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Erster Katholikentag ohne städtische Millionenförderung

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    Die Kunstaktion "11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!" begrüßt die Entscheidung der SPD-Münster, den Antrag auf 1,2 Mio. EUR Barzuschuss für den Katholikentag 2018 abzulehnen. In der Ratsversammlung am 25. März 2015 dürfte sich daher zum ersten Mal in der Geschichte des Katholikentags eine Stadt der beantragten Millionen-Subvention verweigern.

    Die Aktiven vom „11. Gebot“ hatten im November vergangenen Jahres 3 Tage lang in der Innenstadt Münsters auf die verfassungswidrige Praxis der öffentlichen Förderung von Katholiken- bzw. (evangelischen) Kirchentagen hingewiesen. Die knapp 3 Meter hohe Moses-Skulptur nebst einer Steintafel, auf der das 11. Gebot „Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!“ verkündet wird, fand dabei enormen Zuspruch unter den Münsteranern. An die Bürger wurden Postkarten mit dem 11. Gebot verteilt, um die damals noch schwankenden Fraktionen von SPD und Grünen an die Trennung von Staat und Kirche zu erinnern.

    „Nachdem sich die SPD unmittelbar vor ihrer internen Entscheidungsfindung noch einmal von den Katholikentagsveranstaltern ,beraten‘ ließ, freut es uns umso mehr, dass die SPD-Fraktion sich nun einstimmig gegen einen Barzuschuss ausspricht“, kommentiert David Farago, Initiator der Kunstaktion „11. Gebot“, die jüngste Entwicklung.

    Daniela Wakonigg, Münsters Regionalbeauftragte des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) e.V., ergänzt: „Die Ratsversammlung am 25. März wird ein Abstimmungskrimi werden: CDU und Oberbürgermeister Lewe haben keine Mehrheit für ihren Antrag über 1,2 Mio. EUR Barzuschuss. Die Fraktionen von SPD, Grünen, FDP und LINKE reichen jeweils eigene Anträge ein. Worauf man sich am Ende verständigt, ist ungewiss.“

    Maximilian Steinhaus, Sprecher der Aktionsgruppe „11. Gebot“ merkt an: „Münster hat nun die Chance, einen Präzedenzfall zu schaffen und der einseitigen Privilegierung der christlichen Großkirchen in einem wichtigen Bereich einen Riegel vorzuschieben. Damit würde Münster nicht nur der verfassungsrechtlichen Pflicht zur weltanschaulichen Neutralität entsprechen, sondern auch ihrem historischen Erbe als Stadt des Westfälischen Friedens – denn Religionsfrieden gibt es nur durch die Abschaffung der einseitigen Privilegien.“

    Auch der Vorschlag der SPD ist daher nicht frei von Kritik: Während die Grünen sich Sachleistungen und Rabattierungen durch die Stadt nur und soweit vorstellen können, wie diese auch anderen Großveranstaltungen gewährt werden, will die SPD viele Dienstleistungen kostenfrei zur Verfügung stellen, darunter die Überlassung von Schulen und auch der Halle Münsterland. Dies allein entspräche bereits einer Förderung in Höhe von 400.000,- EUR. Andere Veranstalter müssen diese Finanzmittel selbst aufbringen.

    Die Kunstaktion wird getragen von der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) und wird in Münster vom Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten e.V. (IBKA) unterstützt. Weitere Informationen zur Kunstaktion sowie zur Finanzierung der Kirchentage in Deutschland finden Sie auf der Aktionswebsite: www.11tes-gebot.de

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