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IHK ehrt Firmengründer: Von Saporoshez zum Ford Autohaus

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    Wenn die Johanniter Transporte von ihrem Lager in der Berliner Straße zur Ernst Grube Halle machen, benötigen sie dafür ein Fahrzeug. Das wird ihnen vom Autohaus Schneider in Eutritzsch gestellt. Die Werkstatt hat eine lange Geschichte. Der Gründer wurde nun für seine Arbeit von der Handwerkskammer mit der goldenen Ehrennadel geehrt. Angefangen hat er 1976 mit einer Vertragswerkstatt für Saporoshez.

    Inzwischen ist die Unternehmensführung an die Tochter übergegangen, die bereits mit sieben Jahren mit Begeisterung in der Werkstatt geholfen hat. Auch die Enkelin scheint die Begeisterung für das Unternehmen zu teilen. Nach dem Abitur studiert sie nun Betriebswirtschaft. „Vielleicht steigt sie in ein paar Jahren hier ein“, überlegt der stolze Großvater.

    50 Mitarbeiter und ein jährliches Verkaufsvolumen von 700 Ford Neuwagen und Gebrauchtwagen, das sind die Rahmendaten des heutigen Autohauses Schneider. Bis zur Wende war der Betrieb Vertragswerkstatt für die sowjetische Automarke Saporoshez. Die wurde in der ukrainischen Stadt Saporischschja hergestellt. Das Fahrzeug fristete in der DDR ein Nischendasein. Vier Prozent Marktanteil erreichte das Fahrzeug in den 70zigern in der DDR. Ab 1983 kam noch der Dacia hinzu. Das rumänische Auto gehört heute zur Firma Renault.

    Für sein Engagement in all den Jahren erhielt er nun die goldene Ehrennadel der IHK. Pro Jahr verleiht die Handwerkskammer die Auszeichnung an langjährige Handwerker. In seiner Würdigung betonte der Präsident der Handwerkskammer vor allem, dass die Firma der Ausbildung von Fachkräften eine hohe Priorität beimaß. Kein Wunder also, dass bei der Übergabe der Ehrennadel auch der Bundestagsabgeordnete Thomas Feist dabei war, dem das Thema duale Ausbildung sehr wichtig ist. Das Autohaus Schneider hat 10 Azubis. Die Mitarbeiter werden über klassische Kanäle gefunden, aber auch über das Internet: „Wir bilden gerade einen jungen Mann zum Kaufmann für Marketingkommunikation aus, weil ich sehr großen Wert darauf lege, dass wir die modernen Medien nutzen. Das ist die Zukunft und nur so bekommen wir die jungen Leute zu uns“, erklärt Nancy Schneider, Tochter des Firmengründers. Im Lauf seiner Arbeitszeit hat Claus Schneider 70 ausgebildet.

    Bewerbungen für die Ausbildung beim Autohaus werden ab Januar angenommen. Erwartet werden junge Menschen, die „wissen was sie wollen und die Spaß an der Arbeit haben. Ich will die Auszubildenden dort einsetzen, wo sie ihre Stärken haben.“ Der erste Blick freilich geht auch auf die Noten: „Wenn jemand in Physik eine 4 oder 5 hat, dann wird es schwierig mit Mechatroniker. Da sollten sich die jungen Menschen schon anstrengen. Es ist das erste, was ich sehe: das Bild, die Bewerbung und die Noten. Ich weiß natürlich, dass die Note auch andere Gründe haben kann, aber für die erste Auswahl hat es schon Gewicht. „

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