Eigentlich sollten Zäune, in Leipzigs Wohngebieten oder sonst irgendwo, dafür da sein, für klare Verhältnisse zu sorgen, um mögliche Grenzdiskussionen zu vermeiden. Dabei markiert jeder Zaun die entsprechende Grundstücksgrenze, was wiederum Privatsphäre und Sicherheit gewährleisten sollte.
Doch in vielen Fällen lösen Zäune überhaupt erst die Streitigkeiten aus. Unterschiedliche Vorstellungen, mangelnde Absprachen und auch Unwissenheit über rechtliche Regelungen hierzu, führen dazu, dass regelrechte Nachbarschaftskriege geführt werden.
Damit das nachbarschaftliche Miteinander, was etwas sehr Schönes sein kann, nicht leidet, sollten sich Grundstücksbesitzer frühzeitig mit der Planung ihres Zaunbauvorhabens auseinandersetzen und sich umfangreich dazu informieren. Unterhalten Sie sich ruhig auch mit dem Nachbarn mal darüber, wie er denn das mit seinem Zaun gemacht hat, denn schon solche Gespräche zu diesem Thema können im Vorfeld ganz wunderbar neutralisierend wirken.
Fragen Sie ihn nach Rat, ob man das Bauvorhaben anmelden muss, wie hoch der Zaun sein sollte, alles Dinge, die Sie auch ohne ihn herausbekommen –, doch somit fühlen sich Nachbarn nicht mehr übergangen, und sollte Ihnen wirklich etwas querliegen, würde man es genau hierbei erfahren und eben nicht erst in Form einer Beschwerde oder gar einer Klage nach Fertigstellung des Zauns.
„Nachbarschaftskonflikte vermeiden“ in die Planung einfließen lassen
Ein häufiger Grund für Streit zwischen Nachbarn ist oft eine ungenügend klare Kommunikation zwischen benachbarten Familien. Bevor Zaun oder Tore aufgestellt werden, sollte man sich die Zeit nehmen und mit Nachbars mal auf eine gemeinsame Hopfenkaltschale zusammensitzen und stimmig abklären, wo die offizielle Grundstücksgrenze tatsächlich verläuft.
Dazu sind im besten Fall, Pläne oder Vermessungsunterlagen, von wenigstens einem der Grundstücke, verfügbar und damit eine echte Basis, die Grenze eindeutig bestimmen zu können.
Diese Daten erhalten Grundstücksbesitzer bei Bedarf auch vom örtlichen Katasteramt. Bestehen keine zuverlässigen Unterlagen oder wird mehr Sicherheit gewünscht, kann eine erneute Katastervermessung beantragt werden. Mit ganz aktuellen Unterlagen, lässt sich im Anschluss daran, bedenkenlos ein Zaun errichten.
Zäune, die nur wenige Zentimeter falsch montiert worden sind, haben schon Auseinandersetzungen verursacht. Deshalb ist an der Stelle übertriebene Vorsorge immer besser, als sich nachher mit Nachbarn zu Gericht treffen zu müssen, auch wenn dies den Zaunbau verschieben sollte.
Doch nicht nur der Standort kann ungeahnte Vibrationen erzeugen, auch die Zaunart oder die Zaunhöhe können Konflikte mit sich bringen. Fühlen sich Nachbarn beeinträchtigt, weil sie keine freie Sicht mehr genießen können oder der Zaun zu viel Schatten auf das benachbarte Grundstück wirft, kann das durchaus Ärger hervorrufen.

Rechtliche Vorgaben akribisch einhalten
Grundstücksbesitzer, die sich mit den Rechtsverordnungen auseinandersetzen und sämtliche Vorschriften einhalten, können Nachbarschaftsstreitigkeiten geschickt aus dem Weg gehen. In den meisten Kommunen gibt es klare Regeln, die sich auf Zaunhöhe, Zaungestaltung oder Mindestabstände zu anderen Grundstücken beziehen. In diesem Rahmen sollen Sichtbehinderungen, Verschattungen oder auch das Übergreifen von Pflanzen wie Büsche oder Bäume verhindert werden.
Kümmern sich Grundstücksbesitzer nicht um die Gesetze sowie Vorschriften, kann das teuer enden. Nicht nur Ärger mit den Nachbarn steht ins Haus, auch behördliche Rückbauverordnungen können eintreffen. Das ist wiederum mit Kosten verbunden, die in vielen Fällen nicht unerheblich sind.
Gestaltung und Wirkung des Zauns
Die meisten Streitigkeiten entstehen aufgrund unklarer Absprachen. Es ist also wichtig, mit den betreffenden Nachbarn nicht nur den Zaunbau, sondern auch die Gestaltung genau abzuklären. Ein luftiger Zaun, der aus Holz oder Kunststoff besteht und lediglich eine Grundstücksbegrenzung darstellt, löst weniger Sorgen aus, als ein massiver Zaun, der wie ein Schutzwall wirkt.
Es ist ratsam, nicht nur einen Zaun zu errichten, der zum eigenen Geschmack und Grundstück passt. Wesentlich besser ist es, einen Zaun zu wählen und anzukündigen, der sich in die Umgebung und ins Nachbarschaftsbild einfügt.
Halbhohe Zäune, die aus lichtlässigen Materialien bestehen und sich mit Pflanzen kombinieren lassen, reduzieren das Konfliktpotenzial. Natürlich ist es wichtig, den Zaun und die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren und zu pflegen.
Somit wirken der Garten und die Umgebung dauerhaft harmonisch. Ein Zaun ist für viele Grundstücksbesitzer wichtig, kann aber auch zum Streitpunkt avancieren. Wer jedoch durchdacht plant, die gesetzlichen Rahmenbedingungen einhält und die Perspektiven der Nachbarn beherzigt, wählt einen Zaun und Tore, die alle Parteien erfreuen.

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