Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther zu den Auswirkungen der Nachtfröste der zurückliegenden Tage auf den sächsischen Obst- und Weinbau: „Die Auswirkungen sind dramatisch. Die Fröste werden erhebliche Auswirkungen auf die Erntemengen haben. Wir haben teilweise Verluste von bis zu 100 Prozent.

Ich habe sowohl mit dem sächsischen Obstbauverband als auch mit dem Weinbauverband gesprochen. Und ich habe mir heute in der Hoflößnitz einen ersten Überblick über die Schäden verschafft.

Dort tagen auch grade die Geschäftsführer der anderen deutschen Weinbauverbände, so dass ich auch einen Eindruck der Lage in anderen Anbaugebieten erhalten konnte. Die Schäden sind auch in anderen Regionen massiv. Wir müssen möglicherweise auch über Hilfen des Bundes sprechen.

Der sächsische Wein- und Obstbau liegt mir am Herzen. Obst und Wein aus dem Freistaat sind strategisch wichtig für unser Ziel, die regionale Wertschöpfung auszubauen. Wir lassen den sächsischen Obst- und Weinbau nicht alleine. Der Freistaat steht fest zum sächsischen Obst- und Weinbau.

Aktuell prüfen wir die konkreten Schäden und die Hilfsmöglichkeiten für die Branche. Das reicht von Versicherungen bis hin zu Zuschüssen im Rahmen des Beihilferechts. Über die konkreten Hilfen werden wir in der Staatsregierung sprechen. Die Erhebung der Schäden wird voraussichtlich einige Wochen brauchen.

Die harten Nachtfröste sind aufgetreten, nachdem es viel zu früh viel zu warm war und bereits geblüht hat. Das zeigt auch: Der menschengemachte Klimawandel ist ein existenzielles Risiko für Landwirtschaft, Obst-, Wein- und Gartenbau. Wir brauchen entschlossenen Klimaschutz.

Jetzt ist die Frage, ob die Pflanzen noch mal neu austreiben und falls ja, welche Qualitäten das liefert. Auch auf unseren landeseigenen Flächen in Pillnitz hat der Frost zugeschlagen. Wir rechnen dort mit 80 bis 100 Prozent Ausfall.“

Hintergrund

  • erhebliche Schäden bei Äpfeln (vermutlich 80 bis 100 Prozent Ausfall bei Tafelware); inwieweit Nachblüte noch tafelfähige Erzeugung in geringem Umfang ermöglicht, bleibt abzuwarten
  • Totalausfall bei Steinobst
  • Erdbeeren, soweit unter Vlies geschützt, mit geringeren Schäden
  • Wein: Austrieb praktisch flächendeckend erfroren; 90 bis 100 Prozent Ertragsausfall erwartet
  • Inwieweit der Austrieb von Beiaugen noch zu einer verwertbaren Ernte (mit geringeren Mengen und Qualitäten) führt, kann noch nicht abgeschätzt werden

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