Verloren gegangene Strukturen im Leben und die dazu verordnete Kontaktarmut bereitet den Betroffenen weitaus größere Probleme, mit der über 2 Jahre anhaltenden Situation in der Pandemie umzugehen. Menschen mit Diagnose Depression fühlen sich oft ausgelaugt, ohne Grund langanhaltend traurig und haben kaum Lust, morgens das Bett zu verlassen oder sich mit Freunden zu treffen.

Dies sind jedoch nur einige von zahlreichen Symptomen. Die Krankheit kann sich auch auf andere Weise äußern und sich durch Selbstzweifel sowie ständige Schuldzuweisungen zeigen. Stellt man solche Symptome bei sich fest und vergehen diese nicht nach spätestens zwei Wochen wieder, leidet man sehr wahrscheinlich unter der heutzutage weitverbreiteten Volkskrankheit Depression.

Oftmals erkennen Betroffene auch selbst nicht, in welcher ernsten Lage sie sich befinden. In diesem Fall ist es umso bedeutender, dass auch das nahe Umfeld wie Freunde und Familie die oben genannten Symptome nicht ignorieren, sollten sie diese bei einer Person feststellen. Besonders wichtig ist es, bei einer Depression schnell zu handeln und eine Therapie zu starten.

Stress abbauen und bewegen

Da sich der Stresshormon-Spiegel bei einer Depression mitunter stark erhöht, ist es gerade in dieser Zeit besonders wichtig, Techniken zur Stressbewältigung in den Alltag einzubauen. Yoga, Meditation oder autogenes Training können Stress abbauen und die Symptome lindern. Bei einer diagnostizierten Depression werden die Gebühren für solche Aktivitäten in der Regel von der Krankenkasse erstattet.

Positiv auf die Stimmung wirkt sich auch Sport aus. Laufen an der frischen Luft, Tanzen oder auch jede andere Sportart, die der Betroffene gerne ausführt, führt zu einem gesenkten Stresshormon-Spiegel und besserem Körpergefühl. Bei der Bewegung werden Glückshormone ausgeschüttet und die Stimmung hebt sich. Deshalb ist dies eine ideale Begleitung zur Depressionstherapie.

Frühzeitiges Handeln

Um eine diagnostizierte Depression so gut es geht zu behandeln und anschließend zu heilen, ist frühzeitiges Handeln der beste Weg. Da es sich dabei um eine ernst zu nehmende Krankheit handelt, die mitunter immer schlimmer werden und auch durch Suizidgedanken zum Tod führen kann, muss eine schnelle Behandlung stattfinden. Wird die Depression frühzeitig erkannt, kann sie noch gut behandelt werden.

Eine Therapie kann nicht nur die depressiven Episoden unterbrechen, sondern auch die Krankheit auf lange Sicht vollständig heilen. Erfolgt keine Behandlung, könnte die Depression über Monate oder viele Jahre hinweg bestehen bleiben und das Leben des Betroffenen erheblich einschränken. Aus diesem Grund lautet die Devise: Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser ist es.

Therapien gegen Depression

Eine leichte oder mittelschwere Depression kann in der Regel gut mit einer kognitiven Verhaltenstherapie behandelt werden. Oft hilft dies, die Depression im leichten Stadium zu halten und schließlich ganz loszuwerden. Auch können Medikamente wie Antidepressiva zur Therapie eingesetzt werden. Sogenannte Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer zählen ebenso zu den üblich eingesetzten Medikamenten.

Sie sorgen dafür, dass der Serotoninspiegel ansteigt und die Stimmung sowie gleichzeitig die Symptome verbessert werden. Hierbei dauert es jedoch zunächst einige Wochen, bis das Medikament seine gewünschte Wirkung zeigt. Wiederkehrende oder chronische Depressionen werden grundsätzlich mit einer Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten behandelt. Handelt es sich bereits um eine schwere Depression, so ist ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik empfehlenswert.

Die Patienten bekommen dort Medikamente, intensive Betreuung und ein umfangreiches Therapieangebot, was ihnen helfen kann, einen strukturierten Tagesablauf wiederzubekommen. Sofern bei einer depressiven Person ein erhöhtes Suizidrisiko besteht, kann die Person auch gegen ihren Willen in eine entsprechende Klinik eingewiesen werden.

Auswirkungen einiger Behandlungen

Unterstützend zur medikamentösen Behandlung sollte eine zuckerarme und antientzündliche Ernährungsweise eingeführt werden. Bei bestehendem Übergewicht kann dies in Kombination mit einem Achtsamkeitstraining zur Gewichtsreduktion beitragen. Antidepressiva sorgen nämlich häufig dafür, dass die Betroffenen an Gewicht zunehmen.

Einige Substanzen in den Medikamenten wie Lithium, Valproat sowie Mirtazapin können zur Gewichtszunahme führen. Auch sedierend wirkende Antidepressiva wie beispielsweise Amitriptylin zählen dazu. Bei den Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern ist es besonders das Paroxetin, welches zu ungewollter Gewichtszunahme beitragen kann. Wer Medikamente mit diesen Inhaltsstoffen einnimmt, sollte demnach entsprechend vorsichtig bei seiner Ernährung sein.

Im Gegensatz dazu gibt es den Inhaltsstoff Fluoxetin. Dieser hemmt den Appetit so stark, dass der Patient nicht übergewichtig, sondern untergewichtig werden kann. Sollten die Medikamente und die Psychotherapie nicht die gewünschte Besserung zeigen, könnte weiterhin eine Elektrokrampftherapie hilfreich sein.

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