Ein Gespräch mit Andreas Loepki, leitender Pressesprecher der PD Leipzig

Das lange Polizei-Interview (Teil 4): Leipzigs Untergang?

Für alle LeserLeipzig ist dem Untergang geweiht – könnte man meinen, wenn man so manchen Artikel der vergangenen Wochen mal revue passieren lässt. Platz 2 hinter Berlin, das angebliche Sodom hat sein kleines Gomorrha offenbar in der Messestadt gefunden. Doch wie kam es zu dem ungewöhnlichen Schub in den Einbruchs- und Diebstahlszahlen? Vom Himmel sind sie jedenfalls nicht gefallen und göttliche Fügung war ebenfalls nicht im Spiel. Im vierten und letzten Teil sprechen wir mit Andreas Loepki über die aktuellen Informationen und die Bewertungen dazu.

Wie schätzen Sie Leipzig im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten ein – besteht hier ein höheres Risiko, Opfer von Einbrüchen und Diebstählen zu werden? Wenn ja, womit hat dies aus Ihrer Sicht zu tun?

Mit Blick auf die Häufigkeitszahl muss die Frage bejaht werden. Im Stadtgebiet Leipzig liegt der Anteil der Eigentumsdelikte an der Gesamtkriminalität bei über 50 Prozent. Dies ist – trotz des allerorten traditionell hohen Anteils – ein herausragender Wert, dessen Begründung wir maßgeblich im Bereich der Betäubungsmittel- bzw. Beschaffungskriminalität sehen.

Alle Faktoren, die Leipzig als Wirtschaftsstandort begünstigen, sind für kriminelles Handeln nicht weniger reizvoll. Schon die verkehrsgünstige Lage macht Leipzig auch zu einem Dreh- und Angelpunkt des Betäubungsmittelhandels im mitteldeutschen Raum.

Dies bedingt wiederum, dass Konsumenten hier vergleichsweise einfacher, schneller und kostengünstiger an „sauberere“ Betäubungsmittel herankommen, woraus ein selbstverstärkender Effekt resultiert. Nicht wenige Schwerstabhängige aus dem regionalen Raum verlagern ihren Wohnsitz nach Leipzig, wo zugleich diverse medizinisch-soziale Betreuungseinrichtungen existieren, jede Menge Tatgelegenheiten vorzufinden sind und ein Abtauchen in der anonymen Masse wesentlich einfacher erfolgen kann.

Die Tatgelegenheiten sind deshalb von Bedeutung, weil über kurz oder lang die eigenen Mittel bei Weitem nicht mehr ausreichen, die Sucht zu finanzieren. Es kommt unvermeidlich zu Beschaffungskriminalität – vom Laden- und Fahrraddiebstahl über Wohnungseinbrüche bis zum Raub.

Angesichts der Erfahrungen aus anderen Deliktfeldern (wandernde Drogenumschlagplätze in Leipzig) und der sehr erfolgreichen Arbeit der bayrischen Polizei im vergangenen Jahr im Bereich des Vorgehens gegen organisierte Wohnungseinbrüche: Kann es sein, dass Kriminalität, wie die von organisierten Diebesbanden, in Leipzig letztlich auch eine Verdrängungsfrage ist?

Das kann sehr gut sein. Die Allgemeinheit muss sich in diesem Zusammenhang auch von der Vorstellung lösen, Diebe oder Kriminelle seien nicht besonders intelligent. Sie können sehr gut abschätzen, was sie wo tun. Dabei spielt es sicherlich ein Rolle, wo eine starke Polizeipräsenz gegeben ist, wie sich die Verkehrsanbindung darstellt, welches Entdeckungsrisiko herrscht und mit welcher Beute regelmäßig gerechnet werden kann.

Kurzum: Warum sollte eine Diebesbande aus dem südosteuropäischen Raum in Nürnberg, Würzburg oder Bayreuth agieren, wenn es sich im Leipziger Raum wesentlich einfacher gestaltet?

Auch für einen Polizeibeamten keine ganz einfache Frage, die Sache mit der Umverteilung und sozial konotierter Kriminalität. Andreas Loepki im Interview. Foto: LZ

Auch für einen Polizeibeamten keine ganz einfache Frage, die Sache mit der Umverteilung und sozial konotierter Kriminalität. Andreas Loepki im Interview. Foto: LZ

Zum Thema Wohnungseinbrüche & Diebstähle im Rahmen der Beschaffungskriminalität: Was wünschen Sie sich als Polizeibeamter, sollte mit Ergriffenen geschehen? Möglichst hohe Haftstrafen oder ein Drogenentzug & Therapie?

Wir wissen sehr gut, dass eine Sucht nicht mit Mitteln der Repression geheilt werden kann. Daher wünschten wir uns vorrangig auch, dieser Personenkreis könnte wirkungsvoll und nachhaltig therapiert werden. Doch abgesehen von der damit verbunden Kostenfrage macht die nachweislich sehr hohe Rückfallquote deutlich, mit dem Wunsch einer gewissen Illusion nachzujagen.

Aus unserer beruflichen Erfahrung wissen wir, dass einige Betäubungsmittelkonsumenten offen zugeben, eine Therapie nur deshalb anzutreten, um aufgrund der legalen Ersatzstoffe ihren Tagesbedarf an Betäubungsmitteln zu minimieren. Sie wollen weder ihren Lebensstil noch ihren Freundeskreis oder Aufenthaltsort aufgeben.

Dieser Personenkreis ist nicht klein und er ist nach unserer Auffassung leider auch nicht therapierbar. Hier steht unsere Gesellschaft, Werte- und Rechtsordnung vor einem wahrlichen Dilemma, denn es fehlt für diesen Personenkreis an jedweder Abschreckung, Einsicht, Hilfsannahme, Therapiewirksamkeit oder sonstigen Lösungsmöglichkeit.

Sprichwörtlich stirbt zwar die Hoffnung zuletzt, doch – ich muss es so drastisch ausdrücken – eigentlich ist es irgendwann der Abhängige. Wir haben nur alle gelernt, hier sehr gut schweigen und wegschauen zu können.

Was sagen Sie zu folgender Aussage: Diebstahl ist Umverteilung auf kriminellem Wege?

Wenn Sie damit auf das Wohlstandsgefälle in Deutschland, Europa und der Welt anspielen, so kann ich nicht von der Hand weisen, hierin eine wesentliche Tätermotivation zu erkennen. Es ist menschlich, nach Wohlstand und Auskommen zu streben. Es ist menschlich, sich an Bessergestellten zu messen. Es ist menschlich, Neid zu entwickeln. Es ist menschlich, die Frage zu stellen, warum DIE und nicht ICH. Und es leider auch menschlich, bei der Suche nach Mitteln und Wegen nicht immer auf dem Pfad der Tugend zu wandeln.

In der Aussage schwingt u. U. aber auch eine politische Anschauung mit, die eine Umverteilung (sicherlich nicht ganz unberechtigt) einfordert und Diebstahlskriminalität dann schon fast mit verständnisvoller Toleranz begegnet. Es kann doch nicht angehen, dass Bürger den Kopf für die hiesige Wirtschafts- und Kaufkraft, die um ein Vielfaches höher ist, als andernorts, hinhalten sollen.

Eben dieser Bürger geht oftmals lange und viel arbeiten, spart, zahlt Steuern, nimmt einen Kredit auf, schafft sich einen individuellen Wohlstand und versichert ihn so gut er kann. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass Mieter und Wohnungseigentümer es beispielsweise besonders gerecht empfinden, im Abhandenkommen ihres Eigentums ein ausgleichendes Element zu erkennen.

Zumal dieses Eigentum (z. B. Sammlungen) auch bei Versicherungsschutz nur bedingt wiederbeschaffbar ist und der Bürger am Ende auch noch höhere Policen zu zahlen hat. Da geht mir die Gerechtigkeitsdebatte deutlich zu weit.

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch.

Die aktuelle Ausgabe LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 43, Mai 2017 gibt es seit dem 19.05. überall in Leipzig zu kaufen, wo es gute Zeitungen gibt

In eigener Sache: Lokaler Journalismus braucht Unterstützer

PolizeiInterview
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Grüne und Linke kritisieren Selbstgefälligkeit der Regierung und fehlende Bürgerbeteiligung
Der Tagebau Vereinigtes Schleenhain soll das Dorf Pödelwitz schlucken. Foto Luca Kunze

Foto Luca Kunze

Für alle LeserAm Donnerstag, 22. August, hat der Bundeswirtschaftsminister zwar den Referentenentwurf für ein Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen (StStG) vorgelegt. Darin geht es um die geplanten Strukturstärkungsmittel. Aber was immer noch fehlt, ist ein klarer Zeitplan, wann welcher Kraftwerksblock in den Kohlekraftwerken wirklich vom Netz geht. Und nicht nur die Grünen befürchten, dass dazu bis 2026 überhaupt nichts passiert. Und die betroffene Bevölkerung wird wieder nicht gefragt.
„Embrace, 31. August 2019, Schaubühne Lindenfels Leipzig“: performatives Projekt zum Akt der Umarmung
Die Schaubühne Lindenfels in der Karl-Heine-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Ein Aufeinandertreffen zweier Menschen. Ein Dialog ohne Worte. Eine intensive physische wie mentale Erfahrung. Choreografin Joséphine Evrard und Medienkünstler und Performer Darko Dragičević widmen sich dem Akt Umarmung und präsentieren als Teil ihres fortlaufenden Projektes „embrace“ einen ersten performativen Einblick in ihre bisherige Recherche.
Wenn Westdeutsche dem Osten erklären, er solle doch mal ein großes überregionales Medium gründen
Durchs Wasserglas betrachtet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZwei Beiträge großer westdeutscher Medien erfreuten uns am Freitag, 23. August. Einmal der „Spiegel“-Beitrag „MDR-Termin in Chemnitz. Wo rechts das letzte Wort hat“ über das erwartbare Versagen des MDR bei der Aufarbeitung der Ereignisse in Chemnitz vor einem Jahr. Und zum anderen die erstaunliche Empfehlung der „Zeit“: „Ostdeutsche Medien braucht das Land“.
Reise, Reise: Einmal #unteilbar nach Dresden
Unteilbar begann 2018 in Berlin, kam bereits nach Leipzig und heute geht es nach Dresden. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAm heutigen 24. August ist es also soweit: die vielleicht größte Demonstration des Jahres 2019 in Sachsen steht an. Ab 12 Uhr startet die Auftaktkundgebung auf dem Dresdner Altmarkt, für den gesamten Tag haben die Veranstalter 25.000 Teilnehmer angemeldet, verschiedenste Gruppen, Initiativen und Gewerkschaften haben für den heutigen Tag gegen Rassismus mobilisiert. Die L-IZ.de-Redaktion berichtet in unregelmäßigen Abständen hier von der Reise, den Demonstrationen und Kundgebungen mit Impressionen von vor Ort.
Wird der Bund Sachsen endlich sagen, wann die Krafwerke wirklich vom Netz gehen?
Das Kraftwerk Boxberg in der Lausitz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAm Donnerstag, 22. August, hat das Bundesministerium für Wirtschaft den Referentenentwurf für ein Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen (StStG) bekannt gegeben und zur Anhörung freigegeben. Pünktlich zu den beiden Landtagswahlen in den Kohleländern Sachsen und Brandenburg. Anders, als FDP-Landeschef Holger Zastrow meinte, ist das Geld schon mal zugesagt. Was freilich fehlt, sind die konkreten Ausstiegstermine.
Ein Jahr nach dem Mob: Landgericht Chemnitz verurteilt Syrer zu neuneinhalb Jahren Gefängnis
Pro Chemnitz und AfD gemeinsam am 1. September 2018 in Chemnitz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserVor fast genau einem Jahr ist Daniel H. in Chemnitz gestorben. Nachdem bekannt wurde, dass es sich bei den Tatverdächtigen um Ausländer handelt, gingen tausende Rechtsradikale auf die Straße, um zu demonstrieren und zu randalieren. Das Landgericht Chemnitz hat nun einen Syrer zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Entscheidung basierte auf einer einzigen Zeugenaussage.
1. FC Lokomotive Leipzig vs. FSV Optik Rathenow 2:0 – Lok siegt glücklich oder verdient?
Matthias Steinborn sorgte mal wieder für einen Treffer. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Für alle LeserNach dem spektakulären Erfolg gegen Energie Cottbus hat Lok Leipzig einen verdienten 2:0-Heimsieg gegen Optik Rathenow eingefahren. Vor 2.763 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion brauchten die Blaugelben wie erwartet Geduld. Erst nach der Pause trafen Soyak und Steinborn für den alten und neuen Tabellenführer 1. FC Lok. Der Führungstreffer sorgte anschließend für Diskussionen.
Fridays For Future legt 10-Punkte-Forderungen zur sächsischen Landtagswahl vor
Fridays For Future demonstrieren in Leipzig. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserDie sächsischen Gruppen von „Fridays For Future“ haben es schon deutlich gesagt: Die Landtagswahl ist eine Klimawahl. Die Sachsen haben es in der Hand, Parteien in die Regierung zu wählen, die das Land wirklich fit machen wollen für eine Zeit nach der Kohle. Und die auch die anderen Aspekte des Klimawandels mitdenken. Es wird eine Kraftanstrengung. Aber was wird aus einem Land, das zu feige ist, Herausforderungen anzunehmen? Am Freitag, 23. August 2019, hat FFF seine Forderungen an die sächsische Politik vorgestellt.
Probefahrt, Reparaturbetrieb und die erstaunliche Frage nach der Mündigkeit in einem kontrollbesessenen System
Leipziger Zeitung Nr. 70. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEs sind immer wieder Sätze von Kolleg/-innen in der jeweils neuen „Leipziger Zeitung“ (die Nr. 70 liegt jetzt überall, wo es gute Zeitungen zu kaufen gibt), die so einen kleinen Aha-Moment ergeben, auch wenn die Themen in der Zeitung von uns meist lange vorher schon angedacht und geplant sind. So auch unsere Recherche-Tour in die Erinnerungswelt der DDR. Was davon ist heute noch wirksam? Oder hängt uns die 1990 Abgewickelte immer noch am Hacken?
Meint das Berlin-Institut wirklich echte Teilhabe oder doch nur wieder den alten Spruch „Ohne Geld biste nix“?
Die Cluster-Karte des Berlin-Instituts. Karte: Berlin-Institut, Teilhabeatlas

Karte: Berlin-Institut, Teilhabeatlas

Für alle LeserAm Gelde hängt, zum Gelde drängt doch alles, könnte man in freier Interpretation nach Goethe sagen, wenn man das studiert, was das Berlin-Institut „Teilhabeatlas Deutschland“ nennt und am Donnerstag, 22. August, in Berlin vorgestellt hat. Das Original von Goethe klingt freilich so: „Nach Golde drängt, Am Golde hängt / Doch alles. Ach wir Armen!“ Als hätte er geahnt, was aus einem Land wird, in dem Geld Politik macht. Ziemlich notdürftige, wie man meinen könnte.
ADFC Sachsen hofft, dass der Radverkehr nach der Sachsenwahl endlich von der Kriechspur kommt
Radfahrerinnen im Clara-Zetkin-Park. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNachdem frühere Regierungszeiten meist eher einem stillen Verzweifeln glichen – so aus Radfahrerperspektive –, weil der Bau neuer Straßen für Autos immer wichtiger war als Investitionen ins Radwegenetz, war mit der CDU/SPD-Regierung seit 2014 zumindest die Hoffnung verbunden, dass jetzt endlich die Bremsen gelöst und viele Radwege gebaut werden. Aber irgendwie blieb's doch wieder beim Schneckentempo, resümiert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen.
Sonderausstellung im Bach-Museum widmet sich drei begabten Musikerinnen und ihrer Beziehung zu Bachs Musik
Zwischen Fanny Hensel und Clara Schuman fehlt nur das Bild von Anna Magdalena Bach. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir leben im großen Jubiläumsjahr für Clara Schumann. Da wundert es nicht, dass auch das Bach-Museum die begnadete Pianistin und Komponistin in eine besondere Ausstellung mit aufnimmt. Zusammen mit zwei anderen Musikerinnen, die zutiefst mit dem Werk von Johann Sebastian Bach verbunden sind: Fanny Hensel, der Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy, und Anna Magdalena Bach, der musikalischen Frau an der Seite des Thomaskantors.
Fridays for Future lädt am 30. August auch in Leipzig zur großen Klima-Demonstration zur Landtagswahl ein
Genug geredet heißt das Signal von Fridays for Future auch in Leipzig. Die Jugendlichen sind mit der Analyse fertig und kämpfen. Am 21. und 22. dann in Aachen. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserAuch wenn es kaum eine Partei so plakatiert hat, ist die sächsische Landtagswahl eine Klimawahl. Die Sachsen entscheiden, ob sie eine Regierung bekommen, die kluge Entscheidungen zur Anpassung des Landes an den Klimawandel trifft, oder ob am Ende eine Kohle-Regierung dabei herauskommt, die den notwendigen Richtungswechsel wieder für fünf Jahre blockiert. Deswegen lädt auch „Fridays For Future“ Leipzig extra zur einer Wahl-Demo am 30. August ein.
Thomanerchor Leipzig eröffnet Chorjahr mit Motette am Freitag in der Nikolaikirche
Thomanerchor Leipzig. Foto: Matthias Knoch

Foto: Matthias Knoch

Nach dem Ende der Sommerferien eröffnet der Thomanerchor Leipzig das Schul- und Chorjahr 2019/20 am Freitag, 23. August, mit einer Motette (18 Uhr) in der Nikolaikirche. In dem Gotteshaus, das zur Leipziger Amtszeit Johann Sebastian Bachs und noch bis in die 1940er-Jahre zu den Hauptwirkungsstätten der Thomaner zählte, erklingen unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz Werke von E. Fr. Richter, J. Gallus, J. S. Bach / G. Ph. Telemann, D. Buxtehude, M. Reger.
Kandidaten-Check von Abgeordnetenwatch: Lobbyismus, Vermögenssteuer, Landarztquote, Kita …
Wahlplakate an der Petersstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWorum geht es eigentlich bei der Sachsenwahl am 1. September? Geht es wirklich um Migration, wie die einen behaupten, eine Bewahrung von Heimat? Oder geht es um Kohleausstieg und Lösungen für den Klimawandel? Oder geht es gar um die Frage: Wer regiert wirklich – die gewählten Parteien oder die Lobby-Organisationen, die in Hinterzimmern ihre Interessen durchdrücken? Zumindest diese Frage stellte Abgeordnetenwatch den Direktkandidat/-innen der Parteien. Mit erhellendem Ergebnis.