Sparkassengeschichte im historischen Haus

Sparkassenmuseum Grimma hat in der einstigen Schalterhalle neu eröffnet

Für alle LeserKlein aber fein. Grimma hat jetzt wieder ein Sparkassenmuseum. Ein Wasserschaden hat dafür gesorgt, dass es vor vier Jahren geschlossen werden musste. Doch seit dieser Woche kann das Sparkassenmuseum in Grimma wieder besichtigt werden. Die Ausstellung wurde neu konzipiert und zog in den ehemaligen Schalterraum der historischen Sparkasse am Grimmaer Markt.

Auch dieser Bau hat schon eine Geschichte. Der Sparkassenneubau am Markt wurde 1928 beschlossen. Die städtische Spar- und Girokasse lobte einen Architekturwettbewerb aus. Es gingen 80 Bewerbungen ein. Den Zuschlag erhielt damals Hugo Koch (1883–1964).

Am 29. Oktober 1997 eröffnete die Sparkasse Muldental in ihrer ehemaligen Hauptstelle am Markt Grimma ein kleines Museum. Nur drei Jahre später konnte die Ausstellung in der ehemaligen Direktorwohnung von einem auf vier Räume erweitert werden. Ein Rohrbruch im November 2015 verursachte einen großen Schaden. Die Ausstellung musste geschlossen werden.

Um das Museum kümmert sich heute der Sparkassenmuseum Muldental e. V., der eigens dafür gegründet wurde.

„Das Museum präsentiert sich wesentlich erweitert in der ehemaligen Geschäftsstelle der Sparkasse in der ersten Etage. In den bisherigen Räumen in der dritten Etage ist wieder eine wunderschöne Wohnung entstanden“, berichtet Angela Elsner vom Sparkassenmuseum Muldental e. V.

Die Besucher erwartet von nun an eine breitgefächerte Ausstellung – von der Gründungsurkunde einer Sparkasse von 1840, Sparkassenbüchern vor 1900, Maschinen aus den 1930er Jahren bis zu handgeschriebenen dicken Büchern, alten Telefonen und einem der ersten Handys. Zu sehen sind u. a. auch alte Plakate, Kassenbücher, Stempel, Tresorschlüssel, Spardosen, Wertpapiere, Geschenkgutscheine, Zahlungsmittel, aber auch Alltagsgegenstände aus früheren Zeiten. Man kann ein Schreibpult ausprobieren und das Geheimnis eines Schreibtisches entdecken. Wenn man etwas mehr Zeit mitbringt, kann man sich interessante Begebenheiten aus vergangenen Tagen erzählen lassen oder auch selbst als Kassierer hinter dem Schalter tätig sein.

Was Sparkassenmitarbeiter früher alles so brauchten. Foto: Stadt Grimma

Was Sparkassenmitarbeiter früher alles so brauchten. Foto: Stadt Grimma

Die Vereinsmitglieder – allesamt ehemalige, aber auch aktive Sparkassenmitarbeiter – freuen sich über die Übernahme des Museums von der Sparkasse. Zweck des Vereins sind der Neuaufbau, die Erhaltung und Sicherung des Museums sowie das Nutzbarmachen für die breite Öffentlichkeit. „Dies sind alles Dinge, die nicht zu den eigentlichen Aufgaben einer Sparkasse gehören, die vom Verein besser geleistet werden können“, so Angela Elsner.

Die derzeit 16 Mitglieder des Sparkassenmuseumsvereins begrüßten am Eröffnungstag, 16. November, viele interessierte und neugierige Gäste, Vertreter der Tourist-Information Grimma, der Sparkasse sowie ihres Verwaltungsrates. Auch die fleißigen Helfer der letzten Jahre, Vertreter des Sparkassenverbandes aus Berlin, die Verbundpartner und die Presse waren gekommen. „Für die künftig möglichen Partner, sprich andere Museen und Vereine, wird es im nächsten Jahr eine gesonderte Veranstaltung geben“, kündigte Angela Elsner an.

***

Die Vereinsmitglieder bieten individuelle Führungen nach Absprache an – bis zur direkten Erreichbarkeit des Vereins ist das über die Mailadresse angelaelsner@hotmail.de oder den Hausbriefkasten möglich. Zu bestimmten Ereignissen wird es Sonderöffnungen geben. So z. B. während des Weihnachtsmarktes in Grimma am Sonntag, dem 8.12.2019 von 13 bis 17 Uhr.

Alle Vereinsmitglieder sind ausschließlich ehrenamtlich tätig. Eintritt ins Museum und Führungen sind kostenfrei. Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge, ist um Fördermittel bemüht und freut sich über jede Spende (IBAN DE58 8605 0200 1041 0007 20) sowie zahlreiche Besucher. Willkommen sind insbesondere auch junge Gäste, Schulklassen und Hortgruppen.

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Grimma
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