Ein Gedächtnisprotokoll: Was in Hamburg geschah

Für alle LeserWährend die mediale Aufarbeitung noch intensiv mit den Gewalttaten von Hamburg beschäftigt ist, gibt es zunehmend Berichte von Leipzigern, die die letzten Tage in der Hansestadt selbst miterlebt haben. Dass sich dabei teils vollkommen andere Perspektiven ergeben, als die, welche die Flut an brennenden Autos und fliegenden Flaschen sowie aufmarschierende Einsatzbeamten zeigen, liegt in der Natur der Sache. Überwiegend fanden in den vergangenen Stunden Konzerte, friedlicher Protest und Begegnungen in Hamburg statt. Der Grünen-Politiker und sächsischer Vorstandssprecher seiner Partei, Jürgen Kasek, schildert seine Eindrücke der letzten Stunden seit Donnerstag.
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Donnerstag, 06.07.

Bereits seit den frühen Nachmittagsstunden geht in Hamburg gar nichts mehr. Sämtliche Straßen sind überfüllt, der komplette Bereich um den Hamburger Hafen ist weiträumig abgesperrt. Die Situation ist chaotisch. Es scheint an einem Verkehrskonzept zu fehlen. Bereits am Nachmittag hatte die „Welcome to Hell“ Demo begonnen, die mit einem Konzert am Fischmarkt startet. Die Stimmung ist entspannt und die Demonstration erstaunlich bunt. Es dominiert keineswegs der sogenannte schwarze Block, sondern es sind insgesamt 12.000 Menschen, die gekommen sind um gegen den G20 Gipfel zu protestieren.

Wir positionieren uns in der Nähe der Demospitze hinter einer Polizeikette bei den parlamentarischen Beobachtern und Pressevertretern. Die Aufzugsstrecke der Demonstration, die am Fischmarkt beginnt, läuft über die relativ enge Hafenstraße, die in diesem Bereich durch die Promenade eingegrenzt wird, zu der man eine Mauer von etwa 2,30 m Höhe überklettern muss und auf der anderen Seite einer Häuserreihe. Nach links und rechts kann die Demonstration folglich nicht ausweichen. Vorne wird die Demonstration durch ein massives Polizeiaufgebot gesichert mit insgesamt 4 Wasserwerfern, einen Räumpanzer und mehrere Ketten Polizei.

Auch der rückwärtige Teil ist ähnlich gesichert. Die Demonstration ist faktisch in einem kompletten Kessel. Auf der Promenade und den umliegenden Häusern und Brücken stehen unzählige Menschen, Protestierende und Schaulustige.

Da sich im vorderen Teil der Demonstration viele Personen vermummt hatten, startet die Demonstration zunächst nicht. Allerdings haben wir Zweifel, dass es überhaupt dazu kommt, da die komplette Aufzugsstrecke durch Wasserwerfer und Räumpanzer belegt ist, die an dieser Stelle nicht wenden können.

Nach und nach wird die Vermummung im vorderen Teil der Demonstration abgenommen. Der sogenannte schwarze Block ist mehrheitlich jetzt unvermummt. In diesen Moment eskaliert am Fischmarkt die Situation und Wasserwerfer kommen zum Einsatz. Warum können wir nicht sehen. In dem Moment rückt auch die Polizei von vorne an die Demo heran. Es gibt keine Vorwarnung, keine Aufforderung, keine Androhung von unmittelbarem Zwang.

Viele der Teilnehmer der Demonstration versuchen über die Promenade zu entweichen und die Mauer zu überwinden. Pressevertreter und parlamentarische Beobachter werden geschubst und zum Teil auch durch die Polizei geschlagen, die komplett die Demonstration auseinandernimmt. Die Situation ist vollkommen chaotisch. Aus verschiedenen Richtungen fliegen Steine und Flaschen, Pfefferspray liegt in der Luft und die Wasserwerfer zielen auf die Dächer, wo bis eben noch Menschen tanzten und die Promenade. Es gibt mehrere Verletzte.

Es dauert eine ganze Weile bis sich die Situation beruhigt und sich der hintere Teil der Demonstration erneut formiert und dann im Rahmen einer Spontandemonstration zu laufen. Es sind mehrere 1000 Menschen, unvermummt und bunt, die demonstrieren werden. Die Spontandemonstration, begleitet von elektronischer Musik bleibt bis zum Ende komplett friedlich.

Freitag, 07.07.

Bereits um 7 Uhr verlassen wir unser Quartier um einen Eindruck zu gewinnen. Verschiedene Gruppen hatten dazu aufgerufen mit den Mitteln des zivilen Ungehorsams die sogenannten Protokollrouten zu blockieren und dadurch den Ablauf des Gipfels zu stören. Über Altona steigen schwarze Rauchwolken auf.

Als Beobachter entscheiden wir uns zum Jungfernstieg zu fahren. Dort treffen wir auf versprengte Protestierende, die immer wieder von der Polizei durch das Viertel gescheucht werden. Die Protestierenden sind unvermummt und nicht schwarz gekleidet. Es sind viele junge Menschen aber auch einige Ältere. Die Polizei wirkt latent überfordert und drängt die Gruppen immer wieder in verschiedene Richtungen. Mehrfach kommt Pfefferspray zum Einsatz und wieder werden Teilnehmer verletzt. Ein junger Mann, der vor einem Polizeiwagen läuft, wird ohne Vorwarnung durch einen herausspringenden Beamten mit dem Schlagstock geschlagen. Der Grund bleibt unbekannt.

Gegen Mittag beruhigt sich die Situation. An einigen Stellen wurden Gipfelteilnehmer kurzzeitig friedlich blockiert. Am Nachmittag formiert sich eine weitere Demonstration, die von der Reeperbahn kommend, Richtung Hafenstraße zieht und von dort aus weiter Richtung Landungsbrücken. Die Zielstellung ist die Zufahrtsstrecken zu Elbphilharmonie zu blockieren. An vielen Häusern sind G20-kritische Slogans der Anwohner zu sehen. So richtig begeistert scheint niemand von G 20 zu sein.

We love Versammlungsfreiheit. Foto: Jürgen Kasek

We love Versammlungsfreiheit. Foto: Jürgen Kasek

An der Bernard- Nocht- Straße, Ecke Davidstraße, trifft die bis dahin friedliche Demo auf Teilnehmer des schwarzen Blocks, die vermummt aus Richtung Fischmarkt kommen. Polizei ist keine vor Ort. Ein Bürohaus wird mit einzelnen Steinen beworfen, während einige Protestierende versuchen dazwischen zu gehen und die Situation zu deeskalieren.

Die Demonstration stoppt am U-Bahnhof Landungsbrücken und trifft dort auf Polizeikräfte, die aus einer losen Reihe von Polizeibeamten und mehreren Wasserwerfern besteht und den Weiterzug der Demonstration verhindert. Wir entschließen uns die Demo und Polizeikette zu umgehen, was erstaunlich einfach gelingt und stehen nun am Hafentor.

Es sind erstaunlich wenige Polizeikräfte vor Ort. Viel zu wenige. Es folgen mehrere Durchsagen, dass die Protestierenden in der Sperrzone sind und sich entfernen sollen. Diesen Aufforderungen wird nicht Folge geleistet. Einzelne ziehen Sperrgitter auf die Straße. Irgendwann beginnt die Polizei die Wasserwerfer einzusetzen. Es dauert mehr als eine Stunde bis weitere Polizeikräfte vor Ort sind und die Situation räumen. Auch hier wirkt der Einsatz eher chaotisch. Zusammen mit Schaulustigen und Pressevertretern werden wir von der Polizei mehrfach in verkehrte Richtungen geschickt und von anderen Beamten wieder zurück.

Nachdem weitere Polizeikräfte eingetroffen sind, beruhigt sich die Situation wieder. Wir gehen zur Reeperbahn, wo an allen Tagen ein Festival stattfindet.

Festivals an vielen Ecken in Hamburg. Foto: Jürgen Kasek

Festivals an vielen Ecken in Hamburg. Foto: Jürgen Kasek

Am Abend beschließen wir einen Blick ins Schanzenviertel zu werfen. Überall sind Menschen auf der Straße. Eine Mischung aus Protestierenden, vermummten Chaoten und einheimischen Jugendlichen. An einer Stelle werden Barrikaden aufgebaut und angezündet. Die meisten Menschen stehen unbeteiligt daneben. Wenige Personen versuchen zu deeskalieren. Die meisten scheint es nicht zu stören.

Die Polizei zieht sich am frühen Abend aus dem kompletten Schanzenviertel zurück, die Feuerwehr ebenso. Was folgt ist ein Exzess an sinnloser, dummer Gewalt. An vielen Stellen, stehen Menschen auf der Straße, trinken Bier, Musik ertönt und es wird gefeiert. In der Juliusstraße brennen Barrikaden. Es ist eine gespenstische Situation. Dichter Rauch liegt über dem Viertel, Geschäfte werden geplündert, viele Jugendliche machen Selfies vor den Feuern. Das hat alles einen seltsamen Eventcharakter, eine staatliche Ordnung gibt es in diesen Stunden nicht. Über Stunden ist keine Polizei oder Feuerwehr im Viertel zu sehen und viele scheinen die Chance zu nutzen.

Wir entschließen uns so schnell wie möglich das Viertel zu verlassen.

Brand im Schanzenviertel - nichts wie raus hier. Foto: Jürgen Kasek

Brand im Schanzenviertel – nichts wie raus hier. Foto: Jürgen Kasek

An anderen Teilen des Viertels ist die normale Ausgehstimmung. Es wird gefeiert, die Bars sind gefüllt, auf der Straße sitzen Menschen. Am U- Bahnhof Schlump, der gesperrt wird, sehen wir wie die Polizei immer mehr Kräfte zusammenzieht, offensichtlich um in einem groß angelegten Einsatz das Viertel zu stürmen.

Wir treffen uns mit Anna Gallina und bereden die Situation. Alle sind vom Ausmaß der Gewalt schockiert. In der Nacht treten wir die Rückkehr in unser Quartier an. Dazu müssen wir wieder an der „Schanze“ entlang. Überall im Schanzenviertel treffen wir auf massive Polizeikräfte, einige Straßen sind mit Scherben übersät. Die ganze Nacht kreisen Hubschrauber über dem Viertel. Es ist eine gespenstische Situation. Mehrere anwesende Pressevertreter werden vom SEK zum Teil mit vorgehaltener Waffe bedrängt. Auch die Pressefreiheit existiert nicht mehr. Das hier ist außerhalb der rechtsstaatlichen Ordnung.

Sonnabend, 08.07.

Am Sonnabendmittag finden zwei weitere Demonstrationen statt. Die Demonstration, die vor allen Dingen von linken Gruppen organisiert wurde unter dem Motto „Grenzenlose Solidarität statt G20“ und die Demonstration „Hamburg zeigt Haltung“. Beide haben ihren Startpunkt am Meßberg, was dazu geführt haben dürfte, dass einige Teilnehmer*innen die bei „Hamburg zeigt Haltung“ mitlaufen wollten in der Demonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“ landen.

Diese Demonstration mit annähernd 80.000 Menschen zieht anschließend friedlich bis zum Millerntorplatz. Dort findet am Abend auf einer Bühne noch ein Konzert mit „Slime“, „Rainer von Vielen“ und „Zugezogen Maskulin“ statt. Menschen tanzen auf der Straße. Hier hat der Protest eher den Charakter eines friedlichen Festivals.

Ärger gibt es am Rande als mehrfach Polizeigruppen in den angrenzenden Park laufen und sich dort mitten in die Gruppe der dort Sitzenden stellen.

Als wohl zwei Italiener (?) abgeführt werden, eskaliert die Situation kurzzeitig. Viele Protestierende stellen sich um die Polizeigruppe, bleiben aber friedlich. Die Polizei winkt daraufhin sofort Verstärkung herbei, die äußerst robust zwischen die Feiernden geht und mit Wasserwerfereinsatz antwortet. Auch das hier sieht alles andere als koordiniert aus, beruhigt sich aber zum Glück recht schnell wieder.

Nach dem Konzert entscheiden wir uns die Heimreise anzutreten und Hamburg zu verlassen. In vielen Teilen der Stadt haben wir Protest gegen G20 erlebt, friedlich, kreativ, bunt und vielfältig. Und wir haben durch nichts zu rechtfertigende Gewalt gesehen.

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G20-Gipfel
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