Im Vorfeld des Leipziger Stadtfestes: Eine Diskussion zum Tourismusfrühstück und zwei Verlegungen

Vom 1. bis 3. Juni findet in der Leipziger Innenstadt wieder das Leipziger Stadtfest statt. Ein Fest, das durchaus die Menschen in Massen in die City zieht. Aber spielt es tatsächlich eine wichtige Rolle für den Leipziger Tourismus? Eine durchaus berechtigte Frage, mit der sich das nunmehr 177. Tourismusfrühstück am Mittwoch, 30. Mai, um 9.00 Uhr in der Moritzbastei beschäftigen will.
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„Leipzig ist in Feierlaune“, schreibt die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM) dazu. Am 12. Mai wurde schon die Leipziger Notenspur mit einem Musik- und Bürgerfest eröffnet, am Pfingstwochenende reisten mehr als 20.000 Besucher zum Wave Gotik Treffen an. Und nun geht es munter weiter. Die LTM: „Drei tolle Tage und 150 Stunden Kulturprogramm verspricht das Leipziger Stadtfest (1.-3.6.). Nur wenig später steht beim Bachfest (7.6.-17.6.) der berühmteste Thomaskantor im Mittelpunkt: Johann Sebastian Bach. Frischer Wind weht dieses Jahr bei der Balloon-Fiesta (26.-29.7.). Das Heißluft-Spektakel findet erstmals vor der Festwiese statt. Weiterhin verwandelt sich der Marktplatz bei den Classic Open (3.8.-12.8.) zu einem großen Konzertgarten unter freiem Himmel. Ob Bootsparade oder Entenrennen – was an und auf den Gewässern möglich ist, zeigt das Leipziger Wasserfest (17.-19.8.). Drei Wochen später lockt am 7. September das Passagenfest zum Einkaufen und Feiern in die Messehöfe und Passagen der Innenstadt.“

Man kann sich also auch als Medium von Fest zu Fest hangeln. Die hier aufgezählten sind ja nur die größten. Längst ist auch der Reigen der Bürger- und Stadtteilfeste im Gang. Man kann es aus der Sicht der Organisatoren sehen, die sich darüber freuen, „dass in Leipzig keine Langeweile aufkommt und Touristen die Stadt besuchen.“ Aber dass Touristen die Stadt wegen der meisten dieser Feste besuchen, darf wohl bezweifelt werden. Die meisten sind ganz fürs eigene Stadtpublikum und in Teilen für die umliegende Region gedacht.

Und das mengt sich dann fröhlich durcheinander. Was eigentlich auch Marketing-Fachleute ärgern sollte. Denn in der diffusen Dauer-Feierstimmung geht ein sinnvolles Marketing für die Stadt logischerweise baden. Denn solche Festreigen sind in keiner Weise mehr spezifisch, konkurrieren mit ähnlichen Tummel-Ereignissen in anderen zentralen Orten. Und sie entwerten das Pflaster Leipzig auch in gewisser Weise, wenn der ganze Aufwand ins Beliebige oder in den populären Mainstream der Radiosender abgleitet.

Deswegen lautet das Thema zum 177. Tourismusfrühstück: „Feste feiern in Leipzig – welche Erwartungshaltung haben Bürger, Touristen und Sponsoren?“

Gefragt werden soll das Podium unter anderem: Wie hat sich die „Fest-Kultur“ in den vergangenen Jahren in Leipzig entwickelt? Hat Leipzig im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten ein Überangebot an Festen oder gibt es noch Marktlücken? Welche Neuheiten werden uns dieses Jahr geboten? Wird von den Besuchern Kontinuität honoriert oder gilt es, jährlich neue Trends schnell umzusetzen? Wie nutzt Leipzigs Gastronomie die Möglichkeiten, sich in die Veranstaltungen einzubringen? Welche kulinarischen Ansprüche haben die Besucher? Werden Bratwurst und Steak zukünftig von der Gourmetmeile abgelöst? Wechseln die Gäste vom Bier zur Bionade? Welche kulturellen Erwartungen hat das Publikum? Erhalten Leipziger Künstler ausreichend Möglichkeiten, sich in die Veranstaltungen mit einzubringen?

Und: Welche Erwartungen haben Veranstalter und Kommune an Unternehmen, damit diese als Sponsor aktiv werden? Was wünschen sich die Sponsoren als Gegenwert für ihre Unterstützung? Wächst die Bereitschaft, sich zu engagieren? Stellt das wachsende Angebot an attraktiven Festen einen Anreiz dar, dass die Gäste länger in Leipzig verweilen? (Eine Frage, die die L-IZ sehr wichtig findet. Aber dazu müsste ein Tourismus-Fachmann im Podium sitzen.) Welche touristischen Angebote gibt es?Man sieht, auch beim Aufdröseln der Problematik geht es vorerst etwa konfus zu. Und da die üblichen Protagonisten der Leipziger Feierei im Podium sitzen – und kein einziger Kritiker, nicht einmal Thomaspfarrer Christian Wolff, besteht durchaus die Gefahr, dass die Runde diesmal wieder ausgeht wie eine Kahnpartie mit Fettbemmchen.

Im Podium sitzen werden Bernd Hochmuth (Bernd Hochmuth Veranstaltungsmanagement e.K), der eben unter anderem auch das Leipziger Stadtfest organisiert, Detlef Knaack als Geschäftsführender Direktor der fairgourmet GmbH, Thomas Paarmann (Paarmann Promotion), der gemeinsam mit CWC Pasemann unter anderem Organisator des Leipziger Wasserfestes und des Leipziger Passagenfestes ist, Heiko Rosenthal (Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Ordnung, Sport der Stadt Leipzig), Wolfgang Welter, Geschäftsführer der Krostitzer Brauerei GmbH, und Hans-Peter Wohlfahrt (Wohlfahrt GmbH), der unter anderem die Saxonia International Balloon Fiesta organisiert.

Die Diskussion wird von Dr. Helge-Heinz Heinker moderiert.

Die ersten Folgen des Feiermarathons von 1. bis 3. Juni sind zwei Verlegungen.

Als erstes wird der Wochenmarkt verlegt. Anlässlich des Stadtfestes findet der traditionelle Wochenmarkt am 1. Juni in der Zeit von 9 bis 16 Uhr auf dem Augustusplatz (Mendebrunnenseite) statt. Das Marktamt warnt auch schon mal vor: Weitere Verlegungen ergeben sich aufgrund des Bachfestes am 5. und 8. Juni. An diesen Tagen werden die Händler ihre Waren, wie gewohnt von 9 bis 17 Uhr, in Salzgäßchen/ Reichsstraße/ Böttchergäßchen und Katharinenstraße anbieten.

Auch die Buslinie 89 fährt während des Stadtfestes wieder nicht durch die Innenstadt. Von Dienstag, 29. Mai, bis Sonntag, 3. Juni, fährt der Bus 89 nicht durch die Innenstadt, sondern um den Stadtring, teilen die LVB mit. Ab Haltestelle Goethestraße fährt der Bus über Goethestraße, Augustusplatz, Wilhelm-Leuschner-Platz, Martin-Luther-Ring, Karl-Tauchnitz-Straße und weiter in Richtung Connewitz Kreuz. Dabei werden die Haltestellen Reichsstraße, Markt und Thomaskirche nicht bedient. In Richtung Hauptbahnhof fährt die Buslinie 89 ab Haltestelle Thomaskirche über Dittrichring und Tröndlinring. Die Haltestellen Reichsstraße und Markt können leider nicht bedient werden.

Dafür gibt es einen Ökumenischen Gottesdienst zum Leipziger Stadtfest am 3. Juni.
Am Sonntag, 3. Juni, laden die Kirchgemeinden Leipzigs um 11 Uhr zum traditionellen ökumenischen Gottesdienst zum Leipziger Stadtfest auf den Nikolaikirchhof ein. Das Thema lautet „Alles oder Nichts!?“ und hat das (Gott-) Vertrauen, mit dem Menschen jeder Generation ihre Erfahrung haben, als gedanklichen Hintergrund. So wird dieser Gottesdienst auch ganz bewusst als Gottesdienst für alle Generationen gefeiert. In seiner Struktur, in Text, Musik und verschiedenen Mitmachelementen, werden Menschen von 0-99 Jahren in die Gestaltung einbezogen.

Der ephorale Posaunenchor Leipzig sowie Chor und Band der katholischen Liebfrauengemeinde Lindenau übernehmen die musikalische Gestaltung. SchülerInnen des Montessori-Schulzentrums werden mit einem Anspiel das Thema des Gottesdienstes veranschaulichen. Vorbereitet wird der Gottesdienst von Vertretern des Stadtökumenekreises Leipzig.

Die Kollekte des Stadtfestgottesdienstes kommt diesmal dem Seehaus Sachsen zugute. Im Vorprogramm, das 10.30 Uhr beginnt, gibt Projektleiter Michael Richter Auskunft über die Arbeit des Vereins. Das Sächsische Staatsministerium der Justiz hat das Seehauskonzept ausgewählt, um in Sachsen eine innovative Alternative zum herkömmlichen Jugendstrafvollzug aufzubauen. 14- bis 23-Jährige Straftäter sollen in einem strengen Tagesablauf lernen, Verantwortung zu übernehmen und zurück in die Gesellschaft zu finden. Arbeit, Schule und Sport, aber auch die Vermittlung eines Wertesystems stehen auf dem Programm.

Junge Gefangene, die bereit sind, an sich zu arbeiten, können sich vom Jugendstrafvollzug aus für das Projekt bewerben.

www.prisma-jugendhilfe.de/sachsen

www.ltm-leipzig.de

www.leipzigerstadtfest.de


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