Vom 14. bis 22. Mai ist „Aktionswoche Alkohol 2022“, eine Aktion, die die Barmer jetzt nutzte, um in der eigenen Statistik nach Zahlen zu Alkoholproblem zu suchen. Und das Ergebnis ist durchaus ernüchternd: Zwei von 100 in Sachsen sind alkoholkrank, darunter immer mehr Frauen.

In Sachsen waren im Jahr 2020 mehr als 75.000 Männer und Frauen alkoholkrank. Das geht aus einer Analyse des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) anlässlich der Aktionswoche Alkohol hervor. Die Zahl der Betroffenen ist seit dem Jahr 2016 um rund 13 Prozent gestiegen.

„Sowohl das Suchtpotenzial als auch die gesundheitlichen Risiken von Alkohol werden von vielen unterschätzt. Das hat auch damit zu tun, dass Alkohol in Deutschland ein Kulturgut und gesellschaftlich akzeptiert ist. Dabei ist Alkohol ein Zellgift, das für die Entstehung von mehr als 200 Krankheiten mitverantwortlich ist“, sagt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der BARMER in Sachsen. Darunter seien Krankheiten wie Krebs, psychische Störungen und Leberzirrhose.

In Sachsen seien die meisten Alkoholkranken laut bifg zwischen 55 und 65 Jahre alt. Rund 23.000 Männer und Frauen dieser Altersgruppe seien betroffen. Doch es gebe auch rund 2.600 junge Menschen im Alter bis 30 Jahre, bei denen eine Alkoholabhängigkeit ärztlich festgestellt worden sei.

Weiterhin sei die Alkoholsucht überwiegend ein Problem der Männer. In Sachsen seien mehr als dreimal so viele Männer wie Frauen betroffen. Allerdings gibt es den größeren Zuwachs bei den Frauen. Während der Anteil der alkoholkranken Männer von 2016 bis zum Jahr 2020 um etwa 12 Prozent gestiegen sei, ermittelte die BARMER bei den Frauen einen Zuwachs von rund 16 Prozent.

Suchtprävention eine zentrale Aufgabe der Kassen

Zur Aktionswoche Alkohol machen verschiedene Trägerinnen und Träger sowie Förderinnen und Förderer in Deutschland auf das Thema Alkoholsucht aufmerksam. Die BARMER engagiert sich seit 2007 von Beginn an im Rahmen der Aktionswoche Alkohol.

„Die Suchtprävention und die vorbeugende Auseinandersetzung der mit dem Missbrauch von Alkohol zusammenhängenden Krankheiten sehen wir als eine unserer zentralen Aufgaben an“, so der BARMER-Landeschef.

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