Immer mehr Raubüberfälle in Leipzig: Ein Polizeipräsident, viele Zahlen und lauter strenge Zeigefinger

Leipzig und seine Drogenpolitik. Es ist ein altes Thema. Es ist ein Thema, das sich scheinbar verschärft. Wer die täglichen Polizeimeldungen liest, bekommt den Eindruck, dass gewalttätige Überfälle zunehmen. Es könnte mit Drogen zu tun haben, deutete Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski an. Am 19. Februar in der Bild-Zeitung.
Anzeige

Das hat weder in Leipzig noch in Sachsen tatsächlich jemanden interessiert. Denn Ähnliches stand in der großen Boulevardzeitung auch schon vorher des öfteren zu lesen. Mal im Zusammenhang mit dem Drogenbericht der Stadt („Drogenhauptstadt!“), mal mit der Kriminalitätsstatistik. Stets mit einem krittelnden Unterton der Drogenpolitik der Stadt Leipzig gegenüber. Meist war sie der Hauspostille der Schlappenträger zu lasch, es wurde nicht genug durchgegriffen.

Ob Horst Wawrzynski in dem Interview der Zeitung tatsächlich alles so gesagt hat, wie es da zu lesen steht, wird er selbst wissen. Richtig Fahrt bekam die Geschichte erst, als auch andere Medien auf den Köder ansprangen – und dieselben Vorwürfe wiederholten.

Die Sirene war auch im MDR-Tonfall unüberhörbar: „Die Angst der Leipziger Ladenbesitzer vor Überfällen jedoch wächst. Die Zahl der Raubzüge hat mittlerweile eine besorgniserregende Dimension erreicht: seit Jahresbeginn weit über 100 Raubdelikte. Friseurläden, Textilgeschäfte, Tankstellen und Einkaufsmärkte waren Ziele der Räuber. Sie tauchen einzeln oder zu zweit auf, bedrohen die Angestellten mit Messern und mit pistolenartigen Gegenständen und verschwinden dann mit dem erbeuteten Bargeld.“

Da kann man nur fragen: Wer will jetzt eigentlich die Leser, Zuhörer und Zuschauer veräppeln? Wer hat ein Interesse daran, die Leipziger Situation zu dramatisieren?

Immerhin wies ja Horst Wawrzynski selbst im Bild-Interview darauf hin, dass nicht der Drogenkonsum die Hauptursache für Kriminalität in Leipzig ist. „Die Hauptursache sehe ich in der Sozialstruktur“, sagte er der Zeitung mit der ganz besonderen Weltsicht. „Wir haben viele Menschen, die am Existenzminimum leben. Ein Großteil der Täter ist drogenabhängig, kann sich die Sucht nicht finanzieren, begeht deshalb Straftaten.“

Da hakte die Zeitung nach. Ist ja eins ihrer Lieblingsthemen. „Sie sagen, dass auch die Drogenpolitik der Stadt daran Schuld trägt …“

Hat er im veröffentlichten Interview nicht gesagt. Vielleicht beim Plaudern mit der Redakteurin. Man stolpert also über einen erstaunlich schnellen Schluss. Der dann in die Antwort des Polizeipräsidenten mündet: „In Leipzig werden jährlich 2,3 Mio. Euro für Drogenberatung und Betreuung der Junkies ausgegeben, z.B. Spritzen kostenlos bereit gestellt. Gleich große Städte wie Nürnberg geben dafür nur 600.000 Euro aus.“

Womit dann scheinbar die Drogenpolitik der Stadt Leipzig schuld ist. Aber woran nur? Was bedeuten über 100 Raubüberfälle Anfang März für die Kriminalitätsstatistik der Stadt Leipzig?

Nur zur Erinnerung: Seit Jahren ist die Zahl aller Straftaten in Leipzig rückläufig. Besonders deutlich ist der Rückgang seit 2007 – von 64.855 auf 58.104 Straftaten im Jahr 2009. Die 2010er Zahl liegt noch nicht vor, könnte tatsächlich etwas höher liegen. Doch um so eine Zahl vergleichen zu können, muss man sie auf die Bevölkerungszahl umrechnen. Und auch die steigt. Was dann bedeutet, dass die so genannte Häufigkeitszahl ebenfalls sank.

Den größten Anteil aller Straftaten machen übrigens Diebstähle und diverse Vermögensdelikte aus.
Was den Polizeipräsidenten besorgt, ist das kontinuierliche Ansteigen der Raubüberfälle / räuberischen Erpressungen / Angriffe. Diese Zahlen stiegen auch in den Vorjahren bereits an, lagen auch im Jahr 2009 schon bei 594 Fällen im Jahr.

„Deutschlands Einbrecherhochburg ist Leipzig seit langem, jede 153. Wohnung in der Stadt ist bereits aufgebrochen worden. Werden wir jetzt auch noch die Hauptstadt der Räuber?“, hatte die Bildzeitung suggestiv gefragt. Und Horst Wawrzynski hat augenscheinlich geantwortet: „Leider ja. Bis heute gab es 98 Überfälle auf Senioren, Jugendliche, Läden und in Bussen und Straßenbahnen. Das sind zwei pro Tag! Schon 2009 hatten wir mehr Überfälle als München – und dort leben 2,3 Mio. Menschen. Das macht mir Sorgen.“

Kann er eigentlich nicht so im Zusammenhang gesagt haben. Denn Wohnungseinbrüche sind ein anderes Delikt als Raubüberfälle. Was stimmt, ist, dass auch die Zahl der Wohnungseinbrüche seit Jahren steigt – genauso gegen den Trend wie die Zahl der Raubüberfälle – von 1.427 Fällen im Jahr 2008 auf 1.670 im Jahr 2009.

Nur die Gleichsetzung mit drogenbestimmter Beschaffungskriminalität ist fragwürdig. Dazu reicht ebenfalls der Blick auf die Polizeistatistik der Jahre 2008 bis 2009: Die Zahl der – ebenfalls extra aufgeführten Rauschgiftdelikte – stieg zwar von 2005 bis 2006 von 1.247 Fällen auf 1.345, sank dann aber auf 1.147 im Jahr 2007 und 1.083 im Jahr 2009.

Woran aber weder Polizei noch Stadt etwas ändern können, ist die Tatsache, dass Leipzig aufgrund seiner für Mitteldeutschland nach wie vor verkehrstechnisch günstigen Lage der Hauptumschlagplatz für Drogen im mitteldeutschen Raum ist.

Die Zunahme der Raubüberfälle und Einbrüche korrespondiert also ganz eindeutig nicht mit der Entwicklung der Drogenkriminalität – auch wenn die dabei eine gehörige Rolle spielt. Aber sie korrespondiert mit der zunehmenden Armut vieler Leipziger und mit der selbst statistisch sich verschlechternden Einkommenssituation der Stadt. Entsprechend deutlich wies die Suchtbeauftragte der Stadt Leipzig, Sylke Lein, am Freitag, 4. März, darauf hin, dass der von den Medien beschworene Zusammenhang so nicht existiert.

„Die Zahl der Suchtkranken, die in den Leipziger Suchtberatungs- und Behandlungsstellen beraten und behandelt werden, ist in den letzten Jahren in etwa gleichbleibend“, stellte sie fest. Die Zahl der Opiatabhängigen war im Jahr 2010 sogar leicht rückläufig. Eine Zunahme von Klienten bzw. eine Sogwirkung der Beratungsangebote in Leipzig könne nicht bestätigt werden.

Und die Zahlen, die da in einem Vergleich mit Nürnberg kolportiert würden, hätten auch keine reale Grundlage.

Die Stadt Leipzig habe im Jahr 2010 für die Drogenprävention 1.653.510 Euro bereitgestellt. Die dazu im Vergleich zitierten Zahlen für Nürnberg (590.000 Euro) müssten – so die Suchtbeauftragte – um rund 1.965.000 Euro ergänzt werden, da im Freistaat Bayern, bedingt durch andere Strukturen, die Suchtberatungsstellen primär über das Sozialreferat des Bezirkes Mittelfranken finanziert werden. Dabei handele es sich ebenso um kommunale Mittel.

„Die Drogenpolitik der Stadt Leipzig unterscheidet sich nicht wesentlich von der anderer deutscher oder europäischer Städte. Sie orientiert sich an den Grundsätzen der Drogenpolitik der Bundesregierung und gründet auf den vier Säulen Prävention, Therapie und Beratung, Überlebenshilfen sowie Angebotsreduzierung und Repression. Diese sind bindend durch den Leipziger Stadtrat beschlossen“, so die Suchtbeauftragte. „Das Betreiben von Suchtberatungs- und Behandlungsstellen gehört zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben der Kommunen.“

Und die Polizei ist in diese Arbeit eingebunden. „Die kommunale Drogenpolitik wird in interdisziplinärer Zusammenarbeit umgesetzt. Die Stadt Leipzig kooperiert mit den jeweiligen fachpolitischen Bereichen auf Bundesebene, des Freistaates Sachsen, mit der Landesdirektion, Krankenkassen, Rentenversicherungsträgern, mit Kliniken und niedergelassenen Ärzten, mit freien Trägern, Vereinen und Verbänden, der Polizeidirektion, Universitäten und Hochschulbereichen und anderen Institutionen.“Genauso sieht es auch die Stadträtin der Linken, Juliane Nagel: „Generell wirkt der von Horst Wawrzynski aufgemachte Zusammenhang zwischen qualifizierter Suchthilfepolitik, wie sie die Stadt Leipzig leistet, und den aktuell gestiegenen Einbruchs- und Raubstraftat-Zahlen hemdsärmlig. Dass 17 von 22 gefassten Einbrechern drogenabhängig sind, ist einerseits kein unbedingtes Beleg dafür, dass sie aus einem Drogen-Kontext kommen und es sich um drogenbezogene Beschaffungskriminalität handelt. Vielleicht sollte sich die Polizei lieber über die Entwicklung der sozialen Situation von Menschen in Leipzig Gedanken machen und im Problem wachsender Armut eine Ursache für Einbrüche und Raub ausmachen?“

Jürgen Kasek, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Leipzig, verweist auf den Suchtbericht der Stadt Leipzig, an dem auch die Polizei mitschreibt. „Gerade vor dem Hintergrund des Berichts, den zum Teil die Polizeidirektion selber mit verfasst hat, ein solches Horrorszenario zu entwerfen, ist kaum nachvollziehbar“, betont Kasek. Auch im Bereich der Drogenpolitik gelte es, Prävention der Repression vorzuziehen. Es müsse verhindert werden, dass Menschen in die Sucht abrutschen. Dies gehe aber nur durch ein vernünftiges Netz aus Beratungsstellen und Präventionsangeboten. Leipzig arbeitet in diesem Bereich vernünftig.

Juliane Nagel weist auch darauf hin, dass Fälle der indirekten Beschaffungskriminalität, wie sie Einbrüche, Ladendiebstähle, Raubstraftaten oder auch Prostitution darstellen, von der Polizei nicht explizit erfasst werden. „Es existiert keine transparente und belastbare Statistik. Auch vor diesem Hintergrund sind die jüngsten Äußerungen des Polizeipräsidenten in Zweifel zu ziehen.“

„Law and Order-Maßnahmen, wie sie Horst Wawrzynski massivst in die Debatte wirft, gehören längst in die Mottenkiste“, stellt die Stadträtin fest. „Es ist wissenschaftlich und praktisch erwiesen, dass eine einseitige Repressionspolitik gegenüber Süchtigen die Probleme keinesfalls löst, sondern im Gegenteil riskante Konsumformen fördert und die Betroffenen stärker in Beschaffungskriminalität und Untergrund zwingt, wo soziale und therapeutische Maßnahmen kaum noch greifen. Die gesellschaftlichen Folgekosten von Herrn Wawrzynskis repressiver Drogenbekämpfungspolitik wären in jedem Fall höher als die einer adäquaten Suchtkrankenhilfe: So summiert beispielsweise die Sächsische Landesstelle gegen die Suchtgefahren die jährlichen Folgekosten durch das Fehlen nur einer Fachkraft auf über 300.000 Euro.“

Hilfreich ist die Kampagne tatsächlich nicht. Weder beleuchtet sie die Ursachen des Anstiegs der Zahl einiger auffälliger Deliktformen, noch ist auch nur ansatzweise eine Lösung des Problems sichtbar. Eine Lösung, die auch der Leipziger Polizeipräsident nicht hat, der von 60 neuen Beamten jetzt vier zusätzlich zur Bekämpfung der Drogenkriminalität einsetzen will. Sein Hauptproblem wird – wie in ganz Sachsen – der von der Politik gewollte Abbau der Polizeistärke werden. Er wird also auch in Leipzig mit weniger Polizisten einer steigenden Zahl sozial bedingter Straftaten gegenüber stehen.

Doch während all jene Politiker, die den Anstieg der Armutsdelikte eigentlich verursacht haben, dafür nie zur Verantwortung gezogen werden, steht der Leipziger Polizeipräsident im Fokus. Ihm werden steigende Fallzahlen gerade von jenen Politikern angekreidet, denen die Ursachen steigender Beschaffungskriminalität genauso herzlich egal sind wie die Finanzen der Stadt Leipzig.

Juliane Nagel: „Polizeipräsident Horst Wawrzynski muss aufhören, repressive Maßnahmen gegen Betreuungs- und Hilfeangebote auszuspielen! Im Suchtbericht der Stadt Leipzig aus 2010 bekennt sich die Polizeidirektion Leipzig selbst zu einer stärkeren Kooperation und Vernetzung beider Ansätze. Dieser Weg muss weiter beschritten werden.“

VGWortLIZ

Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ein paar kleine Korrekturen zu ein paar großen Zahlen aus einem Leser-Kommentar
Plakat aus der Frühzeit von Corona in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZu unserem am 20. September veröffentlichten Beitrag „Petition freundlich abgelehnt: Es ist noch nicht Zeit für ein Renaissance-Stadtfest aus Dank zur Errettung vor der großen Corona-Seuche“ gab es im Nachhinein eine kleine Diskussion, in der vor allem Leser „Igor“ sehr emotional wurde und auch einige Zahlen ins Gespräch brachte, mit denen er die Auswirkungen des Coronavirus versuchte einzuordnen oder zu relativieren. Ganz so klar wurde das nicht.
Fratelli tutti: Warum wir endlich wieder Politiker brauchen, die begriffen haben, was Geschwisterlichkeit ist
Papst Franziskus: Fratelli tutti. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDrei Enzykliken hat Papst Franziskus mittlerweile veröffentlicht, die dritte am 3. Oktober. Enzyklika kann man als Rundschreiben übersetzen. Aber was Franziskus da macht, ist eigentlich mehr, fast schon eine Streitschrift, mit der der seit 2013 amtierende Papst einer ganzen Gesellschaftsordnung ins Gewissen redet. Einer Gesellschaft, die die selbst verkündete Brüderlichkeit dem Wettbewerb und dem Egoismus geopfert hat. Corona hat eigentlich nur offengelegt, wie wenig von den so gern zitierten europäischen Idealen tatsächlich gelebt wird.
Freitag, der 30. Oktober 2020: Schutzverordnung regelt den „Lockdown light“ in Sachsen
Petra Köpping (SPD), Sozialministerin Sachsens. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie neue Corona-Schutzverordnung für Sachsen ist da und sie enthält all das, was zuvor angekündigt wurde. Viele Einrichtungen müssen bis Ende November schließen und die Zahl der sozialen Kontakte soll sich deutlich reduzieren. Außerdem: ein Stromausfall im Leipziger Osten und eine Auszeichnung für Susanne Köhler. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 30. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
In der neuen Dingwelt: Rückblick in eine Kindheit zur Zeit der Wende

© Jwaller

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelIm Sommer 2019 habe ich die Interviewreihe „Wendegespräche“ begründet. In der Folge durfte ich mit insgesamt zehn Menschen unterschiedlichen Alters und sozialer Herkunft sprechen. So beispielsweise mit einem Dozenten, einer Choreographin, einem Versicherungsvertreter und einer Näherin – mit Menschen, die in der DDR sozialisiert waren, aber auch mit einer Teilnehmerin aus den alten Bundesländern, die über ihre persönlichen Erfahrungen vor, während und nach der Wende berichteten. In dieser Ausgabe schließe ich die „Wendegespräche“ mit einem persönlichen Blick auf meine Erinnerungen während dieser Zeit ab.
Grüne beantragen: Leipzigs Verwaltung soll bis 2022 einen Integrierten Gewässerentwicklungsplan vorlegen
Weiße Elster bei Stahmeln. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Noten 4 und 5 bekommen Leipzigs Flüsse für ihre Wasserqualität. Das liegt nicht nur daran, dass die Anrainer am Oberlauf allerlei Zeug hineinlaufen lassen, das da nicht hineingehört. Es liegt auch daran, dass die Flüsse von ihrer natürlichen Aue völlig abgeschottet sind und deshalb auch der Artenreichtum nicht gedeihen kann. Das im Juni beschlossene Auenentwicklungskonzept kann nur der Beginn sein, den Missstand aufzulösen. Leipzig braucht aber auch endlich ein Konzept, die Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen, beantragen die Grünen.
Nach 2022 könnte die Sanierung der alten Theaterspielstätte Gottschedstraße 16 beginnen
Das Haus Gottschedstraße 16. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserErst wollte die Stadt das Haus verkaufen, um mit dem Erlös die neue Spielstätte des Schauspiels zu bezahlen. Dann stellte sich schnell heraus, dass das so nicht funktionierte und verschiedene Leipziger Vereine legten neue Nutzungskonzepte für das Haus Gottschedstraße 16 vor. 2018 beschloss der Stadtrat einen Verkaufsstopp für das Haus Gottschedstraße 16. Im Mai 2020 beschloss er dann, den Weg freizumachen für ein „Haus des Festivals“. Der Planungsbeschluss liegt jetzt vor, muss aber noch beschlossen werden.
Er gibt nicht auf: Ein Mörder kämpft weiter um mildere Strafe
Hofft weiter auf eine mildere Strafe: Dovchin D. (heute 41, rechts), hier im Januar 2019 neben seinem Anwalt Dr. Stefan Wirth beim ersten Prozess nach der Revision. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle Leser2016 brachte er zwei Frauen in Leipzig um und zerteilte ihre Leichen. Dafür wurde er zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Nach einer erfolgreichen Revision der Verteidigung und einem neuen Prozess bestätigte das Landgericht 2019 die Strafe - doch die Entscheidung wurde wiederum gekippt. Am kommenden Freitag steht der heute 41-jährige Dovchin D. deswegen vor dem Richter. Zum dritten Mal.
Die umgebaute Haltestelle Goerdelerring geht am 31. Oktober wieder komplett ans Netz
Linie 4 in der neuen Haltestelle Goerdelerring. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEndlich fertig. Als hätten es die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) geplant: Praktisch mit Corona starteten sie in diesem Jahr die Bauarbeiten in ihren größten Baustellen in der Bornaischen Straße und am Goerdelerring, die über Monate ein zuweilen verwirrendes Umleitungsregime zur Folge hatten. Und die größte und sperrigste dieser Baustellen wird jetzt endlich fertig. Die zentrale Haltestelle Goerdelerring wird ab 31. Oktober wieder komplett bedient, teilen die LVB mit.
Leipziger Forscher staunen: Älteste ausgegrabene Mongolin besaß Erbgut von Denisovanern, Neandertalern und modernen Menschen
Diyendo Massilani durchsuchte die Genome der Salkhit- und Tianyuan-Individuen auf DNA-Spuren von ausgestorbenen Homininen und wurde fündig. Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Für alle LeserVon Kosmopoliten spricht Diyendo Massilani. Aber so empfanden sich die Menschen, die vor 30.000 und 40.000 Jahren in den eisfreien Weiten des großen Kontinents Eurasien unterwegs waren, bestimmt nicht. Auch wenn sie dann und wann überrascht gewesen sein dürften, dass sie auf andere Gruppen von Menschen stießen, die etwas anders aussahen und wohl auch etwas anders sprachen. Und trotzdem paarte man sich. Zum Glück für heutige Anthropologen.
Kurzarbeit dämpft auch im Oktober die Arbeitslosenzahl und das Stellenangebot ist auf Vorjahresniveau
Gemeldete Arbeitslose in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserWas die ganzen Folgen der Corona-Panemie am Ende tatsächlich in der Wirtschaft anrichten, weiß noch niemand. Selbst die Diskussionen, ob die ab dem 2. November geplanten Einschränkungen überhaupt Sinn machen, beginnen erst. Denn wir sind längst an dem Punkt angekommen, da wir lernen müssen, das Leben am Laufen zu halten, obwohl das Corona-Virus weiterhin unterwegs ist. Auch in Leipzig ging im Oktober die offizielle Arbeitslosigkeit wieder zurück.
Frühstücksträume: Lauter leckere Tipps, wie man aus der Frühstückslangeweile herauskommt
Barbara Baumann: Frühstücksträume. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Wort Corona kommt in diesem Buch einmal nicht vor. Aber eigentlich passt das Buch haargenau in diese seltsame Zeit mit all ihren Einschränkungen und nun der zweiten langen Zeit, wo die ganze Familie wochenlang zu Hause hocken muss. Da lohnt es sich, selbst das Sonntagsfrühstück zu einem richtigen Erlebnis zu machen – mit selbst gemachter Konfitüre und selbst gebackenen Brötchen. Oder auch ganz international.
Donnerstag, der 29. Oktober 2020: FDP, Linke und Gaststätten kritisieren Corona-Politik
Rico Gebhardt, (MdL, Die Linke). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserBundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident/-innen haben sich gestern auf einen „Lockdown light“ verständigt. FDP und Linke kritisieren unter anderem fehlende Parlamentsbeteiligung und die Gaststätten wollen ihre Schließung nicht einfach hinnehmen. Außerdem: Der ehemalige Unirektor Cornelius Weiss ist tot. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 29. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko: Zwistigkeit im Glanz der Freiheit
Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im Handel„Zwist“. Beinahe schon ein veraltetes Wort, aus dem Niederdeutschen übernommen, das steht für „Streit“ oder „Zerwürfnis“. Dieser Fast-Archaismus schien mir aber als Ersatzwort in der Silbenparallele wesentlich besser zu passen, als „Einigkeit und Recht und Freiheit“ zum 30. Jahrestag des Beitrittsjubiläums hinauszuposaunen.
Mit dem richtigen Hygienekonzept und guter Belüftung könnten Hallenveranstaltungen auch in Corona-Zeiten stattfinden
Konzert mit Tim Bendzko am 22. August in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig. Foto: SC DHfK Handball

Foto: SC DHfK Handball

Für alle LeserAm 2. November sollen die neuen verschärften Allgemeinverfügungen zur Corona-Pandemie in Kraft treten. Und die Sportvereine und -verbände in Mitteldeutschland meldeten sich sofort nach Verkündung mit heftiger Kritik zu Wort, denn sie haben in der Regel alles getan, damit der Verein nicht zum Hotspot für das Virus wurde. Und mit dem großen Experiment RESTART-19 im August haben die Universitätsmedizin Halle (Saale) und der SC DHfK gezeigt, dass auch Sportveranstaltungen mit dem richtigen Hygienekonzept machbar sind.
Mehr als ein Stück Ernährungswende in Taucha: Kooperative Landwirtschaft vor den Toren Leipzigs
Kohlernte bei KoLa mit Spaßfaktor. © Frank Willberg

Foto: Frank Willberg

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelEine Gemüsewurzelrevolution vor den Toren der Stadt. KoLa Leipzig steht für Kooperative Landwirtschaft. Die Genossenschaft mit aktuell 976 Mitgliedern ist im Mai 2018 entstanden und hat einen überaus verheißungsvollen Auftakt hingelegt. Aber was macht solidarische Landwirtschaft besser als gewöhnlicher Ökolandbau? Wie hat sich die Idee von KoLa bislang entwickelt? Und was bewegt hauptsächlich junge Menschen, diesen nicht unbedingt einfachen Weg einzuschlagen?