Auf der Straße nach Süden (3): Apfelernte und Gelee-Bananen. Als Historiker hängen die Trauben hoch

Jana Männig hat einen Beruf, mit dem man nur selten Geld verdienen kann. Männig kann es. Als Historikerin hat sie sich ihre Nische gesucht, schreibt Firmengeschichten, Familiengeschichten, Verbandsgeschichten und noch viel mehr. Als sie ihr Studium begann, war dieser Weg undenkbar. Da ging es erstmal zwei Wochen zur Apfelernte und dann wurde Demokratie geübt.
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Wie es bei der Firma „Jütro“ zuging und zugeht, weiß Jana Männig schon. Aus Anlass der 100-Jahr-Feier ist sie für ein paar Monate in die Geschichte der Konservenfabrik abgetaucht, hat ehemalige Mitarbeiter und vor allem die ehemaligen Geschäftsführer befragt.

Seit einigen Wochen wälzt sie nun Artikel und Akten über die Geschichte der Saalemühle in Alsleben. Vor ein paar Tagen ging die Historie der Erfurter Teigwaren in den Druck. Der ganz normale Rhythmus einer Historikerin, die sich auf Firmengeschichten, Milieustudien und Verbandsgeschichten spezialisiert hat. Andere studieren direkt in die Arbeitslosigkeit hinein, Jana Männig hat nach ihrem Geschichtsstudium ihre Nische gefunden, und ist darüber auch sehr glücklich. „Was ich derzeit mache, könnte ich bis zur Rente machen. Rente mit 67 juckt mich nicht.“ Kann berufliches Glück größer sein?

Die FAZ meldete 2010, dass über 40.000 Menschen in Deutschland Geschichte studieren. Heißt auch: Derzeit fragen sich rund 40.000 Deutsche – mehr oder weniger ernsthaft -, was sie denn eigentlich später mit ihrem Geschichtsstudium anfangen wollen. Die gängigsten Arbeitgeber für Historiker sind Museen und Archive, die Stellen entsprechend knapp. Um an einer Universität unterzukommen, muss man schon entweder außergewöhnliche Fähigkeiten oder außergewöhnlich viel Glück haben. Nachträglich noch ein Pädagogikstudium aufzunehmen, um als Lehrer die Cäsar und Co. an die Buben und Mädchen zu bringen, ist aussichtslos.

„Allein in Leipzig haben wir so viele Lehramtsstudenten für Geschichte, dass wir damit ganz Deutschland überschwemmen könnten“, sagte letztes Jahr der damalige Dekan der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät in Leipzig, Prof. Harald Marx, zu L-IZ.de.

Jana Männig hatte diese Sorgen zu Beginn ihres Studiums nicht, sie hatte sich für das Wintersemester 1989 immatrikuliert und zu DDR-Zeiten fand man immer eine Arbeit. Heißt es zumindest. Doch was heißt schon DDR-Zeiten? – „Mit Studienbeginn fuhren wir erstmal zwei Wochen zur Apfelernte. Als wir wiederkamen, war draußen schon mächtig was los.“

Der Umbruch erfasste auch die Geschichtsstudenten, für Männig war es ein kleiner Kulturschock. „Ich kam aus Oberwiesenthal in die Großstadt und die Großstädter machten erstmal eine Revolution“, erinnert sich die mittlerweile 41-Jährige an den Herbst 1989. In den Hörsälen fiel die verstaubte Geschichte erst einmal zugunsten erlebter Geschichte aus. „Zu Zeiten des Umbruchs übten wir erstmal Demokratie: einfache Mehrheit, Zweidrittelmehrheit. Wir stimmten über alles Mögliche ab. Das wurde damals richtig zelebriert.“ Nachdem die ersten Wellen des Umbruchs abgeebbt waren, gab es auch eine neue Studienordnung. Männigs Jahrgang war die Sondergruppe mit den Sonderregeln.Trotz dieser turbulenten Zeiten, in denen Männig gemeinsam mit anderen Studenten für eine veränderte DDR eintrat, hat sich Männig bisher nicht wissenschaftlich mit politischer Geschichte beschäftigt. „Politik interessiert mich aber sehr, 1989 konnte man in Leipzig auch nicht unpolitisch sein.“

Wirtschafts- und Sozialgeschichte ist dagegen ihr wissenschaftliches Steckenpferd, Professor Zwahr, Lehrstuhlinhaber für dieses Teilgebiet der Geschichte an der Universität Leipzig, war viele Jahre ihr Mentor. Frucht der Liaison: eine Milieustudie über das grafische Viertel. Ein erster Fingerzeig für die Zukunft.

Männig wälzte Adressbücher und Bauakten zur Sternwarten- und zur Marienstraße. Am Ende ein lesenswerter Beitrag zur Stadtgeschichte, in dem klar wird, dass es 1880 große Unterschiede innerhalb eines Stadtteils bezüglich der sozialen Klasse gegeben hat. „In der Marienstraße ging es bürgerlicher zu, in der Sternwartenstraße proletarischer.“ Handwerker im Süden, Verleger im Norden des Viertels. 1913 hatten sich beide Pole angenähert. Angenähert hatte sich auch Männig. Die Arbeit mit Adressbüchern, das Blättern in Bauakten, wo sich Hausbewohner über hornalte Ofenbleche beklagen oder Brandschäden dokumentiert sind, gefiel ihr.

Nach einer Anstellung bei der Jewish Claims Conference, die Eigentumsansprüche von jüdischen (Ex-)Leipzigern prüft, machte sich Männig selbstständig. „Mein Mann hat eine sichere Stelle, da habe ich mir früher keine Gedanken gemacht, wo meine Karriere hinführen könnte.“ Die Selbstständigkeit lässt sich mit dem Familienleben gut verbinden. Drei Kinder müssen versorgt und umsorgt sein. Ganz gut, wenn da jemand zu Hause arbeitet.

„Wenn meine kleine Tochter im Kindergarten ist, kann ich problemlos in ein Archiv fahren. Ansonsten bin ich daheim. Ich will für meine Kinder da sei und sie auffangen, wenn sie aufgefangen werden müssen.“ Männig ist selbstständig und unabhängig. Eine Unabhängigkeit, die zwar nicht für Reichtümer sorgt, aber dafür für Abwechslung. „Man lernt viele Leute und Themen kennen.“Themen, mit denen sich bisher nur die Wenigsten auskennen. Die Süßwaren-Industrie der DDR ist so ein stark unterrepräsentierter Themenkomplex, stark alltagsgeschichtlich, damit aber mit Potenzial, jede Unterhaltung – respektive – Diskussion über die DDR mit bisher ungehörten Fakten anzureichern. Wer weiß schon, dass die westdeutsche Kamelle eigentlich aus der DDR kam, dass ostdeutsche Gelee-Bananen im Westen vor den Augen des Kunden einzeln verpackt wurden? Ja, dass Gelee-Bananen ein wichtiger Devisenbringer waren?

Triviale Infos, die Geschichte aber handfester machen als die Erwähnung der Beschlüsse des XI. Parteitags der SED. Männig hat ein Buch über die Schokoladenseite der DDR herausgebracht und sich bis ins Detail mit dieser Branche beschäftigt. So weiß sie auch zu berichten, dass „westdeutsche Gelee-Bananen viel dicker schokoliert waren“. Gelee-Banane ist immer noch nicht gleich Gelee-Banane.

Auch in anderen Branchen kennt sich Männig mittlerweile bestens aus. Muss sie auch, denn die Historikerin hat nicht nur die Firmengeschichte von Jütro in eine repräsentative Form gebracht, sondern auch die von Friweika, Kartoffelprodukte, und demnächst auch die von der Saalemühle in Alsleben.

Das Vorgehen ist dabei immer gleich. Männig nähert sich zunächst über die noch lebenden Zeitzeugen an und durchwühlt dann noch vorhandene Akten, liest drumherum. Oft gibt ein Firmenjubiläum Anlass für eine Firmengeschichte, nicht selten vermischt sich auch Familiengeschichte mit Firmengeschichte. Nicht immer ist es leicht. Wenn die Zeitzeugen nicht viel erzählen oder nicht mehr viel wissen, wird es schwerer. Der historische Anspruch muss zudem immer gewahrt bleiben, bestimmte Informationen geprüft sein. Bei den düsteren Kapiteln einer Firma könnte es da zu Problemen kommen. Stichwort: Drittes Reich.

„Zum Glück ist mir noch nicht passiert, dass jemand hierzu Informationen weggelassen hat oder mir gesagt wurde, ich soll diese Zeit aussparen oder beschönigen.“ Es würde für sie als Historikern schwer werden, in dem Spannungsfeld zwischen Auftraggeber und eigenem Anspruch eine Lösung zu finden. Historiker sind Perfektionisten und sie prägen. Da müssen die Informationen stimmen.

Ihrer eigenen Familiengeschichte wird sie über Weihnachten ein helles Kapitel hinzufügen können. Ein Urlaub mit der ganzen Familie in Dänemark steht an. „Das wäre vor ein paar Jahren gar nicht denkbar gewesen.“ 1999 ist die Familie in die Südvorstadt gezogen. Eine Altbauwohnung in der Brandvorwerkstraße ist das Hauptquartier der Männigs. Auch Herr Männig ist studierter Historiker und erster Kritiker von Frau Männig. Dass sie und ihr Mann denselben Beruf gewählt haben, ist für Frau Männig kein Problem. „Das ist sehr praktisch, weil wir uns gegenseitig helfen und auch über Sachverhalte diskutieren können.“

Auf die Kinder hat das geschichtliche Interesse der Eltern bisher nicht abgefärbt. Die größte Tochter studiert Jura. „Das ist nicht schlimm. Im Grunde ist es eine brotlose Kunst. Man muss seine Nische finden.“


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