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Neue Propstei am Ring erhält Architekturpreis des Bundes deutscher Architekten

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    Ein Einkaufszentrum? Die neue Feuerwache? Verwaltungsgebäude oder eine Schule? Die neue Propstei am Ring ist nicht für jeden sofort als Kirche erkennbar. Mancher entdeckt seine Liebe zu dem Gebäude eher beim zweiten Blick und andere sprechen despektierlich von Sankt Tetris - in Anspielung auf ein Computerspiel aus vergangenen Zeiten. Doch zumindest den Architekten gefällt das Gebäude. Daher gibt es jetzt den Architektur-Preis des BDA Sachsen für den Sakralbau.

    „Der Neubau besticht durch seine starke städtebauliche Setzung an dieser Stelle gegenüber vom Neuen Rathaus“, beginnt die Begründung für den Preis. Der Bund Deutscher Architekten BDA, Landesverband Sachsen lobt jedes Jahr einen Preis zur Förderung der Baukultur aus. Der Bau des Leipziger Architekturbüros Schulz und Schulz habe vor allem  das „Verhältnis von öffentlichem und bergendem halböffentlichen Raum­“ überzeugend gelöst. Der nach zwei Seiten offene Hof wird als „breite Passage“ bezeichnet. „Die Gestaltung des Außenraumes, zu der ein Brunnen als ‚Wasservorhang‘ gehört, trägt wesentlich zur Atmosphäre des Ortes bei.“ Wasser fasziniert einfach – und so sieht man immer wieder nicht nur Kinder begeistert dort spielen. Seine eigene Dynamik entwickelt der Hof in der Nacht. Propst Gregor Giele wies bei einer Pressekonferenz des Katholikentags scherzhaft darauf hin, dass er vom Flaschenpfand der Flaschen, die er morgens einsammeln kann, fast leben könne.

    „Die traditionellen Elemente des Kirchenbaus, der Kirchenraum, der Turm und das Gemeindezentrum, sind in einem großen Dreieck an dem stark befahrenen Martin-Luther-Ring sinnfällig zueinander platziert.“ Klar, das Dreieck ergibt sich aus der Gestalt des Grundstücks, es passt aber auch zum Namen der Kirche: Trinitatis, also eine Dreieinigkeitskirche – Anspielung an den christlichen Gottesbegriff. Der Turm sei in der „Stadtsilhouette sehr präsent.“ Zumindest, wenn man von der Alten Messe kommt, trifft das zu, ansonsten aber verschwindet der kurze Turm im Schatten anderer Gebäude, was auch bewusst so gewollt war.

    Bischof Koch hielt die erste Predigt in der Kirche. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel
    Bischof Koch hielt die erste Predigt in der Kirche. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

    Der gesamte Gebäudekomplex zeigt sich mit dem rötlichen Naturstein Rochlitzer Porphyr in einer sehr den Ort prägenden Materialität. Durch die reliefartige Struktur bekommen die Fassaden eine angenehme „Griffigkeit und Lebendigkeit.“ Dieser Rochlitzer Porphyr greift ein Merkmal anderer Gebäude in Leipzig auf – prominentes Beispiel ist das Alte Rathaus. Auch die Thomaskirche, das Grassimuseum und das Stadtgeschichtliche Museum haben an ihrer Fassade Platten aus den Rochlitzer Bergen.

    Gewürdigt wird auch das Innere der Kirche: „Im Kirchenraum ist die Tageslichtführung sehr gelungen. Die leichte Neigung des Bodens zum Altar hin ist als subtiles entwurfliches Element reizvoll. Hervorzuheben ist die liturgische Vielfalt, die durch die Konzeption des Raums möglich ist.“ Das einzige größere Fenster ist ein Oberlicht hoch über dem Altar. Trotzdem ist es ein heller Innenraum. Ein weiteres Fenster in Form eines schmalen Kreuzes ist in der Rückwand eingelassen. Gelobt wird auch die „dezente und doch mutige Ornamentik im Kirchenraum.“ Diese hebt wichtige liturgische Orte hervor: Altar, Ambo, Tabernakel.

    „Die feierliche Preisverleihung und die Ausstellungseröffnung findet am 4. März 2016 ab 19 Uhr in der HTW Dresden, Raum PAB, Friedrich-List-Platz 1 in 01069 Dresden statt. Eine öffentliche Ausstellung wird vom 7. bis 18. März 2016, wochentags von 9–19 Uhr in den Räumen der HTW Dresden gezeigt. Die Ausstellung wandert anschließend nach Leipzig und Chemnitz sowie weitere Orte des Freistaates“, berichtet das Bistum Dresden-Meißen.

    Die Kirche ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

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    1 KOMMENTAR

    1. Ich persönlich finde die neue Kirche auch sehr gelungen. Bis auf dieses komische Ornament (am Altar und anderswo), das passt gar nicht. Ich kann mich nicht dran gewöhnen.

      Was (vielleicht verständlich) nicht im Fokus des BDA steht, aber geradezu ein Alleinstellungsmerkmal dieser Kirche ist: die obermaximalgeniale Akustik! Ein Traum!

      (Leider habe ich es aber immer noch nicht geschafft, die Orgel zu hören. Bei dem bisschen Prospekt, was man da noch sieht, wäre ich gespannt auf den Klang…)

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