einen Tatverdacht
Der mutmaßliche Mörder Edris Z. (31) beim Prozessauftakt. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserAm Freitag wurde vor dem Leipziger Landgericht weiter gegen den mutmaßlichen Mörder vom Leipziger Auwald verhandelt. In der Zeugenvernehmung kam unter anderem ein langjähriger Freund des Angeklagten Edris Z. zu Wort, der diesen schon kurz nach dem Verbrechen im Verdacht hatte.
Freitag, der 27. November 2020: Corona-Verharmlosung im Erzgebirge
Man sieht es nicht, aber auch im Erzgebirge ist das Coronavirus unterwegs. Foto: Oimheidi, Pixabay

Foto: Oimheidi, Pixabay

Für alle LeserEin Bürgermeister im Erzgebirge vertritt die Auffassung, dass die „allermeisten“ Corona-Erkrankten keine Symptome hätten. Vielleicht erklärt das die „Spitzenposition“ des Erzgebirges in Sachsen. Außerdem: Die IG Fortuna hat den Zuschlag beim „Kino der Jugend“ erhalten und Michael Ballweg antwortet auf unsere Fragen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 27. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
50-Kilometer-Weltrekordversuch verschoben: Marcus Schöfisch geht erst im Dezember aufs Laufband
Marcus Schöfisch hat nun drei Wochen mehr Zeit für die Vorbereitungen. Foto: Lauftraining.com

Foto: Lauftraining.com

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelEigentlich wollte Marcus Schöfisch jetzt bereits einen nagelneuen Weltrekord in der Tasche haben. Wie in der letzten LZ-Ausgabe berichtet, hatte der Leipziger für vergangenen Sonntag den Angriff auf den Bestwert über 50 Kilometer auf dem Laufband angekündigt. Doch das Vorhaben konnte noch nicht stattfinden. Die Leipziger Zeitung (LZ) hat beim 33-jährigen Athleten nachgefragt.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #54
The Courier-Journal, Louisville, Kentucky, Seite 9 vom 4. Januar 1885. Quelle: newspapers.com

Quelle: newspapers.com

Für alle LeserBlack Friday. Großer Ausverkauf heute. Donald kündigt an, das Weiße Haus zu verlassen. Melania kündigt nichts an, wird Donald aber trotzdem verlassen. Allerdings erst wenn der Black Friday Sale vorbei und sie aus dem Weißen Haus raus ist. Da aber niemand – nicht mal das Weiße Haus – weiß, wo der Black Friday Sale eigentlich herkommt, kündige ich hiermit an, den Anlass, den Ort und die Zeit für diesen seltsamen Tag hier und heute zu nennen.
Schluss mit dem Kahlschlag: Kommunen sollen über den kommunalen Baumschutz wieder selbst entscheiden können
Gefällter Baum in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch ist es nicht beschlossen, sondern gab es am Donnerstag, 26. November, erst einmal die Anhörung zum neuen sächsischen Naturschutzgesetz, das die schlimmsten Fehler der Gesetzesänderung von vor zehn Jahren reparieren soll. Im Zentrum steht dabei der Passus, der das Fällen tausender Bäume auf Privatgrundstücken möglich gemacht hatte unter dem Label „weniger Bürokratie“.
Große Pandemiemüdigkeit: Auch die Psyche leidet unter der Verunsicherung durch Corona
Prof. Dr. Hannes Zacher. Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Für alle LeserSeit acht Monaten geht das nun so. Mal wird gelockert, dann wieder verschärft. Meistens trifft es immer wieder dieselben Berufsgruppen und Branchen. Da kann niemand mehr planen. Und das zehrt an der Psyche. Eine zunehmende „Pandemiemüdigkeit“ beobachtet der Leipziger Arbeitspsychologe Prof. Dr. Hannes Zacher.
Jetzt werden die Dienstwagen der Leipziger Bürgermeister/-innen wieder mal ein Thema für den Stadtrat + Update
Schon 2011 testete OBM Burkhard Jung den damals neuen E-BMW. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzig hat nicht ohne Grund 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Die Zeit, dass die Welt die Kurve kriegen muss, um überhaupt noch ein halbwegs erträgliches Klima zu sichern, läuft ab. Und das bedeutet nun einmal: Verhaltensänderungen auf allen Ebenen. Auch ganz oben. Aber selbst die regelmäßigen Untersuchungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zu den Dienstwagen der Ministerinnen und Minister bewirken kaum eine Änderung. Und wie sieht das mit Dienstwagen in Leipzig aus?
Doppelhaushalt 2021/2022: Die wichtigsten Investitionsprojekte können jetzt in einer interaktiven Karte gefunden werden
Karte mit den Investitionsprojekten 2021 / 2022. Screenshot: L-IZ

Screenshot: L-IZ

Für alle LeserAm Dienstag, 24. November, hat Leipzigs Finanzbürgermeister Torsten Bonew dem Leipziger Stadtrat den Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2021 und 2022 vorgelegt. Für jedes Jahr enthält er ein Gesamtvolumen von 2 Milliarden Euro. Es werde keine Kürzungen geben, betonte Bonew in seiner Stadtratsrede. Aber mit entsprechenden zusätzlichen Kreditaufnahmen um die 200 Millionen Euro bis 2022 müsse die Stadt rechnen.
Michael Ballweg zum 21. November in Leipzig: Halbe Distanzierungen und geschraubte Gegenfragen + Video & Bildergalerie
Michael Ballweg am 7. November in Leipzig per Videoeinspielung dabei. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDass der ehemalige Unternehmer Michael Ballweg ein Freund der freien Presse wird, steht auch in Zukunft kaum zu erwarten. Vielleicht liegt es am Oberlehrer-Tonfall gegenüber langjährigen Journalisten, den seine Anhänger offenbar als „widerständig“ verstehen. Oder seinem Hang zu devoten Fan-TV-Machern auf Youtube, die ihm unangenehme Nachfragen stets ersparen. In jedem Fall aber wohl an der Art, wie er einer normalen, schriftlichen L-IZ.de-Presseanfrage vom 23. November gegenübertritt, welche auch im Interesse des Stuttgarter „Querdenkers“ selbst erfragen möchte, wie die „Querdenken“-Bewegung zu den Vereinnahmungsversuchen von Rechtsextremisten am 21. November 2020 in Leipzig steht. Gar nicht, könnte man die Antworten des Bewegungs-Initiators Ballweg an die L-IZ.de überschreiben.
Wolfgang Rischer zum Fünfundachtzigsten: Ein ganz persönliches Poesiealbum für den Dichter aus dem Grenzgebiet
Poesiealbum neu: Wolfgang Rischer zum Fünfundachtzigsten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich passt kaum etwas so gut in diese Zeit des zuweilen erzwungenen Stillehaltens wie Gedichte. Jene meist kurzen und knappen und dichten Texte, die sich erst richtig erschließen, wenn man sich Zeit und Aufmerksamkeit für sie nimmt. Ja, genau das, was einigen Leuten so schreckliche Kopfschmerzen bereitet, weil sie das mit sich selbst konfrontiert. Dabei wird die Welt für uns so erst ahnbar. Wie in den Gedichten Wolfgang Rischers.