Die verletzliche dünne Haut unserer Zivilisation

Im September veröffentlichten wir hier die Besprechung des Buches „Fremde Eltern“ von Joachim Krause, mit dem er die Geschichte seiner eigenen Familie auf eine Weise aufgearbeitet hat, wie das auch in diesem Literaturgenre selten ist. Er pflegt auch etwas, was in einigen Familien eine schöne Tradition geworden ist: Er schreibt nachdenkliche Jahresbriefe. Sehr nachdenkliche. Aus seinem Jahresbrief für 2016 dürfen wir zitieren.

Besonders die Einleitung hat uns dabei fasziniert. Da geht es dem Autor ganz ähnlich wie uns: Nachts kann er nicht weiterschlafen. Der Irrsinn aus den Nachrichten lässt ihn nicht in Ruhe. Und dann schreibt er Sätze, wie sie viele Bewohner dieser derzeit vom Frieden bevorzugten Region denken. Nicht alle so nachdenklich und einfühlsam wie Joachim Krause.

Aber lesen Sie selbst.

Gastbeitrag von Joachim Krause

„9. bis 12. Dezember 2016
Hallo Leute,

ich sitze in einem geheizten Zimmer (einfach den Regler aufdrehen bei Bedarf), das Licht brennt (draußen ist tiefschwarze Nacht), ich schreibe am Computer (ich habe noch einen zweiten), ich habe vor einigen Stunden gut gegessen und meine nötigen Medikamente genommen, habe eben noch im warmen Bett gelegen, und dort habe ich an Euch gedacht. Ein wenig Unruhe eigentlich nur, weil der Jahresbrief, für den bisher nur ein paar Stichworte notiert sind, darauf wartet, endlich geschrieben zu werden. Muss das aber jetzt mitten in der Nacht sein (es ist 2 Uhr und 5 Minuten)?

Alles ist doch völlig normal, so wie immer in den Wochen vor Weihnachten, wie vor all meinen anderen Jahresbriefen in den 34 vergangenen Jahren. Ich erlebe mich in zwei Welten.

Die eine ist mein bundesrepublikdeutschländisch – das meine ich hier sehr positiv, weil ich dankbar bin für unser funktionierendes Gemeinwesen (gleich einschränkend: so wie ich es erlebe) – durchorganisierter und verlässlich funktionierender Alltag in der dörflich-sächsischen Provinz. Das zu Ende gehende Jahr 2016 war so was von normal-üblich-so-wie-immer, es gab (lokal) keine spektakulären Events, keine Katastrophen, keine wundersamen Dinge. Wir leben (gut, auskömmlich), wir ernten (reichlich), wir feiern (wohlmeinende Verwandte und Freunde sind zuhauf vorhanden), wir sind gesund (meisthin, altersgemäß), wir sind neugierig (z. B. darauf, was aus den Enkeln wird von Besuch zu Besuch), wir machen Pläne (kleinere).

Natürlich war da auch Streit, es gab Blasen an den Füßen, auch mal schlechtes Wetter, aber von alldem nur ein wenig, erträglich. Vom Normalen macht man sich keine verwertbaren Notizen.

Und ist das nicht auch schön? Einfach so da zu sein, Leben in vertrauten Bezügen, Rhythmen, Ritualen? Dabei ist mir durchaus bewusst, dass ich das Meiste unverdient genieße: den 70-jährigen Frieden in West-Mitteleuropa, das Brot, den Wein, verträgliche Mit-Menschen. In meinem kleinen Schönberger Kirchturmhorizont ist die Welt in Ordnung. Ich bin froh, wenn abends alles wieder an dem Ort ist, wo ich es morgens gefunden habe und morgen wieder finden möchte. Wenn ich alle Tabletten ordentlich eingenommen habe. Wenn die Schafe satt sind, alle Rechnungen bezahlt und alle E-Mails beantwortet. Wenn zuverlässig die Rente auf dem Konto eingeht.

So weit, so beschränkt.

ABER. Es gibt noch eine zweite Welt, da draußen.

Sie ist gar nicht weit weg, sie beginnt gleich hier und nebenan, mitten in meinem Alltag. Und da erlebe ich vieles als VER-RÜCKT. Manches davon kann ich selbst noch sehen, zuordnen, begreifen. Und eigentlich bin ich ja neugierig, möchte auch viel verstehen von dem, was um mich her passiert. Aber was da so auf mich einprasselt, das überfordert mich ganz schnell, hat eine kurze Halbwertszeit beim Merken. Und kann ich mir denn überhaupt sicher sein, ob das die Wirklichkeit ist, was mir die Medien zutragen, Informationen aus zweiter Hand, gefiltert, vergröbert, Glaubenssache?

Mich macht diese zweite Ebene meiner Wirklichkeit wuschig. Nur ein paar Momentaufnahmen aus den letzten Tagen, die meinen Nachtschlaf zergrübeln: Beispiel 1. Da ist ein deutscher Fußballspieler, dessen Treiben mich manchmal im Fernsehsessel erfreut. Er bekommt als Grundgehalt mehr als ZEHN Millionen Euro im Jahr, mehr als der Vorstandsvorsitzende von VW (dort ist das genauso unanständig viel!). An einem einzigen Tag kriegt Herr Özil weit mehr, als Frau Merkel in einem MONAT bekommt. Nach nur zwei Tagen hat er das eingesackt, was ein „normaler“ durchschnittlicher vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer in Deutschland im ganzen JAHR bekommt.

Einen Vergleich mit dem Einkommen eines Sherpas, der mich vor ein paar Jahren in Nepal begleitet hat, würde die Kluft endgültig als absurd entlarven. Ich finde diese Unterschiede abartig, ununungerecht, fast strafwürdig. Aber die meisten finden’s wohl normal, bewundern den vorbestraften Herrn Hoeness aus der gleichen Branche, der einige zig Millionen vergessen hatte zu versteuern, und wählen ihn mit Jubelrufen erneut zu ihrem Vorsitzenden. Und bei den Steuern zu tricksen, das wird auch von vielen weiter „unten“ in diesen Hierarchien als Kavaliersdelikt betrachtet, clever-musst-du-sein eben. Unsere Steuern füttern ja aber nicht „die da oben“, sie sind dazu da, das Schiff „Gesellschaft“ in eine vernünftige Richtung zu „steuern“ (für Schulen und Sicherheit zu sorgen, sozialen Ausgleich zu schaffen), was aber nur holprig gelingt, wenn viele vorrangig an die eigene Gewinnmaximierung denken (kapitalismus-adäquat).

Beispiel 2. Allabendliches Stubenkino: Da wird Aleppo, eine Millionenstadt in Syrien, systematisch weggebombt. Live-Aufnahmen im Fernsehen (sind sie echt, wer berichtet mit welchen Interessen?), das Ausmaß der Zerstörungen kann und will ich gar nicht richtig an mich heranlassen. Das geht nun seit fünf Jahren so, passiert täglich, vor meinen Augen. Vielleicht, so höre ich gerade, setzen sich Russland und die USA in den nächsten Tagen mal wieder hin, um „Lösungen“ zu suchen. Was haben die dort eigentlich überhaupt verloren? Haben sie das alles nicht auch mit ausgelöst (z. B. mit der Zwangsbeglückung fremder Kulturen durch westliche Demokratie, vergleiche auch Afghanistan oder Irak)?

Wenn es denn humanitäre Gründe wären, aber es geht um Interessen, um Geschäfte, um Machtspielchen, um Einflusssphären, die erdogansche Türkei träumt osmanische Großreichsträume, Saudi-Arabien wacht geldspendend darüber, dass die Träger des rechten Glaubens siegen. GNADENLOSER IRRSINN – darf man da weiterzappen in den nächsten Kanal?

Und dann wundern wir uns, dass die Menschen aus dieser Hölle fliehen, und dann auch noch ausgerechnet in UNSER Schlaraffenland.

Beispiel 3. Da wird ein Fahrdienstleiter verurteilt wegen fahrlässiger Tötung von 12 Menschen. Er hat das getan, was inzwischen fast alle meine Mitmenschen ständig tun, er hat gebannt auf sein Smartphone gestarrt, eingetaucht in ein knackiges Online-Spiel, beschäftigt mit der Tötung von Dämonen. Süchtig war er, getrieben von der Eigendynamik des Spiels, und hatte schlicht vergessen, dass es da noch eine WIRKLICHE Wirklichkeit gibt, eine Welt zum Anfassen, mit lebendigen Menschen, die gerade Zug fahren, und für deren Sicherheit er eigentlich verantwortlich war.

Vieles in dieser durchelektronisierten Welt verstehe ich nicht (mehr). Manches geht mir einfach zu schnell. Oft hätte ich gern ein paar mehr Informationen, objektiv zusammengestellt (aber wem kann ich trauen?), um mir ein Bild von der komplexen Lage zu machen. Meist aber hätte ich gern weniger Informationen, weil ich all das, was auf mich medial einstürmt, in seiner Breite und Tiefe gar nicht an mich heranlassen will und darf, weil es mich überfordert.

Ich habe Angst vor den vielen wissbegierigen Computern (in Smartphones, Waschmaschinen, Ladenkassen, Suchmaschinen, Bankterminals ….) die mir das Leben eigentlich leichter, überschaubarer machen sollen (und oft genieße ich das ja auch), die aber immer mehr bestimmen, wie ich leben kann-soll-muss, was von der Welt ich überhaupt noch wahrnehme. Ich hinterlasse überall digitale Fingerabdrücke, werde immer durchsichtiger für die Sammler hinter dem Daten-Staubsauger, die längst mehr über mich wissen als meine besten Freunde, und die nichts vergessen, ich werde berechenbar, manipulierbar, erpressbar.

Bald wird diese digitale Parallel-Welt mich unvollkommenes Menschenwesen gar nicht mehr brauchen, so fehlerbehaftet und gefühlsgestört wie ich bin. Und wenn ich tapfer weiter auf Landkarten und Wegweiser vertraue statt auf Navis, wenn ich versuche, mir selbst die notwendigen Dinge zu merken und zu verstehen, statt mich allein auf’s GOOGELN zu verlassen, wenn ich mein Uralt-Handy nur selten (zum Telefonieren!) in Betrieb nehme, wenn ich nicht virtuellen Pokémons hinterherlaufe – da weiß ich durchaus, dass ich so für viele Mitmenschen nicht nur altmodisch, sondern einfach nicht mehr existent bin. Der unmittelbare (soziale = gesellige) Kontakt miteinander findet immer seltener statt und hat sich mehr und mehr in die „sozialen“ Netzwerke verlagert.

Eigentlich erlebe ich diese zunehmend als A-SOZIAL, auch weil es wegen des Fehlens eines lebenden menschlichen Gegenübers offenbar viel leichter fällt, andere hemmungslos zu beschimpfen, mit Scheiße zu bewerfen (Shit-Storm!) und zu vernichten (zunächst erst mal nur mit Worten). Meine Angst vor dem Tag, an dem das Internet zusammenbricht oder nur der Strom ausfällt. Was geschieht dann, wenn alle nur noch auf leere Displays starren? Unsere fast schon totale Abhängigkeit von diesen eigentlich so allgegenwärtig-übermächtigen und doch so sensibel-störanfälligen Systemen, das ist nicht nur ein organisatorisch-technisches (Überlebens-)Problem.

Zum Wort des Jahres ist gerade „postfaktisch“ gekürt worden. Man vertraut vorrangig seinen Bauchgefühlen, glaubt (und „liked“ und „teilt“ mit seinen „Freunden“) einfach nur noch das, was ins eigene Weltbild passt, unabhängig vom Wahrheitsgehalt, und findet für diese Weltwahrnehmung natürlich im Internet auch reichlich Bestätigung (der größte Unsinn darf da ungestraft verbreitet werden!), und man lässt die Tatsachen, die wirklichen Fakten einfach an sich abprallen – auch das ist eine Unkultur, zu der die Verhaltensweisen in den a-sozialen Netzwerken viel beitragen.

Ihr wisst ja, dass ich mich in den letzten Jahren mit meinen „Fremden Eltern“ beschäftigt habe. In einem dicken Buch habe ich Briefe meiner Eltern aus den Jahren 33 bis 45 veröffentlicht, die einen erschreckenden Einblick in das Seelenleben von ganz normalen bürgerlichen Menschen unter den Bedingungen von Krise, Demagogie, Diktatur und Krieg ermöglichen.

Leben vielleicht auch wir heute nur in einer Illusion, dass nämlich „christliches Abendland“, „Aufklärung“, „Humanismus“, „Lernen aus der Geschichte“, „Demokratie“, „Weltoffenheit“, „Toleranz“ uns dauerhaft fit gemacht haben für „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, uns immun gemacht haben gegen jegliche Rückfälle in die Barbarei vergangener Zeiten? Bildet vielleicht unsere ganze westliche Zivilisation nur eine verletzliche dünne Haut, unter der vieles Urtümlich-Einfache-Brutale lauert, das schnell geweckt werden, jederzeit (wieder) hervorbrechen kann?

Das musste einfach mal raus, Nachtgedanken eben und damit etwas düster, alles spontan hingeschrieben, unvollständig, unsortiert, angreifbar, gefährlich …

Es ist jetzt 3 Uhr 21 Minuten in der Frühe, ich schreibe morgen weiter. …

Schlafen wäre auch ganz schön gewesen …

Was will ich denn eigentlich?

Rückzug in (m)eine heile, kleine, überschaubare, vertraute Welt mit bekannten (sich möglichst gar nicht ändernden) Bedingungen?
Ist das so nicht auch ein bisschen die Angst der Pegidisten, oder ist es Altersunsinn, was weiß ich?
Haben solche nächtlichen Reflektionen irgendwelche Konsequenzen?
Hoffentlich ja.
Hoffentlich nein.
Ich werde natürlich – so Gott will und wir leben – auch im nächsten Herbst wieder Nüsse sammeln (triebgesteuert – ich stamme wahrscheinlich nicht von Affen, sondern von Eichhörnchen ab). Ich werde auch weiter in meiner kleinen Welt vertrauten Pfaden folgen, gute Tage genüsslich genießen und manchmal was falsch machen – the same procedere as every year. (…)2

An dieser Stelle wird es dann sehr familiär.

Aber wenig später kommt er noch einmal auf das Buchprojekt zu sprechen, das ihn 2016 so beschäftigt hat:

„In den letzten vier Jahren sind wir (Familie, Freunde) noch einmal tief eingetaucht in die deutsche Geschichte der Jahre 1933 bis 1945. Die Briefe meiner Eltern, viele durchaus lehrreiche Fernsehbeiträge, einige dicke Bücher neu im Schrank – Anlass für mancherlei Nachdenklichkeit und Diskussionen (Ellen und ich streiten noch immer fast täglich am Küchentisch). Mussten wir alle erst Rentner werden, bis dieses Thema und Drama uns richtig einholen konnte? Meine Altersgenossen bestätigen durchweg, dass auch in ihren Familien über diese dramatischen und traumatischen Jahre nie (jedenfalls tiefergehend) gesprochen wurde.

Es war nebenbei ganz interessant, das Entstehen eines Buches in der letzten Phase mal live zu erleben, das Festlegen des Layouts für das Textbild, die Suche nach dem endgültigen Buch-Titel, die Prüfung von verschiedenen Entwürfen für die Umschlaggestaltung, die Hetze, um noch letzte Korrekturen und Fußnoten unterzubringen.

Ich habe auch interessante Erfahrungen gemacht, wie ergiebig die Suche in Bibliotheken und Archiven sein kann, wenn es z. B. um die NSDAP-Mitgliedskarten von Familienangehörigen geht oder um Unterlagen zur Krankengeschichte von Euthanasie-Opfern. Fast alles ist mit deutscher Gründlichkeit irgendwo abgelegt.“

Stoff zum Nachdenken.

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