Tierrechtsaktivisten der Gruppe „Animal Rebellion“ haben heute Morgen die Stahlkonstruktion an der Neuen Messe erklommen, um anlässlich der Landwirtschaftsmesse mit einem Banner auf ihre Kritik an Tierleid und einer verfehlten Agrarwende aufmerksam zu machen. Und: Die Leipziger Polizei bittet um Zeugenhinweise nach dem Fund einer schwer verletzten Person, der bisher Rätsel aufgibt. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 10. April 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Banneraktion: „Animal Rebellion“ kritisiert Tierleiden und verfehlte Agrarpolitik
Mit einer Kletteraktion zur Landwirtschaftsmesse haben Aktivistinnen und Aktivisten der Tierrechts-Gruppierung „Animal Rebellion“ am Freitagmorgen einmal mehr für Aufmerksamkeit gesorgt: Zwei Personen erklommen die Stahlkonstruktion der Glashalle auf dem Neuen Messegelände, um dort gegen 09:00 Uhr ein weithin sichtbares Banner mit der Aufschrift „Euer Profit, Ihr Leid – Pflanzliches Agrarsystem Jetzt“ anzubringen. Anschließend kletterte das Duo herab und erhielt nach eigenen Angaben einen Platzverweis durch die Polizei.
In einer der LZ vorliegenden Mail bekennt sich „Animal Rebellion“ zu der Aktion und begründet diese mit der Notwendigkeit einer pflanzenbasierten Agrarwende. Die Landwirtschaftsmesse stehe dagegen für die Zementierung von Tierleid, Umweltzerstörung, Ungleichheit und die Ignoranz von Arbeitnehmerrechten.
Tiere würden nur als Nutzobjekte gesehen, zur Schau gestellt und einer Verwertungslogik untergeordnet: „Die Landwirtschaft von morgen muss sich daran messen lassen, ob sie die Bedürfnisse und das Leben von Tieren respektiert – nicht daran, wie effizient diese verwertet werden“, so „Animal Rebellion“-Sprecherin Mara Nitsch. Bereits gestern war die Gruppe mit einer Störaktion zur Eröffnung der Messe aufgefallen.
Schwer verletzter Mann in Leipzig aufgefunden: Wer kann Hinweise geben?
Nach dem rätselhaften Fund eines schwer verletzten Mannes bittet die Polizeidirektion (PD) mögliche Zeuginnen und Zeugen um Mithilfe: Wie PD-Sprecher Moritz Peters heute berichtet, hatte ein aufmerksamer Tramfahrer bereits am Dienstag, dem 7. April, etwa 00:10 Uhr, einen reglosen Mann an der Ecke Ossietzkystraße/Zeumerstraße liegend wahrgenommen und den Notruf gewählt. Der Aufgefundene ist nach Polizeiangaben 42 Jahre alt und wies schwere Kopfverletzungen auf, musste in eine Klinik verbracht werden.
Das Polizeirevier Nord hat Ermittlungen eingeleitet und bittet dafür um Hinweise: Aktuell ist völlig unklar, ob sich der Geschädigte die Verletzungen selbst beibrachte, ein Unfall oder gar eine Straftat vorliegt. Hinweise erbeten an das Polizeirevier Leipzig-Nord, Essener Straße 6 in 04129 Leipzig, Tel. (0341) 5935-0.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Ansturm auf den kalten Kontinent: Yadegar Asisis ANTARKTIS verzeichnet schon über 100.000 Besucher
Aufnahme von ukrainischen Geflüchteten: Wie die Finanznot in Leipzig drei Jahre Kulanz beendet hat
Der Stadtrat tagte: Wie steht es eigentlich um die verfügbaren Pflegeplätze in Leipzig? + Video
Leipziger Forschung: Waldgeräusche erhellen das Gemüt – besonders dann, wenn sie vertraut sind
Jungs: Der Katalog mit Bernd Sikoras Aktzeichnungen aus der Sammelmappe
Was sonst noch so los war:
Ob jemand die Chance nutzte und heimlich zugriff, ist nicht bekannt – zumindest aber gab es keine Verletzten beim Verlust zahlreicher Bierkästen auf der Brandenburger Brücke in Leipzig, die dort von einem Lkw fielen.
In München gab es einen mutmaßlich antisemitisch motivierten Anschlag auf ein Restaurant.
Bürgerinnen und Bürger hoffen auf Entlastungen durch die Politik – doch in der schwarz-roten Koalition eskaliert der Streit …
Sie entfernten sich weiter von der Erde als alle Menschen vor ihnen: In der kommenden Nacht sollen die Astronauten Christina Koch (USA), Victor Glover (USA), Reid Wiseman (USA) und Jeremy Hansen (Kanada) nach ihrer spektakulären Mondumrundung mit der Orion-Kapsel nahe dem kalifornischen San Diego im Pazifik wassern. Die Landungsphase gilt als riskant. Wir wünschen schon jetzt ein sicheres „Welcome back!“
Kalenderblatt: Vor 65 Jahren melden sich die ersten „Zivis“ zum Dienst
Es ist ein Novum: Am 10. April 1961 erscheinen in der Bundesrepublik die ersten 340 anerkannten Wehrdienstverweigerer der Jahrgänge 1937/38 zum Antritt ihres zivilen Ersatzdienstes. Möglich macht dies das Grundgesetz, das als Reaktion auf die Gräuel der NS-Diktatur das Recht junger Männer festschreibt, den Pflichtdienst an der Waffe aus Gewissensgründen abzulehnen.
Die Umsetzung dieses Rechts gestaltet sich in der jungen Bundesrepublik zunächst holprig, erst Anfang der Sechziger sind ausreichend Ersatzstellen für Verweigerer geschaffen. Deren Haltung stößt in der Gesellschaft lange auf Unverständnis, bedeutet oft Stigmata als „Drückeberger“ und einen Spießrutenlauf bei Prüfungskommissionen. Bis zur Akzeptanz der „Zivis“ ist es ein weiter Weg – doch bei Aussetzung der Wehrpflicht 2011 sind sie als Arbeitskräfte aus Sozialeinrichtungen nicht mehr wegzudenken. Im Jahr 2010 gab es mehr als 78.000 Einberufungen zum Zivildienst.
Übrigens hatte auch die DDR 1964 mit dem sogenannten Bausoldaten eine Art waffenlosen Ersatzdienst ermöglicht, der allerdings innerhalb des militärischen Regiments stattfand und oft Benachteiligungen mit sich brachte.
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:









Keine Kommentare bisher