Das Thema wabert schon seit längerer Zeit durch die Medien. Auch weil es für viele Menschen die Ängste vor dem Alter verstärkt. Denn die Zuzahlungen für die Pflege sind in den letzten Jahren exorbitant gestiegen. Auch in Leipzig. Das warf diesmal für die BSW-Fraktion im Leipziger Stadtrat die Frage auf, ob denn dann die Plätze in den Leipziger Pflegeheimen überhaupt noch ausgelastet sind. Am 26. März hatte BSW-Stadtrat Sascha Jecht dazu noch ein paar Nachfragen.
Obgleich das Sozialamt den Fragenkatalog recht detailliert beantwortet hatte. Auch die Frage zu den Zuzahlungen, die in Leipzig im Jahr 2021 noch bei 1.536 Euro–1.844 Euro lagen, 2026 dann aber schon auf 2.790 Euro–3.137 Euro gestiegen sind. Das bringt so manche Familie an den Rand der Möglichkeiten. Aber oft geht es gar nicht anders, als dass man die gebrechlichen Eltern ins Pflegeheim geben muss, weil man die angemessene Versorgung zu Hause nicht mehr leisten oder absichern kann.
Nur hat die Kostenentwicklung in den Pflegeeinrichtungen auch dramatische Folgen. Einige Betriebe haben in den vergangenen Jahren ja auch in Leipzig aus diesen Gründen aufgegeben. Die Zahl der Pflegeheime sank von 69 auf 65 und damit auch die Zahl der verfügbaren Pflegeplätze von 7.269 auf 7.011. Geschlossen wurden vor allem private Einrichtungen. Trotzdem bieten sie mit 3.903 Pflegeplätzen nach wie vor den größten Anteil an verfügbaren Pflegebetten, gefolgt von freien Trägern, die 1.799 Betten bieten, und den städtischen Einrichtungen mit 1.309 Pflegeplätzen.
Die enormen Kostensteigerungen haben freilich nicht dazu geführt, dass immer mehr Betten in den Pflegeeinrichtungen frei geblieben sind. Im Gegenteil: Mit einer Auslastung um die 95 Prozent, zumindest in den Einrichtungen der Städtischen Altenpflegeheime Leipzig gGmbH (SAH), blieb der Auslastungsgrad in den letzten Jahren sehr stabil. Und auch auf die Wartelisten und Wartezeiten hatte die Entwicklung kaum Einfluss, wie Sozialbürgermeisterin Dr. Martina Münch auf Nachfrage von Sascha Jecht bestätigte.
Denn die meisten Pfleglinge kommen auch in Leipzig meist erst dann ins Pflegeheim, wenn ihre körperliche Verfassung deutlich abgebaut hat. Sie bleiben dann relativ kurz im Pflegeheim, bevor sie sterben, so dass es – so Martina Münch – einen relativ schnellen Austausch auf den Pflegeplätzen gibt.
Noch ist die Personalgewinnung kein Problem
Aber Jecht interessierte auch die durchaus brisante Frage, ob die Leipziger Pflegeeinrichtungen überhaupt noch genügend Personal gewinnen könnten. Denn der Beruf ist ja anstrengend und insbesondere die sächsische Landesregierung wirbt ja inzwischen auch verstärkt Arbeitskräfte in Asien und Südamerika an.
Immerhin: Noch findet Leipzig genug Interessenten an dieser Arbeit, bestätigte Martina Münch am 26. März, auch wenn die Fachkräftegewinnung schwieriger geworden ist. Tatsächlich wuchs die Zahl der in den stationären Einrichtungen Beschäftigten sogar seit 2019 von 4.715 auf 5.178 im Jahr 2023. Zumindest die städtischen Einrichtungen „berichten von einer konstanten Personalentwicklung. Auch zusätzliche Stellen konnten besetzt werden. Der Bedarf wird auch durch eigene Ausbildung gedeckt.“
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